Zoo und Zooschule Heidelberg


So ein Affentheater in der Zooschule Heidelberg: Neuer, tierischer Workshop für Kinder und Jugendliche

Kaiserschnurrbarttamarin (Petra Medan/Zoo Heidelberg)

Heidelberg / Zooschule - Am Samstag, den 23. Februar 2019 veranstaltet die Heidelberger Zooschule einen ganztägigen Workshop (inklusive Mittagessen) zum Thema Affen – den Lieblingen vieler kleiner Zoobesucher. Das Angebot richtet sich an Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche. Tickets gibt es für € 55,- im Vorverkauf an der Zookasse.

Kleine Tierfans dürfen im Rahmen eines Workshops der Zooschule einen ganzen Tag – von 09.30 Uhr bis 16.30 Uhr – im Zoo verbringen. Beim Workshop „So ein Affentheater“ lernen die Teilnehmer die muntere Affenbande im Zoo Heidelberg kennen. Von den großen Schimpansen über die kleineren Kattas bis hin zu den winzigen Kaiserschnurrbarttamarinen – über alle gibt es Spannendes zu erfahren. Zusammen mit den Zoorangern tauchen die Kinder und Jugendlichen in die Welt unserer nächsten Verwandten ein und erfahren dabei Tricks, wie man die Affen unterscheiden kann und Tipps, wie sie besser geschützt werden können. Bei lustigen Spielen dürfen sie selbst aber auch einmal in die Rolle eines Affen schlüpfen und sein Können ausprobieren. Zum Abschluss können die Teilnehmer noch ihr Wissen bei einem Affen-Quiz testen.

Für die Workshops gibt es Tickets im Vorverkauf an der Zookasse. Die Kosten pro Teilnehmer betragen € 55,- inkl. Eintritt und Verpflegung (15% Geschwisterrabatt). Weitere Informationen gibt es auf der Website der Zooschule unter http://www.zooschule-heidelberg.de/workshops oder telefonisch unter 06221-3955713.

Text: Zooschule Heidelberg Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg

29.01.2019


Perlhuhn-Rekord im Zoo Heidelberg

Tierische Inventur zum Jahreswechsel

Eine Gruppe von 25 Perlhühnern lebt seit dem Sommer 2018 im Zoo Heidelberg. (Foto: Lukas Brackmann/Zoo Heidelberg)

Heidelberg / Zoo - „Wie viele Tiere gibt es eigentlich im Zoo Heidelberg?“ Diese Frage stellen regelmäßig viele große und kleine Zoobesucher. Die Inventur zum Jahresende gibt Antwort: Zum 31. Dezember 2018 lebten im Zoo Heidelberg genau 80 Vogelarten, 51 Säugetierarten und weitere 24 Tierarten, die Besucher bei einem Spaziergang entdecken können. Die insgesamt 155 Arten bilden einen Bestand von 2478 Tieren.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der Tierarten in 2018 nur leicht verändert. Bewohnten zum Jahresende 2017 insgesamt 163 verschiedene Tierarten die Gehege und Volieren im Zoo Heidelberg, sind es zum 31. Dezember 2018 mit 155 Arten acht Tierarten weniger. Der Grund: Einige Volieren oder Terrarien wurden im Laufe des Jahres umstrukturiert und ein paar Vögel, Reptilien, Insekten und Krebse sind in andere Zoos umgezogen.

Erfreulich ist, dass die Zahl der einzelnen Tiere sowohl bei den Säugetieren als auch bei den Vögeln gestiegen ist. Einen Rekord-Anstieg gab es bei den Perlhühnern: Die Hühner mit dem fein getupften Gefieder sind nun in einer großen Gruppe von 25 Tieren unterwegs – so viele gab es noch nie in Heidelberg, 2017 lebten nur vier Perlhühner im Zoo. „Helmperlhühner fühlen sich in großen Gruppen am wohlsten, daher haben wir uns im letzten Jahr dazu entschieden, intensiv nachzuzüchten – mit Erfolg. Auch in Zukunft werden die Perlhühner im Schwarm im Zoo unterwegs sein“, berichtet Kuratorin Sandra Reichler. Die lebhafte Hühnertruppe hält sich besonders gerne im Dickicht rund um die Afrikaanlage und dem Flamingosee auf. Durch ihr lautes Geschnatter sind sie schon von weitem zu hören und erfreuen mit ihrer drolligen Art die Zoobesucher.

Inventur als Jahresrückblick

Sumatra-Tigerin Karis kam im Mai 2018 von London in den Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg)

Sämtliche Veränderungen im Tierbestand werden das ganze Jahr über in einer elektronischen Tierkartei festgehalten. Eine Inventur ist dennoch wichtig. „Mit der Inventur wird der Tierbestand im Zoo Heidelberg zum Stichtag 31. Dezember mit den Informationen in der Kartei abgeglichen und bei Bedarf aktualisiert. Manchmal kommt es vor, dass beispielsweise ein Vogelküken im hohen Gras unbemerkt schlüpft. Spätestens zur Inventur fällt uns das aber auf!“, erklärt Reichler. Der Abgleich der Daten ist für das Zoo-Team auch ein kleiner Rückblick auf die Veränderungen im vergangenen Jahr: Bereits im Januar 2018 gab es den ersten Nachwuchs bei den Socorrotauben. Im Frühjahr und Sommer folgten ein junger Schopfhirsch, junge Präriehunde, Zwergziegen, Inkaseeschwalben, Flamingo- und die Perlhuhnküken. Den letzten Nachwuchs in 2018 gab es am 29. Dezember bei den Rhönschafen. Im Mai starb die 24-jährige Bärin Uschi. Der junge, im Zoo Heidelberg geborene Mähnenrobbenbulle Pepe und der stattliche Elefantenbulle Gandhi zogen in andere Zoos um. Dafür freute sich das Zoo-Team über zwei Neuzugänge: Sumatra-Tigerin Karis, die seit Mai 2018 als Partnerin für Tiger Tebo in Heidelberg lebt und die Syrische Braunbärin Ronja, die sich seit September die große Anlage mit Braunbär Martin und den Korsakfüchsen teilt. Bereits zum Jahresanfang 2019 gibt es wieder neues zu entdecken: Eine kleine Gruppe Bartmeisen ist im Januar in den Zoo Heidelberg eingezogen und lebt in der Voliere am Flamingosee. In den nächsten Wochen erwartet der Zoo weiteren Zuwachs bei den Reptilien. Besucher können sich auf die auffällig gefärbten Leopardgeckos freuen.

Tierbestand im Zoo Heidelberg (nach Anzahl der Arten/Stand 31.12.2018)

  • Säugetiere: 501 Individuen in 51 Arten
  • Vögel: 521 Individuen in 80 Arten
  • Reptilien: 51 Individuen in 9 Arten
  • Amphibien: 6 Individuen in 1 Art
  • Fische: 1210 Individuen in 8 Arten
  • Insekten: 178 Individuen in 4 Arten
  • Krebstiere: 1 Individuum in 1 Art
  • Muscheln: 10 Individuen in 1 Art
  • Insgesamt 2478 Individuen in 155 Arten

Text: Zoo Heidelberg Foto: (1) Lukas Brackmann / Zoo Heidelberg; (2) Zoo Heidelberg

29.01.2019


Ganz schön was los bei den Elefanten im Zoo Heidelberg

Wird Tarak der neue Chef der Jungbullen-WG?

Die drei Mitglieder der Jungullen WG im Zoo Heidelberg: Die Asiatischen Elefanten Yadanar (l.), Ludwig (m.) und Tarak (r.). (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)

Heidelberg / Zoo - Im Oktober 2018 hat Gandhi, der ehemalige Leitbulle bei den Asiatischen Elefanten, den Zoo Heidelberg verlassen und ist nach Frankreich gezogen. Die drei Elefanten Tarak, Ludiwg und Yadanar müssen nun ihre Rangordnung in der Gruppe neu finden. Das sorgt für viel sichtbare Aktivität auf der Elefantenanlage, was auch für Zoobesucher spannend zu beobachten ist. Ob Tarak wirklich der neue Chef werden wird, bleibt abzuwarten – die Chancen stehen bisher gut.

„Im Elefantengehege ist derzeit ganz schön was los. Tarak, Yadanar und Ludwig kämpfen viel. Nach Gandhis Auszug aus der WG, müssen die drei nun unter sich ausmachen, wer das Zeug zum neuen Anführer hat. Das kann kein Tierpfleger beeinflussen“, erklärt Dr. Klaus Wünnemann, Direktor im Zoo Heidelberg und Kurator für die Asiatischen Elefanten. Besucher können dieses besondere Verhalten der drei grauen Riesen gut beobachten. Die Elefanten schieben sich gegenseitig durch das Gehege, versperren die Laufwege des anderen oder jagen sich über die Anlage. Wenn mehreren Tonnen Elefant in Bewegung geraten, stellt das ein beeindruckendes Schauspiel dar. Die Rangeleien können zum Teil ganz schön gefährlich aussehen – bis auf kleine Schrammen oder Kratzer gab es jedoch noch keine ernsthaften Verletzungen.

Tarak setzt sich gegenüber Yadanar und Ludwig durch

Wird Elefant Tarak der neue Chef der Gruppe? (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Leitbulle den Zoo Heidelberg verlässt. Die Tierpfleger konnten inzwischen wichtige Erfahrungen mit dieser Situation sammeln. „Nicht nur neue Elefanten mischen die Gruppe auf, auch der Fortgang von Tieren sorgt für Unruhe. Meist dauert es mehrere Monate, bis jeder seinen Platz gefunden hat und wieder Normalität einkehrt“, berichtet Dr. Wünnemann. Ein möglicher Nachfolger für Gandhi könnte Elefant Tarak sein. Mit 13 Jahren der Älteste in der Gruppe, steht er bisher im Rang über den beiden jüngeren Elefanten Yadanar und Ludwig. Neben dem Alter spielt jedoch auch die Persönlichkeit der Elefanten eine Rolle, wenn es um die Position als Leitbulle geht. Ein Elefant mit Führungsqualitäten benötigt Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Stärke, nur so wird er von der Gruppe akzeptiert. Tarak ist ein vergleichsweise sanftmütiger Zeitgenosse. Er sucht seltener die Konfrontation, als seine beiden jüngeren Mitbewohner. Diese beiden sorgen dagegen eher für Aufruhr in der Dreiergruppe. Der neunjährige Yadanar testet jetzt vermehrt seine Grenzen gegenüber Tarak und provoziert ihn deutlich. Bisher kann sich Tarak gegen Yadanar jedoch behaupten und weist ihn in seine Schranken. Ludwig, mit seinen acht Jahren das Nesthäkchen, hat sich noch nicht für eine Seite entschieden und versteht sich mit beiden gut. „Es herrscht weiterhin deutliche Dynamik in der Gruppe. Im Moment sieht es für uns so aus, als ob Tarak das Rennen macht – es heißt aber abwarten. Unsere Tierpfleger und das Zoo-Team empfinden die Situation natürlich ebenfalls als spannend und aufregend. Die Entwicklungen auf der Elefantenanlage werden wir in der kommenden Zeit daher besonders genau im Auge behalten“, erklärt Dr. Wünnemann.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg

21.01.2019


Mütter werden getötet, um Nachwuchs zu verkaufen

Der Gibbon ist das „Zootier des Jahres 2019“

Zootier des Jahres 2019: Der Gibbon.

Heidelberg / Zoo - Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) hat den Gibbon zum „Zootier des Jahres 2019“ gewählt. Weil ihre Wälder großflächig zerstört werden, weil die Gibbonmütter getötet werden, damit ihr Nachwuchs auf dubiosen Heimtiermärkten verkauft wird und weil sie gelegentlich sogar gegessen werden, sind alle der rund 20 Arten als „bedroht“ bzw. „gefährdet“ eingestuft. „In China sind allein in den vergangenen 20 Jahren zwei Arten für immer verschwunden, vom Menschen vollständig ausgerottet“, sagt Dr. Sven Hammer von der ZGAP. „Dieses Schicksal wollen wir den verbleibenden Gibbonarten unbedingt ersparen.“

Ziel der Kampagne ist es, mehr Aufmerksamkeit auf die sogenannten kleinen Menschenaffen zu lenken und die koordinierten Erhaltungszuchtbemühungen der Zoologischen Gärten und die Schutzprojekte in den südostasiatischen Ursprungsländern zu unterstützen. Alle beteiligten Partner sammeln Gelder, um mit konkreten Maßnahmen zum Erhalt der Gibbons beizutragen. Im Zoo Heidelberg leben keine Gibbons. Diese Tatsache beeinflusst jedoch nicht das Engagement des Zoos. „Auch in diesem Jahr unterstützen wir die Aktion Zootier des Jahres mit finanziellen Mitteln aus unserem Artenschutzbudget. Die Arbeit der Artenschützer vor Ort kommt nicht nur den Gibbons zugute, sondern allen Tieren, die den Lebensraum mit ihnen teilen. Darunter sind viele Arten, für die wir uns schon lange engagieren wie die Asiatische Goldkatze“, betont Zoodirektor Dr. Wünnemann.

Neben der federführenden Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) arbeiten die Einrichtungen und Mitglieder der Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V. (DTG), des Verbandes der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ) und der Gemeinschaft der Zooförderer e.V. (GdZ) eng zusammen. „Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um möglichst viel bewirken zu können“, sagt Viktoria Michel, Projektkoordinatorin der „Zootier des Jahres“-Artenschutzkampagne. „Dazu haben wir zwei Projekte ausgewählt, die mit den gesammelten Mitteln den Schutz der Gibbons noch effektiver durchführen können.“

Project „Anoulak“: Nakai-Nam Theun, Laos - Weißwangen-Schopfgibbons

In Laos ist das Schutzgebiet Nakai-Nam Theun mit 3.500 Quadratkilometern Fläche eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete in Südost-Asien. Es beherbergt zahlreiche endemische und stark bedrohte Arten. Hier leben der Nördliche (Nomascus leucogenys) und der Südliche Weißwangen-Schopfgibbons (Nomascus siki). „Project Anoulak“ bietet Hilfe für die seltenen Tierarten in Laos. Um die Wilderei zu reduzieren, patrouillieren in sorgsam ausgewählten Bereichen 24 ausgebildete Ranger durch den Wald, die durch die lokale Regierungsbehörde unterstützt werden.

Projekt in Kon Plong, Vietnam – Gelbwangen-Schopfgibbons

Zwei Gibbons schwingen sich von Ast zu Ast. (Foto: N.V. Truong)

In Zentralvietnam leben noch etwa 800 der bedrohten Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons (Nomascus annamensis). Hier ist es das Ziel, den Lebensraum der Gibbons großflächig unter Schutz zu stellen und so ein Überleben dieser Art dauerhaft zu sichern. Deshalb sollen zwei bestehende Schutzgebiete miteinander verbunden werden und ein weiteres großes und bislang weitgehend unerforschtes Waldgebiet angefügt werden. Als Ergebnis soll ein Gibbon-Schutzgebiet von über 120.000 Hektar Fläche entstehen.

Gibbons, die singenden Kletterer

Gibbons leben in monogamen Familienstrukturen in Südostasien und zählen zu den kleinen Menschenaffen. Durch weittragende Gesänge grenzen die Paare bzw. Familien ihre Reviere im dichten Regenwald voneinander ab. Gibbons sind geschickte Kletterer und schwingen sich mit ihren langen Armen von Ast zu Ast. Auf dem Boden bewegen sich wie Menschen im aufrechten Gang fort.

Gibbons werden massiv durch Wilderei bedroht. Steigende Verkaufspreise für traditionelle chinesische Medizin oder den Heimtierhandel bewirken eine Intensivierung der Jagd auf seltene Wildtiere. Immer tiefer dringen die Wilderer in die Wälder vor, da viele Tierarten in den Randgebieten bereits ausgerottet sind. Zudem werden die natürlichen Lebensräume der Gibbons durch Abholzung, Straßenbau sowie landwirtschaftliche Flächennutzung zunehmend vernichtet. Doch trotz großer Störungen wandern Gibbongruppen nicht einfach ab – und diese starke Bindung an ihr Territorium wird ihnen somit häufig zum Verhängnis.

Kontakt Aktion „Zootier des Jahres“:
Mag. med. vet. Viktoria Michel, Projektkoordinatorin „Zootier des Jahres“
(0157/82594559, zootierdesjahres@zgap.de)

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: N.V. Truong

17.01.2019


Der Verein MARWIN e.V. ermöglicht optimierte Neuauflage des gefragten Projekts „Erlebnis Zoo“ für Förder- und Brennpunktschulen

v.l.: Miriam Raab (Zooschule Heidelberg), Dr. Karl F. Glenz (MARWIN e.V.) (Foto: Uwe Merkel)

Heidelberg / Zoo - Der Verein MARWIN unterstützt durch eine großzügige Förderung von 15.000 Euro erneut das bereits 2016 ins Leben gerufene Projekt „Erlebnis Zoo“ der Zooschule Heidelberg. Es ermöglicht Klassen aus Förderschulen und sog. Brennpunktschulen, den außerschulischen Lernort Zoo kennenzulernen. In den vergangenen beiden Jahren hat die Zooschule über 100 Schulklassen im Rahmen des Projektes empfangen. Basierend darauf wurde das Projekt nun von Fachkräften überarbeitet und auf die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Gruppen abgestimmt. Sowohl die Kosten für den Zooeintritt als auch die Gebühr für die Zooschule werden von MARWIN e.V. übernommen.

Erfahrungsgemäß ist es Schulklassen aus Förder- und Brennpunktschulen ohne externe Bezu-schussung aus finanziellen Gründen meist nicht möglich, den Zoo zu besuchen. Es gibt sogar zahlreiche Schüler, die noch nie im Zoo waren. Die Zooschule Heidelberg startet daher im Jahr 2019 mit einer Wiederauflage vom Projekt „Erlebnis Zoo“, das durch die finanzielle Unterstützung in Höhe von 15.000 Euro durch MARWIN e.V. gefördert wird.

Der Verein MARWIN hat es sich u. a. zur Aufgabe gemacht, ganz besonders Jugendliche durch Projekte und Workshops für den Erhalt der Artenvielfalt der Tiere sowie den Tierschutz zu sensibilisieren.

Das Projekt „Erlebnis Zoo“ soll erneut zahlreichen Schulklassen aus der Metropolregion Rhein-Neckar die Gelegenheit bieten, den Zoo zu besuchen und exotische Tiere live zu sehen, zu riechen und zu hören und somit aus dem Zoobesuch ein Erlebnis zu machen. Insbesondere Schülern aus Großstädten fehlt häufig der Bezug zur belebten Natur. Der Zoobesuch kann diesen Mangel an Erfahrungen mit Natur und Tieren ausgleichen. Durch die kompetente pädagogische Betreuung durch die Zooschule werden die Schüler für die Tierwelt und ihre Bedürfnisse sensibilisiert. Hierbei steht das handlungs- und erlebnisorientierte Lernen im Vordergrund, das nicht im geschlossenen Klassenraum, sondern vor den Gehegen der Tiere stattfindet. Gleichzeitig werden mit diesem Projekt die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien verbessert und es wird ihnen die Teilhabe an Bildung ermöglicht.

Interessierte Lehrkräfte können sich ab sofort um einen Termin bewerben. Weitere Informationen zum Projekt sowie den Bewerbungsbogen finden Sie unter: www.zooschule-heidelberg.de/erlebnis-zoo

Über MARWIN e.V.

Der Verein führt den Namen „Förderverein Tierhilfe MARWIN e. V.“ und wurde 2004 von Frau Margot Pfeil als gemeinnütziger Verein gegründet. Zweck des Vereins ist die Förderung des Tierschutzes durch finanzielle und ideelle Unterstützung von Tierheimen und Tierschutz-organisationen. Um den Gedanken des Tierschutzes verstärkt im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern, unterstützt MARWIN e. V. Projekte und Workshops mit Jugendlichen, die auch der Sensibilisierung für den Tierschutz und damit seiner Förderung dienen.

Text: Zooschule Heidelberg Foto: Uwe Merkel

17.01.2019


Faszinierende Vogelwelt: Superkräfte dank Bürzeldrüse?

Wildputen im Zoo Heidelberg unterstützen Forschungsprojekt

Wildpute im Zoo Heidelberg. (Foto: Gerd Löwenbrück/Zoo Heidelberg)

Heidelberg / Zoo - Vögel gelten unter Ornithologen als sehr resistent gegenüber bakteriellen Infektionen, ihr Immunsystem schein fast mit besonderen Superkräften ausgestattet zu sein. Wieso das so ist, möchte Dr. Markus Braun, Forscher in der Arbeitsgruppe um Professor Michael Wink am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB) der Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Zoo Heidelberg herausfinden. Den Wildputen, die im Zoo Heidelberg zu sehen sind, kam dabei eine wichtige Aufgabe zu Teil: Sie spendeten Bürzeldrüsensekret, um dem Forscher bei der Suche nach Antworten zu helfen.

Seit 2012 geht Dr. Markus Braun der Frage nach, wieso Vögel im Vergleich zu Säugetieren gegen bakteriellen Infektionen widerstandsfähiger sind. Eine wichtige Rolle bei der Suche nach Antworten könnte die Bürzeldrüse der Vögel spielen. Die vollständige Funktion dieser besonderen Drüse ist noch nicht umfassend geklärt. Bewiesen ist, dass die Bürzeldrüse ein wächsernes, streng riechendes Sekret absondert, mit dem die Vögel ihr Gefieder einreiben, um es wasserabweisend und geschmeidig zu halten. „Nur Vögel besitzen Bürzeldrüsen – Säugetiere und selbst die nahe verwandten Reptilien nicht. Daher lag es nahe, diesen Körperteil genauer unter die Lupe zu nehmen. Es könnte möglich sein, dass das Sekret antibakteriell wirkt und zu den guten Abwehrkräften der Vögel beiträgt. Viele Wissenschaftler nehmen dies an, die Datenlage ist allerdings widersprüchlich. Dank der Zusammenarbeit mit dem Zoo Heidelberg und weiterer Partner, konnten wir genug Sekret von Wildputen und anderen Vogelarten sammeln, um diese Frage weiter zu erforschen“, berichtet Dr. Braun.

Einige Experimente nach Beginn der Forschungsarbeit war klar: Bürzeldrüsensekret allein hat keine antibakterielle Funktion gegen krankheitserregende Bakterien und multiresistente Keime. Ein neuer Ansatz, um die Arbeit weiterzuführen, war schnell gefunden. Die Puten lieferten Dr. Braun die Idee selbst: Möglicherweise ändert sich die Wirkung des Sekrets, wenn es mit einem bestimmten Stoff, der ebenfalls im Gefieder der Vögel zu finden ist, kombiniert wird. „Im Federkleid der Vögel tummeln sich allerlei Bakterien, gute und schlechte. Nur die schlechten machen krank, die guten nicht. Schlecht sind zum Beispiel Bakterien, die Federn zerstören. Diese Bakterien leben auf fast allen Vogelarten und bilden während der Zersetzung der Federn das Enzym Keratinase. Dennoch sind Vögel nicht nackt. Irgendein Vorgang muss die Vögel folglich davor schützen, dass dieses Enzym seine Wirkung entfaltet und ihre Federn zerstört“, erklärt Dr. Braun. Für diese „Superkräfte“ könnte das Bürzeldrüsensekret verantwortlich sein, allerdings nicht ausschließlich.

Bürzeldrüse bei einem Guira-Kuckuck im Zoo Heidelberg. (Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg)

Um weiter zu forschen, stellt Dr. Braun experimentell nach, was sich im Federkleid der Vögel abspielt: Wenn Wildputen oder andere Vögel ihre Federn pflegen und sich putzen, entsteht unweigerlich eine Verbindung zwischen dem Enzym Keratinase und dem Bürzeldrüsensekret. Folglich fügte Dr. Braun auch im Labor zu dem Bürzeldrüsensekret, das er bei den Puten zuvor gesammelt hatte, Keratinase hinzu. Im weiteren Verlauf der Forschung stellte sich heraus, dass das Sekret aus der Bürzeldrüse der Wildputen, angereichert mit dem Enzym Keratinase tatsächlich in der Lage ist, gefährliche Keime abzutöten. „Wir haben das mit unterschiedlichen Bakterien getestet, darunter Darmbakterien, wie z.B. E. coli oder Krankenhauskeimen wie MRSA. Tatsächlich hat sich bei allen Versuchen die Anzahl der lebendigen Keime in der Probe immer drastisch verringert, aber eben nur, wenn Keratinase im Spiel war. Es müssen sich also Substanzen im Bürzeldrüsensekret befinden, die durch das alleine nicht wirksame Enzym in antibakterielle Stoffe überführt werden. Mit den neu gebildeten Stoffen werden dann federabbauende und andere, auch für den Menschen schädliche, Mikroorganismen bekämpft“, führt Dr. Braun fort. Wie genau dieser Vorgang funktioniert, gilt es jetzt herauszufinden.

Der Forschungsansatz von Dr. Markus Braun beherbergt einen sehr interessanten Denkansatz. In ferner Zukunft könnten die gewonnenen Erkenntnisse dabei helfen, neue Antibiotika zu entwickeln, um multiresistenten Keimen den Kampf anzusagen. „Das ist allerdings noch ferne Zukunftsmusik – und benötigt natürlich auch entsprechende Gelder, um in diese Richtung weiter zu forschen“, erklärt Dr. Braun. Bis dahin bedarf es noch einiger Forschungsarbeit und vieler Experimente. Die Grundlagenforschung ist bereits erfolgt und kann nun weiterentwickelt werden. Die Wildputen oder andere Vögel können sich derweil entspannt zurücklehnen, denn dank ihrer Bürzeldrüse besitzen sie bereits eine Art „Superkraft“.

Hintergrund: Forschung im Zoo: Der Zoo Heidelberg unterstützt tatkräftig die wissenschaftliche Arbeit im Zoo oder die Arbeit von externen Kooperationspartnern. Somit werden jährlich mehrere Forschungsprojekte ermöglicht. Forschungsarbeiten liefern wichtige Erkenntnisse: Mit Hilfe von Verhaltensbeobachtungen, Hormonanalysen, Federproben etc. können die spezifischen Bedürfnisse, Lebensgewohnheiten und Besonderheiten verschiedener Tierarten untersucht werden.

Weiterführende Literatur: BRAUN, M. S., SPORER, F., ZIMMERMANN, S. & WINK, M. (2018). Birds, feather-degrading bacteria and preen glands: the antimicrobial activity of preen gland secretions from turkeys (Meleagris gallopavo) is amplified by keratinase. FEMS Microbiology Ecology, 94, fiy117.
https://academic.oup.com/femsec/article-abstract/94/9/fiy117/5036518?redirectedFrom=fulltext

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: (1) Gerd Löwenbrück/Zoo Heidelberg, (2) Peter Bastian/Zoo Heidelberg

17.01.2019

Seltener Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Die beiden jungen Socorrotauben entwickeln sich gut

Socorrotaube mit den beiden Jungtieren im Nest

Heidelberg Zoo - Einen ganz besonderen Nachwuchs gab es Ende Januar im Zoo Heidelberg: Zwei junge Socorrotauben sind im Vogelrevier gesund geschlüpft und mittlerweile auch flügge geworden. Es ist das erste Mal, dass es im Zoo Heidelberg Nachwuchs bei dieser hochbedrohten Vogelart gab. Die besonderen Tauben gelten in der freien Natur als ausgerottet, auch in Zoos leben nur noch wenige Exemplare.

Am 25. Januar 2018 war es soweit: Zwei Socorrotauben schlüpften aus ihren Eiern im Innenbereich der Voliere. Die Elternvögel verhielten sich während der ganzen Aufzucht sehr vorbildlich und kümmerten sich sorgfältig um ihren Nachwuchs. Auch die Tierpfleger im Zoo Heidelberg sorgten für einen bestmöglichen Start ins Leben: Schon während der Brutzeit mieden sie möglichst den Innenraum der Voliere. Die Elternvögel konnten sich daher ganz ungestört um ihre beiden Jungen kümmern.

Mittlerweile haben sich die zwei kleinen Socorrotauben sehr gut entwickelt. Vor kurzem sind sie flügge geworden – haben also das elterliche Nest verlassen – und fressen selbstständig. Mit den ersten Flugversuchen erkunden sie nun ganz genau ihre Voliere, zunächst hauptsächlich innen, seit ein paar Tagen auch den Außenbereich. Welches Geschlecht der Nachwuchs hat, ist noch offen, denn die Ergebnisse der Federproben stehen noch aus.

Die beiden alten Socorrotauben kamen als weitere besonders gefährdete Vogelart in den Zoo Heidelberg. Socorrotauben lebten als endemische Art ausschließlich auf der Pazifikinsel Socorro vor der Küste Mexikos. In den 1960er Jahren wurde der Bestand der Tiere durch eingeschleppte, verwilderte Katzen und durch Bejagung stark dezimiert. Seit den 1970er Jahren gelten Socorrotauben als in der Natur ausgerottet. Erfolgreiche Nachzuchten der letzten überlebenden Individuen in menschlicher Obhut sind daher sehr wertvoll für den Erhalt dieser Vogelart. Mit einer Beteiligung am europäischen Zuchtprogramm für die Socorrotaube kommt der Zoo Heidelberg somit seiner Verantwortung nach und leistet einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.

Hintergrundinformation Socorrotaube
Socorrotauben können ca. 20 bis 25 cm groß werden. Ihr Gefieder ist rötlich bis zimtbraun gefärbt. Vom Aussehen lassen sich Männchen und Weibchen kaum unterscheiden, die Männchen haben lediglich ein etwas glänzenderes Gefieder als die Weibchen. Als Nahrung bevorzugen sie Samen, Obst, Grünfutter oder kleinere Insekten.

Zoo Heidelberg

27.02.2018


Kaum noch in freier Wildbahn

Die Scharnierschildkröte ist Zootier des Jahres 2018

Nachdem im vergangenen Jahr mit dem Kakadu ein Vogel im Mittelpunkt stand, ist dieses Jahr ein Reptil zum „Zootier des Jahres“ gewählt worden: Die Scharnierschildkröte. Insgesamt gibt es 13 verschiedene Unterarten, zehn davon gelten als vom Aussterben bedroht. Damit zählt sie zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren überhaupt. Durch den weltweiten Wildtierhandel, die Nutzung als Nahrungsmittel oder vermeintliche Medizin und die Zerstörung ihres Lebensraumes sind viele Arten in freier Natur mittlerweile sehr selten geworden oder kommen gar nicht mehr vor.

Mit der Aktion „Zootier des Jahres“ möchten die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG), die Gemeinschaft der Zooförderer (GDZ) und der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf gefährdete, aber bisher wenig beachtete hochbedrohte Tierarten lenken. Zahlreiche Zoos beteiligen sich an der Aktion und stellen finanzielle Mittel zum Schutz der Tiere bereit. „Auch, wenn in Heidelberg keine Vertreter der Scharnierschildkröten leben, ist es selbstverständlich, dass der Zoo Heidelberg die Aktion mit einem Beitrag aus dem zooeigenen Artenschutzbudget ebenfalls unterstützt“, erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann.

Die gesammelten Gelder fließen in zwei Artenschutzprojekte, die sich für den Erhalt der Scharnierschildkröten einsetzen. Eines davon ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS), angesiedelt im Allwetterzoo Münster. Seit 2003 züchtet das IZS erfolgreich neun der dreizehn Scharnierschildkrötenarten. Mit dem Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha ist das zweite unterstütze Programm direkt vor Ort beheimatet. Unter naturnahen Bedingungen wurden bereits über 100 Jungtiere der Amboina-Scharnierschildkröte erfolgreich gezüchtet, so dass nun unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten die Auswilderung in einem geschützten Gebiet angegangen werden kann. Weitere Informationen zur Scharnierschildkröte und zu den beiden Schutzprogrammen gibt es im Internet unter www.zootier-des-jahres.de.

Hintergrundinformation Scharnierschildkröte

Scharnierschildkröten stammen aus Südostasien und zählen zur Familie der Altwelt-Wasserschildkröten. Dank eines speziellen Schutzmechanismus sind sie vor Feinden gut geschützt: Durch ein Scharnier im Bauchpanzer können die Tiere den Bauchpanzer vorne und hinten nach oben klappen und ihn dadurch verschließen – daher auch der Name Scharnierschildkröte. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Panzerlänge zwischen 11,5 und 35 cm, zwischen den Zehen befinden sich Schwimmhäute.

Tiergarten Heidelberg gGmbH

01.02.2018