Speyer 24 / 7 News

 

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Reliquien aus Lourdes im Bistum Speyer

Schrein der Heiligen Bernadette macht im Herbst Station in Ludwigshafen, Rheinzabern, Maria Rosenberg, Homburg und Speyer

Speyer - Ein Schrein mit Reliquien der Heiligen Bernadette Soubirous aus Lourdes ist in diesem Jahr auf Missionsreise durch Deutschland. Vom 31. Oktober bis 19. November 2018 wird er auch im Bistum Speyer an mehreren Orten zu sehen sein.

„Wir freuen uns sehr, dass der Reliquienschrein der Heiligen Bernadette in das Bistum Speyer kommt. Während des Aufenthaltes des Schreines in Ludwigshafen-Oggersheim, Rheinzabern, Maria Rosenberg, in der Klinikkirche in Homburg und Speyer St. Magdalena besteht für alle Gläubigen im Bistum die Gelegenheit zur Verehrung der Reliquien und zur Mitfeier von Andachten und Messfeiern. Wir laden dazu schon jetzt herzlich ein und bitten darum, diese einmalige Gelegenheit in den Pfarreien bekannt zu machen“, sagt Domkapitular Franz Vogelgesang. Der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat in Speyer ist für die Organisation der Reise des Reliquienschreins durch das Bistum verantwortlich. Das genaue Programm wird zurzeit noch erarbeitet. Die Gestaltung liegt in Händen der Pfarreien vor Ort. Den Transport des Behältnisses im Bistum Speyer übernehmen die Malteser.

Der Heiligenlegende nach erschien im Jahr 1858 der damals 14-jährigen Bernadette Soubirous nahe der Stadt Lourdes insgesamt 18 Mal die Muttergottes. Sie forderte das Mädchen nicht nur auf, an dieser Stelle eine Kirche bauen zu lassen, sondern zeigte ihr auch den Weg zu einer Grotte mit einer Quelle. Diese Quelle wurde berühmt, nachdem ein blinder Mann sich die Augen mit dem Wasser daraus benetzt hatte und danach wieder sehen konnte. Dieses Wunder trug dazu bei, dass die Marienerscheinungen Bernadettes, die aus sehr armen Verhältnissen stammte und Zeit ihres Lebens kränklich war, anerkannt wurden. 1866 entschloss sich die junge Frau in das Kloster der Barmherzigen Schwestern in Nevers einzutreten, wo sie sich in der Krankenpflege engagierte. Im Alter von nur 35 Jahren starb Bernadette 1879. Am 8. Dezember 1933 sprach Papst Pius XI. die Seherin und Nonne heilig. Der südfranzösische Ort Lourdes entwickelte sich zu einem Marienheiligtum und zählt mit vier bis sechs Millionen Pilgern pro Jahr zu einem der größten Wallfahrtsorte weltweit.

Bistum Speyer

19.06.2018


Wallfahrten zum Annaberg beginnen am 26. Juni

Gottesdienst zur Eröffnung mit Weihbischof Otto Georgens

Burrweiler - Weihbischof Otto Georgens eröffnet am Dienstag, 26. Juni, die Reihe der diesjährigen Wallfahrten zum Annaberg bei Burrweiler. Der Wallfahrtsgottesdienst um 10 Uhr steht unter dem Thema: „Adam und Eva – Mensch, wo bist du“. Außerdem findet an diesem Tag die Ministrantenwallfahrt des Dekanates Landau zum Annaberg statt.

Die Annakapelle gehört zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten im Bistum Speyer. Zu den Wallfahrtstagen - jeweils dienstags von Juni bis August - kommen regelmäßig bis zu 1 000 Wallfahrerinnen und Wallfahrer mit ihren Anliegen zur Heiligen Mutter Anna.

In diesem Jahr widmen sich die Wallfahrten dem Thema „Gott begegnet“. So predigt unter anderem Regens Markus Magin aus Speyer am 3. Juli zu „Abraham und Sara – offen sein“ und Dekan Axel Brecht beim Wallfahrtstag des Dekanates Landau am 24. Juli über „Samuel – hören“. Der Frauenwallfahrtstag findet am 10. Juli statt und wird in diesem Jahr von dem Diözesanverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) vorbereitet und mitgestaltet. Am Sonntag, 29. Juli steht die traditionelle Wallfahrt der Oberschlesier auf dem Programm. Der Gottesdienst zum Abschluss der Wallfahrten am 21. August mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann steht unter dem Leitwort "Jesus Christus – Gott begegnen“. Gleichzeitig findet an diesem Tag eine Schülerwallfahrt zum Annaberg statt.

An jedem Wallfahrtstag werden um 6.30 Uhr und 8 Uhr weitere Heilige Messen in der Annakapelle gefeiert. Ab 8 Uhr kann man das Bußsakrament empfangen. Ebenfalls jeweils um 8 Uhr ist für den Kreuzweg zum Annaberg Treffpunkt an der Kirche Mariä Heimsuchung in Burrweiler. Ab 7.30 Uhr fahren an den Wallfahrtstagen Pendelbusse von Burrweiler aus zur Kapelle und zurück. Neu ist der Abfahrtsort der Busse, ein Startpunkt ist der PKW-Parkplatz „Pfarrgarten P1“, ein weiterer der PKW-Parkplatz „Festhalle P3“.

Überblick über die Wallfahrtstermine

1. Wallfahrtstag „Adam und Eva – Mensch, wo bist du?“
26. Juni, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Weihbischof Otto Georgens, Speyer.
Ministrantenwallfahrt des Dekanates Landau.

2. Wallfahrtstag „Abraham und Sara – offen sein“
3. Juli, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Regens Markus Magin, Speyer.

3. Wallfahrtstag „Jakob – ringen“
10. Juli, Frauenwallfahrtstag, vorbereitet von der KDFB, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Pfarrer i.R. Hermannjosef Mohr, Hördt, geistlicher Beirat im KDFB Diözesanverband Speyer; 8 Uhr Meditativer Bibelweg ab Friedhof Burrweiler mit der kfd Edesheim.

4. Wallfahrtstag „Mose – sehen“
17. Juli, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Domvikar Tobias Heil, Speyer.

5. Wallfahrtstag „Samuel – hören“
24. Juli, Wallfahrt des Dekanates Landau, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Dekan Axel Brecht; 8 Uhr Meditativer Bibelweg ab Friedhof Burrweiler mit den Gemeindereferenten Silke und Artur Kessler, Landau.

Wallfahrt der Oberschlesier
Sonntag, 29. Juli, 10.30 Uhr, Eucharistiefeier mit Abt Winfried Schwab, OSB, Abtei Neuburg bei Heidelberg und Studiendirektor i.R. Pfarrer Heinz-Georg Hensel, Bühl. 13.30 Uhr, feierliche Vesper und Prozession.

6. Wallfahrtstag „Salomo – bitten“
31. Juli, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Dekan Johannes Pioth, Pirmasens.

7. Wallfahrtstag „Elija – erkennen“
7. August, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Dekan Alban Meißner, Ludwigshafen.

8. Wallfahrtstag „Jeremia – bereit sein“
14. August, 10.30 Uhr, Wallfahrtsamt mit Wallfahrtspfarrer Matthias Pfeiffer, Edenkoben. Katechese: Gemeindereferent Christoph Sommer, Speyer. Vorbereitet vom Referat „Seelsorge für Menschen mit Behinderung der Diözese Speyer“, mitgestaltet von Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen.

9. Wallfahrtstag „Jesus Christus – Gott begegnen“
21. August, 10 Uhr, Wallfahrtsamt mit Diözesanbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Speyer. Segnung der Erntegaben; Schülerwallfahrt.

Weitere Informationen: www.annakapelle.de

Bistum Speyer

19.06.2018


Priesterseminar öffnet seine Türen zum „Tag der Architektur“

Veranstaltung im Rahmen von „Architektur bleibt!“ am 24. Juni

Speyer - Das Priesterseminar Sankt German (Am Germansberg 60) in Speyer öffnet am Sonntag, den 24. Juni, von 12 bis 16 Uhr seine Pforten, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in das Haus zu geben. Anlass ist der bundesweite Tag der Architektur unter dem Motto „Architektur bleibt!“. Wer mit dem Architekten oder Bauherrn des Seminars ins Gespräch kommen und mehr über Baukultur und Architektur erfahren will, ist herzlich zu einem Besuch eingeladen.

Parkmöglichkeiten für die Gäste befinden sich auf dem Parkplatz neben der Kirche des Seminars.

Bistum Speyer

19.06.2018


Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann weiht Christoph Herr zum Priester

Bischof stellt den Prophet Ezechiel in den Mittelpunkt seiner Predigt - „Die Barmherzigkeit Gottes übersteigt alle Denk- und Lehrsysteme“

Speyer - Im Speyerer Dom hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann heute Diakon Christoph Herr zum Priester geweiht. Zahlreiche Priester, Angehörige, Freunde, Weggefährten und Gläubige - darunter viele aus seiner Heimatpfarrei Seliger Paul Josef Nardini Germersheim - feierten das festliche Pontifikalamt mit.

„Wenn ein Kandidat sein ‚Adsum‘ (Hier bin ich) spricht und sich damit ganz in den Dienst Jesu Christi stellt, ist das für unser Bistum sehr wertvoll“, hob Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung hervor. In der Predigt nahm er Bezug auf den Primizspruch von Christoph Herr „Ich leistete dir den Eid und ging mit dir einen Bund ein – und du wurdest mein“ aus dem Buch Ezechiel. Der Prophet Ezechiel habe dem Volk Gottes in der Zeit der Krise beigestanden und es nahe bei Gott gehalten. Er habe die Wirkmächtigkeit Gottes bezeugt, als alle Sicherheiten verloren zu gehen schienen. Ezechiel habe Gottes Barmherzigkeit als Liebe zum Leben verkündet. Seine Barmherzigkeit übersteige „alle Denk- und Lehrsysteme“. Er gab dem Neupriester Christoph Herr den Wunsch mit auf den Weg, dass „das Glück dieser Liebe immer größer ist und tiefer geht als die Last der Ämter und die Krisen, die es zu bestehen gilt.“

Die Priesterweihe ist eine liturgische Handlung mir reicher Symbolik. Zunächst legte der Weihekandidat gegenüber dem Bischof sein Weihversprechen ab. Darin verspricht er unter anderem, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, die Sakramente gemäß der Überlieferung der Kirche zu feiern, den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen sowie Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern. Die Weihe selbst empfing er durch die Handauflegung und das Weihegebet. Nach dem Bischof legten auch alle anwenden Priester dem Neupriester die Hände auf und machten so seine Aufnahme in das Presbyterium des Bistums deutlich. Das Messgewand wurde Christoph Herr durch seinen Heimatpfarrer Dekan Jörg Rubeck überreicht. Der Bischof salbte seine Hände mit Chrisam, dem Öl, das auch in der Taufe und bei der Firmung verwendet wird. Auf das Überreichen von Brot und Wein folgte die Umarmung als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen des Mädchenchores und des Domchores unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Studium führte ihn nach Mainz, Belgien und München

Im Jahr 1990 geboren, wuchs Christoph Herr in Germersheim auf. Sein Abitur machte er am Nikolaus von Weis-Gymnasium in Speyer. Der Weg zum Priesterberuf war ihm nicht unbedingt vorgezeichnet. In Germersheim war er in der Katholischen Jungen Gemeinde engagiert, und die Erfahrungen, die er als Gruppenleiter sammeln konnte, werde er auch „in der Seelsorge gut gebrauchen können“, ist er sich sicher. Dem Zivildienst im Archiv eines Krankenhauses folgte das Theologiestudium in Mainz, das er ohne den Hintergrund Priesterberuf begann. Die lange Geschichte der Kirche, die großen Zusammenhänge interessierten ihn. Die Entscheidung zum Priesterberuf kam für den jungen Theologen aus der Überzeugung, „dass dieser Weg für mich stimmig ist, weil ich mein Leben immer mehr auf Christus ausrichte“, so Herr. Sein Studium absolvierte er nach Mainz in Leuven (Belgien) und in München. Danach folgten einige Monate Praktikum bei der deutschen katholischen Gemeinde in Bangkok und von 2016 bis 2018 der Pastoralkurs am Speyerer Priesterseminar und in der Praktikumspfarrei Bobenheim-Roxheim. 2017 wurde Herr in seiner Heimatpfarrei Germersheim zum Diakon geweiht. Hier wird er auch am Sonntag, 17. Juni, um 10 Uhr, in der Pfarrkirche St. Jakobus seine Primiz feiern. Primizprediger ist Pfarrer Karsten Geeck (Landau). Am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr feiert der Neupriester in der Kirche des Priesterseminars St. German in Speyer die Eucharistiefeier mit und erteilt anschließend den Primizsegen. Die Nachprimiz in seiner Praktikumspfarrei Bobenheim-Roxheim folgt am Sonntag, 24. Juni, 10 Uhr, in Roxheim (in der Kirche St. Magdalena).

Interview mit dem Neupriester Christoph Herr: https://www.berufe-der-kirche-speyer.de/2018/05/warum-ist-priester-werden-dein-weg-7/

Bistum Speyer

19.06.2018


Orgelzyklus Dom zu Speyer 2018

Orgelabend mit Salzburgs Domorganist Prof. Heribert Metzger am 23. Juni um 19:30 Uhr - Werke österreichischer Komponisten aus fünf Jahrhunderten

Prof. Heribert Metzger

Speyer - Das fünfte Konzert im Rahmen des diesjährigen „Orgelzyklus im Dom zu Speyer“ bestreitet am Samstag, den 23. Juni 2018, der aus der Mozart-Stadt Salzburg kommende Domorganist Prof. Heribert Metzger. Der um 19.30 Uhr beginnende Orgelabend trägt die Überschrift „Orgelmusik aus dem alten und dem gegenwärtigen Österreich“.

Der am Salzburger Mozarteum lehrende Orgelprofessor eröffnet das Konzert an der Chororgel mit Werken von Steffano Bernardi und Carl van der Hoeven. Danach erklingt die Hauptorgel zunächst mit der feierlichen Toccata septima von Georg Muffat. Es würde fast an musikalische Verleumdung grenzen, wenn der über insgesamt sieben Orgeln “gebietende” Salzburger Domorganist keine Musik von Wolfgang Amadeus Mozart in seinem Gepäck hätte. Somit erklingen aus der Feder des Wunderknaben „Ein Orgel Stück für eine Uhr“ sowie das Adagio in C für Glasharmonika. Weitere Werke von Felice Moretti und dem Orgeltitan Franz Schmidt führen hin zum großen Finale mit der Partita über „Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael“ von Johann Nepomuk David.

Heribert Metzger erhielt seine Ausbildung im Fach Orgel bei Alois Forer an der Musikhochschule in Wien; an den Universitäten Wien und Salzburg studierte er Musikwissenschaft und Kunstgeschichte und promo­vierte 1985 bei Walter Gerstenberg an der Universität Salzburg. Bei internationalen Orgelwettbewerben ausgezeichnet (insbesondere mit dem 1. Preis beim Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig 1972), übt Metzger eine rege Konzerttätigkeit aus, die ihn in viele Länder Europas, nach Kanada, nach Süd­korea und in das Sultanat Oman führte. Auch mit Rundfunk- und CD-Aufnahmen ist er an die Öffentlichkeit getreten. Seit 1975 lehrt Metzger am Mozarteum in Salzburg. 1988 wurde er mit einer Professur für Orgelliteratur und Orgelimprovisation am Mozarteum betraut. 2005 erfolgte seine Ernennung zum Domorganisten von Salzburg.

Bereits um 18.45 Uhr startet das von Domorganist Markus Eichenlaub und dem Journalisten Dr. Klaus Gaßner moderierte „Praeludium“ – ein 30-minütiges offenes Gespräch, in dessen Rahmen die Konzertbesucher Unterhaltsames und Informatives von und über den Interpreten des Orgelabends erfahren können. Treffpunkt ist das Chorpodest auf dem Königschor.

Der Eintritt zu dem Konzert beträgt 12 Euro (ermäßigt 5 Euro), Karten sind bei der Dom-Info, der Tourist-Information der Stadt Speyer, bundesweit bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen, sowie beim Rheinpfalz Ticket Service, Telefon 0631 3701-6618 erhältlich. Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr.

Bistum Speyer

15.06.2018


Bischöfe nehmen Weinzehnt in Empfang

Lieferung aus Kirrweiler kommt am 22. Juni nach Speyer – Zug mit der Pferdekutsche von der Stadthalle zum Dom

Speyer / Kirrweiler - Zum achten Mal in der Geschichte des vor gut 200 Jahren neugegründeten Bistums Speyer wird ein fürstbischöflicher „Weinzehnt" den Weg von Kirrweiler nach Speyer nehmen – zuerst mit Traktor und Anhänger, dann mit Pferden und Fuhrwerk. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens werden die Weinfuhre am Freitag, 22. Juni, gegen 15 Uhr vor dem Speyerer Dom in Empfang nehmen. Die Kutsche mit dem Wein wird begleitet von einer Delegation der Ortsgemeinde mit dem Kirrweiler Bürgermeister Rolf Metzger, Weinprinzessin Kerstin I. und Pfarrer Peter Nirmaier. Der Zug mit der Pferdekutsche wird von der Stadthalle über die Bahnhofstraße zum Altpörtel und dann über die Maximilianstraße zum Dom führen.

Der Weinort Kirrweiler an der Südlichen Weinstraße war zu Feudalzeiten Oberamt und Sommerresidenz der Fürstbischöfe des alten Bistums Speyer. Auf Anregung von Bürgermeister Metzger wurde 2011 - anlässlich des 950-jährigen Domweihjubiläums - an die alte Tradition des „Weinzehnts“ neu angeknüpft, bei der dem bischöflichen Landesherrn der „Zehnte“ des Weinertrages abgeliefert werden musste. Der Weinzehnt ist eine Naturalabgabe auf die Weinernte im bischöflichen Weinberg in der Kirrweilerer Gemarkung „in den Legeläckern“. In früheren Jahrhunderten wurde der Weinzehnt im fürstbischöflichen Zehntkeller in Kirrweiler entrichtet, dort ausgebaut und anschließend nach Speyer gebracht. Heutzutage bringen die Kirrweilerer den trinkfertigen Wein direkt zu den Bischöfen nach Speyer.

In diesem Jahr stammt der „Zehnt-Wein“, ein 2017er Grauburgunder Classic, welcher am 17.09.2017 mit dem Mostgewicht einer Spätlese gelesen wurde, aus dem Kirrweiler Weinhaus Ralph Anton. Die zweimal 146 Flaschen werden als Geschenk der Gemeinde Kirrweiler an die Speyerer Bischöfe übergeben.

Bistum Speyer

15.06.2018


Gottesdienste zur Fußball-WM in der Er-lebt Gemeinde

Landau - Die schönste Nebensache der Welt wird uns auch in diesem Jahr wieder voll in ihren Bann ziehen. Sie birgt aber auch eine Chance, uns mit einigen großen Fragen des Lebens zu beschäftigen. Zeit dazu ist in den Gottesdiensten zur Fußball-WM, die Sonntags zwischen dem 17. Juni und 15. Juli in der Er-lebt Gemeinde stattfinden.

Es wird ein spannender Fußballsommer in Landau, wenn viele die Weltmeisterschaft beim Public Viewing auf dem Messplatz miterleben. Als direkter Nachbar greift die Er-lebt Gemeinde das Thema Fußball-WM in ihren Gottesdiensten auf und unterstreicht damit ihre Verbundenheit mit dem kulturellen Angebot der Stadt.

Unter dem Thema „Die schönste (Neben)Sache der Welt“ widmet sich jeder Sonntag einem anderen Schwerpunkt. Am 17. Juni heißt es „You‘ll never walk alone“, am 24. Juni „Ins Training einsteigen“, am 1. Juli „Als Mannschaft spielen“, am 8. Juli „Im Strafraum agieren“ und am 15. Juli „Das finale vor Augen haben“. Pastor Philipp Bartholomä sagt zur neuen Predigtreihe: „Wir wollen das weltweite Großereignis nutzen um uns mit den großen Fragen des Lebens zu beschäftigen: Wer ist wirklich an unserer Seite, wenn es drauf ankommt? Für welche Ziele „trainieren“ wir? Nach welchen Regeln spielen und leben wir eigentlich?“ Als besonderes Highlight gibt es in jedem Gottesdienst ein Kurzinterview mit Profifußballer Leandro Grech, der auch einmal live dabei sein wird.

Die Gottesdienste der Er-lebt Gemeinde finden jeden Sonntag im erlebt Forum in der Marie-Curie-Straße 3 in Landau statt. Weitere Informationen zu den Gottesdiensten und der Er-lebt Gemeinde erhalten Sie unter www.er-lebt.de.

Er-lebt Gemeinde Landau
Christian Bohr
Öffentlichkeitsarbeit
Marie-Curie-Straße 3
76829 Landau in der Pfalz
Telefon: 06341 - 96 88 30
E-Mail: christian.bohr@er-lebt.de
www.er-lebt.de
www.facebook.com/er.lebt

Er-lebt Gemeinde Landau

15.06.2018


Passantenseelsorge „Licht.punkt“ in Ludwigshafen schließt im Januar 2019

Standort am S-Bahn-Haltepunkt Ludwigshafen-Mitte wenig attraktiv – Ehrenamtliche wollen als Gruppe zusammenbleiben und ihr Engagement fortsetzen

Ludwigshafen - Das Angebot „Licht.punkt“ am S-Bahn-Haltepunkt Ludwigshafen-Mitte schließt im Januar 2019. Das Bistum Speyer zieht damit die Konsequenz aus den zuletzt stark rückläufigen Besucherzahlen. „Das Geschäftsleben und die Besucherströme haben sich aus der Innenstadt zunehmend in die großen Einkaufszentren verlagert. Speziell das Gebiet um die Walzmühle ist heute deutlich schwächer frequentiert als noch vor einigen Jahren“, erklärt Joachim Lauer, der Leiter des „Licht.punkts“.

Das Bischöfliche Ordinariat, das Träger des „Licht.punkts“ in Ludwigshafen ist, hat in den vergangenen Monaten intensiv nach einem alternativen Standort gesucht. Doch leider blieb die Suche erfolglos, auch weil die Umbaukosten an einem alternativen Standort den finanziellen Rahmen gesprengt hätten. „Schweren Herzens müssen wir der Realität ins Auge sehen und feststellen, dass die Weiterführung der Passantenseelsorge am jetzigen Standort wenig sinnvoll ist und sich trotz intensiver Suche keine andere Perspektive aufgetan hat“, erklärt Dr. Thomas Kiefer, der Leiter der Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“ des Bischöflichen Ordinariats.

Der Entscheidung waren eingehende Beratungen mit den im „Licht.punkt“ ehrenamtlich Engagierten vorausgegangen. „Bei einer ehrlichen Bestandsaufnahme im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam erkannt, dass es am jetzigen Standort immer seltener gelingt, Passanten zum Verweilen zu animieren“, berichtet Thomas Kiefer. Gleichzeitig habe man einen steigenden Anteil von Personen in sozialen Problemlagen festgestellt. „Das hatte uns auf die Idee gebracht, an einem neuen Standort stärker mit der Gemeinde St. Ludwig und dem örtlichen Caritas-Zentrum zu kooperieren. Nachdem nun klar ist, dass es kein Nachfolgeprojekt für den Licht.punkt geben wird, aber die Caritas weiterhin an einer Kooperation mit den Ehrenamtlichen sehr interessiert ist, gibt es ein konkretes Gesprächs- und Begleitungsangebot vonseiten des Caritas-Zentrums. Ziel ist es, zusammen mit den Ehrenamtlichen auszuloten, wo sie ihre Kompetenzen für die Menschen von Ludwigshafen einbringen können.“ Die Ehrenamtlichen haben den Wunsch, als Gruppe zusammenzubleiben und ihr Engagement fortzusetzen, berichtet Joachim Lauer.

Der „Licht.punkt“ als Angebot der Passantenseelsorge war im Jahr 2003 vom Bistum Speyer ins Leben gerufen worden. Mit dem Projekt verband sich die Idee, im Gedränge des Alltags zwischen S-Bahnhof und Ladengeschäften Menschen dazu einzuladen, kurz Ruhe zu tanken, eine Kerze anzuzünden oder miteinander ins Gespräch zu kommen. Neben einer schlichten Kapelle im Brückenpfeiler des S-Bahnhaltepunkts bietet ein Glaskubus im Bahnhof Raum für Begegnungen mit Menschen gleich welcher Religion und sozialer oder kultureller Zugehörigkeit.

„Immer wieder durften wir erleben, dass eine kurze Auszeit vom Alltag oder das Gespräch tatsächlich zum Lichtpunkt für Menschen wurde, zum Beispiel im Teilen von Freuden und Sorgen oder im stillen Gebet“, erinnert sich Joachim Lauer an viele eindrückliche Erlebnisse und Begegnungen in den vergangenen Jahren. Besondere Aktionen zum Beispiel im Advent oder in der Fastenzeit, Kunstausstellungen oder zuletzt die Mitmachaktion „Before I Die“ im Rahmen des ökumenischen Projektes „Auf Leben und Tod“ regten die Besucher dazu an, im städtischen Trubel einen Moment innezuhalten und neue Inspiration für ihr Leben zu gewinnen. Auch aus Sicht des Bischöflichen Ordinariats fällt die Bilanz nach 15 Jahren Passantenseelsorge in Ludwigshafen positiv aus. „Wir konnten viele wertvolle Erfahrungen sammeln, wie man den christlichen Glauben auf kreative und unerwartete Weise in die alltägliche Lebenswelt der Menschen hineintragen kann“, lautet das Resümee von Abteilungsleiter Thomas Kiefer.

Weitere Informationen: https://www.bistum-speyer.de/seelsorge-und-spiritualitaet/passantenseelsorge/

https://www.kath-dekanat-lu.de/seelsorgeeinrichtungen/lichtpunkt-passantenseelsorge/

Bistum Speyer

13.06.2018


Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen zu Gast in Speyer

Konzert in der Reihe „Cantate Domino“ am 16. Juni im Dom

Die Regensburger Domspatzen

Speyer - Einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt, die Regensburger Domspatzen sind am kommenden Wochenende zu Gast in Speyer. In einem Konzert der Reihe „Cantate Domino“ unter dem Titel „Cantate – Jubilate – Exultate“ singt einer der drei Konzertchöre am Samstag, dem 16. Juni um 18 Uhr im Dom zu Speyer.

Chorleiter Karl-Heinz Liebl, der seit 1981 als Chorleiter bei den Regensburger Domspatzen tätig ist, hat u. a. Psalmvertonungen von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Gabriel Fauré, Otto Olsson, Knut Nystedt, Felix Mendelssohn Bartholdy und John Rutter ausgewählt. A cappella Werke stehen im Wechsel mit orgel- und klavierbegleiteten Werken. Ergänzt wird das Programm durch zwei Orgelwerke aus der 2. Orgelsymphonie von Louis Vierne, gespielt von Chormitglied Christoph Preiß.

Der Eintritt zu dem Konzert ist frei; am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

Neben dem Konzert am Samstag stehen der Besuch der Stadt Speyer sowie der Austausch mit den Speyerer Domsingknaben auf dem Programm des reiseerfahrenen Knabenchores. So werden Regensburger Domspatzen und Speyerer Domsingknaben am Sonntag, dem 17. Juni, gemeinsam um 10 Uhr das Kapitelsamt im Dom gestalten.

Bistum Speyer

12.06.2018


Pontifikalamt  in der Marienpfalz in Herxheim

Festgottesdienst zum 50. Weihejubiläum mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 17. Juni

Herxheim - Anlässlich des 50. Jubiläums des Bestehens der Marienpfalz in Herxheim und der Einweihung des dortigen Schönstatt-Heiligtums feiert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Sonntag, 17. Juni, einen festlichen Gottesdienst in der Wallfahrts- und Bildungsstätte. Die Messe beginnt um 10.30 Uhr. Anschließend sind alle Gäste zu einem Begegnungsfest eingeladen. Der Tag steht unter dem Motto „Quelle der Freude“.

Der Grundstein für das Kapellchen des Schönstattzentrums Marienpfalz wurde am 24. September 1967 gelegt. Schon vorher gab es Beziehungen aus der Pfalz zu dem Marien-Wallfahrtsort Schönstatt, einem Stadtteil von Vallendar bei Koblenz und es gab Bestrebungen, auch im Bistum Speyer ein Schönstatt-Heiligtum zu errichten. 1964 fiel die Entscheidung für Herxheim. 1966 segnete Schönstatt-Gründer Pater Kentenich den Bildstock für Herxheim. Sein Grußwort für den Tag der Grundsteinlegung sprach er auf ein Tonband, da er selbst – wie auch bei der Einweihung am 16. Juni 1968 - nicht anwesend sein konnte. Das Tonband wird noch heute in Herxheim in Ehren gehalten.

„Es gibt Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien, Wallfahrer, Männer und Frauen mit unterschiedlichen Themenstellungen“, erläutert Schönstatt-Schwester M. Charissa das Programm des Hauses. Dazu zählen Besinnungstage, Seminare, das mehrmals im Jahr stattfindende Frauenfrühstück oder Gesprächskreise für Trauernde. Auch viele Pfarreien und Gemeindegruppen aus der Region nutzten das Zentrum als Tagungshaus. Die Kapelle sei für viele Menschen ein Ort der Stille und des Gebetes. „Viele Menschen, die bei uns übernachten oder an einer Tagesveranstaltung teilnehmen bringen zum Ausdruck, dass sie sich hier wohlfühlen und eine ganz besondere Atmosphäre vorfinden“, so Schwester M. Charissa. In dem Zentrum leben und arbeiten zwei Schönstatter Marienschwestern, die von einigen Angestellten und einer Reihe von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt werden.

Weitere Informationen zum Schönstattzentrum Marienpfalz: www.marienpfalz.de

Bistum Speyer

12.06.2018


„Ich habe mich entschlossen, den Dom malen zu lassen“

Beschluss zur Ausmalung des Doms vor 175 Jahren

Domausmalung des 19. Jahrhunderts

Speyer - Am 13. Juni 1843 fasste König Ludwig von Bayern den Beschluss, den Speyerer Dom ausmalen zu lassen. Am Morgen dieses Tages hatte König Ludwig I. den Dom besucht und sich einige Zeit dort aufgehalten. Als er die Kathedrale gegen Mittag verließ, sagte er zu Bischof und Domkapitel, die ihn vor der Tür erwarteten: „Ich habe mich entschlossen, den Dom malen zu lassen.“ Motiviert war diese Entscheidung des Königs zum einen durch das Bedürfnis, den Dom neu zu gestalten und zu verschönern. Zum anderen wollte der Monarch durch die Schaffung vorbildlicher Kunst auf die ästhetische und religiöse Erziehung seines Volkes Einfluss nehmen.

Szenen auf dem Leben wichtiger Heiliger

Den Auftrag zur Ausmalung des Speyerer Doms erhielt Johann Baptist Schraudolph. Die Ausarbeitung des ikonographischen Programms der Fresken war vor allem das Werk des damaligen Speyerer Bischofs Nikolaus von Weis. Man einigte sich auf einen großen Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben Mariens, der Hauptpatronin des Doms, und zwei kleinere Bildfolgen mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Stephanus und des Heiligen Bernhard von Clairvaux.

Ausmalung des Doms über sieben Jahre

Die Ausmalung begann am 8. Juni 1846 mit der Darstellung Gottes des Vaters an die Apsis angrenzenden Gewölbe und wurde beendet am 9. Juli 1853 mit dem Bild der Vertreibung aus dem Paradies. Neben den bildlichen Szenen wurden alle Wand und Deckenflächen des Doms mit Ornamenten verziert. In der letzten Phase der Ausmalung wurden auch neue Altäre im Dom errichtet. Vom 15. bis 17. November 1853 fand die Weihe der neuen Altäre statt. Zum Abschluss der dreitägigen Feier waren auch (der emeritierte) König Ludwig I. und (der regierende) König Maximilian II. anwesend. Die Freskenausstattung des Doms zählte zu den bedeutendsten Ausmalungen eines Kircheninneren im 19. Jahrhundert.

Entfernung der Fresken im 20. Jahrhundert

Virtuelle Rekonstruktion der Domausmalung

Nachdem die Ausmalung anfänglich viele Bewunderer fand, mehrten sich mit der Zeit kritische Stimmen. So kam es, dass 1957 im Zuge der großen Domrestaurierung nahezu alle Fresken aus dem Dom entfernt wurden. An Ort und Stelle beließ man lediglich den sogenannten Marienzyklus an den Wänden des Mittelschiffs. Ein weiterer Teil der Ausmalung wurde gerettet und ist seit 2012 in einer Präsentation im Kaisersaal über der Vorhalle des Doms zu sehen. Der Großteil der Fresken, insbesondere kleinere Figuren und Ornamente, wurden mitsamt des Putzes von den Wänden geschlagen und damit zerstört.

Text: Friederike Walter Foto: (1) Dr. Franz Pelgen, Niederolm ; (2) Historisches Museum der Pfalz / ArchimediX

12.06.2018


Deutscher Orgeltag findet am 9. September statt

Überall in Deutschland werden Orgeln erklingen und erklärt werden - Orgelbau und Orgelmusik sind immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Speyer - Am 9. September findet in Deutschland erneut der „Deutsche Orgeltag“ statt. In Kirchen, Konzertsälen, Orgelbauwerkstätten und Privathäusern überall in Deutschland werden Pfeifenorgeln erklingen und erklärt werden. „Die Pfeifenorgel wird auch Königin der Musikinstrumente genannt und ist das aufwändigste, größte, teuerste und faszinierendste Instrument“, erklärt Christoph Keggenhoff, der Vorsitzende der „Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands“ (VOD), die den Tag ins Leben gerufen hat und bereits zum achten Mal veranstaltet. „Unsere Freude über die UNESCO-Kulturerbe Auszeichnung ist groß. Daher hoffen wir in diesem Jahr auf besonders viele Veranstaltungen“, lädt Keggenhoff Organisten, Orgelbauer und alle Interessierten zur Teilnahme am Deutschen Orgeltag ein.

„Viele Menschen wissen gar nicht, wie eine Orgel funktioniert und was man alles mit ihr machen kann“, erläutert Keggenhoff. Darum werden Organisten, Orgelbauer, Kirchengemeinden und Orgelfreunde gesucht, die an diesem Tag eine Veranstaltung zum Thema Pfeifenorgel organisieren und durchführen. „In den Vorjahren gab es bereits eine große Bandbreite an Ideen, so dass der Fantasie wohl keine Grenzen gesetzt sind.“ Es wurden Konzerte für Kinder, Orgelwanderungen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus, Werkstattbesichtigungen, Orgelerklärungen, Orgeln zum selber spielen und vieles andere mehr angeboten.

Nähere Informationen finden sich auf einer eigenen Internetseite zum Deutschen Orgeltag, wo alle Veranstaltungen eingetragen werden sollen. Da am 14. September in Berlin die UNESCO-Urkunde überreicht wird, wird der Orgeltag in diesem Jahr in die Woche nach dem 9.9. ausgedehnt. Bei Veranstaltungen wird um eine exakte Datumsangabe gebeten.

Weitere Informationen: www.orgeltag.de

Bistum Speyer

12.06.2018


Einblick in neue und überraschende Formen von Kirche

Kath und Pete Atkins berichten in Speyer über „Fresh Expression of Church“ – Kontakt entstand bei Kundschafterreise des Bistums

Speyer - Wie können Menschen zum Glauben finden? Wie sieht eine erfolgreiche Mission aus? Großbritannien hat auf diese Fragen eine erstaunliche Antwort gefunden und schon viele andere Länder angesteckt. Die Bewegung nennt sich „Fresh Expression of Church“. Sie hat neue, überraschende Formen von Kirche geschaffen und viele neue Christen gewonnen. Was sich genau hinter der Bewegung verbirgt und wie die Mitglieder ihren Glauben im Alltag leben, berichteten die Briten Kath und Pete Atkins am Samstag, 9. Juni, bei einem Kaffeekränzchen in Speyer.

Wenn man Nicht-Christen in die Kirche einlade, kommen sie nicht, sprach Pete Atkins aus, was viele wissen. Und seine Frau Kath ergänzte: „Für viele Menschen ist ein Kirchenbesuch wie eine Reise in ein fremdes Land. Das vergessen wir oft.“ Deshalb verfolgt Fresh Expressions einen anderen Weg. „Wir gehen zu den Menschen hin und bleiben dort“, sagt Pete Atkins. Mehr noch. Nicht die Mission formt die neue Gemeinschaft, sondern die Menschen selbst bestimmen, wie ihre Kirche aussehen soll - ein wichtiger Punkt, wie er betonte. Im Übrigen lebten in der westlichen Gesellschaft Menschen vieler Nationen und mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zusammen. Da sei es schwierig, alle in einer Kirche zusammenzubringen.

Innerhalb von Fresh Expressions begegnen sich alle auf Augenhöhe. Gemeinsam beten sie, lobpreisen den Herrn, feiern Abendmahl, lesen die Bibel, unterstützen sich und andere. Neben regelmäßigen Zusammenkünften im Haus der Atkins, bei denen der Glauben im Mittelpunkt steht, lädt die Gemeinde zum gemeinsamen Essen ein. Auch öffentliche Aktionen im Ort stehen auf dem Programm, unter anderem eine turbulente Suche nach dem Jesuskind samt Esel und Pub-Durchquerung, an der sich mehr als 100 Menschen beteiligen und Spaß haben.

„Das Kirchenverständnis hat sich in England grundlegend geändert“, stellte Felix Goldinger fest. Er ist Referent für missionarische Pastoral im Bistum und hatte gemeinsam mit Pfarrerin Stefanie Schlenczek vom Missionarisch-Ökumenischen Dienst der Landeskirche zu dem Treffen mit den Briten eingeladen. Gekommen waren zehn Neugierige, die meist ehrenamtlich in den Kirchen engagiert sind. Die Runde staunte, als die Atkins von 3500 bis 4000 neuen christlichen Gemeinschaften in England sprachen, die durch die noch junge Fresh-Expressions-Bewegung entstanden.

Die Fresh-Expressions-Bewegung begann 2004 und wird von sechs Partnern getragen: der Kirche von England, der Kirche von Schottland, den Baptisten, Methodisten, der Reformierten Kirche und der Heilsarmee. Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Atkins mehrfach betonten: Die neuen Formen ersetzen nicht die traditionellen, sondern stehen gleichberechtigt daneben. Traditionelle Kirche werde nicht abgewertet und es gehe nicht um eine Diskussion über das einzig Wahre. Pete Atkins: „Wir arbeiten eng mit traditionellen Kirchen zusammen. Wir lieben die ganze Kirche.“ Die Zusammenarbeit über die Konfessionsgrenzen hinweg sowie zwischen Alt und Neu bezeichnete er als Schlüsselelement.

Die Speyerer hatten Kath und Pete Atkins letztes Jahr bei einer Kundschafterreise des Bistums Speyer kennengelernt. Unter der Gesandtschaft befand sich auch der damalige Generalvikar Franz Jung. Weil Kath und Pete Atkins seine Bischofsweihe in Würzburg miterleben wollten, reisten sie nach Deutschland und machten gerne einen Abstecher nach Speyer, um über ihr Engagement zu sprechen.

Beide gründeten vor 22 Jahren eine eigene freikirchliche Gemeinschaft in einem kleinen Ort in Mittelengland – das geschah noch vor dem Start der Fresh-Expressions-Bewegung. Dass sich neue Strömungen in der Kirche entwickeln, ist in England nicht ungewöhnlich, erläuterte Pete Atkins. Er und seine Frau wurden von ihren Familien stark christlich geprägt, sind aber keine ausgebildeten Theologen und hatten zuvor keine Position in der Kirche. Für das Fresh-Expressions-Netzwerk bietet das Paar nun Ausbildungskurse an.

Felix Goldinger ist von Fresh Expressions begeistert: „Das wollen wir hier auch starten!“ In Deutschland würden einzelne Landeskirchen und Bistümer gerade erste Erfahrungen mit diesem neuen Weg sammeln, sagte er. Auch das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz ziehen an einem Strang und bieten Stammtische für Entdecker*innen an, die auf der Suche nach neuen missionarischen Formen von Gemeinde sind.

Ob Fresh Expressions auch hier möglich seien, fragte Pete Atkins, der wie seine Frau englisch sprachen, was dank Johanna Greenslade ins Deutsche übersetzt wurde. Eine Teilnehmerin zeigte sich skeptisch. „Ja, schon“, überlegte sie, „aber die Strukturen behindern uns.“ Es müsse anders gedacht werden, fügte Felix Goldinger hinzu. „Das ist die große Herausforderung.“

Mehr über Fresh Expressions in Deutschland unter www.freshexpressions.de

Hinweis: Ein nächster Stammtisch für Entdecker*innen findet am Dienstag, 19. Juni, in Neustadt satt. Weitere Termine: 13. August, Kaiserslautern; 6. November, Homburg. Mehr Infos dazu unter www.schon-jetzt.de

Text und Foto: Yvette Wagner

12.06.2018


Viele „Speyerer“ bei Bischofsweihe in Würzburg

Bischof Dr. Wiesemann und Speyerer Domkapitel übergeben Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini und Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs Ernst Gutting

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (links), Domdekan Dr. Christoph Kohl und Domkapitular Peter Schappert (leicht verdeckt) übergeben den Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs an Dr. Franz Jung (rechts).

Würzburg - Als am Sonntag im voll besetzen Kiliansdom in Würzburg der langjährige Speyerer Generalvikar Dr. Franz Jung zum Bischof geweiht wurde, waren unter den Mitfeiernden auch rund 200 Gläubige und Weggefährten aus dem Bistum Speyer. Neben Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der am Weihegottesdienst als Mitkonsekrator mitwirkte, Weihbischof Otto Georgens und den Mitgliedern des Speyerer Domkapitels waren auch viele Priester, Angehörige, Freunde und Mitarbeitende nach Würzburg gereist, um Dr. Franz Jung bei der Einführung in sein neues Amt als 89. Bischof des Bistums Würzburg persönlich zu begleiten.

„Wir lassen Dr. Franz Jung mit einem weinenden und einem lachenden Auge ziehen“, schrieb der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Abschiedswort für das Würzburger katholische Sonntagsblatt. „Weinend, da wir ihn, mit seinen vielen von Gott geschenkten Talenten, gehen lassen müssen, und lachend, weil wir wissen, dass er gerade aufgrund dieser Fähigkeiten von Gott in das Amt des Bischofs von Würzburg berufen wurde.“ Er wünsche ihm für seine neue Aufgabe Gottes reichen Segen: „Fest verankert in Gott und im fränkischen Boden und gestützt durch viele Gebete kann das Wirken von Dr. Franz Jung, so meine tiefe Überzeugung, fruchtbar für die Diözese Würzburg werden.“ Bei einem Empfang im Würzburger Burkardushaus überreichten Bischof Wiesemann und das Speyerer Domkapitel an Franz Jung eine Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini und den Bischofsstab des verstorbenen Speyerer Weihbischofs Ernst Gutting als Ausdruck der Verbundenheit.

Speyerer Stimmen zur Bischofsweihe in Würzburg

Der neue Bischof von Würzburg, Dr Franz Jung

Zu den Mitfeiernden im Kiliansdom zählten auch zahlreiche Mitglieder des Ordens der Ritter zum Heiligen Grab von Jerusalem, dem auch Dr. Franz Jung angehört. „Seine geistlichen Beiträge haben uns immer sehr beeindruckt“, berichtet Dr. Wolfgang Simon von der Komturei Speyer-Kaiserslautern. „Er vereint auf glückliche Weise die Fähigkeit zur Leitung und Organisation mit einer weiten theologischen und geschichtlichen Bildung und einer tiefen Spiritualität.“ Für Bettina Steiger, Mitarbeiterin des Domkapitels, war die Mitfeier des Weihegottesdienstes ein „einmaliges Erlebnis“. Sie hat sich zur Fahrt nach Würzburg entschieden, da sie es wichtig findet, dass an diesem besonderen Tag auch die ehemalige Dienstgemeinschaft des Bistums Speyer dabei ist. Pfarrer Ralf Feix, zuständig für die Berufungspastoral und die Ministrantenseelsorge im Bistum Speyer, versteht seine Teilnahme an der Bischofsweihe als Ausdruck der Dankbarkeit, der Wertschätzung und des Respekts. „Das Berufen-Werden in das Amt des Bischofs ist eine besondere Form der Berufung.“ Franz Jung habe aus seiner Sicht das geistliche Leben immer an erste Stelle gesetzt und dem Bistum Speyer zugleich mit hoher Sachkompetenz gedient.

Christine Lambrich, Dozentin für Pastoraltheologie am Speyerer Priesterseminar, hat die liturgische Gestaltung des Gottesdienstes als sehr stimmig und passend auf die Person von Franz Jung hin empfunden. „Wir sind in den vergangenen Jahren viele Wege miteinander gegangen. Zum Abschiednehmen in Wertschätzung und Dankbarkeit gehört für mich auch, dass ich heute in Würzburg dabei bin.“ Als besonders bewegend hat sie empfunden, dass beim Weihgebet das Evangelienbuch über den Kopf des Kandidaten gehalten wurde. „Es bringt für mich das Behütetsein durch das Evangelium zum Ausdruck.“ Ähnlich hat es Pastor Dr. Jochen Wagner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest, erlebt: „Das Evangelium über dem Kopf verdeutlicht Schatz und Schutz der Botschaft Jesu.“ Die ökumenische Verständigung vollzieht sich nach seiner Erfahrung nicht nur in schriftlichen Dokumenten und Gesprächen, sondern auch im Mitfeiern der Liturgie der jeweils anderen Konfessionen. „Diese Eindrücke eröffnen einen besonderen Zugang und eine neue Welt.“

Bistum Speyer

12.06.2018


Offizielle Beauftragung für den Religionsunterricht

31 Frauen und Männer erhalten im Bistum Speyer die Missio Canonica - Fach Religion eine Herzensangelegenheit

31 Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus dem Bistum Speyer haben am Freitag die Missio Canonica erhalten

Speyer - 31 Frauen und Männer haben am Freitag in Speyer die offizielle kirchliche Beauftragung (Missio canonica) zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichts im Bistum erhalten. In Gesprächen wird deutlich: Für diese Lehrerinnen und Lehrer ist das Fach Religion eine Herzensangelegenheit. Sie schätzen es, Kindern und Jugendlichen Werte zu vermitteln, mit ihnen über religiöse Fragen zu diskutieren und zu der persönlichen Entwicklung der Mädchen und Jungen beizutragen.

„Religionsunterricht bietet eine gute Basis für Wertevermittlung“, meint Simone Müller-Bleh. Die 46-Jährige unterrichtet an der Südschule im saarländischen St. Ingbert Grundschüler. Das Fach Religion lehre Hilfsbereitschaft, Teilen, Verantwortung zu übernehmen und es könne dazu beitragen, dass sich die Kinder von Gott getragen fühlen. Es biete außerdem Spielraum, über Erlebnisse und Erfahrungen der Kinder nachzudenken, benennt sie weitere Besonderheiten.

Stefan Moos drückt seine Begeisterung für das Fach so aus: „Ich denke, Religionsunterricht unterscheidet sich von anderen Fächer, weil er lebt.“ Der 27-Jährige arbeitet an der Friedrich-Schiller-Realschule plus in Frankenthal und sieht das Lebendige in den vielen Gesprächen. Die drehen sich um Probleme und Nöte der Schüler bis hin zu kritischen Nachfragen zu Kirche und Glauben. Damit lernten Schüler zu diskutieren, sich eine Meinung zu bilden und ethische Wertebilder zu schaffen und eigneten sich nicht nur reines Faktenwissen an.

Für Judith Moos ist das Fach Religion nicht nur spannend, sondern auch Grundlage unserer Kultur. Viele Schüler wüssten nicht, warum wir Feste im Jahreskreis feiern, hat die 30-Jährige beobachtet, die am Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler tätig ist. So vermittelt sie im Religionsunterricht auch Hintergrundwissen. Das Fach sei auch wichtig, um sich mit Religion auseinanderzusetzen und Berührungspunkte mit Kirche zu schaffen – zumal in den meisten Elternhäusern keine Religion mehr vermittelt werde. Beim Abitur verfügten die jungen Frauen und Männer über den „Höhepunkt ihres religiösen Wissens“, falls sie sich nicht in diese Richtung weiterbewegen, macht Judith Moos deutlich.

In die Richtung weiterbewegt hat sich Isabel Lehmann. Als Schülerin begeisterte sie der Religionsunterricht so sehr, dass sie sich für ein Lehramtsstudium mit den Fächern Geschichte und Theologie entschied. Heute arbeitet die 30-Jährige an der berufsbildenden Anna-Freud-Schule, wo unter anderem Erzieher ausgebildet werden. Ihnen gibt sie zum Beispiel mit, wie sie später in ihrem Beruf religiöse Aktivitäten umsetzen können.

Mit 31 Pädagogen haben dieses Mal vergleichsweise wenige die Missio canonica erhalten. Sonst seien es 50 bis 60, erläutert Birgitta Greif, Studiendirektorin im Kirchendienst und im Bischöflichen Ordinariat zuständig für die Ausbildung von Religionslehrern. Hinter der geringen Zahl in diesem Jahr stecke kein mangelndes Interesse, versichert sie. Grund sei das Ausbildungsende im Studienseminar, das dieses Mal hinter der Missio-Überreichung liege.

Gut die Hälfte der diesjährigen Missio-Kandidaten ist an Grundschulen tätig, jeweils ein Viertel an Realschulen und Gymnasien, vereinzelte an Förder- und berufsbildenden Schulen. Vier aus dem Kreis sind Religionslehrer im Kirchendienst, das bedeutet, sie sind bei der Diözese angestellt, unterrichten aber an staatlichen Schulen.

Die Missio-Kandidaten verbrachten einen ganzen Tag in Speyer. Nach der Begrüßung stand eine Domführung auf dem Programm, anschließend das gemeinsame Mittagessen. Dann gaben sich Gratulanten ein Stelldichein, darunter Fachleiter aus den Studienseminaren, Vertreter der Lehrerverbände, der Schulabteilung im Bischöflichen Ordinariat und der staatlichen Schulaufsicht.

Gemeinsam mit ihren Angehörigen und Freunden feierten die 31 Lehrer in der Kirche des Priesterseminars Gottesdienst, den Domdekan Christoph Kohl zelebrierte. Nachdem sie das Glaubensbekenntnis abgelegt hatten, erhielten sie die Missio canonica. Nach dem Gottesdienst klang der Tag bei Wein und Brezeln aus.

Text und Foto: Yvette Wagner

12.06.2018

 

Priesterweihe im Dom zu Speyer

Christoph Herr: Ein für mich stimmiger Weg

Speyer / Dom / Priesterseminars St. German / Bobenheim-Roxheim "St. Magdalena" - Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann spendet am Samstag, 16. Juni, dem Diakon Christoph Herr im Dom zu Speyer die Priesterweihe. Der feierliche Weihegottesdienst beginnt um 9 Uhr.

Herr ist der einzige Neupriester im Bistum Speyer in diesem Jahr. Aber „Einzelkämpfer“ war er auch während der praktischen Ausbildung im Speyerer Priesterseminar nicht. Zu seinem Ausbildungskurs gehören zwei zukünftige Pastoralreferenten, mit denen er sich bestens versteht – „eine ganz und gar positive Erfahrung“, wie er feststellt. Das gelte auch für die gemeinsamen Ausbildungsteile mit den anderen Diözesen der Kirchenprovinz Bamberg.

Im Jahr 1990 geboren, wuchs Christoph Herr in Germersheim auf. Sein Abitur machte er am Nikolaus von Weis-Gymnasium in Speyer. Der Weg zum Priesterberuf war ihm nicht unbedingt vorgezeichnet. In Germersheim war er in der Katholischen Jungen Gemeinde engagiert, und die Erfahrungen, die er als Gruppenleiter sammeln konnte, werde er auch „in der Seelsorge gut gebrauchen können“, ist er sich sicher. Dem Zivildienst im Archiv eines Krankenhauses folgte das Theologiestudium in Mainz, das er ohne den Hintergrund Priesterberuf begann. Die lange Geschichte der Kirche, die großen Zusammenhänge interessierten ihn. Er bekennt im Gespräch offen, dass es in dieser Zeit bei ihm eine gewisse Distanz zur Kirche gab. „Sie konnte mir nur noch wenig geben.“ Das änderte sich in der Berührung mit der  alten lateinischen Liturgie und sich daraus ergebenden Begegnungen mit Priestern dieser Haltung. Die alte Liturgie sei „keine alleinige Heilsbringerin“, stellt Christoph Herr klar, aber für ihn sei sie eine Ergänzung zu seinem geistlichen Leben, die er nicht missen möchte.

Der Dom zu Speyer - Foto: Speyer 24/7 News, dak

Die Entscheidung zum Priesterberuf kam für den jungen Theologen nicht aus einem Berufungserlebnis, sondern aus der Überzeugung, „dass dieser Weg für mich stimmig ist,  weil ich mein Leben immer mehr auf Christus ausrichte“, so Herr. Sein Studium absolvierte er nach Mainz in Leuven (Belgien) und in München. Danach folgten einige Monate Praktikum bei der deutschen katholischen Gemeinde in Bangkok und von 2016 bis 2018 der Pastoralkurs am Speyerer Priesterseminar und in der Praktikumspfarrei Bobenheim-Roxheim. 2017 wurde Herr in seiner Heimatpfarrei Germersheim zum Diakon geweiht. Hier wird er auch am Sonntag, 17. Juni, um 10 Uhr, in der Pfarrkirche St. Jakobus seine Primiz feiern. Primizprediger ist Pfarrer Karsten Geeck (Landau).

Am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr feiert der Neupriester in der Kirche des Priesterseminars St. German in Speyer die Eucharistiefeier mit und erteilt anschließend den Primizsegen. Die Nachprimiz in seiner Praktikumspfarrei Bobenheim-Roxheim folgt am Sonntag, 24. Juni, 10 Uhr, in Roxheim (in der Kirche St. Magdalena).

Text: Norbert Rönn Foto: Klaus Landry

08.06.2018


Domjubiläum Worms

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Wormser Dom ist Kulturdenkmal und weltoffener Ort der Begegnung

Worms / Dom / Mainz - „Dem Wormser Dom wünsche ich, dass er ein weltoffener Ort der Begegnung bleibt und noch vielen Generationen einen sicheren Raum bieten kann, in dem Menschen unabhängig von ihrer Herkunft Ruhe, Kraft und Besinnung finden können. Allen Besuchern und Besucherinnen wünsche ich ein unvergessliches Jubiläumsjahr“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich der Feierlichkeiten zum 1.000-jährigen Bestehen, die am Wochenende ihren Höhepunkt finden. Am Pontifikalamt wird Ministerpräsidentin Malu Dreyer teilnehmen, die auch die Schirmherrschaft für das Jubiläum übernommen hat. Es bildet den Abschluss einer bunten Festwoche mit Aktionen wie Kindertag, Erstausgabe der Sonderbriefmarke „Tausend Jahre Weihe Dom zu Worms“, der Barocken Marienvesper und dem Familienfest. Dom und Diözese hätten mit „Aufgeschlossen“ ein wunderbares Motto gefunden, das Aufforderung an uns alle sei, so die Ministerpräsidentin.

„1000 Jahre Dom zu Worms sind weit mehr als ein Jahrtausend wechselvolle Bau- und Kirchengeschichte. Der Dom ist ohne Zweifel ein Kulturdenkmal ersten Ranges für das Land Rheinland-Pfalz und ein Schauplatz der Geschichte. In ihm haben 40 Generationen von Menschen gebetet und Gottesdienste gefeiert, getrauert und Trost gefunden. Erst die Menschen, die den Dom besuchen, machen dieses großartige Denkmal zu einem lebendigen Ort und geben ihm eine Zukunft“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Gemeinsam mit den Domen von Speyer und Mainz bilde der Dom St. Peter in Worms eine einzigartige Trias. Bis heute präge seine großartige Silhouette das Stadtbild und sei zudem eindrucksvolle Kulisse für die jährlichen Nibelungenfestspiele.

Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

08.06.2018


Gottesdienst in Erinnerung an Dr. Helmut Kohl

Kapitelsamt im Speyerer Dom am Sonntag, den 17. Juni, um 10 Uhr mit Jahresgedächtnis zum Tod des früheren Bundeskanzlers und Ehrenbürger Europas

Speyer - Am Sonntag, den 17. Juni, findet um 10 Uhr im Speyerer Dom das Kapitelsamt statt. Aus Anlass des ersten Todestages von Dr. Helmut Kohl wird in dem Gottesdienst des früheren Bundeskanzlers gedacht. Er war mit dem Dom zu Speyer zeitlebens eng verbunden.

Helmut Kohl war vor einem Jahr, am 16. Juni 2017, verstorben. Mit einem feierlichen Requiem im Speyerer Dom hatten Angehörige, Weggefährten und hochrangige Gäste aus aller Welt am 1. Juli 2017 von dem christlichen Politiker Abschied genommen. Der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der das Requiem gemeinsam mit dem Apostolischen Nuntius in Deutschland Erzbischof Nikola Eterović, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Reinhard Kardinal Marx und weiteren Bischöfe zelebrierte, hatte Kohl dabei als einen „wahrhaft großen Staatsmann“ gewürdigt, der „seine pfälzische Heimat und sein deutsches Vaterland liebte und aus einem weiten, universalen Horizont heraus lebte und handelte.“ Der Speyerer Dom sei für Helmut Kohl ein Symbol gewesen für das, was ihm im Leben wichtig war, „die Verschmelzung tiefer Heimatverwurzelung mit dem großen Atem der Geschichte, mit den weiten Bögen geistiger, kultureller und religiöser Zusammengehörigkeit Europas.“ Patriot und Europäer zu sein, seien für Helmut Kohl zwei Seiten ein und derselben Medaille gewesen. Das „befruchtende Zueinander des Politikers und des gläubigen Christen“ habe ihn zu einer weltweit geachteten Persönlichkeit werden lassen. Nach dem Requiem war Helmut Kohl auf dem alten Speyerer Stadtfriedhof, der heute noch als Friedhof des Domkapitels genutzt wird, neben der von Franzosen und Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg gemeinsam erbaute Friedenskirche St. Bernhard beigesetzt.

In seiner Amtszeit als Bundeskanzler hatte Helmut Kohl zahlreiche ausländische Staatsgäste nach Speyer geführt, darunter Margaret Thatcher, Michael Gorbatschow, George Bush, Vaclav Havel, Boris Jelzin und König Juan Carlos. Am Beispiel des Domes hatte er ihnen die Bedeutung des christlichen Glaubens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden in Deutschland, Europa und der Welt verdeutlicht. Durch sein Engagement im Kuratorium der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer hatte er sich um den Erhalt der Speyerer Kathedralkirche verdient gemacht und entscheidend dazu beigetragen, Menschen für den Dom zu begeistern. Eine Gedenkplatte in der Vorhalle des Speyerer Domes erinnert an die Verdienste Helmut Kohls um den Dom.

Bistum Speyer

06.06.2018


Prälat Gerhard Fischer wird 80

Verantwortung für das Bistum in zahlreichen Funktion – Mehr als drei Jahrzehnte Leiter des Diözesan-Kolpingwerks

Prälat Gerhard Fischer feiert am 8. Juni seine 80 Geburtstag

Speyer - Am 8. Juni feiert Prälat Gerhard Fischer, Domkapitular im Ruhestand, in Speyer seinen 80. Geburtstag. Er war in zahlreichen Leitungsfunktionen für das Kirche tätig, unter anderem als Leiter des katholischen Büros in Mainz und als Verantwortlicher für die Bildungsarbeit des Bistums.

Geboren und aufgewachsen in Ludwigshafen, empfing Gerhard Fischer 1965 die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Hauenstein und Bexbach wurde er 1970 zum Diözesanpräses der Kolpingfamilie berufen. In seiner Amtszeit wuchs die Mitgliederzahl von 3 500 auf 8 000 um mehr als das Doppelte. Neun Großtagungen mit Rednern wie dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl oder Bernhard Vogel initiierte Fischer in diesen Jahren und unterstrich eindrucksvoll den gesellschaftspolitischen Anspruch des kirchlichen Sozialverbandes. Ebenso wichtig war dem Kolping-Präses die religiöse Bildungsarbeit, die er durch die Gründung des Kolpingbildungswerkes auf eine tragfähige organisatorische Grundlage stellte. Von seinem sozialen Engagement zeugen zahlreiche Partnerschafts- und Entwicklungshilfeprojekte des Kolpingwerkes. Fischer leitete das Diözesan-Kolpingwerk bis zum Jahr 2002 und wurde anschließend zum Diözesanehrenpräses ernannt.

Neben seiner Aufgabe im Kolpingwerk kam Fischer bis zu seiner Berufung in die Diözesanleitung 1995 einer ganzen Reihe weiterer Verpflichtungen nach: So war er Religionslehrer am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Kaiserslautern und Pfarrer in Erfenbach-Siegelbach. Von 1982 bis 1986 leitete er das Katholische Büro in Mainz, die Verbindungsstelle zwischen den fünf rheinland-pfälzischen Bistümern und der Landesregierung. Danach beauftragte ihn Bischof Dr. Anton Schlembach mit dem Aufbau der Akademikerseelsorge in der Diözese, für die er ein anspruchsvolles Bildungsprogramm entwickelte. Seit 1989 war Fischer für den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem als Prior in der Komturei Speyer-Kaiserslautern aktiv. Im Jahr 1995 wurde Gerhard Fischer in das Speyerer Domkapitel berufen. Er leitete seitdem die Hauptabteilung Fort- und Weiterbildung des Bischöflichen Ordinariats, zugleich war ihm die Diözesanstelle für weltkirchliche Aufgaben anvertraut. Zu Beginn des Jahres 2009 trat Prälat Fischer in den Ruhestand.

Als Zeichen der Anerkennung für sein vielfältiges Engagement in Kirche, Staat und Gesellschaft erhielt Gerhard Fischer 1986 das Bundesverdienstkreuz, 1988 wurde ihm das goldene Ehrenzeichen des Internationalen Kolpingwerkes verliehen. Bereits 1982 hatte ihn Papst Johannes Paul II. zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt. Im Jahr 2015 feierte Gerhard Fischer sein goldenes Priesterjubiläum.

Bistum Speyer

06.06.2018


Einführung in die Taufelternkatechese

Fortbildungsangebot für Katechese-Verantwortliche in Pfarreien

Speyer/Neustadt - Die Taufe eines Säuglings oder Kindes kann für Eltern und Paten zu einer positiven, spirituellen Erfahrung auf ihrem eigenen Glaubensweg werden. Die Vorbereitung auf das Sakrament ist für Eltern und Paten des Täuflings ein wichtiger Weg, der katechetisch begleitet werden sollte.

Für alle, die in Pfarreien Verantwortung für Katechese übernommen haben, bietet die Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen im Bischöflichen Ordinariat eine Fortbildung zur Einführung in die Taufelternkatechese an. Dabei geht es ganz allgemein um grundlegende Informationen zum Hintergrund dieser speziellen Form der Erwachsenenkatechese, es werden Best-Practice-Beispiele vorgestellt und Ideen für eigene Konzepte entwickelt.

Die Fortbildung findet am Samstag, 18. August von 9.30 bis 16 Uhr im Kloster Neustadt (Waldstr. 145) statt. Die Leitung liegt in Händen von Walburga Wintergerst, Referentin im Bereich Grunddienst Katechese.

Anmeldungen an:
Bischöfliches Ordinariat
Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11
67346 Speyer
Tel. 0 62 32/102-314
E-Mail: pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de

Anmeldeschluss ist der 18. Juni 2018.

Bistum Speyer

06.06.2018


Demonstration der entschlossenen Suche nach dem Reich Gottes

Fronleichnam in Speyer: Eucharistiefeier in St. Joseph und Prozession zum Dom

Speyer - Zahlreiche Gläubige verfolgten Fronleichnam die Eucharistiefeier und die Prozession zu Fronleichnam in Speyer. Die Monstranz, getragen von Weihbischof Otto Georgens unter dem von vier Diakonen getragenen Himmel, symbolisierte die Kraft Gottes als Heilsbringer und Erlöser. „Fronleichnam wird zu einer Demonstration für unsere Entschlossenheit, in allem als erstes das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu suchen“, sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Ansprache.

Die Bankreihen reichten bei weitem nicht für alle Gläubigen aus in der katholischen Pfarrkirche St. Joseph, in der der Auftakt des Fronleichnamsfestes gefeiert wurde. „Wo bist du Gott?“ lautete die Frage, die als Leitwort über der gesamten Feier stand. In der Aussetzung der Eucharistie sah Bischof Wiesemann die erste Antwort: „Wir nehmen ihn mit und zeigen ihn allen als das Heil der Welt und als den, der Erlösung bringt.“

Die Dombläser begleiteten die Prozession von der Josephskirche durch die Maximilianstraße bis zum Dom. Eingereiht hatten sich auch die Kommunionkinder der Pfarrei Pax Christi, deren Mitglieder die Organisation des kirchlichen Festtags übernommen hatten. Fahnenträger, Ministranten, Vertreter des Domkapitels sowie Seelsorger aus Speyerer Pfarreien schlossen sich ebenfalls an.

Inne hielten die Gläubigen an drei Abschnitten auf dem Weg zur Kathedrale, um sich tiefer mit der Frage nach der Existenz Gottes zu beschäftigen. Auszüge aus dem Johannes-Evangelium, einem Brief des Propheten Jeremia und dem Matthäus-Evangelium begleiteten sie auf dem Weg. Die Texte hatte der Liturgieausschuss der Dompfarrei Pax Christi zusammengestellt.

Zahlreiche Gläubige erwarteten die Prozession bereits vor dem Hauptportal des Domes, vor dessen Stufen ein prachtvoller Blumenteppich gestaltet worden war. Kommunionkinder und Gemeindemitglieder erinnerten mit Meditationstexten und Fürbitten an die Größe und Güte Gottes und das Brot des Lebens, das er den Menschen spendet.

Daran knüpfte Bischof Wiesemann in seiner Predigt an. „Wir zeigen heute bei der Prozession, dass Gott mitten unter uns ist, nicht unter dem Sternenzelt, sondern mitten im wandelnden Gottesvolk“, hob er hervor. Das Vaterunser stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, nicht ohne darauf zu verweisen, dass dessen herausfordernder Charakter kaum noch wahrgenommen werde.

Wiesemann erinnerte an die kürzlich durch Papst Franziskus angestoßene Debatte über die sechste Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“. Diese scheine die sperrigste zu sein, doch bringe die vierte Bitte – „unser tägliches Brot gib uns heute“ – alle Übersetzer des griechischen Urtextes in große Verlegenheit. Denn Jesus selbst sei es gewesen, so der Bischof, der seinen Jüngern eingeschärft habe, sich nicht um Essen oder Kleidung zu kümmern. „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazu gegeben werden“, zitierte Wiesemann aus Matthäus 6,32f.

Er verwies auf die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten und dessen Weg durch die Wüste und verdeutlichte: „An dieser Stelle steht Gott selbst auf dem Spiel, und dass er die Kraft hat, Nahrung für die Menschen zu sein, dass die Hoffnung eine unendlich größere Nahrungsquelle für die Welt ist als der Konsum.“ Jesus selbst habe am Vorabend von Gründonnerstag der schlimmsten Versuchung widerstanden und die Menschen nicht sich selbst und ihrem Schicksal überlassen.

Bischof Wiesemann bezeichnete die Eucharistie als „das Geheimnis der Verwandlung dieser Versuchung gegen die eigene Würde, Berufung und Sendung in freiwillige Hingabe“.

Das Brot vom Himmel, das Manna, sei die tägliche Nahrung, die helfe, der Gleichgültigkeit, Unfreiheit, Würdelosigkeit und Versuchung zu widerstehen. So werde im Vaterunser alles zusammengefügt.

Wiesemann wies darauf hin, dass die aktuelle Zeit vieles von der Wüstenwanderung des Volkes Israel habe. Der Gottesglaube werde immer stärker herausgefordert. „In der geistlichen Wüste unserer Zeit rufen wir: Gott, wo bist du?“ Israel sei seinem Gott nie so nah gewesen wie in der Wüste, gleichzeitig sei aber die Wüste der Ort der größten Versuchung, die das Volk Gottes zu durchstehen habe. Man könne beides nicht voneinander trennen. Aber: „Gott ist nicht der hinterlistige Versucher, er lockt uns als pilgerndes Volk in die Wüste, um wieder ganz nahe bei uns zu sein und uns die wunderbare Würde unserer Berufung und Sendung als Christen in dieser Welt für das Reich Gottes und die größere Gerechtigkeit ins Herz zu schreiben“, so der Bischof.

Musikalisch gestaltet wurden der Gottesdienst in St. Joseph und der Abschluss im Dom vom Kirchenchor St. Joseph, vom Motettenchor Speyer und von Christoph Keggenhoff an der Orgel und den Dombläsern. Die Gesamtleitung hatte Marie Theres Brand. Am Mittag trafen sich die Gläubigen zur Reunion in St. Joseph.

Text: Bistum Speyer Foto: Speyer 24/7 News

01.06.2018


Kranzniederlegung für Rudolf von Habsburg

Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch dankt mit seinem Besuch im Dom dem mittelalterlichen Herrscher für die Verleihung der Stadtrechte an Landau

v.l.: Weihbischof und Dompropst Otto Georgens, der Oberbürgermeister der Stadt Landau Thomas Hirsch

Speyer - Vor 800 Jahren, am 1. Mai 1218, wurde Rudolf von Habsburg geboren, der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger. Sein Grab im Speyerer Dom besuchte nun der Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch. Mit einer Kranzniederlegung dankte er dem mittelalterlichen Herrscher für die Verleihung der Stadtrechte an die Stadt Landau am 30. Mai 1274. Empfangen wurde er von Weihbischof und Dompropst Otto Georgens in der Vorhalle des Doms, wo mehrere Wandreliefs, ein Standbild und ein großes Denkmal an den König erinnern.

Der Begrüßung folgte ein kurzer Gang durch den Dom, hin zur Krypta und der Grablege. Vor dem Grab Rudolfs von Habsburg sprach der Weihbischof ein kurzes Gebet. Der Kranz des Landauer Oberbürgermeisters wurde in der Krypta vor dem Grabdenkmal Rudolf von Habsburgs niedergelegt. Damit dankte das Stadtoberhaupt dem Verleiher der Stadtrechte für seine Förderung der Stadt Landau. Bei diesem feierlichen Höhepunkt des Besuchs war auch der Oberbürgermeister von Speyer, Hansjörg Eger, anwesend. Im Anschluss übergab OB Hirsch Weihbischof Georgens eine Spende der Sparkassenstiftung in Höhe von 5.000 Euro, die der Domerhaltung zu Gute kommen soll. Eine Spende in gleicher Höhe wird fortan jährlich über sechs Jahre bis zum 750. Geburtstag der Stadt Landau an den Speyerer Dom gerichtet. Weihbischof Otto Georgens dankte herzlich für diese Zuwendung, die der Erhaltung der Krypta und der Grablege dienen soll.

Beim Rückweg durch den Dom ließ es sich der Oberbürgermeister nicht nehmen, eine Kerze anzuzünden und für ein kurzes stilles Gebet in einer der Bänke Platz zu nehmen. Den Abschluss fand der Besuch an der Innenseite des Hauptportals, wo eine weitere Darstellung Rudolfs von Habsburgs zu sehen ist: Mit gebeugtem Kopf sitzt der Herrscher auf seinem Pferd. Der Überlieferung nach wollte der König - wissend, dass sein Ende kurz bevor stand - noch selbst nach Speyer reiten, um hier im Dom begraben zu werden.

Text: Bistum Speyer Foto: Domkapitel Speyer / Klaus Venus

01.06.2018

Kundschafter übergeben „Wegweiser-Papier“ an Bischof Wiesemann

Abschlusstreffen in Ludwigshafen

Die Kundschafterinnen und Kundschafter aus dem Bistum Speyer.

Ludwigshafen - Vor etwas mehr als einem Jahr wurden Kundschafter aus dem Bistum Speyer ausgesandt, um in der Weltkirche Anregungen zu sammeln, wie eine lebendige und wachsende Kirche aussieht. Sie waren in Nicaragua, Südafrika, auf den Philippinen und in England. Seit sie zurückgekommen sind, haben sie bei zwei Pastoraltagen – einem für Haupt- und einem für Ehrenamtliche - von ihren Erfahrungen berichtet und erste Impulse in ihrem Umfeld gesetzt.

Zugleich ist aus den Erlebnissen und Reflexionen ein „Wegweiser-Papier“ entstanden, das die Kundschafter jetzt an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann übergaben. Der war selbst Kundschafter gewesen, als Teil der Reisegruppe auf die Philippinen „Das Papier wird Einfluss haben auf die Entwicklung einer Vision für unser Bistum“, sagte er auf Rückfrage zu.

Mit diesem dritten Treffen der Kundschafter wurden sie offiziell aus ihrer Aufgabe „entlassen“. Alle stellten jedoch klar, dass für sie der Prozess nicht beendet sei. Sie wollen weiterhin über ihre Erfahrungen berichten und mit ihrer Hilfe die Entwicklung des Bistums mitprägen: „Wir haben etwas zu sagen“, betonen sie.

Vielfältige persönliche Bereicherung erlebt

Sie alle haben auch persönlich stark von den Reisen profitiert, berichteten sie sich gegenseitig. Und sie haben erste Impulse gesetzt, Vorträge gehalten über die Länder, in denen sie waren. Sie zehren davon, dass sie erlebt haben, wie wichtig jeder einzelne Mensch ist, wie stark die verschiedenen Charismen in anderen Ländern wert geschätzt werden. Sie sind nachhaltig davon begeistert, wie in der Weltkirche das Wort Gottes ganz selbstverständlich eine Rolle im Alltag der Menschen spielt und sie betonen immer wieder, dass die Unterscheidung zwischen Haupt- und Ehrenamt in anderen Ländern nicht die herausragende Rolle spiele.

„Bibel teilen“, wie es die Kundschafter in anderen Ländern erlebt haben, spielt nun auch in ihrer Heimat eine Rolle, sei es als Bestandteil des Gottesdienstes oder als Einstieg in eine Gremiensitzung. Sie haben die Kraft des freien Gebets kennengelernt und in ihr Umfeld übertragen. Sie nehmen jetzt viel stärker den Kontext wahr, in dem die Menschen leben, und stimmen daraufhin ihre Aktivitäten ab. Die Engländer nennen dieses Denken „Kontextualisierung“.

Die vielen – teils sehr persönlichen und bewegenden – Erinnerungen und Erlebnisse sind nun zusammen gefasst in dem „Wegweiser-Papier“, das die Kundschafter alle unterzeichneten. Darin sind Empfehlungen zusammen gefasst, die sich auf vier Schwerpunkte konzentrieren.

Vier Schwerpunkte im „Wegweiser-Papier“

Das Wegweiser-Papier beinhaltet vier Schwerpunkte:  Die Kirche lebt von Zusammengehörigkeit in Unterschieden. Das bedeutet, dass es eine Vielzahl von Kirchenformen geben kann, dass all diese Formen gleich wertvoll sind, und dass Kirche nicht nur territorial gedacht werden kann. Große Bedeutung kommt der Partizipation zu und der bischöflichen Beauftragung derjenigen, die Kirche gestalten möchten.

Das Hören auf Gott bestimmt das persönliche Handeln im Alltag. Dieser Grundsatz bedeutet auch, dass es ausdrücklich erlaubt ist, unterschiedliche Glaubensformen auszuprobieren und zu leben; dass das vielleicht auch neue Formen klösterlichen Lebens sein können, und vor allem: dass diese Formen anschlussfähig sein müssen für Menschen, die fern der Kirche stehen oder sich von ihr abgewandt haben. Angebote der Kirche an die Menschen müssen „unverzweckt“ sein, sie müssen den Menschen dienen, nicht die Zahl der Gottesdienstbesucher steigern.

Lebendige und wachsende Kirche muss konfessionsübergreifend, in ökumenischer Verbundenheit sein. Die Kundschafter empfehlen ein „bewusstes und aktives Zugehen“ auf andere Konfessionen. Die Kundschafter haben auf ihren Reisen gespürt, dass Gemeindewachstum immer „von unten“ geschieht und das Leben aus dem Evangelium heraus immer zentral ist – und dass dabei die Konfession keine Rolle spielt.

Und schließlich: Die Kirche ist gesandt – und die Kirche sendet. Die Kirche ist gesandt in den jeweiligen Sozialraum und zeigt sich auch in politischem Engagement. Die Kirche sendet aber auch Menschen, die Neuanfänge wagen. Diese Menschen dürfen Fehler machen, sie brauchen Mut, etwas auszuprobieren, sowie Begleitung und Ausbildung.

„Viel passiert in einem Jahr“

Domkapitular Franz Vogelgesang (links) und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

„Im vergangenen Jahr, seit wir als Kundschafter zurück gekommen sind, ist schon viel passiert“, so Domkapitular Franz Vogelgesang, selbst ein ehemaliger Kundschafter. Er erinnerte dabei an die beiden Pastoraltage, an die Summer School, die 2017 erstmals angeboten wurde, und an den Entdecker-Stammtisch „schon jetzt“, den Felix Goldinger gemeinsam mit seiner evangelischen Kollegin ins Leben gerufen hat. Nicht zuletzt hat Bischof Wiesemann das Thema „Visionen“ ins Zentrum seines letzten Hirtenbriefes gestellt.

Für die Kundschafter ist auf jeden Fall klar, dass sie sich weiterhin treffen, austauschen und gegenseitig bestärken möchten. So soll es weiterhin Treffen innerhalb der „Ländergruppen“ geben, als auch übergreifend. Das Bistum werde das unterstützen, sagte Vogelgesang zu. Er selbst hofft, dass die Kundschafter auch weiterhin „sich einmischen, Neues ausprobieren, den Mut nicht verlieren und sich in den Visionsprozess einklinken.“

Brigitte Deiters

29.05.2018


Alle Plätze für die Feiern der Ehejubiläen sind vergeben

Veranstaltungen mit Weihbischof Georgens am 18. und 19. August 2018 im Dom zu Speyer ausgebucht

Speyer - Für die Feiern der Ehejubiläen des Bistums im Speyerer Dom am 18. und 19. August 2018 sind alle Plätze ausgebucht. Jeweils 390 Paare sind zu den Gottesdiensten (10 Uhr) und dem daran anschließenden Sektempfang und dem Hochzeitswalzer vor dem Dom unter dem Motto „Liebe miteinander leben“ angemeldet.

„Wir freuen uns sehr über die große Resonanz“, so Rita Höfer, die die Veranstaltung der Ehe- und Familienseelsorge in der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebenswelten im Bischöflichen Ordinariat Speyer mit organisiert. „Leider können wir nicht mehr als 780 Paaren die Teilnahme an den Feiern ermöglichen, weil der Platz im Dom begrenzt ist.“

Ab Ende Juni erhalten alle gemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Anmeldebestätigung und eine Einlasskarte für den Dom.

Weitere Informationen:
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Hauptabteilung Seelsorge, Generationen und Lebenswelten,
Ehe- und Familienseelsorge,  
Telefon 0 62 32/102-314
E-Mail: ehe-familie@bistum-speyer.de

Bistum Speyer

29.05.2018


Viele Nationen in einem Geist vereint

Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden im Speyerer Dom

Weihbischof Otto Georgens inmitten der Konzelebranten, den Seelsorgern der muttersprachlichen Gemeinden.

Speyer - Es ist gute Tradition, dass im Mai die muttersprachlichen Gemeinden im Speyerer Dom zusammenkommen. So feierten viele Nationen am Sonntag gemeinsam mit Weihbischof Otto Georgens einen mehrsprachigen, aber einstimmigen Gottesdienst.

Schon der Eröffnungsvers wurde in mehreren Sprachen vorgetragen, die Lesungen wurden auf Polnisch und Portugiesisch gehalten. Die nigerianische Gemeinde brachte wie gewohnt zu diesem besonderen Termin Gaben mit rhythmischen Klängen und Gesang und in bunten Gewändern zum Altar. Die polnische Gemeinde gestaltete das Pontifikalamt mit Musik und Gesang, unter anderem während der Kommunion mit dem mitreißenden „Abba Vater“. Georgens zelebrierte die Messe gemeinsam mit Domkapitular Franz Vogelgesang und den Priestern der muttersprachlichen Gemeinden. Auch die Fürbitten wurden natürlich in verschiedenen Landessprachen gesprochen.

Die Gabenprozession der nigerianischen Gemeinde.

Der Weihbischof stellte die Verknüpfung zwischen dem Dreifaltigkeitssonntag und der Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden heraus. Die Wallfahrt sei ein eindrucksvolles Zeugnis für den dreifaltigen Gott, sagte er. Alle Nationen seien in einem Geist vereint. In seiner Predigt führte er diesen Gedanken weiter und zeigte die Facetten der Dreifaltigkeit auf. Er verglich die Dreifaltigkeit mit einem Theaterstück – dieses Theaterstück spiele die Kirche. „Das Stück ist großartig, unsere Aufführung lässt manchmal zu wünschen übrig“, räumte er ein. Georgens rief der Gemeinde zu, ihren Glauben zu leben und sich dazu zu bekennen: „Wir Christen müssen eine Rolle auf der Bühne der Welt spielen.“

Nach dem Pontifikalamt lud die polnische Gemeinde an einem üppigen Büffet zur Begegnung ein.

Nach dem Pontifikalamt lud dieses Jahr die polnische Gemeinde zur Begegnung im Domgarten ein. Nach dem Gottesdienst strömte Klein und Groß an das mit polnischen Leckereien überbordende Büffet. Verschiedene polnische Gemeinden, unter anderen aus Landau, Ludwigshafen und Kaiserslautern, hatten landestypische Gerichte zubereitet. Mit großer Herzlichkeit reichten sie unter anderem eine würzige Rote-Beete- und andere Suppen, Bigos, mit Teig ummanteltes Fleisch, verschiedene belegte Brote, Salate, allerlei Kuchen und Süßspeisen und luden zur Schnapsverkostung. Die Wallfahrt endete mit einem internationalen Rosenkranzgebet im Kloster St. Magdalena.

In der Diözese Speyer bestehen muttersprachliche Gemeinden für Kroaten, Polen sowie für Portugiesen. Darüber hinaus gibt es für weitere Sprachgruppen regelmäßige Gottesdienst- und Seelsorgeangebote.

Yvette Wagner

29.05.2018


„Der Beruf ist eine Berufung“

Gemeindereferenten im Bistum Speyer feiern im Priesterseminar 90. „Geburtstag“ ihres Berufes – Festgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

Bischof Karl-Heinz Wiesemann feierte mit den Gemeindereferenten Gottesdienst. v.l.: Gemeindereferentin Heidi Schlink, Gemeindereferentin Silke Kessler, Domkapitular Josef Damian Szuba, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Martin Seither, Geistlichen Begleiter der Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferent(inn)en im Bistum Speyer, Diözesanreferentin Marianne Steffen, Gemeindereferentin Bärbel Grimm.

Speyer - Seit 90 Jahren gibt es in der katholischen Kirche in Deutschland den Beruf der Gemeindereferentin oder des Gemeindereferenten. Dies nahm die Berufsgruppe zum Anlass, im Rahmen ihres jährlichen Gemeinschaftstages am 25. Mai ein „Geburtstagsfest“ im Priesterseminar St. German in Speyer zu feiern.

Im Bistum Speyer sind zurzeit 122 Gemeindereferenten/-assistenten tätig. Rund 100, die derzeit im Beruf sind, im Ruhestand und in Ausbildung, folgten der Einladung nach Speyer. Sie nutzen den Gemeinschaftstag, um sich besser kennenzulernen, auszutauschen, Gottesdienst zu feiern und einem Festvortrag zu lauschen. Unter den Teilnehmern war auch die frühere Diözesanreferentin Hildegunde Bickelmann, die von der Runde mit einem jubelnden Applaus begrüßt wurde. Vor 20 Jahren hat sie den Ruhestand angetreten, aber ihr Herz schlägt noch immer für den Beruf: „Ich würde ihn wieder wählen.“ Sie ist überzeugt, dass der Beruf den Wandel vollzieht und bestehen bleibt. „Ich glaube an die Kraft Gottes.“

Die 23 Jahre alte Lara Mayer studiert derzeit Praktische Theologie und freut sich auf die abwechslungsreiche, direkte Arbeit mit Menschen. Krankenhausseelsorgerin Beate Stiegler liebt diese vielfältige Arbeit, die immer wieder neue Herausforderung und Begegnungen vom Baby bis zum Hochbetagten bietet: „Jede Begegnung ist anders, jeder Tag ist anders.“

Artur Kessler ist Gemeindereferent in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Landau und Gemeindeberater. Die größte Herausforderung für ihn besteht derzeit darin, „unseren Glauben in einer Welt zur Sprache zu bringen, in der Gott eine geringere Rolle spielt“. Für ihn zähle, als Gemeindereferent zu den Menschen zu gehen und nicht darauf zu warten, „dass sie zu uns kommen“.

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hielt den Festgottesdienst, den die Gemeindereferenten zum Großteil gestalteten. Ihren Tag hatten die sie unter das Motto „Mittendrin“ gestellt. Im Gottesdienst spürten sie nach, was es bedeutet, „mittendrin“ zu sein. Einige meldeten sich zu Wort und machten deutlich, dass „mittendrin“ sowohl den ganz gewöhnlichen Alltag, aber auch besonders herausfordernde und kräftezehrende Situationen betrifft. Sie zeigten auf, in wie vielen Bereichen sie mittendrin sind: als Seelsorger im Krankenhaus, bei der Polizei, in der Schule oder in den Pfarreien. Gemeindereferenten teilen Freude und Lachen, aber auch Sorgen, Ängste und Nöte. Sie geben den Menschen Halt, stehen ihnen bei und versichern ihnen Gottes Gegenwart. Eine Stimme bezeichnete die Gemeindereferenten als die Schmuckstücke der Kirche. Eine andere bedauerte, weniger Zeit für persönliche Kontakte zu haben.

Was steht für „mittendrin“? Die Gemeindereferenten legen ihre persönlichen Symbole vor den Altar.

In seiner Predigt bedankte sich Bischof Wiesemann mehrfach für das Engagement der Gemeindereferenten. Ihre Arbeit sei „etwas Großes, Wunderbares, Bereicherndes“, sagte er in der Kirche des Priesterseminars. Der Beruf der Gemeindereferenten sei mehr als ein Job: „Er ist eine Berufung.“ Diese sei nicht immer leicht zu erfüllen. Enttäuschungen müssten verkraftet, schwierige Situationen gemeistert, der Spagat zwischen Familie und Beruf bewältigt werden. Zudem begegneten Gemeindereferenten derzeit zahlreiche weitere Herausforderungen. Vieles verändere sich: die Rahmenbedingungen, die Menschen, die Welt. „Mancher fragt sich, ob die Aufgabe noch die ist, die er einst gewählt hat“, zeigte er sich verständnisvoll. Der Bischof machte Mut, mit Gottvertrauen, „gemeinsam Kirche zu sein“. Er dankte, dass sich die Gemeindereferenten den Veränderungen stellen und sie mittragen.

Die wechselvolle Geschichte des Berufs stellte Katharina Seifert in ihrem Festvortrag vor. Die Leiterin des Margarete-Ruckmich-Hauses in Freiburg blickte nicht nur auf die letzten 90 Jahre, sondern weiter zurück: Durch die industrielle Revolution vollzog sich im 19. Jahrhundert ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel. Der pastorale Weg musste anders gestaltet werden. Statt Gemeinschaftsseelsorge mit Wallfahrten, Missionen oder Vereinswesen stand nun die individuelle Betreuung im Mittelpunkt. Deshalb suchten vor rund 100 Jahren überlastete Pfarrer nach Hilfskräften. Männer sollten als ehrenamtliche Pastoralhelfer mitarbeiten. Aber praktisch waren es alleinstehende, hochgebildete Frauen, die vor rund 100 Jahren die Seelsorge unterstützten. 1920 wurde die erste Caritasschule für Frauen gegründet mit den Ausbildungszielen Caritas und Seelsorge.

„Der Ruf nach einer umfassenden Ausbildung durch die die Frauen, die bereits in der Seelsorge wirken, wurde immer lauter“, schilderte Seifert. So wurde mit Zustimmung der deutschen Bischöfe am 17. April 1928 die „Katholische Gemeindehelferinnenschule“ in Freiburg gegründet. Dieses Datum feierten die Gemeindereferenten im Bistum Speyer jetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Seelsorger gesucht, weshalb zahlreiche neue Seminare geschaffen wurden, erläuterte Katharina Seifert. Seit den 1960er Jahren können auch Männer die Ausbildung zum Seelsorgehelfer beginnen. Anfang der 1970er Jahre legte die gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik die neue Berufsbezeichnung fest: Statt Seelsorgehelfer(in) heißt sie nun Gemeindereferent(in). Zudem änderten sich die Anforderungen und Aufgaben der Berufsgruppe, worauf auch die Ausbildung reagierte. „Es wird ein breiteres Spektrum an religionspädagogischer Bildung und theologischem Wissen notwendig.“

Katharina Seifert, Leiterin des Margarete-Ruckmich-Hauses in Freiburg, hielt den Festvortrag.

„Wie im 19. Jahrhundert stehen wir nun wieder vor umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen:  Kirche und Glauben werden für zahlreiche Menschen unbedeutender, Vereinzelung statt Gemeinschaft, Event- und Erlebniskultur statt innere Einkehr, weniger Finanzmittel für die Kirchen. Die Entscheidung einiger Diözesen, die Ausbildung vorerst auszusetzen oder Anstellungszahlen zu begrenzen, sind weitreichende und schmerzhafte Einschnitte in der Berufsgeschichte“, mahnte Seifert. Zudem sieht sie die pastoralen Laienberufe immer im Wettbewerb zu anderen religiösen oder semi-religiösen Dienstleistern.

Die Fachakademie in Freiburg habe in den letzten zehn Jahren deutlich gespürt, dass sich weniger Menschen für die Ausbildung interessieren, sagte sie. Neuen Aufschwung brachte eine Neuprofilierung des Studiengangs.

Gemeindeassistenten studieren drei Jahre Praktische Theologie an einer Katholischen Hochschule oder an einer Fachakademie und absolvieren anschließend ein Praxisjahr in einer Gemeinde. Nach weiteren zwei Jahren Berufseinführung werden sie zur Gemeindereferentin oder Gemeindereferenten ernannt. Sie arbeiten als Seelsorgerinnen und Seelsorger in Pfarrgemeinden, Krankenhäusern, Seniorenheimen, Gefängnissen. Sie sind tätig in der Notfallseelsorge, in Schulen oder als Referenten für verschiedene Aufgabengebiete im Bischöflichen Ordinariat.

Yvette Wagner

29.05.2018


Terminkalender des Bistum Speyer im Juni 2018

8.6.     80. Geburtstag von DK i.R. Prälat Gerhard Fischer

8.–10.6.Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit Wahlen der Diözesanvorsitzenden (3 Stellen) im Kardinal-Wendel-Haus in Homburg.

9.6.    10 Uhr Firmung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in Ludwigshafen.
          16 Uhr Firmung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Kirche St. Hedwig in Ludwigshafen.
          14.30 Uhr Kaffeeklatsch mit den Fresh-X-Pionieren Kath und Pete Atkins aus England für Kirchen-Entdecker*innen in Speyer (Domplatz 3).

10.6.   14 Uhr Bischofsweihe von Dr. Franz Jung zum 98. Bischof von Würzburg im Kiliansdom Würzburg.

          14 Uhr bis 16 Uhr Live-Übertragung im Fernsehen (Bayerischer Rundfunk).
    Teilnahme von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens.

13.6.   18 Uhr Parlamentarischer Abend des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz im Jugendhaus Don Bosco in Mainz mit dem BDJK Speyer.
           18 Uhr Veranstaltung mit dem Titel „Geschieden und wiederverheiratet?“ im Edtih-Stein-Haus in Kaiserslautern. Im Gespräch mit Betroffenen und Interessierten werden Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge sowie die Verantwortlichen für die Ehe- und Familienseelsorge im Bistum persönliche Sichtweisen und Erfahrungen austauschen.
           1843 Beschluss Ludwigs I. zur Ausmalung des Doms (vor 175 Jahren).

15.6.    18 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in Waldfischbach.

16.6.    9 Uhr Priesterweihe mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.
          17 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern.
          18 Uhr Firmung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in Petersberg.
          18 Uhr Konzert der Reihe Cantate Domino im Speyerer Dom.
    Cantate – Jubilate – Exultate; Geistliche Chormusik aus fünf Jahrhunderten von Giovanni P. da Palestrina, Felix Mendelssohn Bartholdy, Otto Olsson, John Rutter u. a. Mit den Regensburger Domspatzen unter Leitung von Karl-Heinz Liebl
         Todestag von Altkanzler Dr. Helmut Kohl (gest. 2017):
         Jahresgedächtnis im Kapitelsamt am 17.6. (10 Uhr)

17.6.  10 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in Blieskastel.
          Goldenes Weihejubiläum des Schönstattzentrums Marienpfalz in Herxheim mit dem Heiligtum der Freude.
          10.30 Uhr Festgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
          16 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in Ommersheim.

19.6.   ab 13 Uhr Dies Pastoralis im Bischöflichen Priesterseminar St. German in Speyer.
    Vorstellung missionarischer Projekte und Zeugnisübergabe an Absolventen nach erfolgreichem Abschluss der Zweiten Dienstprüfung.
          19.30 Uhr „Stammtisch für Entdecker*innen“ in Neustadt (Biolandhaus Konfetti). Ökumenische Austauschplattform für Haupt- und Ehrenamtliche aus den verschiedenen Regionen im Gebiet der beiden Großkirchen. Veranstalter: „Schon jetzt“ – eine ökumenische Initiative der Evangelischen Kirche der Pfalz (Prot. Landeskirche) und des Bistums Speyer.

22.6.  15 Uhr Übergabe des „Weinzehnten“ an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und das Domkapitel durch Kirrweilerer Winzer in Speyer.
          18 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in der Kirche Heilig Kreuz in Landau.

22. – 24.6.    BDKJ-Tourbus Polli auf dem Stadtfest in Ludwigshafen (Standort: Bismarckstr. 39, Platznummer 60)

23.6.  16 Uhr Firmung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Kirche St. Josef in Rodalben.
          18 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in der Kirche Heilig Kreuz in Zweibrücken.
          19.30 Uhr Orgelkonzert im Rahmen des Orgelzyklus 2018 im Speyerer Dom mit Organist Heribert Metzger, Salzburg, Österreich.

23. - 24.6.    „Architektouren 2018“ -Tag der Architektur unter dem bundesweiten Motto „Architektur bleibt!“

24.6.   12 Uhr bis 16 Uhr Teilnahme des Bischöflichen Priesterseminars St. German in Speyer. Veranstalter: Architektenkammer Rheinland-Pfalz
           10 Uhr Firmung durch Weihbischof Otto Georgens in der Kirche St. Anton in Pirmasens.
           10.30 Uhr Firmung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in Hallgarten.

25.6.    Entsendetag von vier Freiwilligen ins Ausland, die dort für ein Jahr einen weltwärts-Freiwilligendienst in sozialen Projekten absolvieren (FSD).
           18 Uhr Gottesdienst im Garten des Bischöflichen Ordinariates, Haus Webergasse 11, in Speyer.

26.6.    Eröffnung der Wallfahrten zum Annaberg bei Burrweiler. 10 Uhr Gottesdienst mit Weihbischof Otto Georgens.

27.6.    Statio des Reliquienschreins von Zélie und Louis Martin (Eltern von Theresia von Lisieux) im Karmelkloster in Hauenstein.
            7.30 Uhr Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

30.6.    Todestag und Gedenktag des Hl. Otto von Bamberg (Otto-Portal und Darstellung auf dem Hauptportal innen).

Bistum Speyer

29.05.2018

Orientieren an den Früchten des Heiligen Geistes

Festliches Pontifikalamt zu Pfingsten: Predigt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann / Erinnerung an Abbé Franz Stock

Speyer - „Der Geist Jesu Christi ist der Atem dieser Welt“: Mit dieser Aussage verband Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann beim Pontifikalamt am Pfingstsonntag im Speyerer Dom den Appell an die Gläubigen, sich an den Früchten des Heiligen Geistes zu orientieren, wie es beim Apostel Paulus heißt. Er ging mit Paulus auf Spurensuche nach dem Heiligen Geist: „Ihm kommt es auf den Grundton an“, sagte Wiesemann und sprach vom Geist Gottes, der nicht bei Eigennutz, Missgunst, Neid und ausschweifendem Leben, sondern in Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung zu finden sei.

Im Blick auf den politischen und gesellschaftlichen Umgang miteinander in der Welt beschrieb Wiesemann den Geist Gottes eine verbindende und ausgleichende Hilfe. Er rief auf zu einem klaren Kopf, zu Vernunft und Verstand, geschöpft aus dem Geist Gottes. „Er kann ein kaltes, hartes Herz wärmen, kann Werte, Visionen und Hoffnung erzeugende Ziele geben“, stellte Wiesemann heraus. Nur der Geist Gottes in der Welt und die Orientierung an seinen Früchten habe die Nachhaltigkeit, die die Erde brauche.

Was es bedeutet, aus dem Geist zu leben, machte Wiesemann am Beispiel des vor 70 Jahren im Alter von nur 44 Jahren verstorbenen Abbé Franz Stock aus Paderborn deutlich. Er hatte die geistliche Begleitung der zum Tod verurteilten französischen Soldaten in Paris übernommen. Fast 2000 Hinrichtungen habe er miterlebt. Die Seligsprechung Stocks stehe kurz vor dem Abschluss, so Wiesemann, der den Pfarrer als „Mensch der Versöhnung“ bezeichnete. Das Grab des Seelsorgers liege in der Speyerer Partnerstadt Chartres.

Voll besetzt war die Kathedrale an diesem Morgen bei dem Gottesdienst, der musikalisch vom Domchor- und Domorchester gestaltet war. Domkapellmeister Markus Melchiori hatte Mozarts „Krönungsmesse“ ausgewählt. Das Domorchester ergänzte in beachtenswerter Harmonie, so dass die Messe ihre Wirkung in voller Pracht erzielte. Domorganist Markus Eichenlaub begleitete das Pontifikalamt auf der Orgel. Zu Beginn des Pontifikalamtes wurden zwölf Sängerinnen des Mädchenchors nach drei Jahren im B-Chor in den A-Chor aufgenommen. Am Nachmittag lud Bischof Wiesemann zur Pontifikalvesper ein, die von der Schola Cantorum Saliensis gestaltet wurde.

Susanne Kühner

23.05.2018


Gesprächsforum „Geschieden und wiederverheiratet?“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei Veranstaltung am 13. Juni in Kaiserslautern - „Wir wollen offen, herzlich und einladend auf Wiederverheiratete zugehen“

Speyer - Das päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“ hat den Weg zu einer neuen Form der Seelsorge für Wiederverheiratete geöffnet. Das Bistum Speyer lädt Menschen, deren erste Ehe zerbrochen ist und die in einer neuen Verbindung leben, seit kurzem zu Gesprächen mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger ein. „Diese Gespräche bieten einen Rahmen, die eigene Lebensgeschichte mit ihren Fragen, Leiden und Hoffnungen vertraulich zu besprechen. Darin kann es zum Beispiel um Bedrückendes gehen, das ausgesprochen werden muss, oder Unversöhntes, das Heilung finden will“, erläutert der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Bei einem Gesprächsforum am Mittwoch, den 13. Juni, im Edith-Stein-Haus (Engelsgasse 1) in Kaiserslautern wird er mit betroffenen Personen und Paaren, aber auch mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Mitarbeitern, Vertretern von Räten und Verbänden sowie allen Interessierten in einen Austausch zu dieser neuen Form der Seelsorge treten. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Geplant sind unter anderem Einblicke in die Lebenserfahrungen von Betroffenen, Praxisberichte aus Beratung und Seelsorge sowie Gelegenheit zu Austausch und Gespräch. Als weitere Gesprächspartner von Seiten des Bischöflichen Ordinariats nehmen der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge Domkapitular Franz Vogelgesang sowie die Verantwortlichen für die Ehe- und Familienpastoral an der Abendveranstaltung teil.

Bistum Speyer lädt Wiederverheiratete zu Gesprächen mit Seelsorgern ein

Bischof Wiesemann hat für das Bistum Speyer im April eine Handreichung mit dem Titel „Geschieden und Wiederverheiratet? Damit Sie sich in Ihrer Kirche ganz zuhause fühlen können“ veröffentlicht, in der das Gesprächsangebot an Wiederverheiratete genauer dargelegt wird. „Es richtet sich vor allem an jene, für die der Glaube und die lebendige Beziehung zur Kirche von großer Bedeutung sind“, erklärt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. „Wir wollen für diese Menschen da sein, auch und gerade wenn ihre erste Ehe gescheitert ist, aus welchen Gründen auch immer.“ Das neue Angebot versteht er als Ausdruck einer Kirche, „die nicht zuerst urteilt, sondern zuhört und den Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen aus der Kraft der frohen Botschaft weiterhilft.“ Das Bistum wolle „offen, herzlich und einladend“ auf alle Wiederverheirateten zugehen.

Im Blick auf die Frage nach dem Empfang der Sakramente diene das Gespräch zugleich als ein persönlicher Entscheidungsprozess. Dazu hatte Papst Franziskus deutlich gemacht: „Am Ende eines solchen geistlichen Prozesses, dem es immer um das Eingliedern geht, steht nicht in jedem Fall der Empfang der Sakramente von Buße und Eucharistie.“ Die individuelle Entscheidung, unter den jeweiligen Gegebenheiten nicht oder noch nicht in der Lage zu sein, die Sakramente zu empfangen, verdiene Respekt und Achtung. „Aber auch eine Entscheidung für den Sakramentenempfang gilt es zu respektieren“, so der Papst. Durch seine Handreichung zur Seelsorge will Bischof Wiesemann erreichen, „dass eine Einheitlichkeit in der pastoralen Sorge um wiederverheiratete Geschiedene gesichert und eine Verunsicherung der Gläubigen vermieden wird.“ In Lebenssituationen, die oft genug als aufreibend und belastend erlebt werden, „sollen die Betroffenen erfahren, dass ihre Kirche sie nicht fallen lässt.“

Zu dem Gesprächsforum „Geschieden und wiederverheiratet?“ am 13. Juni wird eine Anmeldung bis zum 1. Juni an die E-Mail-Adresse pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de erbeten. Die Teilnahme ist kostenlos. Es ist ein Imbiss vorgesehen.

Kontakt:

Bischöfliches Ordinariat
Hauptabteilung Seelsorge
Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11, 67346 Speyer
E-Mail: pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de
Telefon: 06232 / 102-314

Weitere Informationen: https://www.bistum-speyer.de/seelsorge-und-spiritualitaet/beziehung-leben/geschieden-wiederverheiratet/

Auf dieser Internetseite können Sie auch das Faltblatt und die Handreichung des Bistums Speyer zur Seelsorge für Wiederverheiratete herunterladen, ebenso eine Einladungskarte für das Gesprächsforum am 13. Juni in Kaiserslautern.

Bistum Speyer

23.05.2018


Standing Ovation zum Schluss

Pontifikalvesper im Dom zu Speyer: Viele Weggefährten und Gläubige bereiteten Dr. Franz Jung einen herzlichen Abschied aus dem Bistum Speyer – Ernennung zum Ehrendomherr der Speyerer Kathedrale – Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini und Bischofsstab von Weihbischof Ernst Gutting bringen dauerhafte Verbundenheit mit dem Bistum Speyer zum Ausdruck

Speyer - Mit einer feierlichen Pontifikalvesper im Speyerer Dom nahm das Bistum Speyer heute Abschied von seinem Generalvikar Dr. Franz Jung. Er wurde von Papst Franziskus zum neuen Bischof von Würzburg ernannt und empfängt am 10. Juni im Würzburger Kiliansdom die Bischofsweihe.

„Viele Priester, Seelsorger, Mitarbeiter und Gläubige aus dem gesamten Bistum sind heute nach Speyer gekommen, weil der Abschied sie berührt und sie Dank sagen möchten für den kraftvollen Einsatz, den Sie zum Aufbau der Kirche im Bistum Speyer geleistet haben“, würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das Wirken Jungs, der nahezu zehn Jahre die Verwaltung des Bistum Speyer geleitet und mit dem Prozess „Gemeindepastoral 2015“ ein neues Seelsorgekonzept und eine neue Pfarreistruktur auf den Weg gebracht hat. Als besonderes Kennzeichen hob er Jungs außerordentlichen Realitätssinn hervor. Diese Fähigkeit, „die Wirklichkeit so anzuschauen, wie sie ist“, werde auch der Deutschen und der Freisinger Bischofskonferenz gut tun. Wo andere in einen Kulturpessimismus verfallen, habe Jung mit großer Neugier und Offenheit Chancen für positive Veränderung aufgespürt. „Sie bringen damit Gott ins Spiel, der unerwartet Neues schafft.“ Jungs Begeisterungsfähigkeit sei Ausdruck einer tiefen Freude am Glauben, wie sie auch das Pontifikat von Papst Franziskus durchziehe. Als Geschenk des Bistums Speyer für seinen Dienst in Würzburg erhält Jung eine Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini sowie den Bischofsstab des verstorbenen Weihbischofs Ernst Gutting, kündigte Wiesemann an.

Franz Jung: „Durfte immer wieder das Wirken des Heiligen Geistes erfahren“

In einer Predigt hielt Jung Rückschau auf wichtige Ereignisse in der Zeit als Generalvikar. Darin habe er das Wirken des Heiligen Geistes immer wieder neu erfahren dürfen. Er erinnerte an den Beginn des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ und hob die „Atmosphäre des vertrauensvollen Miteinanders“ hervor, die sich bereits beim ersten Diözesanen Forum im Jahr 2010 herausgebildet hatte. Auch das Domweihfest 2011 rief er in Erinnerung: „Eine ganze Woche lang pilgerten viele Gruppierungen und Pfarreien zum Dom und setzten damit ein Zeichen ihrer Verbundenheit.“ In der Rückschau auf die Themen Missbrauch und Limburg würdigte er das große Engagement, das im Bistum Speyer „ohne Wenn und Aber“ für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die Herstellung finanzieller Transparenz geleistet wurde. Dass das neue Seelsorgekonzept des Bistums am Ende des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ nahezu einstimmig angenommen wurde, habe ihn überrascht, aber zugleich „sehr demütig und dankbar“ gemacht: „Ich habe dieses Ergebnis nicht nur als Zustimmung der Sache nach interpretiert, sondern auch als Dankeschön für den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind und wie wir ihn gegangen sind.“

Er richtete seinen Dank an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, „dessen Vertrauen ich mir in den vergangenen Jahren immer sicher sein durfte“, sowie an die Mitglieder des Domkapitels und die gesamte Mitarbeiterschaft. „Ein Generalvikar ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter – ich konnte mich immer auf sie verlassen“, brachte er seine Wertschätzung zum Ausdruck. Besonders hob er Kanzleidirektor Wolfgang Jochim und seine Sekretärin Alexandra Hoffmann hervor, „die immer zur Stelle waren, wenn es galt, mitzuplanen, mitzudenken und vor allem mitanzupacken.“ Dank sagte er auch für die gute Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung: „Es war möglich, auch schwierige Fragen gemeinsam anzugehen und Lösungen zu finden, die allen Seiten Rechnung tragen.“ Ein Schmunzeln ging durch die Bankreihen, als er den neuen Generalvikar mit den Worten ankündigte: „Nach mir kommt einer, der größer ist als ich.“ Gemeint ist der Dekan des Dekanats Saarpfalz und Pfarrer von St. Ingbert Andreas Sturm, der am 10. Juni Jungs Nachfolge antreten wird.

Domkapitel ernennt Franz Jung zum Ehrendomherr der Speyerer Kathedrale

Weihbischof und Dompropst Otto Georgens

Im Anschluss an die von der Dommusik festlich gestaltete Pontifikalvesper gab Weihbischof und Dompropst Otto Georgens bekannt, dass das Speyerer Domkapitel Dr. Franz Jung zum Ehrendomherr der Speyerer Kathedrale ernannt hat. „Durch dieses Zeichen bringen wir unseren Dank für die Mitarbeit im Domkapitel und unsere dauerhafte Verbundenheit zum Ausdruck“, sagte Georgens bei der Überreichung der Ernennungsurkunde.

Dr. Franz Jung (links) und Weihbischof Otto Georgens (rechts)

Für die rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozial-caritativen Einrichtungen des Bistums Speyer dankte der Vorsitzende des Caritasverbandes, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, dem scheidenden Generalvikar. „Wir durften in den zurückliegenden Jahren einen unbedingten Rückhalt für die Caritas der Kirche von Speyer erfahren“, würdigte er das positive „Miteinander von kirchlicher Caritas und caritativer Kirche“. Für Franz Jung sei es ein Herzensanliegen gewesen, Caritas nicht losgelöst als professionelle Hilfsorganisation, sondern stets als unverzichtbaren Teil der Seelsorge weiterzuentwickeln. Durch die Prinzipien der Sozialraumorientierung sei eine wichtige Verbindung zwischen Caritas und Seelsorge geschaffen worden. Auch seien die Kindertagesstätten der Pfarreien, angestoßen durch den Qualitätsentwicklungsprozess des Bistums und der Caritas, auf einem guten Weg, zu tragenden Familien-Zentren in ihrem Sozialraum zu werden.

Mitarbeitervertreter: Dank für „Begegnung auf Augenhöhe“

Dr. Franz Jung (links) und Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer (rechts)

Mit einem Rosenkranz, einer Schnapsflasche „Speyerer Geist“ und einem Paar warme Socken statteten Thomas Ochsenreither und Thomas Eschbach von der Mitarbeitervertretung des Bischöflichen Ordinariats den künftigen Bischof von Würzburg aus. „Wir haben als Mitarbeitervertreter bei Ihnen stets ein offenes Ohr gefunden. Sie waren immer bereit zum Dialog und haben eine Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht“, dankten sie für das konstruktive Miteinander in der Dienstgemeinschaft. Eine Dankeskarte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats, übergeben vom stellvertretenden Generalvikar Josef Damian Szuba, brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass Jungs Dienst als Bischof von Würzburg – mit einem Wort des Heiligen Bernhard von Clairvaux – für die Gläubigen „angenehm und fruchtbar“ werden möge. Mit dem „Frankenlied“ in einer auf Franz Jung zugeschnittenen Textfassung endete die Feier im Dom, an die sich viele Gratulationen, Dankesworte und Segenswünsche in der Vorhalle des Speyerer Doms anschlossen.

„Pilgerstab“ für den neuen Würzburger Bischof

Dr. Franz Jung (links) und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (rechts)

Das Team der Speyerer Bistumszeitung schenkte dem scheidenden Generalvikar Franz Jung, der auch Herausgeber des "pilger" ist, zum Abschied von Speyer einen Pilgerstab. Geschäftsführer Marco Fraleoni und Chefredakteur Norbert Rönn dankten damit symbolisch für die langjährige gute Zusammenarbeit und Unterstützung der Arbeit der Peregrinus GmbH. Bei der Übergabe sagte Rönn, ein Pilgerstab gebe Standfestigkeit in unsicherem Gelände und sorge für zügiges Vorankommen auf dem Weg – und eigne sich auch als Hirtenstab, um die Schäfchen zusammenzuhalten, so der Chefredakteur augenzwinkernd.

Weitere Informationen zur Verabschiedung von Dr. Franz Jung: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6971&cHash=b6c6d72a16f2f765588505312f08492f

Weitere Informationen zur Ernennung von Dr. Franz Jung zum Bischof von Würzburg: https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/generalvikar/ernennung-zum-bischof-von-wuerzburg/

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Landry

23.05.2018


„Speyerer“ Bistumsstand beim Deutschen Katholikentag in Münster gut besucht

Münster - Pfälzer Riesling schmeckt auch bei Regenwetter: Schon am ersten Tag nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit am „Speyerer“ Stand auf dem Deutschen Katholikentag in Münster bei einem Gläschen Wein mit Vertreterinnen und Vertretern des Bistums ins Gespräch zu kommen, über Gott und die Welt zu plaudern und ein paar Informationen über die Neugründung des Bistums vor 200 Jahren zu sammeln. Die Präsentation zum Jubiläum am Stand steht unter dem Titel „Seht ich mache alles neu“, bietet einen Streifzug durch die Geschichte des Bistums ab 1817 bis heute und informiert über zeitgeschichtliche Hintergründe, zentrale Ereignisse und Schwerpunkte im kirchlichen Leben sowie über den Dom als „Mutterkirche“ des Bistums.

Auch für viele Pfälzer und Saarpfälzer Teilnehmer am Katholikentag war es selbstverständlich, „ihren“ Stand auf der Kirchenmeile zu besuchen. Zu den prominentesten Besucherinnen und Besuchern gehörten Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, Misereor-Chef Pirmin Spiegel und der Präsident von missio München Msgr. Wolfgang Huber. Auch Weihbischof Otto Georgens und Domdekan Dr. Christoph Kohl waren zeitweise am Stand anzutreffen, Domkapitular Franz Vogelgesang gehört mit zum Betreuungsteam. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat seinen Besuch für Samstagnachmittag (ab ca. 13.30 Uhr) angekündigt.

Begehrt – nicht nur bei den kleinen Katholikentagsbesuchern – sind die blauen, mit Helium gefüllten Luftballons im Bistumsblau mit Bistumslogo. Anklang findet auch das kleine Postkarten-Gewinnspiel der Bistumszeitung „der Pilger“, mit Fragen zur Pfalz. Die Gewinnerinnen und Gewinner können sich über ein Buchgeschenk freuen. Gelegenheit zu einem Besuch am Speyerer Stand in Münster besteht noch bis Samstagabend (18 Uhr).

Weitere Informationen:

Bistum Speyer

23.05.2018

Zwischenstopp auf dem Weg nach Münster

Das Erzbistum Freiburg reist mit zwei Elektro-Autos zum Deutschen Katholikentag – Empfang und Austausch in Speyer

Freiburger Delegation beim Eintreffen vor dem Speyerer Dom, v.l.: Im Auto sitzend der Freiburger Pressesprecher Dr. Michael Hertl, dahinter stehend Domkapitular Franz Vogelgesang, Diana Weber und Michael Himmelsbach vom Erzbistum Freiburg und der Speyerer Umweltbeauftragte Steffen Glombitza.

Speyer - Mit zwei Elektro-Autos machte das Erzbistum Freiburg auf dem Weg zum Deutschen Katholikentag einen Zwischenstopp in Speyer. Am Speyerer Dom wurden die Vertreter des Nachbarbistums von Domkapitular Franz Vogelgesang und dem Umweltbeauftragten des Bistums Speyer Steffen Glombitza empfangen. Während die Autos an der Elektro-Ladestation für die Weiterfahrt nachgeladen wurden, schöpften die Freiburger Gäste spirituelle Energie bei einer Führung durch den Speyerer Dom. Michael Himmelsbach, Leiter der Freiburger Diözesanstelle für Umwelt, Energie und Arbeitsschutz berichtete über das Umweltengagement der Nachbardiözese. Auch der Speyerer Umweltbeauftragte Steffen Glombitza gab einen Einblick in aktuelle Umweltprojekte.

„Wir möchten mit der Fahrt zeigen, dass uns als Kirche die Umwelt und die Elektro-Mobilität wichtig sind, und möchten den Menschen zugleich die Angst nehmen, dass man mit einem Elektro-Auto keine weiten Reisen unternehmen kann. Es bedarf dazu etwas Vorbereitung, aber dann sind auch weitere Distanzen kein Problem“, erklärte der Freiburger Pressesprecher Dr. Michael Hertl. Seit zehn Jahren verfolge die Erzdiözese Freiburg bei der Reduktion der CO2-Emissionen ambitionierte Ziele. So wurde die Nutzung von Elektrofahrzeugen als Dienstwagen beharrlich vorangetrieben. „Nach einer wissenschaftlich begleiteten Testphase sind wir mittlerweile soweit, dass wir ein Drittel der Dienstfahrzeuge elektrisch angeschafft haben“, berichtet Michael Himmelsbach. Die Erfahrung im Erzbistum habe gezeigt, dass die Mitarbeitenden gerne mit den Fahrzeugen unterwegs sind. Vor allem wenn die Elektrofahrzeuge regional und täglich genutzt werden, seien sie sehr gut einsetzbar. „Wir wollen gemeinsam das Thema E-Mobilität voranbringen und über das, was wir für die Schöpfung tun, in Austausch kommen“, erläuterte Michael Himmelsbach das Ziel, das sich mit der Fahrt mit den Elektro-Autos zum Deutschen Katholikentag verbindet.

Weitere Informationen aus dem Erzbistum Freiburg: https://e-mobil-zum-kt.tumblr.com/

https://ebfr.de/html/aktuell/aktuell_aktuell_u.html?&&&m=19781&cataktuell=&artikel=95185&stichwort_aktuell=&default=true

Weitere Informationen zum Umweltengagement des Bistums Speyer: https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/informationen-zu-umweltfragen/

Weitere Informationen zur Beteiligung des Bistums Speyer am Deutschen Katholikentag in Münster: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6835&cHash=fd308fc2047fb0be6d198d5691396e74

Bistum Speyer

07.05.2018


Neue Vertreterin der rheinland-pfälzischen Bistümer im SWR-Rundfunkrat

Dr. Irina Kreusch (Bistum Speyer) folgt auf Monsignore Stephan Wahl (Bistum Trier)

Speyer - Oberschulrätin Dr. Irina Kreusch, Abteilungsleiterin des Bischöflichen Ordinariats Speyer,  wurde zur neuen Vertreterin der rheinland-pfälzischen Bistümer im Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR) ernannt. Sie folgt auf Monsignore Stephan Wahl aus Trier, der eine neue Aufgabe in Jerusalem übernommen hat. Die Entsendung erfolgt durch die Bistümer Trier, Mainz, Speyer, Limburg und Köln, die mit Teilen ihres Bistumsgebiets in Rheinland-Pfalz vertreten sind.

Der Rundfunkrat vertritt innerhalb des SWR die Interessen der Allgemeinheit. Er überwacht die Einhaltung der Programmgrundsätze und berät den Intendanten in allgemeinen Programmangelegenheiten. Der Rundfunkrat setzt sich aus 74 Mitgliedern zusammen. 51 Mitglieder sind aus dem Land Baden-Württemberg und 23 Mitglieder aus dem Land Rheinland-Pfalz entsandt. Die Amtszeit des Rundfunkrats beträgt fünf Jahre, die aktuelle Amtsperiode geht noch bis 2020. Zu den Aufgaben des Rundfunkrats zählen unter anderem die Beschlussfassung über Richtlinien der Programmgestaltung sowie die Genehmigung der Haushaltspläne und der Jahresabschlüsse.

„Die Mitwirkung von Dr. Irina Kreusch im SWR-Rundfunkrat bedeutet aus kirchlicher Sicht eine wertvolle Bereicherung. Sie knüpft damit nahtlos an die kompetente Mitwirkung von Monsignore Stephan Wahl in diesem Gremium an. Dr. Irina Kreusch bringt vielfältige Kompetenzen und Erfahrungen für diese Aufgabe mit und hat einen guten Blick für Themen, die im Schnittfeld von Gesellschaft, Kirche und Medien liegen“, freuen sich der Speyerer Generalvikar Dr. Franz Jung und Ordinariatsdirektor Dieter Skala, der Leiter des Katholischen Büros in Mainz, über ihre Ernennung.

Irina Kreusch (Jahrgang 1972) stammt aus Bernkastel-Kues an der Mosel und hat in Trier katholische Theologie, Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Politikwissenschaften studiert. Die Promotion hat sie an der Universität Regensburg abgelegt, wo sie zugleich als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin am Lehrstuhl für Kirchenrecht tätig war. 2005 wechselte sie nach Speyer und wurde Grundsatzreferentin für Bildung im Bischöflichen Ordinariat Speyer. Als Abteilungsleiterin in der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung ist sie seit 2008 für den Religionsunterricht an Gymnasien, die religionspädagogische Fortbildungen und die Medienstellen im Bistum Speyer verantwortlich. 2013 hat sie die „Schülertage“ des Bistums Speyer initiiert. Seitdem haben rund 2.800 Schülerinnen und Schüler aus der gesamten Pfalz und dem Saarpfalzkreis ihr Heimatbistum näher kennengelernt, zum Beispiel durch Gespräche und persönliche Begegnungen mit dem Bischof und Mitarbeitern aus verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern. Irina Kreusch ist Altstipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und Mitglied der Gesellschaft Katholischer Publizisten. Sie ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Speyer.

Bistum Speyer

07.05.2018


Renovabis-Pfingstaktion wirbt für solidarisches Europa

Leitwort „miteinander. versöhnt. leben“ richtet sich nach Osten und Westen – Rund 330.000 Euro Spenden für Projekte in Osteuropa kamen 2017 aus dem Bistum Speyer

Speyer - Unter dem Leitwort „miteinander. versöhnt. leben. – Gemeinsam für ein solidarisches Europa!“ richtet die aktuelle Renovabis-Pfingstaktion den Blick gleichermaßen nach Osten wie nach Westen. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Menschen in Europa miteinander im Gespräch bleiben“, betont Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Christian Hartl. „Häufig fehlt bei Konflikten auf beiden Seiten die Bereitschaft, den anderen überhaupt verstehen zu wollen.“ Gerade im Hinblick auf drängende Fragen in Europa etwa zu Migration und Integration, zur Rolle der Nationalstaaten, aber auch zu Fragen nach einem gemeinsamen Werte-Fundament, sei die Bereitschaft zum gegenseitigen Verständnis allerdings unverzichtbar.

Verständigung in Europa, Versöhnung und Brückenbau: Das sind die Kernthemen des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis im Jahr 2018. Zum 25-jährigen Bestehen greift die Solidaritätsaktion damit ein seit ihrer Gründung zentrales Anliegen auf. Dabei sollen im Jubiläumsjahr nicht nur Fragen der Aufarbeitung der oft gewaltbelasteten Vergangenheit in Mittel-, Ost- und Südosteuropa angesprochen werden. Thema sollen auch aktuelle Konflikt-Szenarien und die im Zuge der Flüchtlingskrise immer deutlicher gewordenen Kommunikationsprobleme zwischen Ost und West in Europa sein. Die aktuelle Pfingstaktion geht noch bis zum Pfingstsonntag, den 20. Mai, und wird in Heiligenstadt/Eichsfeld im Bistum Erfurt mit einem Gottesdienst mit Bischof Ulrich Neymeyr beendet. An diesem Tag kommt die Kollekte in allen katholischen Kirchen Deutschlands den Projekten von Renovabis zugute. Im vergangenen Jahr haben die Gläubigen aus dem Bistum Speyer Projekte von Renovabis in Osteuropa mit Spenden in der Höhe von rund 330.000 Euro unterstützt.

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das Hilfswerk mit Sitz in Freising unterstützt Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in den ehemals kommunistischen Ländern. Im Jahr 2017 konnte Renovabis mehr als 29 Millionen Euro bewilligen und damit 691 Projekte in den osteuropäischen Partnerländern unterstützen. Seit 1993 hat das Hilfswerk in rund 23.000 Projekte seiner Partner gut 715 Millionen Euro investiert.

Weitere Informationen: www.renovabis.de

Bistum Speyer

07.05.2018


Baden schaute wieder über den Rhein

Speyer - Zum 15. Mal fand im Kaiserdom zu Speyer ein Konzert in der Reihe „Baden schaut über den Rhein“ statt. Ausführende waren in diesem Jahr der Musikverein Edelweiss Pfaffenrot unter der Leitung von Markus Mauderer sowie der Männerchor Hanauer Land unter der Leitung von Willi Kammerer. An der Orgel zeigte Holger Becker aus Gernsbach sein Können.

Bis auf den letzten Platz war der Dom besetzt und auch zusätzlich aufgestellte Stühle reichten kaum, um alle Besucher aufzunehmen, als der Vorsitzende des Dombauvereins, Prof. Dr. Gottfried Jung, die Besucher begrüßte. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Weihbischof Otto Georgens und Bischof emeritus Dr. Anton Schlembach ließen es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, bei dem Konzert dabei zu sein. Als Schirmherr war der baden-württembergische Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, gekommen. Für die Stadt Speyer waren Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs erschienen.

Gottfried Jung würdigte Udo Heidt aus Muggensturm als Initiator, Namensgeber und Motor der Veranstaltungsreihe. Sein Herz schlage nicht nur für die Musik, sondern für den Dom, der für ihn ein Stück Heimat sei. Seinem Engagement sei es zu verdanken, dass in 14 Veranstaltungen ein Spendenaufkommen von fast 70 000 Euro erzielt worden sei. Am Sonntag kamen 4231 Euro hinzu. Alle Spenden werden für den Domunterhalt verwendet.

Mit klassischer geistlicher Musik, aber auch mit Musikstücken aus den letzten Jahrzehnten brillierten die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Edelweiss sowie die Sänger des  Männerchors Hanauer Land, die zeitweilig auch durch eine Gruppe von Sängerinnen unterstützt wurden. Was sie boten, war Musik vom Feinsten. Nicht weniger eindrucksvoll waren die musikalischen Beiträge von Holger Becker an der Chororgel.

Musikverein, Chor und alle Besucher stimmten gemeinsam in die Lieder „Lobe den Herren“ und „Großer Gott wir loben dich“ ein und füllten mit ihrem Klang das mächtige Kirchenschiff.

Dombauverein Speyer e.V.

07.05.2018


Vier neue Referentinnen für die „KörperWunderWerkstatt“

Neue Referentinnen für einen MFM-Grundschulworkshop in der Erich-Kästner-Grundschule in Ludwigshafen zertifiziert

Expertinnen für das MFM-Programm: v.l.: Irmi Müller, Sonja Schmith, Monika Geis und MFM-Koordinatorin Alexandra Dellwo-Monzel.

Speyer/Ludwigshafen - Der neue Workshop „KörperWunderWerkstatt“  im Programm des werteorientierten sexualpädagogischen Präventionsprogrammes MFM (=My Fertility Matters), das von der Abteilung Schulen, Hochschulen, Bildung des Bistums Speyer angeboten wird, bietet altersgerechte Aufklärung für die vierte Klasse in der Grundschule. Alle Workshops im MFM-Programm haben zwei Gemeinsamkeiten: Es wird mit vielseitigem Material gearbeitet und die Wertschätzung steht im Vordergrund. Die Kinder lernen mit allen Sinnen, denn: „Nur was ich schätze, kann ich schützen!“ In dieser Woche wurden vier Referentinnen für diesen neuen MFM-Grundschulworkshop „KörperWunderWerkstatt“ in der Erich-Kästner-Grundschule in Ludwigshafen zertifiziert.

Die neuen Referentinnen sind Claudia Kugler, Gudrun Edinger-Harbarth, Sonja Schmith und Monika Geis. Sie alle sind im Bistumsgebiert für Workshop-Angebote buchbar und haben bereits jahrelange Erfahrung in der Durchführung des Workshops „Zyklusshow“ in den fünften oder sechsten Klassen der weiterführenden Schulen. Trotzdem war der zeitliche Aufwand in der Vorbereitung enorm. Ein großer Reisekoffer musste mit Material befüllt werden und das standardisierte Manual für fünf Unterrichtsstunden verinnerlicht werden.

Die beiden Zertifiziererinnen Alexandra Dellwo-Monzel und Irmi Müller freuten sich sehr über die Unterstützung, die sie nun auch im Grundschulbereich von den neuen Mitarbeiterinnen erfahren. Die Nachfragen sind besonders in den vierten Klassen der Grundschulen sehr hoch.

Die Themen mit den Schwerpunkten Veränderungen, Entstehung neuen Lebens und die „Aufräumtage“ in der KörperWunderWerkstatt stimmen fast gänzlich mit dem Lehrplan für die vierten Klassen überein.

Die Eltern wurden in einem vorausgehenden Elternabend ausführlich darüber informiert, was ihren Kindern im Workshop vermittelt wird. Eine der vielen positiven Rückmeldungen: „Vielen Dank für diesen schönen und unterhaltsamen Abend. Auch ich habe noch etwas gelernt.“

Auch die Lehrer und Lehrerinnen sind dankbar um die Unterstützung von außen. „Die Darstellung und Vermittlung mit den vielen Materialien war großartig, dies müsste es für noch mehr Themen in der Grundschule geben“, sagte ein Lehrer der Erich-Kästner-Schule in Ludwigshafen.

MFM-Zentrale Bistum Speyer
Seit 2017 ist die Diözese Speyer Vertragspartnerin des sexualpädagogischen Programms MFM-Deutschland e.V. Sie ist damit eine von deutschlandweit 27 Zentralen. Innerhalb des bistumseigenen Angebotes „wertvoll-aufgeklärt“ können Schulen im Bistum Speyer kostenlose Unterrichtsstunden oder MFM-Work-Shops buchen. Die Work-Shops werden von der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind direkt an den Schulen finanziell unterstützt. Die MFM-Zentrale Speyer ist Teil der Bischöflichen Schulabteilung.

Nähere Informationen:

www.wertvoll-aufgeklaert.de

www.mfm-programm.de

Kontakt:

MFM-Zentrale Diözese Speyer

Koordinatorin Alexandra Dellwo-Monzel

mfm@bistum-speyer.de

Mobil 0151 - 14 88 00 40

Klosterstr. 6, 67655 Kaiserslautern


HAII/2 Schulen, Hochschulen und Bildung

Dr. Irina Kreusch

67343 Speyer

Tel. 06232/102-217

www.bistum-speyer.de

Bistum Speyer

07.05.2018


Wein für den Dom

Dombauverein stellt die Domweinedition 2018 vor – Feierlicher Rahmen für Mitgliederehrung

Speyer - Am 26. April um 19 Uhr war es wieder so weit: Der Dombauverein Speyer stellte mit Unterstützung der amtierenden Pfälzischen Weinkönigin Inga Storck die Domweinedition 2018 vor. Begrüßt wurden die Anwesenden im bis auf den letzten Platz besetzten Historischen Ratssaal vom Vorstandsvorsitzenden des Vereins Dr. Gottfried Jung. Ein Grußwort der Stadt Speyer kam von Bürgermeisterin Monika Kabs, die damit das Engagement des Vereins für den Erhalt der romanischen Kathedrale würdigte.

Die neuen Domweine sind jeweils ein Weiß- und ein Rotwein. Als Vertreter aus der Weißweine wurde ein 2017 Herxheimer Kobnert Weißburgunder trocken, mit fruchtigen Aromen wie Birne, Apfel und Ananas vorgestellt. Der Rotwein ist ein 2016 Herxheimer Kobnert, ein trockener Spätburgunder mit Waldbeernuancen. Weiß- und Rotwein Weine stammen, wie in den beiden Vorjahren, von der Winzergenossenschaft Herxheim am Berg. Geschäftsführer Thomas Vogel überreichte dem Verein einen Scheck über 12.000 Euro an Erlös für die Domweinedition 2017. Anschließend bestand die Möglichkeit, die neuen Weine zu verkosten. Auch Domdekan Dr. Christoph Kohl, Dompfarrer Matthias Bender und Domkustos Peter Schappert waren gekommen, um sich von der Qualität der neuen Domweine zu überzeugen. Dafür, dass die Weinflaschen auch optisch ein Genuss sind, sorgen die vom Speyerer Künstler Johannes Doerr gestalteten Etiketten mit Dom Motiven.

Im Rahmen der Präsentation wurden traditionell diejenigen Vereinsmitglieder geehrt, die dem Dombauverein 10 beziehungsweise 20 Jahre angehören. Musikalisch begleitet wurde das Programm mit Gitarrenmusik von Benjamin Ziegler und Linus Kellner. Beide sind Schüler der Städtischen Musikschule Speyer.

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Venus

29.04.2018


Storytelling und Fake News im Mittelalter

Bernd Schneidmüller gibt Einblick in das Leben und Nachleben von Rudolf von Habsburg

Professor Dr. Bernd Schneidmüller im Speyerer Dom, © Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer, Foto: Klaus Venus

Speyer - „Rudolf von Habsburg. Geschichten vom Regieren im Reich und vom Sterben in Speyer.“ So lautete der vielversprechende Titel eines öffentlichen Vortrags, den Professor. Dr. Bernd Schneidmüller von der Universität Heidelberg am Abend des 11. April im Dom zu Speyer hielt. Den Rahmen dazu gab das vierte wissenschaftlichen Symposiums der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Anlass für das Symposium wie für den Abendvortrag ist der bevorstehende 800. Geburtstag von Rudolf von Habsburg am 1. Mai.

Der Einblick, den der Historiker Schneidmüller in das Leben und die Wirkungsgeschichte von König Rudolf von gab, geriet keineswegs trocken akademisch sondern glich mehr einer der eindrücklichen literarischen Schilderungen, die er zitierte. Zudem stellte Schneidmüller klar, dass eine solche Betrachtung im Dom ideal verortet sei, da man sich quasi direkt über den sterblichen Überresten des Königs befände.

Gleich zu Beginn ermutigte Bernd Schneidmüller seine Zuhörer, sich „von einstiger Lust am Erzählen übermannen zu lassen“. Und so schilderte er „Stories“ aus dem Leben eines „Aufsteigers“, die – und das war etwas völlig Neues – den König als Menschen zeigten. Wohl wies er darauf hin, dass diese Episoden, die er als „Facetien“ bezeichnete, zum Teil auch als „alternative Fakten“ zu gelten hätten. Gestrickt und platziert, um gezielt ein besonderes Bild des König zu formen. Sein Vortrag löste „Geschichte in Geschichten auf“ und rückte die mittelalterlichen Geschichten um Rudolf ins Zentrum: „die Anekdoten, die Schwänke, die Lobpreisungen, die Scheltworte.“ Damit verabschiedete sich Schneidmüller jedoch nicht von der strukturierten Betrachtung eines Historikers. Er hob vielmehr auf den Wert dieser Quellen ab. Ab dem 13. Jahrhundert schienen viele Geschichtsschreiber ohne Strukturen, ohne Fokussierungen auf die großen Dinge, ohne Richtungen auszukommen. Darin sei jedoch keine Zerfallsgeschichte zu sehen, sondern eine Befreiung aus dem „Korsett einer geschichtsschreibenden Leitkultur“. Die Dominikaner und Franziskaner berichteten natürlich religiös fundiert aber episodenhaft von den großen, aber eben auch den kleinen Geschehnissen dieser Zeit. So steht in einem Bericht der Kolmarer Dominikaner die Nachricht über den Schlachtensieg Rudolfs gegen König Ottokar von Böhmen neben vielen kleineren Episoden, etwa der eines Kolmarer Hirten, der von seinen eigenen Schweinen gefressen wurde.

Diese kleinen Geschichten und Begebenheit eigneten sich freilich auch auf das Beste um mit „alternativen Fakten“ die Herrschaft Rudolfs und seiner Nachfahren zu etablieren. So wurde beispielsweise die Herkunft Rudolfs neu konstruiert. Gleichzeitig wurde seine bescheidene und kluge Handlungsweise zur Schau gestellt, die den König als Menschen zeigten. Hohe und niedrige Adelige sowie bürgerlichen Eliten überzeugte Rudolf durch „persönliche Tapferkeit und Schlagfertigkeit“.

Durch geschickte Regierungspolitik gelang Rudolf von Habsburg, was keinem seiner Vorgänger gelungen sei, nämlich die „schreckliche, kaiserlose Zeit“ zu beenden. Durch geschickte Heiratspolitik vermochte er es zudem, seinen Nachkommen Macht und Einfluss zu sichern: Mit ihm begann der Aufstieg des Hauses Habsburg. In seinem Vortrag widmete sich Schneidmüller auch dem Menschen Rudolf von Habsburg und zeigte, wie die über ihn überlieferten Geschichten sowohl einen historischen Wandel, wie auch einen Wandel in der Geschichtsschreibung dokumentierten.

Text: Friederike Walter Foto: Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer, Klaus Venus

13.04.2018


Einladung an wiederverheiratet Geschiedene zum seelsorgerlichen Gespräch

Umsetzung der Impulse der Familiensynode und des Schreibens „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus - Gesprächsforum im Edith-Stein-Haus Kaiserslautern am 13. Juni

Kaiserslautern / Speyer - Das Bistum Speyer geht mit einem Angebot auf Menschen zu, deren erste Ehe zerbrochen ist und die in einer neuen Verbindung leben. „Wir wenden uns insbesondere an jene, für die der Glaube und die lebendige Beziehung zur Kirche von großer Bedeutung sind“, erklärt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. „Wir wollen für diese Menschen da sein, auch und gerade, wenn aus welchen Gründen auch immer ihre erste Ehe gescheitert ist.“ Papst Franziskus habe mit dem Schreiben „Amoris laetitia“ wichtige Impulse zur Erneuerung der Ehe- und Familienpastoral gegeben. Es sei ihm ein „großes Anliegen, dass wir diese Impulse voll und ganz aufnehmen.“ Die Unauflöslichkeit der Ehe gehöre zwar zum unverzichtbaren Glaubensgut der Kirche, zugleich sei jedoch ein differenzierter Blick auf die Lebenssituationen der Menschen notwendig, so der Bischof.

Das Angebot besteht darin, dass das Bistum Speyer wiederverheiratet Geschiedene zum seelsorglichen Gespräch einlädt. Es soll einen Rahmen bieten, die eigene Lebensgeschichte mit ihren Fragen, Leiden und Hoffnungen mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger vertraulich zu besprechen. „In dem Gespräch kann es zum Beispiel um Bedrückendes gehen, das ausgesprochen werden muss, oder Unversöhntes, das Heilung finden will“, erläutert Bischof Wiesemann. „Wir wollen in unserem Bistum offen, herzlich und einladend auf alle zugehen und wiederverheiratet Geschiedenen einen geschützten, seelsorgerlich sensibel begleiteten Raum anbieten, in dem sie einen Versöhnungsweg in und mit der Kirche gehen können.“ Das neue Angebot ist aus seiner Sicht Ausdruck einer Kirche, „die nicht zuerst urteilt, sondern zuhört und den Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen aus der Kraft der frohen Botschaft weiterhilft.“

Im Blick auf die Frage nach dem Empfang der Sakramente diene das Gespräch zugleich als ein persönlicher Entscheidungsprozess. Dazu hatte Papst Franziskus deutlich gemacht: „Am Ende eines solchen geistlichen Prozesses, dem es immer um das Eingliedern geht, steht nicht in jedem Fall der Empfang der Sakramente von Buße und Eucharistie.“ Die individuelle Entscheidung, unter den jeweiligen Gegebenheiten nicht oder noch nicht in der Lage zu sein, die Sakramente zu empfangen, verdiene Respekt und Achtung. „Aber auch eine Entscheidung für den Sakramentenempfang gilt es zu respektieren“, so der Papst.

Das Bischöfliche Ordinariat hat ein Faltblatt entwickelt, in dem das Gesprächsangebot näher beschrieben wird (Titel: „Geschieden und wiederverheiratet? Damit Sie sich in Ihrer Kirche ganz zuhause fühlen können“). Im April werden diese Faltblätter an alle Pfarreien des Bistums zur Auslage in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen versandt. Die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger des Bistums erhalten zusätzlich eine schriftliche Handreichung. Das Bistum will auf diesem Weg erreichen, „dass eine Einheitlichkeit in der pastoralen Sorge um wiederverheiratete Geschiedene gesichert und eine Verunsicherung der Gläubigen vermieden wird“, wie Bischof Wiesemann im Vorwort darlegt. „In Lebenssituationen, die oft genug als aufreibend und belastend erlebt werden, sollen die Betroffenen erfahren, dass ihre Kirche sie nicht fallen lässt.“

Am Mittwoch, den 13. Juni, bietet das Bistum im Edith-Stein-Haus in Kaiserslautern (Engelsgasse 1) ein Gesprächsforum zum Thema an. Im Gespräch mit Betroffenen und Interessierten werden Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge Domkapitular Franz Vogelgesang sowie die Verantwortlichen für die Ehe- und Familienseelsorge im Bistum persönliche Sichtweisen und Erfahrungen austauschen. Die Veranstaltung mit dem Titel „Geschieden und wiederheiratet?“ beginnt um 18 Uhr und endet voraussichtlich um 21 Uhr.

Kontakt:

Bischöfliches Ordinariat
Hauptabteilung Seelsorge
Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11, 67346 Speyer
E-Mail: pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de
Telefon: 06232 / 102-314

Das Faltblatt und die Handreichung zu dem Angebot finden Sie unter: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6680&cHash=f443cd6d0b9f63b350dbc639d2ad5b9d

Bistum Speyer

11.04.2018


Akribischer Blick in Speyers älteste Kirchenbücher

Buchneuerscheinung: Hans-Helmut Görtz lenkt Blick auf Reichskammergericht

Autor Dr. Hans-Helmut Görtz bei der Präsentation seines Buches im Bistumsarchiv in Speyer. Auf dem Tisch die beiden Original-Kirchenbücher, die er für seine Studie ausgewertet hat, sowie sein Buch aus dem Jahr 2015.

Speyer - (is) Die ältesten Speyerer Kirchenbücher sind die Grundlage einer historischen Neuerscheinung: Der Freinsheimer Regionalhistoriker Dr. Hans-Helmut Görtz hat die Matrikelbücher der katholischen Pfarreien St. German und St. Moritz sowie St. Peter akribisch ausgewertet. In seiner rund 900 Seiten starken Publikation stellt Görtz Personal des bis 1689 in Speyer tagenden Reichskammergerichts vor, und zwar den katholischen Teil, der nach der Reformation einen nicht unerheblichen Teil der katholischen Bevölkerung in der überwiegend lutherischen Reichsstadt ausmachte.

Das Cover des Buches

Ein weiterer Schwerpunkt ist das geistliche und weltliche Personal des Fürstbischofs von Speyer. Görtz gibt Einblicke in die katholische Speyerer Kirchenlandschaft, die von vier Stiften, zahlreichen Männer- und Frauenklöstern sowie fünf Pfarrkirchen geprägt war, wie auch in die Verwaltung des Fürstbistums Speyer. Die ausgewerteten Bücher aus den Jahren 1579 bis 1689  lenken den Blick auf eine Zeit, deren Überlieferung nicht zuletzt aufgrund der Kriege des 17. Jahrhunderts in starkem Maß verloren gegangen ist. Abgerundet wird die Darstellung durch zahlreiche Abbildungen: Gemälde, Wappen, Siegel und Signaturen liefern Zusatzinformationen über die behandelten Frauen und Männer.

Bereits der erste Eintrag im Taufbuch von St. German und St. Moritz verweist auf bedeutende Persönlichkeiten: Getauft wurde am 6. September 1579 Catharina Vomelius, Spross einer aus den Niederlanden stammenden Juristenfamilie. Görtz widmet der Familie in seiner Einführung ein eigenes Kapitel, da sie über sechs Generationen Gelehrte hervorbrachte, die Ämter am Reichskammergericht bekleideten. Als Pate fungierte Philipp Simonis, Historiker, Theologe und Domsekretär sowie Verfasser der 1608 erschienenen Bischofschronik „Historische Beschreibung Aller Bischoffen zu Speyr“.

Der Autor Dr. Hans-Helmut Görtz (2. von rechts) bei der Präsentation seines Buches im Bistumsarchiv in Speyer mit den Vertretern der Förderer des Projektes (von links nach rechts): Dr. Thomas Fandel, Leiter des Bistumsarchivs, Prof. Dr. Peter Eichhorn, Vorsitzender der Kulturstiftung Speyer, Dr. Christiane Pfanz-Sponagel, Leiterin des Stadtarchivs, sowie (ganz rechts) Dr. Armin Schlechter, Vorsitzender der Bezirksgruppe Speyer des Historischen Vereins der Pfalz.

Mit der Transkription und Bearbeitung der beiden katholischen Kirchenbücher knüpft Görtz an seine Veröffentlichung aus dem Jahre 2015 an, in der es um das Reichskammergerichtspersonal und andere Personen in den lutherischen Taufbüchern von Predigerkirche und St. Georgen geht. Mit den beiden Büchern hat der Verfasser sowohl im Hinblick auf die Erforschung des Reichskammergerichts als auch für die Stadt- und regionale Kirchengeschichte einen wichtigen Beitrag geleistet. Ermöglicht wurde die jetzt erschienene Publikation dank finanzieller Unterstützung des Historischen Vereins der Pfalz (Bezirksgruppe Speyer), der Kulturstiftung Speyer, des Bistumsarchivs Speyer sowie des Kulturellen Erbes - Stadtarchiv Speyer.

Buchtipp: Hans-Helmut Görtz, Reichskammergerichtspersonal und andere Personen in den Matrikelbüchern von St. German und St. Peter zu Speyer 1579-1689 (= Beiträge zur Speyerer Stadtgeschichte 14), verlag regionalkultur Ubstadt-Weiher 2018, ISBN 978-3-95505-031-3, 79 Euro

Text und Foto: Bistum Speyer Video: Speyer 24/7 News, mah

10.04.2018

Bistum Speyer lädt zu einem Tag für Trauernde ein

Veranstaltung am 9. Juni in Maria Rosenberg

Speyer/Waldfischbach-Burgalben - Das Bistum Speyer bietet im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg zum ersten Mal einen Tag für Trauernde an. Unter dem Titel "In der Trauer leben lernen“ sind am 9. Juni 2018 Frauen und Männer eingeladen, deren (Ehe)Partner verstorben sind und die einen Weg suchen, mit dem Verlust umgehen zu lernen.

„Der Tod des Partners ist für viele Menschen schwer zu verkraften. Wir möchten mit diesem Angebot Trauernden eine Möglichkeit geben, Trost, Hoffnung und Ermutigung zu finden, um mit der Trauer leben zu lernen“, erklären die beiden Organisatorinnen Kerstin Fleischer, Referentin für Hospiz- und Trauerseelsorge, und Rita Höfer vom Referat „Generation und Lebenswelten: Ehe und Familie“ im Bistum Speyer.

Die Veranstaltung bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit zur Begegnung und Austausch mit anderen trauernden Menschen. Außerdem werden neun Workshops angeboten, die ganz verschiedene kreative oder spirituelle Zugänge zum Umgang mit Trauer beinhalten. Am Ende des Tages steht ein Gottesdienst mit Einzelsegnung der Trauernden. Mitgestaltet wird der Tag vom Leiter des Geistlichen Zentrums, Pfarrer Volker Sehy und Domkapitular Franz Vogelgesang.

Beginn der Veranstaltung am Samstag, 9. Juni, ist um 9.30 Uhr, das Ende gegen 17.30 Uhr. Der Kostenbeitrag (inklusive Mittagessen und Kaffee) beträgt 15 Euro.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

Weitere Informationen und Anmeldung bei:

Bischöfliches Ordinariat
Webergasse 11
67346 Speyer
Referat für Hospiz- und Trauerseelsorge
Tel. 0 62 32/ 102 288
E-Mail: hospiz-trauerseelsorge@bistum-speyer.de

Bistum Speyer

03.04.2018


„Ostern ist der Aufstand der Wahrheit gegen die Todesmächte dieser Welt“

Gläubige im Bistum Speyer feiern mit Ostergottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi - Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann warnt vor Spaltung der Gesellschaft

Speyer - Mit den Ostergottesdiensten feierten die Gläubigen im Bistum Speyer die Auferstehung Jesu Christi und damit das höchste Fest im Kirchenjahr. In der Osternacht wurde in der Vorhalle des Domes ebenso wie in vielen anderen Kirchen des Bistums das Osterfeuer entzündet. Mit der Osterkerze und dem Ruf „Lumen Christi“ wurde das Licht in die dunkle Kathedrale gebracht. Zum Gloria spielte die Orgel wieder und alle Glocken läuteten.

„Was Ostern und damit der Kern des christlichen Glaubens ist, dem kommt man nicht rein intellektuell auf die Spur. Das erschließt sich letztlich nur über das gelebte Glaubenszeugnis von Menschen, die sich vom Geheimnis des Kreuzes prägen und verwandeln lassen“, sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt am Ostersonntag am Beispiel des Lebensweges der heilige Edith Stein. Die Auferstehung ereigne sich nicht jenseits des Todes, sondern mitten im Tod und damit auch schon mitten im Leben. „Was wir an Ostern feiern, das ist nicht nur eine Frage über das, was wir über die Schwelle des Todes hinaus erwarten dürfen. Es ist genauso eine Aussage darüber, wie wir in dieser Welt stehen, wie wir dieses Leben meistern.“

Wenn sich irdische Mächte an die Stelle Gottes setzen, zerfalle als erstes der Horizont der Wahrheit. „Der Effekt ist: Keiner glaubt mehr dem anderen, das Vertrauen im Herzen der Gesellschaft schwindet und die Bereitschaft wächst, ‚fake news‘ ungeprüft zu übernehmen, wenn sie in die eigene Weltsicht passen“, warnte Bischof Wiesemann. Die Wahrheit sei immer universal, niemals nationalistisch. Ohne sie gebe es keinen Frieden und keine Gerechtigkeit, keine Versöhnung und kein Miteinander. „Ein Riss geht durch unsere Gesellschaft“, betonte der Bischof und nannte es erschreckend, „wie tief das Misstrauen sitzt und wie schnell bei manchen die Bereitschaft gegeben ist, sich radikalisieren zu lassen“. Vertrauen sei das größte Kapital einer Gesellschaft. Es entstehe aber nur, wenn man gemeinsam überzeugt ist, dass die Wahrheit zu ihrem Recht kommt. Ausgrenzung und Hass gegen wen auch immer seien „kein Mut, den Mächtigen oder dem gesellschaftlichen Mainstream endlich die Wahrheit zu sagen“, sondern stünden für „die schändliche Instrumentalisierung von Ängsten der Menschen für sich selbst oder das eigene kranke Weltbild“. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Bischof Wiesemann Ostern als den „göttlichen Aufstand der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Versöhnung gegen die Todesmächte dieser Welt“.

Weihbischof Georgens: „Das Kreuz wird zum Baum des Lebens“

Die Predigt in der Karfreitagsliturgie hielt Weihbischof Otto Georgens. Die Leidensgeschichte Jesu führe vor Augen, „dass die Ursachen der giftigen Blicke und bösen Worte, die Impulse für Quälereien, Folter, Fehden und Kriegserklärungen noch immer in den Herzen der Menschen einen Platz haben“. Der Gekreuzigte entspreche in keiner Weise den Idealen unserer Gesellschaft und bleibe doch auf unfassliche Weise nahe. „In diesem Jesus spiegeln sich alle Facetten, die ein menschliches Leben ausmachen und prägen können.“ Sein Schicksal sei das Schicksal vieler Menschen: „Denken wir nur an die Gefährdungen unseres eigenen Lebens und an das Leid ganzer Völker – im Irak, in Syrien, in Afghanistan und überall dort, wo menschliches Leben mit Füßen getreten und vernichtet wird.“ Und doch werde das „durchkreuzte Leben, der Marterpfahl des Kreuzes“ zum Baum des Lebens. Am Leben Jesu werde Gottes Liebe greifbar und erfahrbar. Sein Schicksal zeige, dass Menschen die von Gott geschenkte Würde und Einmaligkeit niemals verlieren. „Auch wenn die Mitmenschen mich abschreiben und aufgeben. Ich bleibe das, was ich in den Augen Gottes bin. Von Gott werde ich ins rechte Licht gerückt, erhöht und zu Ansehen gebracht, wie auch Jesus gerade als Gekreuzigter vom Vater verherrlicht worden ist.“

Musikalisch gestaltet wurden die Ostergottesdienste von Domorganist Markus Eichenlaub sowie verschiedenen Chören und Vokalensembles der Dommusik, den Dombläsern und der Schola Cantorum Saliensis.

Text: Bistum Speyer Foto: Bistum Speyer / Klaus Landry

03.04.2018


Näher am Himmel geht nicht

Der Südwestturm des Speyerer Doms ist ab dem 1. April wieder geöffnet

Speyer - Am 1. April öffnen Kaisersaal und Turm am Dom zu Speyer wieder ihre Pforten. Da der Start in die Saison in diesem Jahr mit dem Ostersonntag zusammenfällt, gibt es in diesem Jahr eine kleine Osterüberraschung für alle Kinder, die den Turm hinaufsteigen.

Seit fünf Jahren sind der Kaisersaal und der Südwestturm des Doms während der Sommermonate für Besucher geöffnet. Während der Kaisersaal mit monumentalen Fresken beeindruckt, bietet sich vom Turm ein einmaliger Blick über die Region. Wer die 300 gut begehbaren Stufen zur Spitze des Südwestturms emporsteigt, wird mit einem einmaligen Rundblick über die Stadt, den Dom und das Umland belohnt. Richtung Südosten überblickt man den Flusslauf des Rheins, in Richtung Westen liegt einem die Stadt Speyer zu Füßen.

Der Weg nach oben führt die Besucher über den Kaisersaal. Der Raum über der Vorhalle des Domes beherbergt eine Dauerausstellung mit neun großformatigen Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph. Sie sind von der Dom-Ausmalung des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben und zeigen Szenen aus dem Leben bedeutender Heiliger.

Karten für die begleiteten Begehungen, die alle 20 Minuten stattfinden, sind in der Dom-Info auf der Südseite des Doms oder im Dominnern am Eingang zur Krypta erhältlich. Bis zum 1. November bleiben Kaisersaal und Aussichtsplattform für Besucher geöffnet.

Text: Domkapitel Speyer Foto: © Domkapitel Speyer, Karl Hoffmann

29.03.2018

„Mahnung und Ermutigung“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann eröffnet Heilige Woche im Dom zu Speyer

Speyer - Am Palmsonntag, in diesem Jahr der 25. März, beginnt die Karwoche oder Heilige Woche, in der die Kirche des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu gedenkt. Im Speyerer Dom feierte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann aus diesem Anlass ein Pontifikalamt.

Traditionell begann der Gottesdienst mit einer Statio am Ölberg auf der Südseite des Doms. In seiner Begrüßung hieß Bischof Wiesemann vor allem die Kommunionkinder der Pfarrei Pax Christi willkommen, die bunt geschmückte Zweige zur Messe mitbrachten. Die Zweige bezeichnete er als ein Zeichen des Friedens. Damit befänden sich alle Mitfeiernden in der Nachfolge Jesu, der nicht mit dem Schwert in Jerusalem eingezogen sei. Nach der Statio zog die Gemeinde in einer feierlichen Prozession singend durch den Domgarten.

In seiner Predigt zeige Bischof Wiesemann sich betroffen davon, wie schnell Gewalt hochschlage und wie schnell sich Menschen radikalisieren ließen. Dies werde in der Passionsgeschichte sichtbar. Die Anfeindungen und Beschimpfungen ertrage Jesus still und gewaltlos, ohne sich provozieren zu lassen: „Die Größe Jesu scheint in diesem Ganzen auf“, so Bischof Wiesemann.

Neben der Die Passion Christi sei eine Geschichte der Kleinen am Rande. Simon, der das Kreuz trage, Veronika, die nach der Überlieferung in einem Akt der Barmherzigkeit das Schweißtuch reiche, Josef von Arimatäa der den Leichnam Jesu bestatte und ihm so seine Würde gebe. Vor allem aber die Frauen um Maria von Magdala die in er Nähe Jesu blieben, als seine Jünger längst geflohen waren. „Die Kleinen am Rande werden zu den Großen“, folgerte Bischof Wiesemann. Daraus erwachse für alle Menschen eine „große Mahnung und Ermutigung, wach zu bleiben, wo Hass und Hetze sich zusammenrotten.“ Mit den Worten: „Auch als kleiner Mensch am Rande kann man Geschichte schreiben“, schloss Bischof Wiesemann seine Predigt.

Die Dommusik Speyer gestaltete das Pontifikalamt an Palmsonntag mit Gesang, Bläser- und Orgelklang. Unter der Leitung von Domkantor Joachim Weller und Domkapellmeister Markus Melchiori musizierten der Mädchenchor am Dom zu Speyer, die Speyerer Domsingknaben und der Domchor Speyer sowie die Dombläser Speyer unter anderem Stücke von Heinrich Schütz. An der Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Der Auszug zum Schluss des Gottesdienstes erfolgte traditionsgemäß in Stille.

Palmzweige auf den Herrschergräbern

Bereits seit dem 15. Jahrhundert werden am Palmsonntag die Herrschergräber im Speyerer Dom mit Palmzweigen geschmückt. Damit wird verdeutlicht, dass die Kaiser und Könige ihre Macht von Gott erhielten und ihr Amt nach ihm ausrichteten. Sie dürfen Christus daher beim Einzug in die Heilige Stadt Jerusalem begleiten.

Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“ in der Krypta

Noch bis zum 29. April ist in der Krypta eine Ausstellung der Malteser zum Turiner Grabtuch zu sehen. In der Passionsgeschichte nach Markus, welche am Palmsonntag vorgetragen wird, wird davon berichtet, dass Josef von Arimatäa den Leichnam Jesu in ein Leintuch wickelte. Die Ausstellung stellt die Geschichte rund um das Turiner Grabtuch vor und berichtetet von den Forschungen und offenen Fragen um das meistuntersuchte Stück Stoff der Welt.

Text und Foto: Friederike Walter

27.03.2018


Netzgemeinde „DA_ZWISCHEN“ wächst über Bistumsgrenze hinaus

Neue Kooperation mit den Bistümern Würzburg und Freiburg - Spirituelle Impulse im Alltag via Messenger

Speyer/Freiburg/Würzburg - Die im Bistum Speyer vor zwei Jahren gegründete Netzgemeinde „DA_ZWISCHEN“ wächst über die Grenzen des eigenen Bistums hinaus. Auch in den (Erz-)Bistümern Freiburg und Würzburg wird jetzt auf Facebook, Instagram, Twitter und WhatsApp ein "Hinweisschild" für Glauben und Spiritualität aufgestellt.

Herzstück der Gemeinde ist die Begleitung der Alltagswoche durch einen ersten WhatsApp-Impuls am Montagmorgen und einen Abschlussimpuls am Freitagabend. Die Impulse bestehen manchmal einfach nur aus kurzen, kleinen Fragen, wie Felix Goldinger erläutert. Der Initiator der Netzgemeinde und Referent für Katechese und missionarische Pastoral im Bistum Speyer ist überzeugt, dass Gott auch via WhatsApp, Twitter oder Facebook zu finden ist. „Der Grundgedanke ist ganz einfach: Überall da, wo Menschen leben und sich begegnen, ist auch Gott erfahrbar. So sehen wir das als Christen und möchten Glauben deshalb auch im Internet erlebbar machen. Unsere Netzgemeinde passt in jede Hosentasche!", erklärt Goldinger das Anliegen. "Zwischen den vielen anderen Posts, Fotos und Nachrichten im Internet ist auch Gott zu finden: Ein stiller und zuverlässiger Begleiter im Alltag, eben da_zwischen. Daher auch der Name der Netzgemeinde."

Wer sich für das Angebot registriert hat, kann still genießen oder aber seine Gedanken, Anfragen und Antworten während der Woche zurückmelden Voraussetzung ist ein Smartphone mit der entsprechenden App und die Registrierung auf der Aktions-Homepage. Die Hürden für die Nutzung sind recht klein, denn die Homepage bietet eine konkrete Anleitung zur Registrierung. Wer nicht über ein Smartphone verfügt, kann der Netzgemeinde auf Facebook und Co. folgen und hier die Kommentarfunktion nutzen.

Goldinger und sein Team haben schon seit März 2016 erste Erfahrungen mit einem WhatsApp-Angebot gemacht. Nun sind an DA_ZWISCHEN drei (Erz-)diözesen beteiligt. „Ich freue mich, dass die Netzgemeinde weiter wächst“, so Goldinger. DA_ZWISCHEN richtet sich an Experimentierfreudige und Glaubens-Interessierte. Es geht nicht darum, eine virtuelle Parallelwelt zur Sonntagsgemeinde aufzumachen. DA_ZWISCHEN will Menschen erreichen, die sich nicht oder nicht mehr als Teil von Kirche fühlten. „Ich verstehe es als unseren Auftrag, zu sagen: Da, wo du bist, bist du genau richtig. Du kannst nicht falsch oder zu wenig glauben. Du bist willkommen!“ Dazu trägt eine Präsenz in den sozialen Netzwerken bei. Die Beschäftigung mit Sinn- und Glaubensfragen wird damit zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit möglich, ob frühmorgens bei der Bahnfahrt zur Arbeit, am Vormittag zwischen zwei Unterrichtsstunden oder als letzte Tagesaktivität spät am Abend. Das Angebot wird von einem Team erfahrener haupt- und ehrenamtlicher Seelsorgerinnen und Seelsorger begleitet.

Zur Netzgemeinde gibt es die Homepage www.netzgemeinde-dazwischen.de. Für die WhatsApp-Gruppe können sich Interessierte registrieren. Auf Facebook, Instagram und Twitter ist DA_ZWISCHEN ebenfalls aktiv: facebook.com/netzgemeindedazwischen | instagram.com/da_zwischen | Twitter.com/da_zwischen

Bistum speyer / DA_ZWISCHEN

27.03.2018


„Gewalttat darf nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden“

Generalvikar Dr. Franz Jung und Kirchenpräsident Christian Schad setzten mit ihrem Beitrag zur Kundgebung „Wir sind Kandel“ ein Zeichen der Unterstützung für die Menschen in der Südpfalz

Kandel - Etwa 1.200 Menschen haben am Samstag an der Kundgebung „Wir sind Kandel“ teilgenommen. Die rund 8.500 Einwohner zählende Stadt in der Südpfalz war nach dem gewaltsamen Tod eines 15 Jahre alten Mädchens vor fast drei Monaten wiederholt zu einem Aufmarschgebiet von Rechtsextremen aus ganz Deutschland gemacht worden. Als Täter gilt der ehemalige Freund des Mädchens, ein afghanischer Flüchtling, der behauptet, minderjährig zu sein.

„Wir alle waren angesichts der Gewalttat entsetzt und betroffen. Wir alle fühlen mit den Menschen hier in Kandel“, machten Kirchenpräsident Christian Schad und Generalvikar Dr. Franz Jung bei der Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz deutlich. „Wir sind auch heute noch mit unseren Gedanken und mit unserem Mitgefühl bei den Eltern und den Angehörigen des Mädchens.“

Dass ihr Tod für politische Zwecke missbraucht werde, sei verabscheuenswert und missachte die wahre Trauer. „Wenn wir uns heute hier versammeln, erklären wir uns solidarisch mit den Einwohnern dieser Stadt“, erklärten die beiden Kirchenvertreter. „Wir zeigen damit, dass die Einwohner nicht allein stehen in dieser Situation der Bedrohung durch demokratiefeindliche Kräfte, die die Deutungshoheit für sich beanspruchen.“ Wo das Leid von Menschen instrumentalisiert werde, um politischen Profit daraus zu schlagen, werde eine Grenze überschritten. Das christliche Menschenbild verbiete es, „Menschen gleich welcher Herkunft oder Religion unter Generalverdacht zu stellen.“

Zuvor hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont: „Gegenüber Gewalt und Hass gibt es in unserem Land null Toleranz. Wir überlassen die Stadt nicht denen, die auf dem Tod der 15-jährigen Mia ihr braunes Süppchen kochen wollen.“ Der Täter werde seine gerechte Strafe bekommen, stärkte sie das Vertrauen der Teilnehmer in den Rechtsstaat.

Die Kundgebung nannte sie ein starkes Zeichen für „Demokratie, Respekt, Freiheit, Menschlichkeit, Offenheit und Vielfalt“. Kandel und die Pfalz lägen „im Herzen Europas“. Die Menschen hätten in der Geschichte leidvoll erfahren, welches Unheil der Nationalismus über die Welt gebracht habe. „Wir setzen heute ein Zeichen, dass wir auch weiterhin ein offenes, tolerantes Land sein wollen und dass wir für diese Werte zusammenstehen, wenn es darauf ankommt.“ Der Kandeler Bürgermeister Günther Tielebörger dankte für das Kommen und die Solidarität der Kundgebungsteilnehmer, die er als Zeichen gegen Rassismus, Menschenhass und eine weitere Spaltung der Gesellschaft bezeichnete.

„Kandel wird weiterhin bunt und weltoffen bleiben“, rief er den Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz zu. Weitere Redebeiträge kamen vom Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz/Saarland Dietmar Muscheid und Politikerinnen und Politikern der verschiedenen Parteien.

Video des Beitrags auf Facebook:

https://www.facebook.com/dein.Bistum/videos/2061974447417411/

Bistum Speyer

27.03.2018


Redebeitrag - Kirchenpräsident Christian Schad und Generalvikar Dr. Franz Jung bei der Kundgebung „Wir sind Kandel“ am 24.03.2018

Schad: „Wir sind Kandel“ – unter diesem Leitwort sind wir hier zusammen.
Der Name Ihrer Stadt, der Name „Kandel“, ist in den letzten Wochen in ganz Deutschland bekannt geworden. Er ist verbunden mit einem schrecklichen Verbrechen. Er ist verbunden mit Bildern der Trauer, den Bildern weinender Menschen in den Kirchen dieser Stadt.

Jung: Der Name „Kandel“ ist aber auch verbunden mit politischen Forderungen, mit Rufen nach Schutz und Sicherheit, in die sich rasch auch ganz andere Rufe gemischt haben: „Volksverräter“ und „Lügenpresse“ wurde da skandiert – nationalsozialistische Parolen, die in unserem Land nicht mehr laut werden dürfen.
Sie hier in Kandel haben erleben müssen, wie Menschen aus ganz Deutschland auf den Straßen Ihrer Stadt demonstriert haben, wie der Name Ihrer Stadt herhalten musste für politische Instrumentalisierung und rechtspopulistische Propaganda.

Schad: Wenn wir uns heute hier unter dem Leitwort „Wir sind Kandel“ versammeln, erklären wir uns solidarisch mit Ihnen, den Einwohnern dieser Stadt. Wir zeigen Ihnen damit, dass Sie nicht allein stehen in dieser Situation der Bedrohung durch demokratiefeindliche Kräfte, die die Deutungshoheit für sich beanspruchen.

Jung: „Wir sind Kandel“ – in diesem Leitwort klingt an, was viele Menschen in der Pfalz und in ganz Deutschland empfunden haben, als Sie von Mias Tod erfahren haben: Wir alle waren entsetzt und betroffen. Wir alle haben mitgefühlt mit den Menschen hier in Kandel. Wir alle waren und sind auch heute noch mit unseren Gedanken und mit unserem Mitgefühl bei den Eltern und den Angehörigen. Wir wünschen Mias Familie die nötige Ruhe und den Beistand, um Kraft und Stärkung in dieser schweren Zeit zu bekommen. Dass ihr Tod für politische Zwecke missbraucht wird, ist verabscheuenswert – denn diese missachten die wahre Trauer.

Schad: „Wir sind Kandel“ – wir sind auch in den Fragen und Ängsten, die viele Menschen seit dem Ende des letzten Jahres umtreiben, an Ihrer Seite.
Als Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen sind wir uns einig, dass nur auf einer sachlichen Ebene gute Lösungen für das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft gefunden werden können. Wo das Leid von Menschen instrumentalisiert wird, um politischen Profit daraus zu schlagen, wird eine Grenze überschritten. Hier geht es nicht mehr um den Zusammenhalt und gute Lösungen für die Menschen in unserem Land. Hier geht es um die Spaltung der Gesellschaft und die eigene Profilierung auf Kosten anderer. Das ist entschieden abzulehnen. Denn unser christliches Menschenbild verbietet es uns, Menschen gleich welcher Herkunft oder Religion unter Generalverdacht zu stellen.

Jung: Wenn wir uns heute hier unter dem Leitwort „Wir sind Kandel“ versammeln, dann auch, weil wir Mut machen möchten, gemeinsam nach guten Lösungen für die Herausforderungen in unserer Gesellschaft zu suchen. Hass und Hetze sind nicht hilfreich! Verbale und körperliche Gewalt dürfen nicht sein!

Schad: Als Christenmenschen sind wir davon überzeugt, dass es andere, dass es bessere Wege gibt. Worte, die auf den heiligen Franz von Assisi zurückgehen, können uns hier eine Orientierung sein.
Franziskus betet:

Jung: Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;

Schad: dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

Jung: dass ich verbinde, wo Streit ist;

Schad: dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

Jung: dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

Schad: dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

Jung: dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

Schad: dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Lasst dies unsere Botschaft sein – heute hier in Kandel!

Es gilt das gesprochene Wort

Bistum Speyer

27.03.2018


Organisten- und Chorleiterkurse

Angebot des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institutes

Speyer - Das Bischöfliche Kirchenmusikalische Institut (BKI) mit Unterrichtsorten in Speyer, Landau, Kaiserslautern und St. Ingbert bietet auch in diesem Jahr Jugendlichen und Erwachsenen diverse musikalische Kurse an.

Im „Grundkurs“ kann das Klavierspiel erlernt werden; Grundkenntnisse für das Orgelspiel im Gottesdienst können erworben werden.

Der „C-Kurs“ steht Hobby-Musikern mit bereits soliden Klavierspielfähigkeiten offen und dient der Ausbildung zum/zur nebenamtlichen Organist/in und/oder Chorleiter/in. Für die Dauer von drei Jahren werden samstags im Gruppenunterricht Fächer wie Chorleitung, Gehörbildung und Musiktheorie unterrichtet. Der Einzelunterricht in Orgel, Klavier und Gesang findet nach Absprache unter der Woche statt.

Außerdem bietet das BKI den „D-Kurs“ an, der mit deutlich geringerem Zeitaufwand absolviert werden kann.

Das Einstiegsalter für den Grundkurs liegt bei 12 Jahren, für die D- und C-Kurse jeweils bei 13 Jahren. Alle Kurse stehen auch Erwachsenen jeden Alters offen. Der nächste C- und D-Kurs startet am 1. November 2018. Aufnahmeprüfung ist am 19. September 2018, um 15 Uhr, in Speyer. Anmeldeschluss ist der 31. August 2018. Ein Eintritt in den Grundkurs ist auch im Laufe des Jahres möglich.

Weitere Unterrichtsorte für den Einzelunterricht sind Neustadt, Ludwigshafen-Rheingönheim, Zweibrücken, Pirmasens, Dahn, Blieskastel, Rheinzabern und Weisenheim am Sand.

Weitere Auskünfte:

Sekretariat der Abteilung Kirchenmusik

Bürozeiten: Montag bis Freitag 9.00-12.00 Uhr

Telefon: 06232/10093-20

E-Mail: kirchenmusik@bistum-speyer.de

Homepage: www.kirchenmusik-bistum-speyer.de

 

Informationsveranstaltungen an den Standorten:

  • Speyer:               16. Mai 2018, 17:30 Uhr, Haus der Kirchenmusik, Hasenpfuhlstr. 33b
  • Landau:                6. Juni 2018, 16:30 Uhr, Pfarrheim St. Maria, Marienring 4
  • Kaiserslautern:   16. Juni 2018, 16:00 Uhr, Pfarrheim St. Maria, Marienplatz 22
  • St. Ingbert:           2. Juni 2018, ab 8:30 Uhr, Albertus-Magnus-Gymnasium, Alte Meßstraße, St. Ingbert

Bistum Speyer

21.03.2018


Bischof beruft Dekan Andreas Sturm als neuen Generalvikar

Wiesemann: „Der richtige Mann in dieser Stunde für unser Bistum“ - Amtsantritt zum 10. Juni 2018

Pfarrer Andreas Sturm, der neue Generalvikar des Bistums Speyer ab dem 10. Juni 2018

Speyer - Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann beruft Pfarrer Andreas Sturm als neuen Generalvikar. Er wird die Aufgabe zum 10. Juni, dem Tag der Bischofsweihe seines Vorgängers Dr. Franz Jung, übernehmen. „Er ist der richtige Mann für das Amt des Generalvikars in dieser Stunde für unser Bistum und ich habe volles Vertrauen in ihn“, erklärte Bischof Wiesemann anlässlich der Bekanntgabe seiner Entscheidung.

Andreas Sturm (43) stammt aus Gerolsheim bei Frankenthal und wurde im Jahr 2002 zum Priester geweiht. Er wirkte als Kaplan in der Pfarrei St. Maria in Landau und als Jugendseelsorger für das Dekanat Landau. Im Jahr 2004 wechselte er als Referent für die Ministrantenseelsorge nach Speyer und wurde geistlicher Leiter des KJG-Diözesanverbandes. 2010 wurde er zum Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gewählt und bekam die Leitung des bischöflichen Jugendamtes übertragen. Von 2005 bis 2014 wohnte Andreas Sturm in Burrweiler, half dort in der Seelsorge der Pfarreiengemeinschaft mit und betreute die Wallfahrt auf den Annaberg. Im Januar 2015 wurde er Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft St. Ingbert mit sieben eigenständigen Pfarreien, seit 2016 leitet er die Pfarrei Heiliger Ingobertus in St. Ingbert. Im Juni 2016 wurde er zum Dekan des Dekanats Saarpfalz gewählt.

Wiesemann: „Große Fähigkeit, mit Weitblick und Menschennähe zu leiten“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

„Andreas Sturm bringt reichliche, basisnahe seelsorgerliche Erfahrungen mit, gleichzeitig ist ihm das Ordinariat in Speyer durch seine Jahre als Jugendpfarrer und Leiter des Jugendamtes nicht fremd“, betonte Bischof Wiesemann. Andreas Sturm habe das Herz bei der Jugend, habe sich als Pfarrer der zweitgrößten Pfarrei im Bistum in Pastoral und Verwaltung bewährt und könne Menschen begeistern und mitnehmen. „Er hat in allen Wirkungsbereichen bis hin zum Amt des Dekans eine große Fähigkeit bewiesen, mit Weitblick und Menschennähe Leitungsverantwortung zu übernehmen“, so der Bischof. Darauf komme es für das Bistum jetzt besonders an: „Wir stehen vor der Aufgabe, die grundlegende pastorale Reform von 2015, deren tatkräftige Umsetzung wir unserem scheidenden Generalvikar im Wesentlichen verdanken, mit dem Geist zu erfüllen, „der lebendig macht“, und gemeinsame Visionen zu erarbeiten, die uns helfen, die richtigen Entscheidungen mit Mut für unser Bistum voranzubringen.“

In einem persönlichen Schreiben an die Pfarrei Heiliger Ingobertus und das Dekanat Saarpfalz bittet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gläubigen darum, ihren bisherigen Pfarrer „in seiner neuen Aufgabe für das Bistum mit ihrer Sympathie und ihren Gebeten zu begleiten“. Er wisse darum, dass vielen sein Abschied aus St. Ingbert nicht leicht falle. „Auch mir ist es nicht einfach von der Hand gegangen, ihn mitten aus dieser so verheißungsvoll begonnenen Aufgabe herauszunehmen und zu bitten, mir in meinem bischöflichen Dienst für die Diözese als Generalvikar zur Seite zu stehen“, bekennt Bischof Wiesemann. Drei Jahre lang habe Andreas Sturm „mit großer Leidenschaft und Hingabe“ als Pfarrer und Dekan gewirkt. Dabei habe er sich „ganz der Aufgabe hingegeben, die neue Pfarrei zusammenzuführen und die Gemeinschaft im Dekanat zu stärken.“ Es sei ihm gelungen, „viel gemeinsames Vertrauen in die Zukunft“ aufzubauen. Der Bischof sichert den Gläubigen in St. Ingbert zu: „Ich weiß, dass die Pfarrei Heiliger Ingobertus einen guten neuen Pfarrer braucht. Ich werde mich nach Kräften bemühen, dass sie diesen auch möglichst schnell erhält.“

Andreas Sturm: „St. Ingbert ist für mich ein Stück Heimat geworden“

Für Andreas Sturm bedeutet die Entscheidung des Bischofs nach eigenen Worten „eine große Ehre, aber auch eine Aufgabe, die mir Respekt einflößt, denn der Vorgänger im Amt, Dr. Franz Jung, designierter Bischof von Würzburg, hat dieses Amt großartig ausgefüllt und es sind sehr große Fußspuren, die er hinterlässt.“ Der Weggang von St. Ingbert falle ihm nicht leicht. „St. Ingbert ist für mich ein Stück Heimat geworden“, schreibt er in einer persönlichen Mitteilung an die Gläubigen. „Sie alle haben dazu beigetragen und haben mich hier herzlich und wohlwollend aufgenommen.“ Die neue Pfarrei und ihre sechs Gemeinden seien auf einem guten Weg, aber es sei auch noch viel zu tun. „Ich wäre sehr gerne noch weiter bei Ihnen geblieben, aber ich verstehe auch die diözesanen Notwendigkeiten und will dem Wunsch des Bischofs nachkommen“, so Andreas Sturm.

Der Generalvikar ist das „alter ego“ des Bischofs

Dr. Franz Jung, der neue Bischof von Würzburg

Der Generalvikar hat im Aufbau der katholischen Kirche eine besondere Stellung: Er ist das „alter ego“ und damit wichtigster Mitarbeiter des Bischofs. Er steht an der Spitze des Bischöflichen Ordinariats und leitet die kirchliche Verwaltung. Der bisherige Generalvikar Dr. Franz Jung, der das Amt seit dem Jahr 2009 innehatte, wurde im Februar dieses Jahres von Papst Franziskus zum neuen Bischof von Würzburg ernannt. Seine Bischofsweihe findet am 10. Juni in Würzburg statt. Stellvertretender Generalvikar des Speyerer Bischofs ist Domkapitular Josef Damian Szuba, Leiter der Hauptabteilung Personal des Bischöflichen Ordinariats.

Bistum Speyer

20.03.2018


„Schöpfungsverantwortung nicht nur eine Frage für Umweltspezialisten“

Umweltbeauftragten der deutschen Bistümer trafen sich zu Jahrestagung in Speyer – Gottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann – Diskussion über Nachhaltigkeit mit Experten der BASF

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (7.von links) mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jahrestagung der Umweltbeauftragten der deutschen Bistümer.

Speyer / Ludwigshafen - Zu ihrer Jahrestagung haben sich die Umweltbeauftragten der deutschen Bistümer im Priesterseminar St. German in Speyer getroffen. In einem Gottesdienst in der Kapelle des Priesterseminars ermutigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Teilnehmer der Tagung, ihr Engagement in Umweltfragen auch als geistlichen Prozess zu begreifen und zu gestalten. „Wie wir heute verantwortlich mit der Schöpfung umgehen können, ist nicht nur eine Frage für Umweltspezialisten. Sie ist auch nicht allein mit Fachwissen zu beantworten, sondern erfordert eine Grundhaltung, die aus dem Bewusstsein lebt, dass das Geheimnis der Schöpfung heilig ist und letztlich etwas für den Menschen Unverfügbares in sich trägt.“ Der nachhaltige Einsatz für die Vielfalt und Fülle der Schöpfung auch für nachfolgende Generationen sei immer mehr ein „Akt des praktischen Glaubens“ und für die Kirche „eine Bewährungsprobe ihrer Glaubwürdigkeit“. Der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung sei heute mehr denn je mit den „großen sozialen Herausforderungen unserer Zeit“ verknüpft, wie Wiesemann am Beispiel der weltweiten Flüchtlingsbewegungen deutlich machte. „Es bedarf einer tiefen spirituellen Umkehr. Sie bedeutet einerseits Verzicht, auf der anderen Seite ist sie eine Chance, den tieferen Sinnzusammenhang des Lebens wiederzugewinnen und wieder mehr Freude am Geschenk der Schöpfung zu empfinden“, so der Bischof.

Zu dem dreitägigen Treffen gehörte auch eine Exkursion der Umweltbeauftragten zum Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen. An die Besichtigung der BASF-Umweltzentrale schloss sich eine Gesprächsrunde zur Frage der Nachhaltigkeit an. „Die Jahrestagung dient auch der gegenseitigen Information über konkrete Vorhaben und Projekte in den einzelnen Bistümern“, erklärte Mattias Kiefer, Umweltbeauftragter des Erzbistums München und Freising und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der deutschen (Erz-)Diözesen.

Der Umweltbeauftragte des Bistums Speyer Steffen Glombitza berichtete den Kollegen unter anderem über das Pilotprojekt „Energiemanagement“, das Pfarreien in die Lage versetzen soll, ihren Energieverbrauch zu optimieren. Des Weiteren informierte er über zwei ökumenische Projekte: das aktuelle Exerzitienprojekt „erd-verbunden“ und das geplante Projekt „Trendsetter Weltretter – einfach anders konsumieren“, das Anregungen vermitteln wird, wie man mit kleinen Veränderungen im Alltag der Schöpfungsverantwortung besser gerecht werden kann.

Video-Statement von Mattias Kiefer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten, über die Ziele der Jahrestagung:

https://www.facebook.com/dein.Bistum/videos/2054996851448504/

Video-Einblicke in die Tätigkeit der Umweltbeauftragten einzelner Bistümer:

https://www.facebook.com/dein.Bistum/videos/2056147238000132/

Weitere Informationen zum ökumenischen Exerzitienprojekt „erd-verbunden“:

https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5304&cHash=d0407d901575f6f496c8668c8e863445

Weitere Informationen zur Tätigkeit des Umweltbeauftragten des Bistums Speyer:

https://www.bistum-speyer.de/rat-und-hilfe/informationen-zu-umweltfragen/

Kontakt:

Bistum Speyer
Umweltbeauftragter Steffen Glombitza
Pfarrer-Peter-St. 1
66440 Blieskastel
Tel.06842/7060205
E-Mail: umweltbeauftrager@bistum-speyer.de

Bistum Speyer

16.03.2018


Bischof Jean Damascène Bimenyimana verstorben

Bistum Speyer trauert um den Bischof seines ruandischen Partnerbistums

Bischof Jean Damascène Bimenyimana

Cyangugu - Am 11. März ist Bischof Jean Damascène Bimenyimana, der Bischof des Speyerer Partnerbistums Cyangugu in Ruanda, verstorben. Er wurde1997 von Papst Johannes Paul II. zum zweiten Bischof des 1981 gegründeten Bistums Cyangugu ernannt. Sein bischöflicher Wahlspruch lautete: „In humilitate et caritate - In Demut und Liebe“. In seiner Amtszeit besuchte er mehrere Male das Bistum Speyer und empfing umgekehrt auch mehrfach Besuch von kirchlichen Repräsentanten und pfarrlichen Gruppen aus der Pfalz. „In den Begegnungen mit Bischof Bimenyimana wurde auf bewegende Weise spürbar, welche Bereicherung Kontakte in die Weltkirche bedeuten können. Auf der Grundlage von Offenheit, Solidarität und der Bereitschaft, am Leben des Gegenübers Anteil zu nehmen, konnte sich eine Partnerschaft entwickeln, in der wir vieles voneinander und miteinander lernen können“, äußerte sich Weihbischof Otto Georgens, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, zum Tod von Bischof Jean Damascène Bimenyimana, der am Sonntag nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

Die Partnerschaft zwischen den Bistümern Speyer und Cyangugu ist aus der 1982 begründeten Partnerschaft zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und Ruanda hervorgegangen. Am Anfang stand die Reise einer Speyerer Delegation ins neue Partnerland Ruanda. Bischof Dr. Anton Schlembach sagte zum Start der Partnerschaft im Jahr 1984: „Es soll eine Partnerschaft, keine Patenschaft angestrebt werden. Sie soll in einem wechselseitigen Geben und Nehmen bestehen.“ Dieses Ziel wurde in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Kontakten und Projekten immer mehr verwirklicht. Dabei ging es um praktische Hilfe, wie zum Beispiel beim Bau eines Kleinen Seminars in Cynagugu oder nach dem großen Erdbeben im Jahr 2008. Entscheidender jedoch waren die menschlichen Begegnungen, die vor allem zwischen den Pfarreien Kaiserslautern (St. Martin), Erfenbach und Waldsee zu ihren ruandischen Partnerpfarreien geknüpft wurden. Auch zwischen Schulen, Ordensgemeinschaften und anderen Einrichtungen sind so im Lauf der Jahre Verbindungen gewachsen, die häufig in konkrete Projekte einmündeten. So bezieht das Bistum Speyer seit dem Jahr 2012 qualitativ hochwertigen und fair gehandelten Kaffee aus Kaffeeplantagen aus dem Südwesten Ruandas, die in einer kleinen Kaffeemanufaktur in Landau geröstet werden. Ein Freiwilligenprogramm bietet seit 2014 Jugendlichen aus Deutschland die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst im Südwesten Ruandas zu leisten. Aktuell setzt sich das Bistum Speyer dafür ein, dass das Krankenhaus in Mibilizi modernisiert wird.

Das Bistum Cyangugu liegt im Drei-Länder-Eck von Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Burundi. Rund 700.000 Menschen leben im Bereich der Diözese am Kivu-See, etwa 320.000 davon sind Katholiken. Die übrigen gehören vorwiegend protestantischen Kirchen und Gemeinschaften an. Zudem gibt es eine muslimische Minderheit von fünf bis zehn Prozent.

Bistum Speyer

15.03.2018


„Initiative Samuel“ sucht 2000 Beterinnen und Beter

Gebetsanliegen um geistliche Berufungen soll in der Diözese Speyer neu ins Bewusstsein gebracht werden

Speyer - „Wir möchten das Anliegen des Gebetes um geistliche Berufungen in unserer Diözese neu ins Bewusstsein bringen.“ Pfarrer Ralf Feix von der Stabsstelle „Berufe der Kirche im Bistum Speyer“ ist einer von fünf Ideengebern. Gemeinsam haben sie ein neues Projekt aus der Taufe gehoben: die „Initiative Samuel“. Ziel der Initiative ist es, 2000 Beterinnen und Beter im Bistum Speyer – möglichst 200 in jedem Dekanat – zu finden, die das Gebet um geistliche Berufungen zum Herzensanliegen machen, um so das Thema Berufung wach zu halten. Konkret soll um christliche Ehepaare und Familien, Berufungen zum Priester, Diakon und zu Ordensangehörigen, um Berufungen im pastoralen Dienst sowie um Menschen, die Jesus Christus zum Mittelpunkt ihres Lebens machen, gebetet werden.

Dies kann beispielsweise in Gottesdiensten in der Pfarrei, in einer Gruppe oder alleine für sich geschehen. Die Initiativgruppe hat dafür eigens das sogenannte Samuelgebet entwickelt. Dabei ist es ihr wichtig, dass die Beterinnen und Beter nicht im Verborgenen bleiben. Sie möchten die Berufungshelferinnen und -helfer ausfindig machen, etwa um zu erfahren, wo in der Diözese Speyer bereits um Berufungen gebetet wird. Deshalb sind die Beter aufgerufen, sich anzumelden und so Teil einer Gemeinschaft zu werden. „Durch die Beitrittserklärung bekunden sie, dass es ihnen wichtig ist, um Berufungen zu beten“, erläutert Ralf Feix. Sie unterstreiche die Verbindlichkeit und Ernsthaftigkeit, sich zu beteiligen.

Die Initiatioren, die sich im September vergangenen Jahres aus der „Runde der Berufung“ – ein Kreis von engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen sowie Ordensleuten im Bistum – gebildet hat, sind sich einig, dass das Projekt auf Dauer angelegt sein soll, denn „das Beten um Berufungen ist zeitlos“. Der Lieferung konkreter und messbarer Ergebnisse erteilt Ralf Feix eine klare Absage. „Was aus der Aktion wird, das liegt in Gottes Hand.“ Vorstellungen, wie sich das Ganze entwickelt, gibt es dennoch. So erhofft sich Feix das Entstehen neuer Gebetskreise in den Gemeinden und Pfarreien. „Es wäre schön, wenn ein Gebetsnetzwerk sichtbar wird.“

Um möglichst viele auf das Projekt aufmerksam zu machen, wird in den Pfarreien und Gemeinden mit Infoflyern, Gebetskarten und Plakaten geworben. Darüber hinaus gibt es eine Homepage zum Projekt. Im Spätfrühling bzw. Sommer möchte Ralf Feix mit den angemeldeten Teilnehmern Kontakt aufnehmen, um sich mit ihnen etwa darüber auszutauschen, warum sie sich beteiligen und was an geistlichem Leben in ihrer Pfarrei existiert. Je nachdem wie sich das Projekt entwickelt, kann sich Feix durchaus auch vorstellen, regionale Treffen zu veranstalten, bei denen das Gebet und der Austausch im Mittelpunkt stehen. Die Orden sind aufgerufen, die „Initiative Samuel“ im Gebet zu begleiten. Wenn es nach den Wunschvorstellungen von Ralf Feix geht, so soll sich die Initiative zu einer eigenen Marke der Diözese Speyer entwickeln.

Der Name der Initiative geht auf die Berufungsgeschichte des Jungen Samuel im Alten Testament der Bibel zurück. Er erkennt den Ruf Gottes erst mit Hilfe des Priesters Eli.

Weitere Infos/Anmeldung unter www. ­initiative-samuel.de

Text: Petra Derst

12.03.2018


„Der Bischof ist Zeuge für die Wahrheit“

Bistum gedenkt mit Gottesdienst im Dom der Amtseinführung von Dr. Karl-Heinz Wiesemann vor zehn Jahren – Generalvikar Dr. Franz Jung würdigt Bischof Wiesemanns Fähigkeit, sich in Situationen hineinzufühlen und den „großen Bogen“ zu spannen

Speyer - Mit einem feierlichen Pontifikalamt am vierten Fastensonntag Laetare erinnerte das Bistum Speyer an die Wahl von Papst Franziskus vor fünf Jahren sowie an die Amtseinführung von Dr. Karl-Heinz Wiesemann als Bischof von Speyer vor zehn Jahren. Viele waren in den Speyerer Dom gekommen, um diese beiden „Jubiläen des Weges“, wie Bischof Wiesemann sie nannte, gemeinsam zu feiern. Er zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Weihbischof Otto Georgens, dem emeritierten Bischof Dr. Michael Wüstenberg, der bis September 2017 im Bistum Aliwal in Südafrika tätig war, Generalvikar Dr. Franz Jung, Domkapitular Dr. Norbert Weis und dem Ludwigshafener Dekan Alban Meißner.

„Ich richte meinen herzlichen Dank an alle, die diesen Weg in den vergangenen zehn Jahren mitgegangen sind“, sagte Bischof Wiesemann in seiner Begrüßung. Die Kirche sei eine Gemeinschaft des Weges, auf dem wir „wie die Emmausjünger mit Christus unterwegs sind“. In seinen Dank bezog er auch seine Familie, seinen Vorgänger den emeritierten Bischof Dr. Anton Schlembach, die Mitglieder des Domkapitels, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bischofshaus, im Bischöflichen Ordinariat, in den Pfarreien und im Dom sowie alle Gläubigen ein. Dem evangelischen Kirchenpräsidenten Christian Schad sagte er Dank für die positive ökumenische Weggemeinschaft, dem Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger für das gute Miteinander von Stadt und Kirche.

„Die Wahrheit zu tun, heißt auch, Veränderungen und Umbrüche als solche zu erkennen und sie offen zu benennen. Sie haben das erkannt und deshalb einen der einschneidendsten Veränderungsprozesse in unserem Bistum seit seiner Neugründung vor 200 Jahren eingeleitet“, würdigte Generalvikar Dr. Franz Jung in seiner Predigt die „Grundhaltungen, die Sie als Bischof auszeichnen und die die letzten zehn Jahre maßgeblich dazu beigetragen haben, dass dieser Prozess gelingen konnte.“ Exemplarisch nannte er die „vertrauensvolle und damit tragfähige Beziehung zu den Priestern des Bistums“. Zugleich verstehe es Bischof Wiesemann, „die Herzen der Menschen zu erreichen und den Inhalt der Glaubenslehre so zu vermitteln, dass er ihnen als Wahrheit für ihr eigenes Leben aufleuchtet“. Seine „Fähigkeit, Stimmungen und Gestimmtheiten geradezu seismographisch zu erspüren“, habe in zugespitzten Situationen mehrfach dazu beigetragen, „dass der Gesprächsfaden in unserem Bistum nie abgerissen ist, trotz aller Probleme und offenen Fragen“.

Evangelischer Kirchenpräsident Schaad gratulier Bischof Wiesemann zum Jubiläum

Generalvikar Jung hob auch Wiesemanns Fähigkeit hervor, „den gegenwärtigen Moment in ein größeres Ganzes einzuordnen“. Wer wie er den „großen Bogen“ spanne, sehe weiter und verstehe es, die aktuellen Probleme in einen größeren Kontext einzuordnen. „Das enthebt nicht den Herausforderungen der Gegenwart. Aber es nimmt ihnen den Schrecken, der einen zuweilen atemlos macht und entmutigt.“ Zum aufrichtigen Benennen der Wahrheit gehöre für Bischof Wiesemann auch der Hinweis auf die „Widersprüchlichkeit der Welt und das Unabgegoltene eines jeden Lebens“. Als „dialektischer Denker, der sie durch und durch sind, gelingt es Ihnen, die Phänomene des Lebens in ihrer oftmals verwirrenden Gebrochenheit wahrzunehmen“, attestierte er Bischof Wiesemann die „große und seltene Begabung, Komplexität zu denken“. Gleichzeitig werde er nicht müde, darauf hinzuweisen, „wie sehr diese Abbruchkante des Lebens seit dem Kreuzestod des Herrn auf Golgotha als Riss durch die Welt und eines jeden Menschen Leben geht“. Er wisse darum, dass „Auferstehung zu neuem Leben nicht geht, ohne sich diesem Bruch ehrlich zu stellen“.

Wiesemanns bischöflichen Wahlspruch „Maior omni laude – Größer als alles Lob“ bezeichnete Generalvikar Jung als Hinweis darauf, dass „die größere und immer neue Wahrheit für uns endliche Menschen nur im Modus des Komparativs“ zu haben sei. Weil Gott immer größer sei, deshalb könne man ihn nie erreichen. „Gut ignatianisch im Komparativ zu leben“ heiße daher, „Erreichtes immer neu zu überschreiten, weil der Mensch in Christus schon längst zu Gott hin überschritten und zu ihm erhoben ist.“

In seinem Schlusswort betonte Bischof Wiesemann, dass die vielfältigen Begabungen und Charismen der wahre Schatz der Kirche sind. „Als Christen sind wir heute gemeinsam aufgerufen, in unsere Zeit hinein deutlich zu machen, welche Kraft im Glauben steckt und auch wie schön unser Glaube ist.“ Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domorganist Markus Eichenlaub gestaltet. Es erklangen unter anderem Werke von Palestrina und Schütz. Ein Umtrunk in der Vorhalle des Domes bot im Anschluss an den Gottesdienst Gelegenheit zum Gespräch und zur persönlichen Begegnung.

Bildergalerie zum Gottesdienst und anschließenden Empfang: https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bildergalerie-fastensonntag-laetare-2018/

Weitere Informationen zum zehnjährigen Bischofsjubiläum von Dr. Karl-Heinz Wiesemann: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6309&cHash=a76700d1a3ef0ca98427238ee7150df9

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Landry

12.03.2018


Trauer um Mainzer Kardinal Karl Lehmann

Beim Ökumenischen Kirchentag 2015 in Speyer hatte er dazu ermutigt, auf dem Weg der Ökumene entschlossen voranzugehen – Bischof Wiesemann: „Mann des Dialogs, der für ein weltoffenes und lebenbejahendes Christentum stand“

Mainz/Speyer - Große Trauer hat die Nachricht vom Tod des Mainzer Kardinals Karl Lehmann im Bistum Speyer ausgelöst. Er starb am vierten Fastensonntag Laetare (11. März) im Alter von 81 Jahren.

„Sein Leben und Werk sind in seinem bischöflichen Wahlspruch ‚State in fide – Steht fest im Glauben‘ prägnant zusammengefasst“, erklärte der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der im Herbst 2016 die Nachfolge von Kardinal Karl Lehmann als Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz angetreten hat. Kardinal Lehmann habe den Glauben in unverbrüchlicher Treue zum Evangelium und zur kirchlichen Tradition, aber auch in Treue zu den Menschen in den Sorgen und Nöten der Gegenwart verkündet. „Er war ein Mann des Dialogs, der für ein weltoffenes, lebensbejahendes Christentum stand“, würdigte Bischof Wiesemann das Wirken Kardinal Lehmanns, der von 1987 bis 2008 als Vorsitzender an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz stand. Zugleich sei er ein „Mann der Wissenschaft“ gewesen, dessen Leben und Wirken Zeugnis davon gebe, dass sich Glaube und Vernunft nicht gegenseitig ausschließen, sondern wechselseitig bereichern können. Auch die Zusammenarbeit im Kreis der oberrheinischen Bischöfe habe von der geistlichen Tiefe und dem weiten Horizont Kardinal Lehmann wertvolle Impulse erfahren, zum Beispiel bei den traditionellen Martinsempfängen des Katholischen Büros Mainz.

Bischof Wiesemann erinnerte an Kardinal Lehmanns Auftritt beim Ökumenischen Kirchentag 2015 in Speyer und würdigte besonders seinen Einsatz für die Ökumene. Der Vortrag von Kardinal Lehmann zum Thema „Auf dem Weg zur Einheit: Ökumene – Woher kommen wir, wo stehen wir, wohin gehen wir?“ war einer der Höhepunkte des Ökumenischen Kirchentags 2015 in Speyer gewesen. Damals hatte Kardinal Lehmann in der vollbesetzen Kirche St. Josef zu einer Hoffnung aufgerufen, die „sich nicht zufrieden gibt mit dem, was wir bisher erreicht haben, sondern die uns wirklich nach vorne hin beflügelt und mutig macht“. Kardinal Lehmann warb für eine „heilige Ungeduld“, gleichzeitig mahnte er Nüchternheit und Glaubwürdigkeit der ökumenischen Arbeit an: „Es gibt im Leben des Glaubens nie bloß breite Pracht- und Königsstraßen ohne verschlungene Pfade, Umwege und Holzwege, Abwege und Irrwege.“ Den Ökumenischen Kirchentag in Speyer hatte Kardinal Lehmann als „wunderbaren Ausdruck“ dafür gesehen, „dass wir auf dem Weg der Ökumene noch vieles entdecken können, was uns gemeinsam ist.“ Wie bei einer eingestürzten Brücke seien zwischen den Konfessionen doch viele verlässliche Pfeiler stehen geblieben: „Uns verbindet mehr Gemeinsames als uns Trennendes hindert.“

Karl Lehmann, der 1936 im schwäbischen Sigmaringen geboren wurde, startete seine Laufbahn in der Wissenschaft. Er promovierte in Theologie und Philosophie und erlebte als Assistent von Karl Rahner das Zweite Vatikanische Konzil in Rom (1962 bis 1965) aus nächster Nähe. Als Professor wirkte er an den Universitäten Mainz und Freiburg, bevor er 1983 zum Bischof von Mainz berufen wurde. 1987 wählte das Bischofskollegium ihn zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofkonferenz. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal. Im Mai 2016, zu seinem 80. Geburtstag, reichte er als Bischof von Mainz seinen Rücktritt ein.

Text: Bistum Speyer Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

12.03.2018

Weihbischof Otto Georgens zu Besuch in der Pfarrei Heilige Edith Stein in Ludwigshafen

Zweitägige Visitation dient der Kommunikation zwischen Pfarrei und Bistumsleitung – Gespräche und Begegnungen mit Mitgliedern der Pfarreiräte und den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Das Foto zeigt (in der Mitte) Diakon Karl-August Wendel, Pfr. Christian Eiswirth und Weihbischof Otto Georgens beim Treffen mit den Gemeindeausschüssen St.-Albert Pfingstweide, Maria Königin Edigheim, St.-Martin Oppau

Ludwigshafen - Weihbischof Otto Georgens hat am 1. und 2. März die Pfarrei Heilige Edith Stein in Ludwigshafen besucht und eine bischöfliche Visitation durchgeführt. Auf dem Weg zur Umsetzung von „Gemeindepastoral 2015“ sind die Visitationen ein wichtiges Instrument für den unmittelbaren Kontakt zwischen dem Bischof, dem Weihbischof und den Pfarreien. Weihbischof Georgens feierte mit der Pfarrei Gottesdienste in der Kirche Maria Königin in Ludwigshafen-Edigheim sowie in St. Martin in Ludwigshafen-Oppau, führte Gespräche mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Vorsitzenden des Pfarreirats, der Gemeindeausschüsse und des Verwaltungsrats und traf sich mit den Leitungen aller Kindertagesstätten der Pfarrei in der Kindertagesstätte Maria Königin in Ludwigshafen-Edigheim. Ein Begegnungsabend der Gemeindeausschüsse gehörte ebenso zum Besuchsprogramm wie ein Treffen mit allen Mitgliedern des Pfarreirats und des Verwaltungsrats in der Unterkirche von St. Albert in Ludwigshafen-Pfingstweide.

Nach der Neustrukturierung der Pfarreien im Rahmen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ werden die bischöflichen Visitationen der Pfarreien in diesem Jahr wieder aufgenommen. Seit dem 4. Jahrhundert gehören die Visitationen der Pfarreien zu den Aufgaben eines Bischofs. Nach kanonischem Recht ist der Diözesanbischof verpflichtet, seine Diözese mit ihren Pfarreien und Einrichtungen regelmäßig zu visitieren. Je zwei von den zehn Dekanaten des Bistums werden pro Jahr visitiert, in diesem Jahr die Pfarreien in den Dekanaten Ludwigshafen und Kaiserslautern. Die Visitationen werden entweder von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann oder von Weihbischof Otto Georgens durchgeführt. Sie dienen der Weiterentwicklung der Diözese.

Der Schwerpunkt der Visitationen liegt auf dem Pastoralen Konzept liegen, welches ein wichtiger Punkt bei der Umsetzung von Gemeindepastoral 2015 ist und die Pastoralteams in Zusammenarbeit mit dem Pfarreirat erstellen. Das pastorale Konzept umfasst alle pastoralen Handlungsfelder und Aufgaben einer Pfarrei und soll die verbindliche Grundlage der zukünftigen pfarrlichen Arbeit sein. Die Bischöfe interessieren sich vor allem für die Frage, wie die Erstellung des pastoralen Konzepts vorankommt, wo es Schwierigkeiten gibt und was die Pfarreien sich als Unterstützung vom Bischof und dem bischöflichen Ordinariat wünschen. Er verstehe das Bistum als Lerngemeinschaft und die Visitationen als „ein Instrument der Qualitätssicherung, welches den Pfarreien helfen soll, das eigene Handeln zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen“, so Weihbischof Georgens.

Informationen zur Pfarrei: https://www.pfarrei-lu-hl-edith-stein.de/

Text: Bistum Speyer Foto: Horst Heib

05.03.2018


"Der Anfang geht immer mit"

Kardinal Wetter bekennt tiefe Verbundenheit zu Pfalz und Bistum Speyer

Im Festgottesdienst standen neben Kardinal Wetter und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Landaus Dekan Axel Brecht sowie weitere Priester aus dem Bistum Speyer mit am Altar.

Landau - Friedrich Kardinal Wetter hat am 4. März in Landau in einem Pontifikalamt für seine 90 Lebensjahre und die Wurzeln in seiner Pfälzer Heimat gedankt. Im Festgottesdienst standen Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Landaus Dekan Axel Brecht sowie weitere Priester aus dem Bistum Speyer mit am Altar. Unter den Gästen des Gottesdienstes und des anschließenden Empfanges waren unter anderem Kirchenpräsident Christian Schad von der Evangelischen Kirche der Pfalz, Politiker aus Bund und Land sowie Stadtvertreter mit OB Thomas Hirsch an der Spitze.

Noch vor Beginn der eigentlichen Messfeier würdigten sowohl Bischof Wiesemann als auch Dekan Brecht den Jubilar. Axel Brecht überreichte dem Kardinal eine gerahmte Kopie der Taufurkunde: Wetter wurde am 22. Februar 1928 in der Landauer Marienkirche getauft, die er stets als Heimat bezeichnete. Pfarrer Brecht erwähnte, dass Friedrich Wetter die künstlerische Ausstattung der Marienkirche sehr stark gefördert habe. Bischof Wiesemann schenkte Wetter einen Abguss vom Petrusstab des Papstes, wie er auf einer Gedenktafel am Speyerer Dom angebracht ist und hier an den Besuch Papst Johannes Paul II. 1987 erinnert. Wiesemann dankte seinem Vorvorgänger für alles "was du für die Kirche von Speyer und die Kirche in Deutschland getan hast". Vieles von dem, was Wetter in den bewegten Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Bischof von Speyer auf den Weg gebracht habe, sei heute noch spürbar und tragfähig. Wie Bischof Wiesemann erwähnte, feiert Kardinal Wetter in diesem Jahr noch zwei weitere große Jubiläen: 50 Jahre Bischofsweihe und 65 Jahre Priesterweihe. "Daher lade ich dich ein, zu diesem Anlass auch ein Pontifikalamt in unserem Speyerer Dom zu leiten."

"Liebe Landauer", mit diesen Worten begann Kardinal Friedrich Wetter seine Predigt. Darin betonte er die Liebe und die Verbundenheit zu seiner Vaterstadt. "Am Abend eines Lebens geht der Blick zurück, an den Anfang des Lebens, an die Wurzeln. Und meine Wurzeln sind hier." Der Anfang geht immer mit, so habe der heilige Augustinus einmal betont. "Und so hat mich auch mein Anfang immer begleitet, an alle Stationen meines Lebens." Im Laufe der Predigt berichtete der frühere Speyerer Bischof und ehemalige Münchener Erzbischof von diesen Anfängen in Landau. Von seiner Familie, die in geprägt und im Glauben erzogen hatte, von den Gottesdiensten in St. Maria und der Jugendgruppe der Pfarrei. "Wir haben hier den Glauben gefeiert und Gemeinschaft mit Christus und untereinander gefunden. Es war eine Freude, zu leben und zu glauben, hier in dieser Kirche und in dieser Stadt." Wetters Rückblick aber schloss nicht nur frohe Erinnerungen ein: "Die Jugendarbeit der Kirche war damals verboten. Aber wir haben uns trotzdem getroffen, wir haben uns das nicht verbieten lassen. Trotzdem hatten wir damals nichts zu lachen", sagte der Kardinal mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus und des Weltkrieges, der schließlich auch Landau erreichte.

In seiner Predigt warb Friedrich Wetter dafür, heute gegen die "Gottvergessenheit" einzustehen. "Gott darf nicht vergessen werden. Wenn wir Christen uns einsetzen, dass Gott immer präsent bleibt, werden wir zum Segen für eine Stadt, für eine Gesellschaft. Nicht, weil wir uns für bessere Menschen hielten, sondern weil wir Gottes Geist der Nächstenliebe, der Toleranz, der Versöhnungsbereitschaft, der Gerechtigkeit einbringen können. Als Christen haben wir diese Aufgabe: Die Liebe Christi in die Welt zu tragen und sie aufstrahlen lassen."

Das Schild dokumentiert: Der Platz am Hauptportal der Marienkirche in Landau wird künftig „Kardinal-Wetter-Platz“ heißen (v.l.): Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Kardinal Friedrich Wetter, OB Thomas Hirsch und Dekan Axel Brecht

Am Ausklang des Gottesdienstes erhielt der Jubilar aus München noch eine besondere Würdigung: Landaus OB Thomas Hirsch überreichte dem Geistlichen ein Straßenschild des künftigen "Kardinal-Wetter-Platzes". Der Platz am Hauptportal der Marienkirche muss zunächst noch saniert werden, dann erhält er offiziell den Namen Wetters, der seit 1994 Ehrenbürger Landaus ist.

Viele Hände schütteln und Glückwünsche entgegennehmen durfte Friedrich Wetter beim anschließenden Empfang im Pfarrheim St. Maria. Pfarrei und Stadt hatten dazu eingeladen, bei "Pälzer Grumbeersupp" und Kuchen dem Kardinal zu begegnen. Dieser hatte am Bad in der Menge sichtlich große Freude.

Hubert Mathes

05.03.2018


Erstmals können Rollstuhlfahrer in die Krypta und das Querhaus gelangen

Anschaffung einer Treppenraupe für den Speyerer Dom

Speyer - Mit Unterstützung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer konnte das Domkapitel eine Treppenraupe zum Transport von Rollstuhlfahrern anschaffen. Dieses Gerät ermöglicht es mobilitätseingeschränkten Menschen, sicher und bequem in die Krypta oder das Querhaus zu gelangen. Da das Gerät aus Sicherheitsgründen ausschließlich von eingewiesenen Personen in Betrieb genommen werden darf, bittet das Domkapitel um Voranmeldung für die Nutzung der Treppenraupe. Information und Anmeldung finden gehbehinderte Menschen auf der Website des Doms unter www.dom-zu-speyer.de/besucherinformationen/barrierefreiheit/

Als der Dom vor beinahe 1000 Jahren gebaut wurde, war Barrierefreiheit noch kein Thema. In neuerer Zeit beschäftigt sich das Domkapitel fortwährend mit der Frage, wie der Dom für Menschen mit Einschränkungen besser erschlossen werden kann. Die Überwindung von Treppen im Dom muss dabei sowohl auf die Bedürfnisse der Besucher als auch auf die historisch gewachsene Bausubstanz Rücksicht nehmen. Unter Einbeziehung der Seelsorge für Menschen mit Behinderung und der kirchlichen Denkmalpflege wurden verschiedene Modelle einer praktischen Erprobung unterzogen. Die Wahl fiel schließlich auf die Treppenraupe „Jolly Ramp“. Entscheidend ist, dass die Besucher dieses Gerät mit ihrem eigenen Rollstuhl nutzen können und nicht, wie bei anderen Modellen, umgesetzt werden müssen. Ein weiteres Auswahlkriterium war, dass die Nutzung sicher und einigermaßen zügig erfolgen kann. Ein Modell, mit dem auch das spiralförmige Treppenhaus zum Kaisersaal sowie zum Turm bewältigt werden kann, konnte nicht gefunden werde, da bei einer Strecke über mehr als 90 Stufen die Sicherheit nicht ausreichend gewährt werden könnte.

Finanziert wurde die Treppenraupe im Speyerer Dom durch die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Hilfe erhielt die Stiftung von einer Spenderin, die ungenannt bleiben möchte. Nach der Finanzierung des barrierefreien Portals durch den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Dr. Manfred Fuchs, konnte hier abermals ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion getan werden.

Text: Bistum Speyer Foto: Domkapitel Speyer, Klaus Landry

03.02.2018


Dr. Karl-Heinz Wiesemann seit zehn Jahren Bischof von Speyer

Pontifikalamt im Speyerer Dom am 11. März – Nach dem Gottesdienst Möglichkeit zur persönlichen Begegnung in der Vorhalle des Domes

Speyer - Mit einem feierlichen Pontifikalamt am Sonntag, den 11. März, um 10 Uhr erinnert das Bistum Speyer an die Wahl von Papst Franziskus vor fünf Jahren sowie an die Amtseinführung von Dr. Karl-Heinz Wiesemann als Bischof von Speyer vor zehn Jahren. Generalvikar Dr. Franz Jung lädt die Gläubigen zur Mitfeier des Pontifikalamtes im Dom zu Speyer ein. Er erklärt: „Beim Zehnten denkt man in der Pfalz an Zehntscheuer oder Zehntkeller und Weinzehnt.“ Schon seit alttestamentlichen Zeiten gelte der Zehnte als die Dankesgabe, „die die Gläubigen Gott schulden für alles Gute, was sie aus seiner Hand empfangen haben“. Dankbarkeit bewege das Bistum Speyer „auch beim diesjährigen Zehnten: den zehn Jahren des Episkopats von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann“. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Mitfeiernden in der Vorhalle des Domes zu einem Umtrunk eingeladen. Im Rahmen eines geselligen Beisammenseins besteht die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mit dem Bischof.

Bischof Wiesemann stammt aus Ostwestfalen, wo er 1960 in Herford geboren wurde. Die Priesterweihe empfing er am 10. Oktober 1985 in Rom. Nach der Kaplanszeit und der Promotion (Thema: „Zerspringender Akkord. Das Zusammenspiel von Theologie und Mystik bei Karl Adam, Romano Guardini und Erich Przywara als theologische Fuge") wirkte er ab 1994 als Pfarrer in Menden-Bösperde und als Propst in Brilon. 2002 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof des Erzbistums Paderborn ernannt. Als Bischofsvikar war er für die Priesterfortbildung und Berufungspastoral sowie für die Bereiche Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur verantwortlich.

Als 96. Bischof von Speyer im Jahr 2008 eingeführt

Papst Benedikt XVI. ernannte Wiesemann am 19. Dezember 2007 zum Nachfolger des emeritierten Speyerer Bischofs Dr. Anton Schlembach. Am 2. März 2008 wurde er im Speyerer Dom in sein Amt eingeführt. Als Bischof trägt er die Verantwortung für die Leitung des Bistums Speyers, das die Pfalz und den Saarpfalzkreis umfasst und in dem rund 540.000 Katholiken leben.

Ein zentrales Thema seiner bisherigen Amtszeit war die Erneuerung der Seelsorge. Im Jahr 2009 wurde dazu der Prozess „Gemeindepastoral 2015“ gestartet. In dessen Verlauf hat das Bistum Speyer 70 neue Pfarreien gebildet und ein neues Seelsorgekonzept entwickelt. Es sieht als leitende Perspektiven die Spiritualität, die Evangelisierung, die Anwaltschaft und die Einbindung in die weltweite Kirche vor.

Seit dem Jahr 2016 ist Wiesemann auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Glaubenskommission sowie Mitglied der Ökumene-Kommission. Zugleich steht er als Vorsitzender an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf Bundesebene. Der Einsatz für die sichtbare Einheit der Kirche ist kennzeichnend für sein Engagement. Mehrfach haben in den vergangenen Jahren ökumenische Projekte aus der Pfalz bundesweit Beachtung gefunden, so zum Beispiel die Entwicklung eines Leitfadens für die ökumenische Zusammenarbeit oder die mittlerweile drei ökumenischen Exerzitienwege, die Anregungen zum Dialog über spirituelle Gemeinsamkeiten zwischen den Konfessionen geben.

Von 2011 bis 2016 leitete Wiesemann die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Im Bistum setzte er innovative Impulse unter anderem mit der Einführung eines Qualitätsmanagements in den katholischen Kindertagesstätten sowie die Stärkung der Jugendarbeit in der Dommusik. Ebenfalls dem Kontakt mit der Jugend dienen die seit 2013 stattfindenden Schülertage des Bistums, bei denen jedes Jahr rund 500 Schülerinnen und Schüler aus der gesamten Pfalz und dem Saarpfalzkreis durch persönliche Begegnungen mit Repräsentanten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bistums ihre Kirche auf eine neue Weise kennenlernen.

Pastorale Herausforderungen auf verschiedenen Gebieten

Das Bistum Speyer und Bischof Wiesemann hatten sich in den vergangenen Jahren zahlreichen Herausforderungen zu stellen. Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und der Einsatz für eine stärkere Prävention gehören ebenso dazu wie das Eintreten für eine möglichst weitgehende Transparenz bezüglich des kirchlichen Vermögens und der diözesanen Haushalte. Speyer war eines der ersten Bistümer in Deutschland, das seine Vermögensverhältnisse offengelegt hat. Als 2015 immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hat Bischof Wiesemann die diözesane Hilfsaktion „Teile und helfe“ gestartet und auch selbst eine somalische Flüchtlingsfamilie - eine muslimische Frau mit acht Kindern und ihren Eltern – im Vikarienhof am Domplatz aufgenommen. Veränderten Erwartungen der Gläubigen wie auch der Suchenden galt es in den vergangenen Jahren ebenso Rechnung zu tragen wie einer rückläufigen Zahl von Priestern und pastoralen Mitarbeitern sowie dem sich deutlich abzeichnende Rückgang von Kirchensteuereinnahmen. Mit der Entwicklung einer Zukunftsvision gemeinsam mit den Pfarreien, Räten, Verbänden und Gläubigen im Bistum will Bischof Wiesemann in den kommenden Jahren neue Ideen für das Kirche-Sein unter veränderten Bedingungen entwickeln.

Besondere Bistumsereignisse und Begegnungen mit der Weltkirche

Mit der Feier des 950-jährigen Domweihjubiläums im Jahr 2011 sowie der Feier zum 200-jährigen Jubiläum der Neugründung des Bistums Speyer im vergangenen Jahr unter dem Leitwort „Seht, ich mache alles neu“ sind jeweils viele tausend Menschen nach Speyer geströmt. Auch die Fernsehübertragung des Requiems für Alt-Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl im Sommer des vergangenen Jahres hat dazu geführt, dass sich die Blicke einer breiten Öffentlichkeit auf Speyer richteten.

Bischof Wiesemann wirbt immer wieder dafür, den christlichen Glauben im weiten Horizont der Weltkirche zu leben. So begleitete er zum Beispiel im Jahr 2013 Jugendliche aus Deutschland und dem Bistum zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro und leitete im vergangenen Jahr eine Kundschafterreise des Bistums auf die Philippinen. Die Begegnungen und Lernerfahrungen aus der Weltkirche können auch das Glaubensleben im Bistum befruchten, so seine Überzeugung. Konkret wurde das zum Beispiel in der Kampagne „Gute Leben. Für alle!“ erfahrbar, die der Katholikenrat, das Bistum Speyer und das katholische Hilfswerk Misereor 2013 gemeinsam gestartet haben. Sie gibt Impulse, das eigene Verhalten hinsichtlich der globalen Herausforderungen, denen die Menschheit heute gegenübersteht, kritisch unter die Lupe zu nehmen. Dabei geht es um die Bewahrung der Schöpfung ebenso wie um globale Gerechtigkeit im Verhältnis zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern – eine Initiative, die durch die Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus eine starke Bekräftigung erfahren hat.

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Hoffmann; Bistum Speyer

28.02.2018


Würzburger Domkapitel zu Besuch in Speyer

Bischofsweihe in Würzburg am 10. Juni - Uhrzeit ist noch offen – Weihe durch Bischöfe Schick, Wiesemann und Hofmann

Speyer - Um seinen neuen Bischof kennenzulernen, ist das Würzburger Domkapitel heute nach Speyer gereist. Auf dem Domplatz wurden die Würzburger Domkapitulare unter Leitung von Weihbischof Ulrich Boom von Generalvikar Dr. Franz Jung, der am 16. Februar von Papst Franziskus zum neuen Bischof von Würzburg ernannt wurde, willkommen geheißen. Im Sitzungssaal des Bischöflichen Ordinariats fand ein erstes Treffen mit dem designierten Bischof und dem Speyerer Domkapitel statt. „Es war eine sehr herzliche Begegnung“, so Generalvikar Jung über das Gespräch. Domkustos Peter Schappert führte die beiden Domkapitel anschließend durch den Speyerer Dom.

Vereinbart wurde bei der Begegnung, dass die Bischofsweihe in Würzburg am Sonntag, den 10. Juni, stattfinden soll. Die Uhrzeit ist noch offen. Die Weihe wird durch den Bamberger Erzbischof und Metropolit Dr. Ludwig Schick als Hauptkonsekreator sowie den Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, den unmittelbaren Vorgänger Jungs im Amt des Bischofs von Würzburg, vollzogen.

Begleitet wurde das Würzburger Domkapitel durch eine rund 20-köpfige Delegation fränkischer Journalisten, darunter mehrere Fernseh- und Hörfunkteams. Sie umlagerten den künftigen Bischof und nutzten die Gelegenheit, persönliche Eindrücke zu sammeln.

Weitere Informationen:

https://bischof.bistum-wuerzburg.de/

https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/generalvikar/ernennung-zum-bischof-von-wuerzburg/

Bistum Speyer, Bischöfliches Ordinariat

28.02.2018


Stiftungsrat der Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach neu besetzt

Schönau - Der Stiftungsrat der Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach in Schönau in der Westpfalz wird zum 1. März neu besetzt. Der Schönauer Ortsbürgermeister Rudolf van Venrooy, Prof. Erich Schlick aus Otterstadt, Steuerberater Christian Wolf aus Bad Dürkheim sowie der Pirmasenser Dekan Johannes Pioth haben ihre Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit erklärt und wurden von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann für die Dauer von fünf Jahren zu Mitgliedern des Stiftungsrats ernannt. Der Stiftungsrat beschließt unter anderem die Jahresabschlüsse sowie den jährlichen Haushaltsplan der Bildungs- und Freizeitstätte. „Wir sind froh, dass die personelle Vakanz damit beendet ist. In dem neuen Stiftungsrat verbinden sich Erfahrungen und Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen. Wir sind zuversichtlich, dass damit neue Ideen entwickelt und neue Kooperationen angebahnt werden können“, erklärt Generalvikar Dr. Franz Jung.

Stiftungsvorstand der Heilsbach ist weiterhin Dr. Friedrich Mohr. Die Verantwortung für die Geschäftsführung nimmt als leitende Mitarbeiterin Renate Schmitt wahr. Die Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach wurde 1953 von Prälat Johannes Urich gegründet und verzeichnet pro Jahr rund 15.000 Übernachtungen. Mit bis zu 40 eigenen Veranstaltungen pro Jahr werden unterschiedliche Personengruppen, darunter auch viele Familien und Menschen mit Behinderung, aus dem Bistum Speyer und angrenzenden Regionen und Diözesen angesprochen. Zu der barrierefreien Einrichtung gehören ein Zeltplatz, ein Freibad und eine Mehrzweckhalle mit Platz für bis zu 500 Personen. Aktuell sind in der Heilsbach, die als selbständige Stiftung geführt wird, 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der jährliche Umsatz liegt bei rund einer Million Euro.

Weitere Informationen: https://www.heilsbach-schoenau.de/

Bistum Speyer, Bischöfliches Ordinariat

28.02.2018


Terminkalender des Bistum Speyer im März 2018

  • 23.3.    14.30 Uhr, Besinnungsnachmittag in der Pfarrei Hl. Edith Stein/ Schifferstadt mit Zisterzienserpater Professor Dr. Karl Wallner von Stift Heiligenkreuz in Niederösterreich.
  • 24.3.    Theologentag mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Bischöflichen Priesterseminar St. German in Speyer.
  • 24.3.     9 Uhr bis 16.30 Uhr Frauenbegegnungstag der Frauenverbände kfd und KFDB zum Thema „Du hast die Wahl“ im Kloster Neustadt, Waldstr. 145, in Neustadt.
  • 24.3.    10-17 Uhr, Priesterseminar Speyer, Studientag der Dommusik Speyer zur Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach.
  • 25.3.    10 Uhr Pontifikalamt und Palmweihe mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.
  • 25.3.    13.30 Uhr bis 18 Uhr Aktion zur Jugendsynode unter dem Titel „Glaube. Hoffnung. Liebe“ in der Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen. Veranstalter: BDKJ Speyer
                 17.00 Uhr Gottesdienst mit Bischof in LUMEN
  • 25.3.    16 Uhr Aufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach durch die Dommusik Speyer in der Gedächtniskirche in Speyer.


  • 26.3.    17 Uhr Chrisam-Messe im Speyerer Dom mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
  • 28.3.    1193 Übergabe/Freilassung von Richard Löwenherz vor dem Speyerer Dom (vor 825 Jahren).
  • 29.3.    19.30 Uhr Abendmahlsamt zum Gründonnerstag mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.
  • 30.3.    15 Uhr Karfreitagsliturgie mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.
    Die Predigt hält Weihbischof Otto Georgens.
  • 31.3.    21 Uhr Feier der Osternacht mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.
  • 31.3.    20.30 Uhr Feier der Osternacht mit Weihbischof Otto Georgens in der katholischen Kirche in Lingenfeld.

Bistum Speyer, Bischöfliches Ordinariat

28.02.2018


Studientag zu Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion: Musik von Leid und Leidenschaft

Dommusik Speyer lädt am 24. März in das Priesterseminar in Speyer ein

Speyer - Die Dommusik Speyer lädt am Samstag, 24. März, zu einem Studientag zu der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach ein. Die Veranstaltung mit dem Titel „Musik von Leid und Leidenschaft“ findet von 10 bis 17 Uhr im Priesterseminar in Speyer (Am Germansberg 60) statt.

Der interdisziplinäre Studientag mit dem Musikwissenschaftler und Theologen Meinrad Walter will eingeführte und neue Wege des Verstehens betreten. Unter dem Motto „Hörend verstehen und verstehend hören“ geht es um Fragen nach der musikalisch-dramatischen Gesamtkonzeption des Werkes, nach seinem ursprünglichen gottesdienstlichen „Sitz im Leben“ und nach dem Verhältnis von Wort und Klang. Die Interpretation wichtiger “Szenen“ als komponierte Bibelauslegung wird ergänzt durch Einblicke in Bachs eigenhändige Schönschriftpartitur und durch Aspekte der heutigen Aufführungspraxis.

Die Matthäuspassion ist das kirchenmusikalische Hauptwerk von Johann Sebastian Bach. Seit ihrem erstmaligen Erklingen am Karfreitag des Jahres 1727 in der Leipziger Thomaskirche hält das monumentale doppelchörige Werk nicht nur Musiker in Atem. Auch Philosophen und Choreographen, Literaten und Theologen haben sich mit dieser Musik von Leid und Leidenschaft höchst kreativ auseinander gesetzt. Zudem markiert die spektakuläre Wiederaufführung im Jahr 1829 unter der Leitung des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy den Beginn der Bach-Renaissance, die bis heute weltweit andauert.

Anmeldungen zum Studientag (bis 9. März 2018) werden erbeten:
per mail an dommusik@bistum-speyer.de oder telefonisch im Büro der Dommusik unter 06232/1009310. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 30,-- € (erm. 20,-- €). Im Teilnehmerbeitrag enthalten sind ein Stehkaffee am Vormittag, ein Mittagessen und ein Nachmittagskaffee.

Hinweis:

Am Palmsonntag, 25. März, 16 Uhr, führen der Mädchenchor am Dom zu Speyer, die Speyerer Domsingknaben, der Domchor Speyer und das Barockorchester L’arpa festante die Matthäuspassion von Bach in der Gedächtniskirche in Speyer auf. Solisten sind Anabelle Hund (Sopran), Franz Vitzthum (Altus), Florian Cramer (Tenor), Matthias Horn (Bass); Georg Poplutz übernimmt den Part des Evangelisten, Johannes Weinhuber den Part des Christus. Die Gesamtleitung liegt in Händen von Domkapellmeister Markus Melchiori.
Karten zu 25,- Euro (erm. 20 Euro) im Vorverkauf bei reservix.de und an der Tageskasse ab 15 Uhr.

Weitere Informationen: www.dommusik-speyer.de

Bistum Speyer/Dommusik

27.02.2018


Pilgern auf dem Franziskusweg in Italien

Pilger-Wanderreise von Assisi nach Rieti

Speyer - Vom 17. bis 26. Mai lädt die Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer in Kooperation mit dem Bayerischen Pilgerbüro zu einer geistlich begleiteten Pilger-Wanderreise auf den Spuren des Heiligen Franziskus ein.

In kleinen Gruppen mal schweigend, mal betend, mal im Gespräch miteinander, die Landschaft genießend, erwandern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gegend und Orte, wo Franz von Assisi gelebt und gewirkt hat. Die täglichen Wanderungen mit kleinem Rucksack erstrecken sich zwischen 11 und 18 Kilometern mit An- und Abstiegen über einige hundert Höhenmeter. Unterkunft ist in Hotels und Gästehäusern. Die Anreise erfolgt per Flugzeug.

Ausführliche Informationen bei: Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer, Tel. 06232 / 102 180, email: keb@bistum-speyer.de. Anmeldung beim Pilgerbüro Speyer, Tel. 06232 / 102 423, email: info@pilgerreisen-speyer.de

Bistum Speyer

27.02.2018

Weiterberatung zu Bildungshäusern ohne Zeitdruck

Aussprache beim Diözesanen Forum IX am 24. und 25. August – Gespräche mit BDKJ und Stiftungsrat der Heilsbach - Christophorus-Haus und Heilsbach werden unabhängig voneinander betrachtet

Speyer - „Fest steht: Es wird auch in Zukunft ein Jugendhaus des Bistums geben“, bekräftigte Generalvikar Dr. Franz Jung heute im Gespräch mit dem Vorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Inzwischen ist auch klar, dass das Christophorus-Haus und die Heilsbach jeweils für sich betrachtet werden müssen.“ Die Option, das Jugendhaus von Bad Dürkheim in die Heilsbach nach Schönau zu verlegen, sei damit vom Tisch. Er ermutigte dazu, auch über das Bestehende hinauszudenken und neue Ideen in die Diskussion einzubringen.

Leitend für die Frage, wie es mit den Bildungshäusern weitergeht, sei die Vision von der künftigen Seelsorge. „Die Entwicklung einer solchen Vision wird auf der nächsten Wegstrecke des Bistums Speyer ein zentrales Ziel sein“, erklärte Generalvikar Jung mit Hinweis auf den Hirtenbrief von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zur Fastenzeit, der am kommenden Sonntag in allen Gottesdiensten des Bistums verlesen wird und der das Thema Vision in den Mittelpunkt stellt.

Bei den Beratungen setze das Bistum weiterhin auf Kommunikation und Partizipation. „Im Fall des Christophorus-Hauses werden wir Gespräche mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) führen, hinsichtlich der Heilsbach mit dem Stiftungsvorstand und dem Stiftungsrat“, kündigte der Generalvikar an. Die unmittelbar notwendigen Sicherungs- und Instandhaltungsmaßnahmen wurden für beide Häuser positiv entschieden und beauftragt.

Beim Diözesanen Forum IX am 24. und 25. August soll über die bisherige Diskussion informiert und die Frage zur Zukunft der Bildungshäuser weiter beraten werden. Generalvikar Jung hat auch den Priesterrat, den Katholikenrat und den Pastoralrat eingeladen, sich mit der Frage nach der Zukunft der Bildungshäuser zu befassen. Die Rückmeldungen aus den Räten werden in die Aussprache beim Diözesanen Forum einfließen. Dieses Vorgehen war mit dem Vorstand des Diözesanen Forums bei einem Gespräch Ende Januar gemeinsam festgelegt worden.

Bistum Speyer

22.02.2018


Rund ein Jahr nach Kioskstart hat das Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus mehr als 17.000 Abonnenten – Leser der Bistumszeitung erhalten das Magazin 4 x pro Jahr

Erfolgreicher Marktstart für das Magazin „der pilger“: Ab sofort profitieren auch die Leser der Speyerer Kirchenzeitung vom erweiterten „Kombi-Abo“

Das Magazin „der pilger“ findet bundesweit bei Lesern, Abonnenten und Anzeigenkunden gute Resonanz. Jetzt erhalten Leser der gleichnamigen Bistumszeitung – im Rahmen eines „Kombi-Abos“ – viermal im Jahr das Magazin.

Speyer – Rund ein Jahr nach dem bundesweiten Verkaufsstart am Kiosk zieht der Peregrinus-Verlag in Speyer eine positive Zwischenbilanz für das Magazin „der pilger“: Das Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus hat aktuell mehr als 17.000 Abonnenten. Damit liegt die Aboquote bei rund 55 Prozent. Geschäftsführer Marco Fraleoni erklärt: „Die am 22. Februar erscheinende Frühjahrsausgabe dürfte die Marke von insgesamt rund 30.000 verkauften Exemplaren erreichen!“ Die aktuelle Druckauflage beträgt 75.000 Exemplare. Die verbreitete Auflage klettert auf mehr als 45.000 Magazine. Darunter sind 7.500 Lesezirkel-Exemplare.

Nach positiver Leserbefragung erscheint das Magazin „der pilger“ jetzt auch im Kombi-Abo mit Deutschlands ältester Bistumszeitung in Speyer

Vom positiven Marktstart des Magazins „der pilger“ profitieren jetzt auch die Abonnenten der gleichnamigen Speyerer Kirchenzeitung. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann sagt: „Das Magazin begleitet Menschen auf der Suche nach Sinn und lädt uns ein, anders, bewusster und achtsamer zu leben. Ich gestehe, ich bin ein wenig stolz, weil das Magazin ,der pilger‘ aus dem Verlag der Bistumszeitung kommt und jetzt auch deren Abonnenten erreicht.“

Nach einer positiven Leserbefragung wird das rund 140 Seiten umfassende Magazin fester Bestandteil der 1848 gegründeten Bistumszeitung: Das „Kombi-Abo“ beinhaltet die jeweils zum Sonntag erscheinende Kirchenzeitung und – ab sofort auch viermal jährlich –  das Magazin. Der Jahrespreis für das Abonnement der Bistumszeitung bleibt dabei unverändert.

Neues Magazinformat soll das Themenangebot für neue Leser erweitern

Dr. Franz Jung, Herausgeber und Generalvikar des Bistum Speyer sowie designierter Bischof von Würzburg, erklärt: „Die Erweiterung des bisherigen Pilger-Abos um das neue Magazin ist ein konsequenter und zukunftsweisender Schritt. Denn einerseits wird die eingeführt Marke ,Pilger‘ beibehalten und andererseits um ein neues Format ergänzt, dass aufgrund der Themen für weitere Leser interessant und anschlussfähig ist. So gelingt es, mit christlichen Themen auch Menschen anzusprechen, die nicht zum engen Kreis der Gläubigen gehören."

„ZEIT Verlag“ und „Peregrinus“ mit gemeinsamer Buchungskombination

Aufgrund der fokussierten Ausrichtung und der hohen Leser-Wertschätzung erzielt das Magazin „der pilger“ auch bei Mediaplanern hohe Akzeptanzwerte. Um bei der weltweiten Bewegung „Slow Living“ Leserzielgruppen gezielter anzusprechen, bieten der „ZEIT Verlag“ und „Peregrinus“ so eine gemeinsame Buchungskombination für Anzeigenkunden an.

Weitere Informationen über das Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus bieten der Webauftritt (www.der-pilger.de) und die Facebook-Präsenz (www.facebook.com/pilger.magazin).

Text: Peregrinus GmbH Foto: "Der Pilger", Peregrinus GmbH

22.02.2018


Kardinal Friedrich Wetter wird 90 Jahre

Wurzeln in Landau in der Pfalz - Bischof von Speyer von 1968 bis 1982 - Erzbischof von München und Freising bis 2007 – Gratulation von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

München - Der frühere Bischof von Speyer und emeritierte Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, begeht am 20. Februar seinen 90. Geburtstag. In diesem Jahr kann Kardinal Wetter noch auf zwei weitere Jubiläen zurückblicken: Im Juni vor 50 Jahren wurde er in Speyer zum Bischof geweiht. Im Oktober jährt sich außerdem zum 65. Mal der Tag seiner Priesterweihe. „Diese Jubiläen sind Dir sicher Anlass zur Rückschau und zur Dankbarkeit: für das Geschenk des Lebens, für die Menschen, die darin eine wichtige Rolle spielten und weiterhin spielen, für das, was Du tun durftest und was Dir in diesem Leben widerfahren ist“, schreibt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Brief an den Jubilar. „Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott mit anderem Maß misst als wir Menschen und dass auch die Ereignisse, die uns schwer und unverständlich erscheinen, bei ihm ein eigenes Gewicht und einen eigenen Wert haben.“ Er verbindet mit seinem Glückwunsch den „Dank für Dein segensreiches Wirken hier in der Pfalz und für Deine Verbundenheit mit Deiner Heimatdiözese.“ Er drücke diesen Dank nicht nur in seinem Namen, sondern auch für das ganze Bistum aus.

Friedrich Wetter wurde 1928 als Sohn einer Eisenbahnerfamilie in Landau in der Pfalz geboren. Am Gymnasium Landau machte Wetter 1947 sein Abitur. 1948 begann er sein Philosophiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main. Von 1948 bis 1956 studierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und wurde am 10. Oktober 1953 in der Kirche des Germanicums durch den Generalvikar der Diözese Rom, Kardinal Clemente Micara, zum Priester geweiht.

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann Wetter bereits an der Gregoriana. Dort wurde er 1956 zum Doktor der Theologie promoviert. Thema seiner Dissertation war "Die Lehre Benedikts XII. vom intensiven Wachstum der Gottesschau". 1965 habilitierte er sich in München bei dem Theologen Professor Michael Schmaus mit einer Arbeit über die Trinitätslehre des bedeutenden mittelalterlichen Philosophen und Theologen der Scholastik Johannes Duns Scotus (1266 - 1308).

Von 1956 bis 1958 arbeitete Wetter in der Pfarrseelsorge als Kaplan der Pfarrei St. Josef in Speyer. 1958 wechselte er an das Priesterseminar St. German in Speyer und wirkte dort bis 1960 als Assistent und Dozent. Für kurze Zeit wirkte er zur Mithilfe in der Seelsorge in Glanmünchweiler. 1962 wurde er als Dozent für Fundamentaltheologie an die Philosophisch-Theologische Hochschule in Eichstätt berufen. Ab 1964 wirkte er dort bis 1968 als Professor für Fundamentaltheologie. Zum Wintersemester 1967/68 wurde er als Professor für katholische Dogmatik an die Katholisch-Theologische Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz berufen.

1968 wird Wetter als Nachfolger von Isidor Markus Emanuel der 94. Bischof von Speyer

Nachdem im Februar 1968 der damalige Speyerer Diözesanbischof Isidor Markus Emanuel auf sein Amt verzichtet hatte, ernannte Papst Paul VI. den Theologieprofessor Wetter am 28. Mai 1968 zum 94. Bischof von Speyer. Am Hochfest Peter und Paul, dem 29. Juni 1968, wurde er im Dom zu Speyer zum Bischof geweiht und wählte ein Wort aus dem Johannes-Evangelium zum Leitspruch seines bischöflichen Wirkens: "Pax vobis - Friede sei mit Euch!" (Joh 20, 19). 14 Jahre lang wirkte er als volksverbundener und engagierter bischöflicher Seelsorger in seinem pfälzischen Heimatbistum.

Der neue Bischof trat sein Amt zu einer Zeit an, die innerkirchlich von Optimismus und einer regelrechten Aufbruchstimmung geprägt war. Erst zweieinhalb Jahre waren seit dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils vergangen, das eine Vielzahl tiefgreifender Reformen eingeleitet hatte. Schon gleich nach seinem Amtsantritt setzte der Bischof Überlegungen zur pastoralen Planung und zu einer Reform der Seelsorgestrukturen auf die Tagesordnung. Ziel war eine stärkere Kooperation der Seelsorger, aber auch der Pfarrgemeinden. Als die Reform 1980 abgeschlossen wurde, war das Bistum völlig neu strukturiert: Es gab nicht nur 42 Pfarrverbände mit jeweils einer Pfarrverbandsgeschäftsstelle, auch die Dekanate waren von 22 auf zehn reduziert worden. Mit den Pfarrverbandsräten und den Seelsorgeteams waren neue Organe der Zusammenarbeit entstanden.

Auch die Strukturen der Bistumsverwaltung und des Seelsorgeamtes wurden in Wetters Amtszeit grundlegend geändert. Neue Bildungshäuser entstanden, wie das Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen, das Bildungshaus auf Maria Rosenberg oder die Jugendbildungs- und Freizeitstätte Heilsbach bei Schönau, und auch die Familienbildungsstätten wurden ausgebaut. Ende 1974 erhielt die Diözese zudem eine eigene Akademie. Auch in der Ökumene gab es unter Bischof Wetters weitere Fortschritte. Es entwickelten sich neue Formen institutioneller Zusammenarbeit zwischen Bistum und protestantischer Landeskirche, ebenso wurden in dieser Zeit zahlreiche sozial-karitative Einrichtungen und Angebote in ökumenischer Trägerschaft aufgebaut: von der Telefonseelsorge über Behindertenheime bis hin zu den Sozialstationen.

1982 Ernennung zum Erzbischof von München und Freising

Am 29. Oktober 1982 ernannte Papst Johannes Paul II. Bischof Wetter zum Erzbischof von München und Freising. Er wurde in diesem Amt Nachfolger von Kardinal Josef Ratzinger, den der Papst zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre nach Rom berufen hatte. Ein volles viertel Jahrhundert wirkte Wetter, der 1985 ins Kardinalskollegium der katholischen Weltkirche aufgenommen wurde, als Erzbischof von München und Freising, bis Papst Benedikt XVI. im Februar 2007 seinen Amtsverzicht annahm.

Kardinal Friedrich lebt seither im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in München. Er feiert jedoch nach wie vor Gottesdienste, hält Predigten und ist bei besonderen kirchlichen Anlässen präsent. Der 90. Geburtstag wird auf Wunsch des Jubilars nur im kleinen Kreis gefeiert.

Seiner pfälzischen Heimat blieb Wetter bis heute eng verbunden. Immer wieder war und ist er ein gern gesehener Gast in seinem alten Bistum, ob bei privaten Anlässen oder offiziellen Ereignissen. Am 22. Oktober 2006 leitete er als Legat des Papstes im Speyerer Dom die Seligsprechungsfeier für den Pfälzer Priester und Ordensgründer Paul Josef Nardini. Kardinal Wetter ist Ehrenbürger der Stadt Landau.

Pontifikalamt in der Marienkirche in Landau am 4. März

Anlässlich des 90. Geburtstages von Kardinal Friedrich Wetter findet am Sonntag, den 4. März, in der Marienkirche in Landau ein Pontifikalamt, das von Kardinal Friedrich Wetter selbst zelebriert wird und an dem Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann als Konzelebrant mitwirkt. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr.

Bistum Speyer

19.02.2018


Brückenbauer und Wahrheitssucher

Heitere Festgemeinde: Gottesdienst zum 60. Geburtstag von Kirchenpräsident Christian Schad.

Speyer - (lk). Vertreter aus Kirche und Diakonie, Politik und Gesellschaft, Freunde, Familie und Weggefährten haben am Samstag im Gottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche dem pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad zum 60. Geburtstag gratuliert. „Echt, geradlinig, den Menschen zugewandt, ein Brückenbauer“ – waren sich die Gratulanten einig. „Ein Mensch, der immer offen ist für das Neue und Junge und für das, was sich in unserer Gesellschaft gerade abspielt“, beglückwünschte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Kirchenpräsidenten zum „runden“ Geburtstag. Es sei „ein Zeichen großer Wertschätzung“, dass so viele Gäste nach Speyer gekommen seien, freute sich Oberkirchenrat Michael Gärtner in seiner Begrüßung.

Die Stellvertretende Vorsitzende des Rates der EKD, die westfälische Präses Annette Kurschus, bezeichnete Schad als einen geradlinigen Menschen, der „in Sachen Wahrheit“ keine Halbwahrheiten dulde. Er gehöre zu den Leisen, bei denen man aber aufhorche. In der Kombination aus leise und stark gelinge es dem Vorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen in Deutschland, Brücken zu bauen zwischen unterschiedlichen Konfessionen, Positionen und Interessen. „Du bist für viele über die Pfalz hinaus zum Segen geworden“, sagte Kurschus. Bischof Karl-Heinz Wiesemann erinnerte für das Bistum Speyer und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen an die zahlreichen ökumenischen Initiativen und Begegnungen, die mit dem pfälzischen Kirchenpräsidenten verbunden seien. Damit die Ökumene Kraft entfalten könne, „braucht es Menschen wie Christian Schad, die tief im Glauben an Jesus Christus verwurzelt sind“, sagte Wiesemann.

Kirchenpräsident Christian Albecker von der Union der Protestantischen Kirchen im Elsass und in Lothringen lobte das Engagement des Jubilars für ein friedliches und freiheitliches Europa und die vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Kirchen am Oberrhein. „Als Protestanten müssen wir die Grundlage unseres Glaubens und die Werte der Menschenrechte betonen“, sagte Albecker. Der pfälzische Synodalpräsident Hermann Lorenz wünschte dem Kirchenpräsidenten, dass er seine Menschenfreundlichkeit bewahren möge.

Kirche als verlässlicher Partner für die Politik und als Garant für Werte wie Mitmenschlichkeit und Solidarität – dies sei in einer „aufgewühlten Zeit“ von großer Bedeutung, unterstrichen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihre saarländische Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Uns geht es gemeinsam um die Sorge um und für die Menschen. Es ist für uns ein großes Geschenk, Sie zum Partner zu haben.“ Fremde Wahrheiten zu respektieren, ohne die eigenen Überzeugungen aufzugeben, sei keine einfache, aber eine lohnenswerte Haltung, so Dreyer.

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer nannte als Beispiel einer von Kirche und Politik gemeinsam getragenen Bewegung das Bemühen um den Sonntagsschutz. Sie unterstrich auch die „ungeheure Dynamik“, die im Saarland als „dem nicht gerade evangelischsten Bundesland“ vom Reformationsjubiläum ausgegangen sei. Die gemeinsamen ethischen Grundwerte in einer pluralistischen Gesellschaft betonte der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger. Dass Speyer das Attribut einer Stadt der Toleranz und gegen Rassismus trage, sei nicht zuletzt das Verdienst der Kirche.

"Brot des Lebens": Der Kirchenpräsident hielt im Gottesdienst die Predigt

Der Jubilar selbst hatte für seine Predigt eine Bibelstelle aus dem sechsten Kapitel des Johannes-Evangeliums („Das Brot des Lebens“, Verse 31-35) gewählt: Die moderne Gesellschaft lebe materiell im Überfluss, das Leben sei dennoch bestimmt von einem „immerwährenden Jagen nach Glück als der vermeintlichen Lebenserfüllung“. Aber es brauche mehr als nur einen gewissen Wohlstand, sagte Kirchenpräsident Schad. Es bleibe „ein Unbehagen, eine Sehnsucht nach einem Grund, der mich trägt“. Diese Sehnsucht werde im Glauben an Jesus Christus eingelöst. In Gottes Versprechen „Ich bin für euch da“ finde sich Hoffnung, Stärkung, Orientierung und Vergewisserung, ermutigte Kirchenpräsident Schad die Gläubigen, „selbst Brot zu werden“ und sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

Jeder sei aufgerufen, das Christsein konkret zu leben und Hilfe anzubieten, wo Menschen in Not seien, so der Kirchenpräsident. „Gerade am Geburtstag wird mir bewusst: Wir essen vom Brot, das Andere für uns gebacken haben. Wir leben von der Kraft und der Liebe derer, die vor uns waren, ganz persönlich und auch in unserem Beruf. Wir leben von der Liebe des Einen, der sich selbst verschenkt hat, damit wir Leben haben.“

Die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz (Leitung: Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald), der Posaunenchor Pfalz (Leitung: Landesposaunenwart Christian Syperek) und Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger an der Orgel begleiteten die Feier musikalisch. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Asylsuchende des Diakoniezentrums Pirmasens sowie der Sanierung der Orgel in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche zugute.

Zur Person: Christian Schad, geboren am 14. Februar 1958 in Ludwigshafen, ist seit 2008 Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz. Er studierte Theologie in Bethel, Tübingen und Bonn und trat nach dem Vikariat gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrerin Gerlinde Wnuck-Schad, 1986 seine erste Pfarrstelle in Weingarten an. Von 1991 bis 1996 war Schad theologischer Referent im Landeskirchenrat und danach drei Jahre Dozent am Protestantischen Predigerseminar in Landau. 1998 wählte die Landessynode den damals 40-Jährigen zum Oberkirchenrat. Das Amt trat er 1999 an. 2004 wurde er zum Stellvertreter des Kirchenpräsidenten gewählt. Schad ist zudem Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen in Deutschland (UEK) sowie evangelischer Vorsitzender des Kontaktgesprächskreises der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz. Zu seinen Ämtern und Funktionen gehört u.a. auch der Vorsitz des Verwaltungsrates der Diakonissen Speyer-Mannheim.

lk/Landry

17.02.2018


Dr. Franz Jung zum Bischof von Würzburg ernannt

Biographische Wurzeln in Ludwigshafen am Rhein - Seit dem Jahr 2009 Generalvikar des Bistums Speyer – Erneuerungsprozess „Gemeindepastoral 2015“ eng mit seinem Einsatz verbunden

Rom/Würzburg/Speyer - Papst Franziskus hat den Generalvikar des Bistums Speyer Dr. Franz Jung zum neuen Bischof von Würzburg ernannt. Die Ernennung wurde in Rom, Würzburg und Speyer heute zeitgleich bekanntgegeben. Jung wird Nachfolger des emeritierten Bischofs von Würzburg Dr. Friedhelm Hofmann, der im September des vergangenen Jahres altersbedingt zurückgetreten war.

Franz Jung wurde 1966 geboren und ist gemeinsam mit drei Geschwistern in Ludwigshafen am Rhein aufgewachsen. Die Eltern waren Lehrer, sind der Kirche sehr verbunden und vermittelten ihren Kindern eine umfassende Bildung. Franz Jung war Priesteramtskandidat am Georgianum in München und am Collegium Germanicum in Rom. Er studierte Philosophie und katholische Theologie in München und an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Das Lizentiat erwarb er am päpstlichen Bibelinstitut. Am 10. Oktober 1992 wurde er vom damaligen Limburger Bischof Dr. Franz Kamphaus in Rom zum Priester geweiht.

Erste Erfahrungen in der praktischen Seelsorge machte er als Kaplan in der Pfarrei St. Anton in Pirmasens und später in der Dompfarrei in Speyer, wo er zugleich als Sekretär von Bischof Dr. Anton Schlembach tätig war. In der Gemeindearbeit erwies er sich als talentierter Seelsorger, der beachtliche organisatorische Fähigkeiten mitbringt. Jung hat zugleich ein starkes wissenschaftliches Interesse, besonders für die Kirchenväter und die frühe Kirchengeschichte. Im Jahr 2001 promovierte Jung an der theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit einer Arbeit zum Thema „Soter – Studien zur Rezeption eines hellenistischen Ehrentitels im Neuen Testament“ bei Professor Joachim Gnilka im Fach Neues Testament. In weiteren Studien befasste er sich mit den Kirchenvätern Honoratus und Caesarius von Arles.

Seit dem Jahr 2003 ist das Bischöfliche Ordinariat in Speyer sein Wirkungsfeld. Zunächst wurde ihm die Leitung der Abteilung Gemeindeseelsorge übertragen, vier Jahre später zusätzlich die Leitung des Referats „Klösterliche Verbände“. Die Organisation der Seligsprechung des Speyerer Priesters und Ordensgründers Paul Josef Nardini (1821 - 1862) lag im Jahr 2006 in seinen Händen. Es handelte sich dabei nach der Neuregelung des Seligsprechungsverfahrens durch Papst Benedikt XVI. um eine deutschlandweite Premiere. Als Dr. Karl-Heinz Wiesemann vor zehn Jahren Bischof von Speyer wurde, berief er Jung im Januar 2009 zu seinem Generalvikar. Seit dieser Zeit gehört Jung auch dem Speyerer Domkapitel an.

Im Bistum Speyer wird vor allem der Prozess „Gemeindepastoral 2015“ eng mit seinem Namen verbunden. Von 2009 bis 2016 hat das Bistum Speyer in einem intensiven Austausch mit den Pfarreien und unter breiter Mitwirkung der diözesanen Räte ein neues Seelsorgekonzept entwickelt. Aus den bisherigen Pfarrgemeinden wurden 70 neue Pfarreien gebildet. Gemeinsam mit seinem Kanzleidirektor Wolfgang Jochim verantwortete er die Organisation großer Diözesanereignisse wie zum Beispiel des 950-jährigen Domweihjubiläums im Jahr 2011 sowie des 200-jährigen Jubiläums der Bistumsneugründung und der Beerdigung von Altkanzler Dr. Helmut Kohl im vergangenen Jahr. Die Einführung eines Qualitätsmanagements in den katholischen Kindertagesstätten trägt ebenso seine Handschrift wie die Herausgabe eines bundesweit erhältlichen „Pilger-Magazins“, das christliche Inhalte auf eine unkonventionelle, frische Weise zur Sprache bringt.

Im Bistum Speyer wird Jung als ein entscheidungsstarker Gestalter mit strategischem Weitblick geschätzt. „Dr. Franz Jung hat sich souverän und mit großem Sachverstand in die nicht leichte Aufgabe des Generalvikars eingebracht“, würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann sein Wirken anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums im Oktober des vergangenen Jahres. Gleichzeitig sei Jung ein tief spiritueller Mensch. „In seiner Person verbinden sich herausragende Begabungen für Theologie, Seelsorge und kirchliche Verwaltung. Sie geben ihm die Fähigkeit, Brücken zu bauen zwischen Menschen, die an unterschiedlichen Wirkungsorten von Kirche tätig sind.“

„Wir freuen uns mit ihm über seine Berufung zum neuen Bischof von Würzburg. Zugleich bedeutet seine Berufung für das Bistum Speyer und auch für mich persönlich einen schmerzlichen Verlust“, erklärte Bischof Wiesemann bei der Bekanntgabe am Freitag im Speyerer Dom. „Dr. Franz Jung hat für das Bistum Speyer einen sehr wertvollen Dienst geleistet, dafür sind wir ihm von Herzen dankbar.“

Wiesemann erinnerte an die Verbindungslinien zwischen den Bistümern Speyer und Würzburg, die beide der Metropolie Bamberg angehören und seit Jahren bei der Ausbildung der Priesteramtskandidaten eng zusammenwirken. Eine weitere Verbindung liege in der Person des emeritierten Speyerer Bischofs Dr. Anton Schlembach, der aus Unterfranken stammt, im Bistum Würzburg als Generalvikar tätig war und 1983 zum Bischof von Speyer berufen wurde. „Mit Franz Jung tritt jetzt ein gebürtiger Pfälzer denselben Weg in umgekehrter Richtung an“, so Wiesemann.

Generalvikar Franz Jung war von der Entscheidung des Papstes sichtlich bewegt. „Ich bin noch dabei, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich die Pfalz und mein Heimatbistum Speyer, in dem ich so viele prägende Jahre erlebt habe, schon bald verlassen soll.“ Die Berufung zum neuen Bischof von Würzburg erlebe er als großen Vertrauensbeweis und sehe darin eine hohe Verantwortung, der er sich gerne stelle. Nach der Bekanntgabe im Dom beteten die versammelten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats gemeinsam mit Bischof Wiesemann für den scheidenden Generalvikar und sangen, zur Gottesmutter Maria als Patronin des Bistums und des Domes gewandt, das „Salve Regina“.

Weitere Informationen:

www.bistum-speyer.de

Text: Bistum Speyer Foto: Klaus Landry

17.02.2018


Der Dom zu Speyer 2018

Gottesdienste – Dommusik – Bauerhalt – kulturelle Angebote – Angebote der Förderinstitutionen

In einem Mediengespräch informierten Vertreter des Domkapitels über das, was in diesem Jahr das Leben am Dom ausmacht: Gottesdienste, Dommusik, Bauerhalt, kulturelle Angebote und die Angebote der Förderinstitutionen waren dabei Thema.

Mediengespräch „Der Dom zu Speyer 2018“, Domdekan Dr. Christoph Kohl erläutert die verschiedenen Gottesdienstformate

Speyer - „Der Dom ist mehr als ein Gebäude. Er lebt von dem, was Menschen in ihm und für ihn tun. Unser Ziel ist es zu zeigen, was alles in unserem Dom steckt und wie vielfältig die Angebote sind, welche die Gläubigen, Musikliebhaber oder kulturhistorisch Interessierten hier finden können“, erläuterte Domdekan Dr. Christoph Kohl zu Beginn des Mediengesprächs. Verschiedene Verantwortliche waren zusammen gekommen, um gemeinsam einen Blick auf das Geschehen rund um den Dom zu werfen.

Domdekan Dr. Christoph Kohl, zuständig für die Gottesdienste und die Musik am Dom, zeigte die Vielfalt des liturgischen Geschehens. Neben den Werktagsmessen, den Hauptgottesdiensten sonntags um 10 Uhr und den Messfeiern zu den Hochfesten des Kirchenjahres gibt es am Dom eine Reihe von besonderen Gottesdiensten und Formaten. „Der Reiz liegt für uns am Dom darin, auf der einen Seite eine jahrtausendalte Tradition zu pflegen und zum anderen auch immer wieder neue Formate zu kreieren, die dem Bedürfnis der Menschen von heute entsprechen. So gehört die Karfreitagsliturgie zu den ältesten bis heute praktizierten Liturgieformen, wohingegen das erfolgreiche Format ‚Nightfever‘ sich in seiner offenen und lockeren Form vor allem an junge Menschen richtet.“

Das musikalische Angebot in Liturgie und Konzert wurde von Domkapellmeister Markus Melchiori vorgestellt. Er zeigte sich besonders stolz auf die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsene „Dommusik-Familie“, die aus verschiedenen Chören und Ensembles besteht. „Wir sind sehr stolz auf die große Zahl von Sängerinnen und Sängern, die sich bei der Dommusik engagieren“, erklärte Domkapellmeister Melchiori. „Besonders für die Kinder ist es eine tolle Erfahrung, in einer großen Gruppe zu musizieren. Das ist eine große Leistung, die einiges an Vorbereitung erfordert. Die Energie und die Disziplin, welche die Kinder hierfür aufbringen, wissen wir sehr zu schätzen. Umgekehrt erleben wir, dass die Jungen und Mädchen sehr stolz auf das Erlernte sind und das Singen als Bereicherung erleben“. Ein weiterer Grund zur Freude stellt für ihn die Aussicht auf die Fertigstellung des neuen großen Chorsaales dar. Ende April soll das „Herzstück des Hauses der Kirchenmusik“ eingeweiht werden und damit einen ausreichend großen Proberaum bieten. Darüber hinaus bot er einen Ausblick auf die Konzerte des Jahres 2018 sowie geplante CD-Veröffentlichungen mit Weihnachts- und Orgelmusik.

Dompfarrer Matthias Bender gab einen Überblick über die Themen der Dompfarrei Pax Christi. Er sprach unter anderem über den Anschluss des pastoralen Konzepts für die Pfarrei. An wichtigen Veranstaltungen nannte der das Gemeindefest zum 100-jährigen Bestehen der Pfarrei St. Joseph, und das Große Gebet der Dompfarrei am 1. Advent. Außerdem wies er auf „nächtlichen Kirchentour“ am 24. August hin. Auf Grund des großen Erfolgs des Formats in den beiden vergangenen Jahren wird es auch in diesem Jahr wieder einen Streifzug durch Speyerer Kirchen geben.

Domkustos Peter Schappert erläuterte die Maßnahmen zum Bauerhalt, die sich in diesem Jahr auf die Zwerggalerie und den Vierungsturm konzentrieren. „Die ersten Untersuchungen am Vierungsturm haben uns gezeigt, dass der Turm umfassend saniert werden muss. Er wird daher ab Mitte des Jahres komplett eingerüstet werden“, erklärte Schappert. Parallel werde die Sanierung der Zwerggalerie, mit der im letzten Jahr begonnen wurde, weiter fortgeführt, führte der Domkustos aus. Er bedankte sich beim Dombauverein für die kontinuierliche Unterstützung der Baumaßnahmen und bei der Europäischen Stiftung für deren projektbezogenes Engagement.

Der Leiter des Dom-Besuchermanagements, Bastian Hoffmann, klärte über die neue Bezeichnung und Kennzeichnung der Dom-Info auf, die vor allem für internationale Besuchern die Anlaufstelle neben dem Dom präsenter machen soll. Für den Sommer kündigte er das ökumenische Projekt ARC an, dass zum 25. Mal Domführerinnen und Domführer aus verschiedenen Ländern nach Speyer entsendet. Friederike Walter, Leitung Dom-Kulturmanagement, sprach über eine stärkere Präsenz des Doms in den sozialen Medien um den Dialog mit den „Dom-Fans“ zu verstärken.

Professor Dr. Gottfried Jung, Vorsitzender des Dombauvereins informierte darüber, dass der Dombauverein im Jahr 2017 den Domerhalt mit einer Summe von mehr als 140.000 Euro unterstützt habe und in diesem Jahr eine Summe ähnlicher Größenordnung zur Verfügung stellen werde. Darüber hinaus gab er einen Überblick über die ideelle Unterstützung des Vereins für den Dom und das umfassende Angebot für alle am Dom interessierten, darunter wissenschaftliche Vorträge, Sonderführungen für Mitglieder und Aktionen am Tag des offenen Denkmals.

Karl-Markus Ritter, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, erinnerte an den großen Erfolg der Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“ im vergangenen Jahr. Mit Blick auf das laufende Jahr wies er insbesondere auf das vierte wissenschaftliche Symposium der Stiftung hin, das sich mit Rudolf von Habsburg beschäftigt.

Text: Friederike Walter Foto: Domkapitel Speyer, Klaus Landry

17.02.2018


„Gibt es Recht auf ein Kind?“

Podiumsgespräch der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind mit dem Heinrich Pesch Haus

Ludwigshafen - Für viele Paare ist der Wunsch nach einem Kind ein Herzensanliegen – und ein Wunsch, der sich nicht immer erfüllt. Angesichts der Verfügbarkeit und der erhöhten Nachfrage reproduktionsmedizinischer Angebote sowie der wachsenden Vielfalt von Familienformen, Lebensgemeinschaften und Betreuungsmodellen stellt sich die Frage: „Gibt es ein Recht auf ein Kind?“ Beim Podiumsgespräch der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind gemeinsam mit dem Heinrich Pesch Haus wird diese Frage aus rechtlicher, ethischer und theologischer Sicht betrachtet. Die Veranstaltung findet am Montag, 05.03.2018, ab 18.30 Uhr im Heinrich Pesch Haus, Frankenthaler Straße 229, in Ludwigshafen statt.

Einmal im Jahr organisieren die Kooperationspartner Bischöfliche Stiftung für Mutter und Kind sowie Heinrich Pesch Haus ein solches Podiumsgespräch, das sich mit einer aktuellen Frage zu Familie und Kindern befasst. Denn ein Stiftungszweck ist (Zitat aus der Satzung): „Die Öffentlichkeit für die Würde der Frau sowie das Lebensrecht und den Schutz der ungeborenen Kinder zu sensibilisieren…durch Maßnahmen der Bewusstseinsbildung für…verantwortete Elternschaft und christliche Sexualethik.“ – „Genauso wichtig ist uns, dass das Podiumsgespräch die Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen und kirchlichen Gruppen und Verbänden unterstützt und fördert“, sagt Christine Lampert, Geschäftsführerin der Stiftung. Und schließlich sollen mit der Einladung zum jährlichen Podiumsgespräch auch die Spender und Förderer Wertschätzung erfahren.

Lampert ergänzt, dass das jährliche Format auch immer eine Herausforderung für die Stiftung und den Kooperationspartner im HPH, Dr. Jonas Pavelka, darstelle. „Wir beobachten einerseits die aktuellen Forschungsergebnisse und Gesetzesvorhaben und andererseits die aktuelle Debatte rund um den Beginn des Lebens. Im Beirat diskutieren wir, welche Fragen beschäftigen uns, was interessiert uns und daraus wird dann ein erstes Konzept „gestrickt““, erläutert sie die Wahl für ein bestimmtes Thema.

Zur Katholischen Schwangerschaftsberatung wiederum kämen immer öfter Frauen und Paare, die hoffen ihren Kinderwunsch mit Hilfe der modernen Reproduktionsmedizin realisieren zu können. Die neuen Möglichkeiten, wie z.B. die Entkoppelung der Fortpflanzung vom Alter, Designerbabys und dissoziierte Elternschaft forderten eingeübte Vorstellungen und Realitäten heraus und veränderten sie.

Der Beirat der Stiftung sei der Meinung: „Bei der Lawine des technischen Fortschritts in der Reproduktionsmedizin ist es eine dringende Aufgabe für uns Christen, uns damit auseinanderzusetzen und zu formulieren, was mit einem christlichen Menschenbild vereinbar ist und was nicht“, so Lampert.

Die Referenten mit unterschiedlichen Perspektiven

Die soziologische Sicht auf das Thema beleuchtet Prof. Dr. Norbert F. Schneider vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden. Er hat in der jüngeren Vergangenheit mehrere Publikationen verfasst und Vorträge gehalten über die Vielfalt von familiären Lebensentwürfen und dem Wandel von Familie von einer traditionellen Institution hin zu individuell gestalteten Lebensformen.

Noreen van Elk arbeitet im Kommissariat der deutschen Bischöfe - Katholisches Büro in Berlin. Sie ist dort unter anderem verantwortlich für den Kinder- und Jugendschutz sowie den Lebensschutz. Aufgabe des Kommissariats ist insbesondere, Gesetzgebungsvorhaben des Bundes zu beobachten, sachkundig zu begleiten und Stellungsnahmen der Deutschen Bischofskonferenz vorzubereiten. Die Referentin ist an diesem Abend zuständig für die juristische Perspektive.

Prof. Dr. Christof Mandry ist seit Sommersemester 2015 Inhaber der Professur für Moraltheologie/Sozialethik am Fachbereich Kath. Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er beleuchtet die theologisch-ethische Perspektive der Frage.

Moderiert wird die Abendveranstaltung von Dr. Jonas Pavelka vom HPH, ein Schlusswort mit einer Zusammenfassung spricht Bischof. Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Der Eintritt ist frei, Spenden für die Arbeit der Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind sind willkommen.

Mehr zur Veranstaltung auf der Homepage des Heinrich Pesch Hauses: www.heinrich-pesch-haus.de

Link zur Veranstaltung: http://heinrich-pesch-haus.de/veranstaltungen/gibt-es-ein-recht-auf-ein-kind/

Text: Brigitte Deiters, Heinrich Pesch Haus

17.02.2018


„Mit Worten überzeugen“: Kirchenpräsident Schad wird 60

Die Evangelische Kirche der Pfalz lädt anlässlich des „runden“ Geburtstages zu Gottesdienst und Empfang in Speyer ein.

Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad plädiert für eine den Menschen zugewandte Kirche und für einen „streitbaren Protestantismus“.

Speyer - Aus Anlass des 60. Geburtstages des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad lädt die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) zu einem Gottesdienst am Samstag, dem 17. Februar 2017, um 11 Uhr in die Speyerer Gedächtniskirche ein. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Empfang im Festsaal des Mutterhauses der Diakonissen Speyer-Mannheim in Speyer, Hilgardstraße 26, statt.

Im Gottesdienst predigt Kirchenpräsident Christian Schad; Synodalpräsident Hermann Lorenz, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Dekan Markus Jäckle und das Kollegium des Landeskirchenrats gestalten die Liturgie. Die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz (Leitung: Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald), der Posaunenchor Pfalz (Leitung: Landesposaunenwart Christian Syperek) und Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger an der Orgel begleiten die Feier musikalisch. Nach dem Gottesdienst sprechen Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft Grußworte, darunter die Ministerpräsidentinnen von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sowie des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, die Stellvertretende Vorsitzende des Rates der EKD, die westfälische Präses Annette Kurschus, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ist, und Kirchenpräsident Christian Albecker von der Union der Protestantischen Kirchen im Elsass und in Lothringen. Der Stellvertreter des Kirchenpräsidenten, Oberkirchenrat Michael Gärtner, begrüßt die Gäste.

Die Amtszeit von Kirchenpräsident Christian Schad, der auch als Person für eine ausstrahlungsstarke, missionarische Volkskirche steht, ist geprägt von mehreren Großprojekten, wie beispielsweise dem Ökumenischen Pfälzer Kirchentag 2015, der Initiative Heimat│Kirche│Pfalz, dem Reformationsjubiläum 2017 und dem Unionsjubiläum 2018, aber auch von innerkirchlichen Strukturfragen, mit denen sich die synodal-presbyterial aufgebaute Landeskirche unter dem Leitbegriff „Volkskirche im Wandel“ befasst. Die Kirche müsse u.a. Antworten auf aktuelle gesellschaftspolitische und ethische Fragen geben können, jedoch stets nach dem reformatorischen Grundsatz „sine vi, sed verbo“, was so viel bedeutet wie „nicht durch Gewalt, sondern durch das gewinnende, überzeugende Wort“, ist Schad überzeugt.

Oberkirchenrat Michael Gärtner schätzt an Kirchenpräsident Schad, dass diesem der Zusammenhalt seiner Kirche ein persönliches Anliegen sei. Schad zeichne sich durch eine hohe Identifikation mit seinem Amt und einen großen persönlichen Einsatz für die Vertretung der Evangelischen Kirche der Pfalz in der Öffentlichkeit aus. „Einer seiner Grundsätze ist, dass gute persönliche Beziehungen die Basis für eine gute Zusammenarbeit sind.“ Schad verfüge über profunde theologische Kenntnisse und eine durch sprachliche Präzision gekennzeichnete Argumentationsfähigkeit. „Beides setzt er ein, um eine solide theologische Basis für die Gemeinschaft der evangelischen Kirchen in Deutschland und Europa zu formulieren; gleichermaßen engagiert er sich vorbildhaft für das ökumenische Miteinander sowohl in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), insbesondere auch mit der Katholischen Kirche.“

Nach Schads Überzeugung gehören für die „Kirche des Wortes“ das wahrhaftige, schrift- und zeitgemäße Reden zum Kern ihres Auftrages. Deshalb sei sie auch „ein Ort des entschiedenen Widerspruchs“, wenn die humanen und zivilen Grundlagen der Demokratie in Frage gestellt würden. Darüber hinaus repräsentiert Christian Schad eine persönliche, seelsorgliche Kirche: „Es geht mir im alltäglichen Arbeiten um differenziertes und sensibles Wahrnehmen und Begleiten der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, um ehrliche Würdigung und Wertschätzung, auch um das Verständnis für Krisen, Misserfolge und Erfahrungen des Scheiterns“, sagt Kirchenpräsident Schad. Seine vorrangige kirchenleitende Aufgabe sieht er darin, „Brücken zu bauen und Vertrauen zu stiften, gruppenübergreifende Verständigungsprozesse zu initiieren, um die verschiedenen Lebensstile und unterschiedlichen Glaubenserfahrungen füreinander offen zu halten“.

Christian Schad, geboren am 14. Februar 1958 in Ludwigshafen, ist seit 2008 Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz. Er studierte Theologie in Bethel, Tübingen und Bonn und trat nach dem Vikariat gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrerin Gerlinde Wnuck-Schad, 1986 seine erste Pfarrstelle in Weingarten an. Von 1991 bis 1996 war Schad theologischer Referent im Landeskirchenrat und danach drei Jahre Dozent am Protestantischen Predigerseminar in Landau. 1999 wählte die Landessynode den damals 41-Jährigen zum Oberkirchenrat und 2004 zum Stellvertreter des Kirchenpräsidenten. Schad ist zudem Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen in Deutschland (UEK) sowie evangelischer Vorsitzender des Kontaktgesprächskreises der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz. Zu seinen Ämtern und Funktionen gehört u.a. auch der Vorsitz des Verwaltungsrates der Diakonissen Speyer-Mannheim.

„Im Kern ist der Glaube eine Entdeckung“

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Diese Bibelstelle aus dem 2. Timotheusbrief (1,7) liegt dem pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad besonders am Herzen. „Sie ermutigt mich, die gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen Kirche und Gesellschaft stehen, nüchtern anzuerkennen und gleichzeitig eine Perspektive zu entwickeln, in der Hoffnung und Gestaltungswillen spürbar werden.“ Daraus leite sich auch seine Vision von Kirche ab: „Dem Evangelium treu, den Menschen nah, der Zukunft zugewandt. Dass wir uns einfühlen in die Not der Menschen – und nicht gleich urteilen; dass wir den Mut haben, unsere eigene Verletzlichkeit zu zeigen, und die Unterstützung durch andere annehmen; dass wir für die Sache des Evangeliums brennen, aber daran nicht verbrennen; dass unsere Gemeinden die Kraft haben, über ihre eigenen Belange hinauszusehen – und sie sich als Teil der einen, weltweiten Christenheit verstehen; dass wir in der Kirche eine Liebe zur Welt entwickeln, die Gottes gute Schöpfung ist.“

Schad wird am 14. Februar 60 Jahre alt. Seit 2008 ist er Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz. In seinem Amt tritt er für einen Protestantismus mit kultureller, sozialer und gesellschaftspolitischer Prägekraft ein und steht – auch mit Blick auf die weltweite Ökumene – für eine Kultur gegenseitiger Achtung und Anerkennung. Die Sprache der Kirche müsse „klar, mitfühlend und wahrhaftig“ sein, sagt Schad. Kirche sei deshalb auch ein Ort des entschiedenen Widerspruchs „angesichts einer gesellschaftlichen Stimmung, die entwürdigt, ausgrenzt und verletzt: ganze Volksgruppen, Religionsgemeinschaften, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund. Kirche widerspricht Haltungen, die Fremdenfeindlichkeit schüren und weist jedweden Rassismus zurück.“

Indem sie sich konkret in Bezug zu gesellschaftlichen Entwicklungen setze, sei Kirche immer auch politisch. „Natürlich darf sich die Verkündigung nicht mit einer Partei identifizieren oder sich anmaßen, eindeutig die einzig richtige politische Auffassung zu vertreten. Aber Christen glauben an die Nächstenliebe, daher müssen wir Hassbotschaften kritisieren. Wir glauben an die gleiche Würde aller Menschen als Geschöpfe Gottes. Deswegen schweigen wir nicht, wenn Einzelne oder ganze Menschengruppen verächtlich gemacht werden. Wir glauben an die Natur als Gottes Schöpfung, deswegen setzen wir uns für die Bewahrung der Schöpfung ein und kritisieren eine Politik, die den Erhalt der Natur für kommende Generationen nicht genügend im Blick hat. Wer in Gott eintaucht, taucht neben den Armen und Schutzbedürftigen auf. Christlicher Glaube ist hoffender ‚Glaube, der durch die Liebe tätig ist‘ (Galater 5,6). Jedem Versuch, die anwaltschaftliche Stimme von Kirche und Diakonie aus dem politischen Raum zu verdrängen, treten wir darum klar entgegen.“

Die Überzeugung, dass der Glaube „Hilfe zum Leben“ ist, hat Schad als jungen Menschen bewogen, Theologie zu studieren. Auf die Frage, welche Person der Kirchengeschichte ihm besonders wichtig sei, antwortet er: Martin Luther. Dessen Theologie „ergreift einen in Bezug auf das eigene Leben in einer Sprache, die ins Innerste trifft. Die Gottesbeziehung bewährt sich für Luther gerade in der Situation existenzieller Anfechtung: ob ich dem ausgeliefert bin, was mich sprachlos macht, oder ob ich mich noch im Verstummen an ein Wort halten kann, das mir Trost und Leben verheißt“. „Im Kern“, so der Kirchenpräsident, „ist der Glaube eine Entdeckung, nämlich die Gewissheit, unendlich bejaht zu sein.“ Daraus schöpfe er auch Kraft für das Amt, das ihm aufgrund der vielen damit verbundenen Verpflichtungen zwar wenig freie Zeit lasse, aber das er aus vollem Herzen ausübe.

Ein besonderer Ort, an dem er persönlich immer wieder Orientierung finde, sei für ihn die Nikolaikirche in Leipzig, Ausgangspunkt der „friedlichen Revolution“ in der ehemaligen DDR. „Hier“, so der Kirchenpräsident, „wagten es Menschen, die Wahrheit des Evangeliums so zu bezeugen, dass ihre befreiende Kraft auch sehr weltlich, sehr politisch, erfahrbar wurde. Wer niederkniet vor Gott, dessen Kraft in den Schwachen mächtig ist, wird aufgerichtet und dazu befreit, vor keiner irdischen Macht mehr in die Knie zu gehen. Dass Kirche je und je neu zum Ort befreiender Wahrheit wird, diese Verheißung verbindet sich für mich beispielhaft mit den Friedensgebeten, die in der Nikolaikirche nach wie vor regelmäßig stattfinden.“ Ruhepole seien für ihn persönlich der Besuch von Konzerten, das Lesen und Wandern, sagt Schad, der mit der Landauer Stiftskirchenpfarrerin Gerlinde Wnuck-Schad verheiratet ist. Mit ihr hat er sich auch seine erste Pfarrstelle im südpfälzischen Weingarten geteilt.

Kirche als „Verantwortungsgemeinschaft zur Weitergabe und zur Erneuerung des Glaubens“ – nach Schads Überzeugung kann es Glauben ohne Kirche nicht geben. „Dass wir Menschen nachbarschaftlich begleiten, Kinder und Erwachsene taufen, Jugendlichen Orientierung geben, Einsame und Kranke besuchen, unsere Toten beerdigen und allen die Auferweckung des Gekreuzigten als ein Wort ewigen, erfüllten Lebens weitersagen, diese elementaren Vorgänge sind es, die unserer Kirche ihr Gesicht geben.“ Entsprechend versteht Christian Schad die Kirche auch „als Ort des geteilten Mutes und des geteilten Zweifels; ein Raum, in dem Menschen mit neuen Augen angesehen werden“. „Hier“, so der Kirchenpräsident, „soll ihnen jene Würde zugestanden sein, die Jesus den Menschen zusprach: die Würde eines von Gott geliebten Geschöpfes.“

Mehr zum Thema: www.evkirchepfalz.de

Evangelische Kirche der Pfalz

11.02.2018


Besucherstatistik Gedächtniskirche - Abschied Frau Rosenbrock als BUFDI

BUFDI-Stelle ab 1. März zu besetzen

Speyer - Im letzten Jahr haben wir im Zuge des großen Reformationsjubiläums die Öffnungszeiten der Gedächtniskirche erheblich erweitern können, so dass die Kirche außer Montags, von Di-Fr von 11-17 Uhr, am Sa von 10-17 Uhr durchgängig geöffnet war, sowie an Sonn- und Feiertagen von 14-17 Uhr. dies war uns möglich durch den großen Einsatz des Hütedienstes, der Kreis der Ehrenamtlichen ist in zwischen auf über 30 angewachsen. Die Besucherstatistik zeugt davon: Hatten wir im Jahr 2015 23.479 Besucher waren es im Jahr 2016 dann 26.662 Besucher und im Jahr 2017 43.073 Besucher! Sicher war das Jubiläum der Reformation, in dem ja auch die Gedächtniskirche in Erinnerung an den Reichstag der Protestation von 1529 ihren Platz hatte, für viele Besucher, die sich auf die Spuren der Reformation bzw. Protestation begeben hatten, ein Impuls, die Kirche zu besuchen und zu besichtigen.

Ausschlaggebend für diesen großartigen Anstieg der Besucherzahlen waren und sind jedoch die nun erweiterten Öffnungszeiten. Auch die neue Beleuchtung, die den Kirchenraum und die Glasfenster so gut zur Geltung kommen lässt, wird durchweg gelobt und trägt mit dazu bei, dass Touristen und Besucher begeistert sind. Viele von ihnen bringen es im Gästebuch am Eingang zum Ausdruck. An den neuen Ausstellungstafeln bleiben viele stehen, um sich über die Kirche zu informieren.

Als Vorsitzender des Bauvereins und Pfarrer an der Gedächtniskirchengemeinde freue ich mich über diese Entwicklung sehr. Es zeugt auch davon, dass die Gedächtniskirche zunehmend in ihrer Bedeutung für den Protestantismus, über die Grenzen von Speyer hinaus, wahrgenommen wird.

Die Vormittagsdienste in der Gedächtniskirche hat Frau Ingrid Rosenbrock aus Brasilien im Rahmen ihres Dienstes als BUFDI (Bundesfreiwilligendienst) an der Gedächtniskirche versehen. Ohne ihren engagierten Einsatz wäre dies und vieles andere, gerade auch bei den vielen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum, nicht möglich gewesen. Nun ist das Jahr, in dem sie bei uns war, doch schnell vergangen, am 11. Februar hat sie ihren letzten Arbeitstag und wir müssen mit einem großen Dankeschön von ihr Abschied nehmen.

Für den 1. März suchen wir nun einen Nachfolger, eine Nachfolgerin. Interessenten können sich gerne im Dekanat informieren.

Prot. Dekanat Speyer, Markus Jäckle

11.02.2018

Cantate Domino in der Österlichen Bußzeit

Konzertreihe im Speyerer Dom beginnt am 17. Februar

Speyer - Am Samstag, 17. Februar 2018 startet im Speyerer Dom wieder die Reihe „Cantate Domino“. An allen Samstagen der österlichen Bußzeit, die am Aschermittwoch beginnt, gibt es im Dom um 18 Uhr ein geistliches Konzert bei freiem Eintritt. Die ganze Reihe mit den fünf Konzerten soll eine Hinführung auf die „Matthäuspassion“ von Johann Sebastian Bach sein, die von der Dommusik am Palmsonntag, 25. März 2018 um 16 Uhr in der Speyerer Gedächtniskirche aufgeführt werden wird.

Zum Auftakt der Cantate Domino-Reihe erklingt am Samstag, 17. Februar die „Markuspassion“ des Barockkomponisten Reinhard Keiser. Keiser war zu Beginn des 18. Jahrhunderts einer der bekanntesten deutschsprachigen Komponisten. Seine Vertonung der Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Markus hat Johann Sebastian Bach bearbeitet und in Weimar im Jahre 1713 aufgeführt. Der junge Bach hat sich von diesem Werk inspirieren lassen und viele Gestaltungselemente in seine „Matthäuspassion“ übernommen. Vokalsolisten, der Jugendchor der Dommusik und das Barockensemble „Musiche Varie“ interpretieren die Passion unter der Leitung von Joachim Weller.

Am Samstag, 24. Februar gestaltet die „Schola Cantorum Saliensis“ unter der Leitung von Christoph Keggenhoff das geistliche Konzert mit Gregorianischem Choral zur Fastenzeit. Der junge Organist Adrian Brech spielt Orgelwerke von Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms.

Eine Gegenüberstellung von zeitgenössischer Musik und Musik der Renaissancezeit bietet der vielseitige Sänger Martin Wistinghausen am Samstag, 3. März. Der Sänger wird solistische Werke für Gesang, Live-Elektronik und Schlagwerk singen. Ergänzend hierzu erklingen Solomotetten von Ludovico da Viadana aus dem 17. Jahrhundert, begleitet von Markus Melchiori an der Truhenorgel.

Mädchenchor, Domsingknaben und Domchor gestalten am Samstag, 10. März ein geistliches Konzert unter dem Titel „Maior omni laude“. Dies ist der Wahlspruch von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der in diesem Frühjahr vor zehn Jahren Bischof von Speyer wurde. Es erklingen Werke von Heinrich Schütz aus den „Kleinen Geistlichen Concerten“, den „Psalmen Davids“ und der „Geistlichen Chormusic“.

Zum Abschluss der Reihe erklingt am Samstag, 17. März die „Matthäuspassion“ von Heinrich Schütz, dargeboten von Vokalsolisten und dem renommierten Jugendkammerchor „Vox animata“ unter der Leitung von Prof. Robert Göstl.

Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

Bistum Speyer

10.02.2018


Mit Pasquarella die Fasten- und Osterzeit erleben

Neues religionspädagogisches Angebot für Kindertagesstätten, Pfarreien und Familien im Bistum Speyer

Speyer - „So eine bunte Raupe wie mich hast du noch nie gesehen? Darf ich mich vorstellen: Ich bin Pasquarella.“ Ihr Name klingt nicht nur niedlich, sondern sie hat auch eine ganz besondere Form, besteht doch der Körper der Raupe aus vielen kleinen Perlen. Pasquarella bedeutet „Kleines Ostern“, womit auch schon deutlich wird, worum es geht: Ostern, genauer gesagt um eine religionspädagogische Aktion zur Fasten- und Osterzeit, die sich vor allem an die katholischen Kindertagesstätten im Bistum Speyer richtet.

Dabei spielt Pasquarella eine Schlüsselrolle, denn sie ist die Geschichtenerzählerin, die den Jungen und Mädchen einiges über Jesus berichtet. Es sind Geschichten aus der Bibel, sieben an der Zahl. Aus genauso vielen Perlen besteht die kleine Raupe. Zu jeder Perle gehört eine Erzählung, kindgerecht aufbereitet von Herbert Adam, Referent für die Seelsorge in Kindertagesstätten (Kitas) in der Diözese Speyer. Sie handeln etwa von der Taufe Jesu, die Heilung eines Blinden und den Geschehnissen in der Karwoche, beginnend mit dem Palmsonntag und endend mit dem Tod Jesu am Kreuz. Eine besondere Überraschung gibt es an Ostern. Dann verwandelt sich Pasquarella in einen wunderschönen Schmetterling. Dabei darf die Auferstehungs-Geschichte natürlich nicht fehlen.

Alle Materialien findet man auf www.aktionsseite-kita.de

Die Geschichten, aber auch weitere Materialien zum Projekt „Pasquarellas Perlen“ stehen auf der Aktionsseite des Referates Seelsorge in Kindertagesstätten unter www.aktionsseite-kita.de. Sie können heruntergeladen werden – ideale Voraussetzung für die einfache Umsetzung der Aktion. Zu den Angeboten gehören zehn Lieder inklusive Noten und Gitarrengriffe, komponiert und getextet von Herbert Adam, sowie Ideen und Impulse zu den einzelnen Geschichten. Darüber hinaus gibt es Gestaltungsvorschläge, etwa eine Anleitungen zum Basteln einer Perlenraupe und eines Schmetterlings, Malvorlagen sowie bereits fertige Kinderbilder. Sie stammen von Mädchen und Jungen der Kindertagesstätten Don Bosco und St. Elisabeth in Haßloch. Die beiden Einrichtungen sowie die Kindertagesstätte in Iggelheim hatten bereits 2017 Gelegenheit, das Projekt zu testen.

Ergänzt werden die Materialien mit Bildern der Religionspädagogin und Malerin Gaby Stegmann aus dem Bistum Mainz. Sie hat die einzelnen Geschichten zeichnerisch in Szene gesetzt. So genannte „Sehhilfen“ geben Anregungen, wie mit den Darstellungen gearbeitet werden kann. Und nicht zuletzt finden sich auf der Internetseite Gestaltungsvorschläge für Familien sowie für Andachten in Kindertagesstätten bzw. Kindergottesdiensten in den Gemeinden. Denn neben den Kitas können auch Pfarreien und nicht zuletzt Familien die Aktion in der Fasten- und Osterzeit durchführen.

Dass die Raupe und der Schmetterling dabei im Zentrum stehen, kommt nicht von ungefähr. „Sie haben beide etwas Österliches, denn die Verwandlung in ein neues und anderes Leben ist das Symbol für Ostern“, bekräftigt Herbert Adam. Ihm ist es wichtig, den 237 Kindertagesstätten im Bistum in religionspädagogischer Hinsicht immer wieder etwas Neues anzubieten. Vor allem für die Fasten- und Osterzeit gäbe es kaum geeignete Konzepte. Aus Erfahrung weiß der Gemeindereferent, dass die Kitas im Bistum dankbar für solche Gestaltungsvorschläge sind. Bereits Mitte vergangenen Jahres wurden sie über die Aktion informiert. Aber auch die Pfarreien erhielten eine entsprechende Mitteilung.

Eltern und Großeltern können per WhatsApp, Facebook, Instagram oder Telegram mitmachen
Eine Mitteilung zwei bis dreimal pro Woche erhalten Eltern und Großeltern, die bei der Osteraktion per WhatsApp, Facebook, Instagram oder Telegram mitmachen möchten. „Dazu müssen sie lediglich auf der Aktionsseite einen der vier Messenger aussuchen“, erläutert Felix Goldinger, Initiator der „Netzgemeinde DA_ZWISCHEN“ und Referent für Katechese und missionarische Pastoral im Bistum Speyer. Dann heißt es abwarten bis eine Nachricht auf das Smartphone kommt. Die Mitteilungen erzählen, was die Kinder in den Kitas mit Pasquarella erleben, regen zum Nachdenken an und geben Familien die Möglichkeit, die Fasten- und Osterzeit gemeinsam zu gestalten.

„Pasquarellas Perlen“ ist eine Aktion der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen des Bischöflichen Ordinariates Speyer in Kooperation mit der „Netzgemeinde DA_ZWISCHEN“.

Text: Petra Derst

10.02.2018


Vier Frauen wurden in Geinsheim als Leiterinnen für Sterbesegensfeiern eingeführt

Sterbesegen soll Sprachlosigkeit im Umgang mit sterbenden Menschen überwinden helfen

v.l.: Kerstin Fleischer, Clemens Schirmer, Vera Mathäß, Leonor Gutting, Pfarrer Michael Paul, Margarete Kästel und Ingrid Langhauser.

Neustadt-Geinsheim - Angehörige beim Sterben zu begleiten ist immer eine extreme Erfahrung, die oft hilf- und sprachlos macht. Um Menschen beizustehen, den Sterbenden bis zuletzt nahe zu sein und den Abschiedsschmerz auszuhalten, hat das Bistum Speyer vor einem Jahr den „Sterbesegen“ eingeführt und Ehrenamtliche zu Leiterinnen und Leitern für Sterbesegensfeiern ausgebildet. 14 Frauen und Männer sind diesen Weg gegangen, allein vier kommen aus der Pfarrei Heiliger Geist Neustadt-Geinsheim. Sie wurden in einem feierlichen Gottesdienst in St. Peter und Paul in Geinsheim von Pfarrer Michael Paul in ihr Ehrenamt eingeführt. Es war kein Zufall, dass die Einführung am Gedenktag des Seligen Paul-Josef Nardini stattfand, der Nächstenliebe gelebt hat und auch für kurze Zeit in Geinsheim gewohnt hat.

Pfarrer Michael Paul war von Anfang an begeistert von der Idee des Sterbesegens. „Ich wollte direkt auf diesen Zug aufspringen“, sagt er. Er habe aber bewusst niemanden dazu bestimmt sondern einfach in die Gemeinde gefragt, wer sich dazu berufen fühlt. Daraufhin haben sich Margarete Kästel aus der Gemeinde St. Peter und Paul Geinsheim, Ingrid Langhauser aus Hl. Kreuz Lachen-Speyerdorf, Vera Mathäß aus St. Michael Duttweiler und Leonor Gutting aus St. Jakobus Hambach gemeldet.

Sie haben sich an acht Abenden mit Kerstin Fleischer, Referentin für Hospiz- und Trauerseelsorge, und Clemens Schirmer, Referent für Liturgie, getroffen und haben sich mit dem Thema Tod und Sterbebegleitung auseinandergesetzt. Dabei haben sie sich auch den existentiellen Fragen des Glaubens gestellt. In einer Praxis-Phase haben sie Erfahrung zum Beispiel in der Klinikseelsorge oder bei dem Spenden der Krankenkommunion gesammelt. Zum Teil haben sie schon Sterbesegen-Feiern geleitet und dabei bewegende Erfahrungen gemacht. Die Feiern können, je nach Situation, ganz unterschiedlich ablaufen: Als Andachten mit Gebeten, Schriftlesungen und Liedern oder nur als Spende des Sterbesegens selbst. Dabei zeichnen die Angehörigen und die Leiterin der Feier dem Sterbenden ein Kreuz mit Weihwasser auf die Stirn. Die Feier kann auch noch stattfinden, wenn der Tod schon eingetreten ist.

Während des Einführungsgottesdienstes bekamen die vier Frauen das Rüstzeug für die Sterbesegensfeier überreicht: Ein Kreuz, dass der Sterbende in die Hand nehmen kann, von Kerstin Fleischer und Clemens Schirmer und eine „Prayer-Box“ im Taschenformat von Pfarrer Michael Paul, in der ein kleines Fläschchen Weihwasser, ein Finger-Rosenkranz und ein Kreuz aufbewahrt werden.

Motive der Teilnehmerinnen sind so unterschiedlich wie ihre Lebenswege

Jede der vier Frauen hatte eine besondere Motivation, sich ausbilden zu lassen. Vera Mathäß hat als Therapeutin schon Kinder begleitet, bei denen ein Elternteil im Sterben lag und hat als Bestatterin viel mit Trauernden zu tun. „Immer wenn es besonders schwer war, habe ich gebetet und dabei die Erfahrung gemacht: da kommen Worte, die sind nicht von mir“, erzählt sie. Ingrid Langhauser engagiert sich seit Jahren beim ambulanten Hospizdienst und im Trauerkaffee in Neustadt. Sie war vor ihrer Pensionierung Krankenschwester und hat es immer bedauert, keine Zeit für die Angehörigen Schwerkranker zu haben. Nun kann sie sich diese Zeit nehmen. Auch Margarete Kästel ist der Umgang mit Sterbenden nicht fremd. Sie ist seit 20 Jahren in der Krankenhausseelsorge tätig. „Ich habe es mir gründlich überlegt. Es ist wichtig für die Angehörigen zu wissen, dass jemand da ist und mit ihnen betet“, sagt sie. Leonor Gutting ist durch ein persönliches Erlebnis dazu gekommen. Sie hat vor einem Jahr in ihrer Heimat Ecuador eine Nacht betend am Krankenbett ihres Vaters verbracht. „Ich habe so Abschied genommen, auch wenn mein Vater es dann doch überlebt hat“, sagt sie. Diese für sie wertvolle Erfahrung möchte sie weiter geben.

Nun möchten die vier Frauen sich in den anderen Gemeinden der Pfarrei bekannt machen. Ziel ist es, dass die Gemeindemitglieder sich direkt an die Frauen wenden, wenn sie eine Sterbesegensfeier wünschen. Der Sterbesegen ist, darauf legen Kerstin Fleischer und Clemens Schirmer großen Wert, kein Ersatz für die Krankensalbung oder den Versehgang, sondern ein zusätzliches Angebot. Die Frauen sind keine Konkurrenz zum Priester. Pfarrer Michael Paul betrachtet es dennoch als Entlastung. Der Faktor Zeit spiele bei Pfarrern leider eine große Rolle. Angehörige hätten oft den Wunsch nach persönlicher Begegnung. „Da ist es nicht damit getan, dass jemand schnell mal vorbeikommt“.

Neue Ausbildung startet im März

Auch in diesem Jahr können sich Ehrenamtliche wieder zu Leiter von Sterbesegens-Feiern ausbilden lassen. Der neue Kurs beginnt im März. Anmeldeschluss ist am 16. Februar 2018. Weitere Informationen gibt es im Sekretariat der Hospiz- und Trauerseelsorge des Bischöflichen Ordinariats Speyer. Telefon: 06232 102 288 oder auf www.bistum-speyer.de/unterstuetzung-fuer-aktive/sterbesegen/aus-und-fortbildung/

Bistum Speyer

01.02.2018


Oberbürgermeister Hirsch besucht den Landauer Winterspielplatz – Ein besonderer Ort für Kinder in der trüben Jahreszeit

v.l.: Pastor. Dr. Philipp Bartholomä, Imke Steinbach, Dana Jungwirth, Ursula Wagner, Pia Lorenz, Oberbürgermeister Thomas Hirsch, Pastor Harald Nikesch

Landau - Kinder lieben Bewegung. Auch im Winter. Leider ist das Wetter während der Winterzeit nicht immer zum Toben auf dem Spielplatz geeignet. Oberbürgermeister Thomas Hirsch informierte sich jetzt über den Landauer Winterspielplatz, einem Angebot der Er-lebt Gemeinde für Kinder und ihre Eltern.

Der Landauer Winterspielplatz findet in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt, neu ist mit dem erlebt Forum der Veranstaltungsort. Die Er-lebt Gemeinde, eine evangelische Freikirche in Landau-Queichheim, hat den Winterspielplatz vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Auf über 250qm können Kinder im Alter bis drei Jahre nach Herzenslust umhertollen und laut sein. Auch die Eltern kommen beim Eltern-Kind-Café auf ihre Kosten.

Bereits am ersten Mittwoch waren über 35 Kinder mit ihren Eltern beim fünften Winterspielplatz und haben Rutschen, Trampolin, Bällebad & Co ausgiebig genutzt. Imke Steinbach vom Leitungsteam des Winterspielplatzes zeigt sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. „Mir geht das Herz auf, wenn ich die Kinder beim Spielen und Toben beobachte und es ist jede Mühe wert, dieses besondere Angebot für die kleinen Landauer zu schaffen“, erzählt sie. Auch Oberbürgermeister Hirsch zeigte sich begeistert von der guten Möglichkeit, die der Winterspielplatz für Kinder und ihre Eltern bietet. „Es macht viel Freude,  den Kleinen hier beim Toben zuzusehen und die freudige Stimmung mitzuerleben. Ich bin dankbar für die gute Idee der Er-lebt Gemeinde und die Organisation des Landauer Winterspielplatzes durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer“, so Hirsch weiter.

Der Landauer Winterspielplatz ist noch bis zum 7. März 2018 jeden Mittwoch zwischen 9 und 12 Uhr geöffnet und findet im erlebt Forum in der Marie-Curie-Straße 3 in Landau statt. Weitere Informationen gibt es im Gemeindebüro unter Telefon 06341.968830, per E-Mail an buero@er-lebt.de oder unter www.er-lebt.de und unter www.facebook.com/er.lebt.

Er-lebt Gemeinde Landau
Christian Bohr
Öffentlichkeitsarbeit
Marie-Curie-Straße 3
76829 Landau in der Pfalz
E-Mail: christian.bohr@er-lebt.de  
www.er-lebt.de  
www.facebook.com/er.lebt

Er-lebt Gemeinde Landau

01.02.2018


„Wenn eine/r von uns geht …"

Studientag zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer bei Menschen mit Behinderung

Speyer - Unter dem Titel „Wenn eine/r von uns geht …“ veranstalten die Seelsorge für Menschen mit Behinderung und die Hospiz- und Trauerseelsorge im Bistum Speyer am 6. März 2018 einen Studientag im Priesterseminar in Speyer. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich in Vorträgen und Workshops zum Thema „Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung“ informieren und austauschen.

In den Workshops geht es um Möglichkeiten zum Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer ganz allgemein, aber auch zu speziellen Fragen wie „Tod und Trauer in Schule und Einrichtung“ oder „Lebensbegleitung von Menschen mit Hörbehinderung bis zum Ende“. Vorgestellt wird außerdem eine Broschüre zu Patientenverfügung und Planung des Lebensendes in Leichter Sprache. Weitere Workshop-Angebote thematisieren die Angst im Umgang mit Sterbenden aber auch die Möglichkeit, das Sterben als ein Teil des Lebens zu betrachten.

Weiterhin ist ein „Marktplatz“ geplant, bei dem konkrete Erfahrungen und Ideen zur Trauerarbeit vorgestellt werden können.

Eingeladen zu dem Studientag (Beginn: 8.30 Uhr, Ende: 17 Uhr) sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Behindertenarbeit, Haupt- und Ehrenamtliche in der Seelsorge, Angehörige von Menschen mit Behinderung und alle, die an diesem Thema interessiert sind. Die Teilnahmekosten betragen 35 €.

Interessierte können sich bis 28.02.18 bei der Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Speyer anmelden.

Kontakt:

Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Speyer

Webergasse 11

67346 Speyer

Tel: 06232-102-170

Fax: 06232-102-176

E-Mail: info@behindertenseelsorge-speyer.de

www.behindertenseelsorge-speyer.de

Bistum Speyer

31.01.2018


„Überraschend Gott“

Angebot der Netzgemeinde DA_ZWISCHEN in der Fastenzeit

Speyer - Die Netzgemeinde DA_ZWISCHEN der Diözese Speyer bietet in der Fastenzeit 2018 kleine Diskussionsgruppen rund um Gott und die Welt an. „ÜBERRASCHEND gott“ heißt das Angebot. Es eröffnet von Aschermittwoch (14.2.18) bis Ostersonntag (1.4.18) geschlossene Foren für jeweils bis zu zehn Personen.

"In der Fastenzeit bereiten wir Christen uns auf unser großes Fest, auf Ostern, vor. Bevor wir feiern, dass Jesus auferstanden ist, stellen wir in der Fastenzeit unseren Glauben und unser Leben auf den Prüfstand", erklärt Felix Goldinger. Goldinger ist Initiator und Seelsorger der Netzgemeinde und Referent für Katechese und missionarische Pastoral im Bistum Speyer.

Er möchte mit dem Angebot im Internet Menschen erreichen, denen Kirche und Glauben fremd geworden ist: "Fasten kling ja zunächst nur nach Verzicht. Dabei ist die Fastenzeit eigentlich so gedacht, dass sie uns Gott ein Stück näher bringt, also etwas gibt, statt nimmt."

Das Online-Angebot „ÜBERRASCHEND gott“ lebt vom Miteinander: Wer sich anmeldet, erhält ergänzend zu den wöchentlichen Nachrichten der Netzgemeinde, einen Zugang zu einer geschlossen Gruppe bei WhatsApp oder Facebook. Hier können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Woche über zu einem Thema austauschen, ihrem Glauben auf die Spur kommen und gemeinsam beten. Dabei muss man kein „Bibelprofi“ sein, denn der gemeinsame Austausch steht im Mittelpunkt.

Die Textimpulse der Wochen lehnen sich an Exerzitientexte an. Exerzitien sind geistliche Übungen, die in der Kirche eine lange Tradition haben. Es handelt sich um Übungen, deren Ziel es ist, aus dem Alltag heraus zu führen. Während der Fastenzeit werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „ÜBERRASCHEND gott“ von erfahrenen Seelsorgern in den Diskussionsgruppen begleitet. "Herauszufinden, wie überraschend Gott sein kann, ist ein Abenteuer, auf das man sich zusammen mit anderen begeben kann. Ich freue mich auf viele Menschen, die in der Netzgemeinde mit uns auf die Suche gehen wollen“, betont Felix Goldinger.

Die Netzgemeinde DA_ZWISCHEN lebt von wöchentlichen Ideen zum Weiterdenken, die die Gemeindemitglieder per Messenger (z.B. WhatsApp) montags morgens auf ihr Handy erhalten. Aktuell folgen der Netzgemeinde rund 1800 Abonnenten. Freitags schickt DA_ZWISCHEN die Netzgemeinde mit einer Abschlussnachricht ins Wochenende. Wer WhatsApp nicht nutzen möchte, kann die Nachrichten auch per Facebook, Telegram oder E-Mail erhalten.

Anmeldung und weitere Informationen: www.netzgemeinde-dazwischen.de.

Bistum Speyer/Netzgemeinde DA_ZWISCHEN

30.01.2018


„Kirche wird vom Unterrichtsstoff zum Erlebnis“

Schülertage des Bistums Speyers enden – Rund 560 Schülerinnen und Schüler aus 17 Schulen erleben Kirche aus der Nähe

Heute bei den Schülertagen zu Gast „Polli“ – der Tourbus des BDKJ

Speyer - Mit dem Besuch von Schülerinnen der Landauer Maria-Ward-Schule gehen morgen die Schülertage des Bistums Speyer unter dem Motto „Meine Diözese“ zu Ende. Rund 560 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus dem Bistumsgebiet von insgesamt 17 Schulen hatten sich in diesem Jahr für die Teilnahme an den sechstägigen Schülertagen angemeldet. Seit dem Start der Schülertage im Jahr 2013 haben insgesamt rund 2.600 Schülerinnen und Schüler an der Veranstaltung teilgenommen. Heute nutzten Schülerinnen und Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums Ludwigshafen, des Gymnasiums an der Burgstraße in Kaiserslautern sowie der Integrierten Gesamtschulen Landstuhl und Otterberg die Chance, „ihr Bistum“ näher kennenzulernen.

„Es ist sehr beeindruckend, wie tiefsinnig die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Religion umgehen. Deutlich wird dies in den Fragen, die sie mitbringen“, so Dr. Irina Kreusch von der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung des Bischöflichen Ordinariats in Speyer, Initiatorin und Organisatorin der Schülertage, in einem ersten Fazit. Sie hat im Laufe der Tage mit vielen Schülerinnen und Schülern über ihre Eindrücke gesprochen. „Die Begegnung mit Menschen, die überzeugt sind von dem, was sie tun, und die mit dem Herzen dabei sind, das hat viele der Jugendlichen in diesen Tagen tief beeindruckt“, fasst sie zusammen. „Kirche wird vom Unterrichtsstoff zum Erlebnis“. Ihr Dank gilt auch den Religionslehrerinnen und –lehrern, die sich mit ihren Gruppen auf den Weg zu den Schülertagen gemacht und oft weite Wege in Kauf genommen haben. Eine Premiere in diesem Jahr: das Mittagessen, zu dem das Bistum die Schülerinnen und Schüler einlädt, war für alle vegetarisch. „Das ist für uns im Sinne der Nachhaltigkeit ein wichtiges Zeichen“, begründet Kreusch die Entscheidung.

Vielfältiges Workshop-Angebot

Das vielfältige Programm der Schülertage eröffnete den Jugendlichen die Möglichkeit, verschiedene Bereiche des Domes kennenzulernen, dem Domorganisten über die Schulter zu schauen, im Bistumsarchiv zu recherchieren oder sich in Workshops mit den Themen „Kirchen, Sekten, Konfessionen“ oder „Dein Leben – dein Weg“, bei dem es um die Frage nach der eigenen Berufung ging, auseinanderzusetzen. “Beten mit dem Smartphone“ hieß ein anderes Angebot, in dem es um die Netzgemeinde „da_zwischen“ im Bistum ging. Fachleute der Caritas gaben den Jugendlichen einen Einblick in die Schwangerschaftsberatung und die Hilfsangebote für obdachlose Menschen.

Station bei den Schülertagen machte heute auch als Überraschungsgast „Polli“, der kleine Tourbus des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), mit dem der Jugenddachverband seine Themen zu jungen Menschen transportieren möchte und auf sehr viel positive Resonanz stieß. Zum Workshop-Angebot der Schülertage gehörten außerdem ein Besuch in der Redaktion der Kirchenzeitung „Der Pilger“ sowie das Angebot von Christoph Fuhrbach, Referent für weltkirchliche Aufgabe und zugleich bundesweit bekannter Radsportler. Er berichtete von seiner Teilnahme am „Trancontinental Race“, einem Radrennen von fast 4000 Kilometern Länge quer durch Europa, im Trikot von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland.

Besonders gefragt waren die Vorstellung der Freiwilligendienste, Gespräche mit Gefängnis-seelsorgern oder der Workshop „young caritas“. „Das war super interessant“, waren sich Simon und Maximilian aus Ludwigshafen einig. „Wir haben zum Beispiel eine Brille aufziehen können, mit der man erleben konnte, wie es ist einen Drogenrausch zu haben“.

Begegnung und Gespräch mit Vertretern der Bistumsleitung

Am Ende der Tage standen jeweils Gespräch und Begegnung mit Vertretern der Bistumsleitung auf dem Programm. „Für mich ist der Austausch mit den jungen Leuten zum Schluss immer ein besonderer Höhepunkt. Gerade das macht es spannend: Dass junge Leute einfach aus dem Bauch heraus oder auch manchmal sehr überlegt, Fragen stellen können und nicht meinen, es gibt peinliche Fragen oder Fragen, die man da nicht stellen kann. Dass man eine Offenheit miteinander hat, weil man dann auch jungen Menschen etwas mitgeben kann von dem, was einem selbst wichtig ist, was Kirche bedeutet und was diese heute für eine Chance darstellt. Der offene Dialog ist ganz wichtig“, so Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Rede und Antwort standen den Jugendlichen außerdem die Domkapitulare Franz Vogelgesang, Dr. Christoph Kohl sowie Vizeoffizial und leitender Pfarrer Dr. Georg Müller aus Schifferstadt. „Gefragt wird oft nach der Haltung der Kirche zu Frauenpriestertum und Homosexualität aber auch theologische Themen und ganz persönliche Fragen zum Lebensweg der Gesprächspartner spielen eine Rolle“, berichtet Dr. Kreusch. „Allerdings beklagen viele Schülerinnen und Schüler, dass die Sprache der Kirche in manchen Bereichen zu wenig verständlich sei und das ist sicher auch eine Anfrage an uns und unsere Arbeit in Zukunft.“

„Schülertage sind eine Chance“

Die Workshop LeiterInnen stellen ihr Angebot vor

Simone Krick, Religionslehrer am Sickingen Gymnasium in Landstuhl, bewertete die Schülertage als große Chance: „Ich finde es schön, dass verschiedene Facetten zur Kirche gezeigt werden. Ich glaube, dass in den Schülerköpfen häufig ein sehr einseitiges Bild von Kirche da ist. Dieser Tag ist für unsere Schülerinnen und Schüler eine Chance zu sehen, was zur Kirche alles dazugehört.“ Und ihr Kollege, Joachim Kilburg meinte: „Wir sind ziemlich weit angereist. Ich bin sehr positiv davon überrascht: Weil ich finde, dass die Kirche sich auf diese Weise für die Menschen öffnet – und dadurch wieder einfach mehr Möglichkeit zur Akzeptanz oder zum Kontakt hat, als das leider Gottes sonst der Fall ist.“

In diesem Jahr hatten zwölf Gymnasien, drei Integrierte Gesamtschulen und zwei Berufsbildende Schulen ihre Teilnahme angemeldet. Einige Schulen – wie zum Beispiel das Sickingen Gymnasium in Landstuhl und die Berufsbildende Schule in Zweibrücken –waren erstmals dabei, andere Schulen haben mit verschiedenen Klassen schon mehrere Male teilgenommen. Den Rekord halten das Edith-Stein-Gymnasium in Speyer, die Maria-Ward-Schule in Landau und das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt: Sie gehörten in bisher jedem oder fast jedem Jahr zu den Teilnehmern der Schülertage.

Ansprechpartnerin:

Dr. Irina Kreusch, Oberschulrätin i.K.
Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
Tel. 0 62 32/ 102-217
Handy: 0151 / 14879780
Mail: irina.kreusch@bistum-speyer.de
https://www.bistum-speyer.de/erziehung-schule-bildung/religionsunterricht/schuelertage/

Bildergalerie zu den Schülertagen: https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bildergalerie-schuelertage-2018/

Bistum Speyer

30.01.2018


„Dom-Info“ für internationale Besucher

Anlaufstelle für alle Dom-Besucher mit neuer Benennung und Beschilderung

Anlaufstelle für alle Dom-Besucher mit neuer Benennung und Beschilderung, Claudio Usnik, printline und Bastian Hoffmann, Leitung Dom-Besuchermanagement bei der Montage der neuen Schilder

Speyer - Das "Dom-Besucherzentrum" heißt jetzt "Dom-Info". Kurz, klar und international verständlich mit neuer, eindeutiger Beschilderung.

„Jeder, der sich dem Dom nähert, soll bereits von weitem sehen, dass es bei uns Informationen zum Dom gibt“, erklärt der Leiter des Dom-Besuchermanagements Bastian Hoffmann die neue Kennzeichnung. „

Damit uns nicht nur die Speyerer gut finden, wollen wir es mit dem großen Schriftzug ‚Dom-Info‘ insbesondere den internationalen Besuchern einfacher machen, zu uns zu gelangen“.

Neben Informationen sind weiterhin Tickets, Audioguides und ein kleines Warensortiment rund um den Dombesuch in der Dom-Info im südlichen Domgarten erhältlich.

Text: Bistum Speyer Foto: Bistum Speyer/Klaus Landry

29.01.2018


Bistum Speyer gibt Ausblick auf das Jahr 2018

Bischof Wiesemann kündigt Wiederaufnahme der Visitationen in den Pfarreien an – Pfarrer sollen von Verwaltungsaufgaben entlastet werden – Caritas setzt bei Integration von Flüchtlingen vor allem auf Sprachförderung, Berufsausbildung und Rechtsberatung

Speyer - Mit einer Pressekonferenz hat das Bistum Speyer einen Ausblick auf Themen und Ereignisse gegeben, die das Bistum in diesem Jahr beschäftigen werden. Als Schwerpunkt wurde die aktuelle Situation in der Flüchtlingshilfe beleuchtet.

ach der Neustrukturierung der Pfarreien im Rahmen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ werden in diesem Jahr die bischöflichen Visitationen der Pfarreien wieder aufgenommen. Das kündigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann an. Je zwei von den zehn Dekanaten des Bistums werden pro Jahr visitiert, in diesem Jahr die Pfarreien in den Dekanaten Germersheim und Pirmasens. Einen Teil der Visitationen wird Weihbischof Otto Georgens übernehmen. „Die Visitation dienen der Weiterentwicklung der Diözese, wir Bischöfe kommen als Hörende in die Pfarreien. Wir möchten erfahren, wie die Erstellung des pastoralen Konzepts vorankommt, wo es Schwierigkeiten gibt und was die Pfarreien sich als Unterstützung vom Bischof und dem bischöflichen Ordinariat wünschen“, sagte Bischof Wiesemann. Er verstehe das Bistum als Lerngemeinschaft und die Visitationen als „ein Instrument der Qualitätssicherung, welches den Pfarreien helfen soll, das eigene Handeln zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.“

Generalvikar Jung: Beratung über Satzung für neue Diözesanversammlung

Die Erarbeitung der Satzung für eine neue Diözesanversammlung benannte Generalvikar Dr. Franz Jung als wichtige Aufgabe für das Jahr 2018. Um eine breite Partizipation zu ermöglichen, werde es vor dem Diözesanen Forum im August eine so genannte Modi-Phase geben, in der Änderungsanträge eingebracht werden können. Auch die Entlastung der Pfarrer von Verwaltungsaufgaben nannte er als wichtiges Ziel. Dazu soll der Personalschlüssel in den Regionalverwaltungen erhöht werden. Ebenfalls in Vorbereitung sind eine Handreichung des Bistums für die Seelsorge für Wiederverheiratete und die Zertifizierung weiterer Kindertageseinrichtungen mit dem Qualitätsbrief und Gütesiegel des Bundesverbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder. Zum Beratungsprozess bezüglich der Bildungshäuser St. Christophorus-Haus und Heilsbach kündigte er einen Verfahrensvorschlag an, der zunächst noch mit dem Vorstand des Diözesanen Forums abgestimmt wird.

Anhaltend großes Engagement für die Begleitung und Integration von Flüchtlingen

Rund 800 Ehrenamtliche engagieren sich in der Flüchtlingshilfe des Bistums und des Caritasverbandes: Darauf wies Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer hin, der Vorsitzende des Caritasverbandes und Leiter der diözesanen Hilfsaktion „Teile und helfe“. Hinzu kommen 43 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Flüchtlingen vor allem in den Caritas-Zentren auf der Ebene der Dekanate als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. 267 geflüchtete Menschen sind aktuell in kirchlichen Unterkünften untergebracht. „Die Integrationsbemühungen besonders im Bereich der Sprachförderung und der Berufsausbildung stehen weiterhin im Fokus unseres Engagements“, kündigte Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer an. Ebenso hätten die Rechtsberatung und die Familienzusammenführung eine wachsende Bedeutung.

Bistum rechnet für 2018 mit positivem Bilanzergebnis durch Entnahme aus Rücklagen

Das Bistum Speyer kalkuliert in seinem Haushalt für das Jahr 2018 einen Fehlbetrag in Höhe von rund 1,6 Millionen, der durch die Entnahme aus Rücklagen zu einem Bilanzergebnis von 1,4 Millionen Euro führen soll. Die Summe der geplanten Aufwendungen liegt bei rund 154,6 Millionen Euro, wie der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien Domkapitular Peter Schappert darlegte. Rund 54 Prozent seines Etats wendet das Bistum Speyer für die Seelsorge in seinen 70 Pfarreien auf. In die übergemeindliche Seelsorge fließen rund sieben Prozent der Mittel, der Ausgabenanteil für caritative Aufgaben beträgt rund 10 Prozent. Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen schlagen mit insgesamt rund 17 Millionen Euro zu Buche.

Die Haushalte des Bistums, des Bischöflichen Stuhls, des Domkapitels, der Pfarrpfründestiftung sowie der Emeritenanstalt stehen auf der Internetseite des Bistums Speyer online zum Nachlesen und Herunterladen bereit:

https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/finanzen/

Bistum Speyer

26.01.2018


Schülertage des Bistums Speyer starten mit Begegnung und Diskussion

Zum sechsten Mal lädt das Bistum Speyer junge Menschen zu einer Begegnung mit ihrer Diözese ein

Speyer - Unter dem Motto „Meine Diözese“ starteten heute die Schülertage im Bistum Speyer. Sie finden in diesem Jahr zum sechsten Mal statt. Bis zum 30. Januar haben Oberstufenschülerinnen und – schüler aus der Pfalz und dem Saarpfalz-Kreis Gelegenheit, „ihr Bistum“ aus der Nähe kennenzulernen. Angemeldet sind insgesamt 560 junge Frauen und Männer aus 17 Schulen. Rund 100 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in Herxheim, des Hanna-Arendt-Gymnasiums aus Haßloch und der Berufsbildenden Schule in Neustadt waren heute die Ersten, die das Informationsangebot nutzten.

Schüler haben unterschiedliche Fragen und Interessen

Die Schülerinnen und Schüler kamen mit unterschiedlichen Fragen und Erwartungen nach Speyer. Franziska aus Herxheim zum Beispiel wollte mehr über das Freiwillige Soziale Jahr erfahren. Beim Stichwort Kirche denke sie zunächst einmal an den Gottesdienst. „Was sonst noch alles zur Kirche dazugehört, auf diese Frage erhoffe ich mir heute Antworten“, sagt sie. Ihr Mitschüler Patrick hatte vor allem das Interesse, einmal über die eigene Pfarrei hinaus zu blicken. „Ich bin heute vor allem dabei, um die weitere Dimension von Kirche kennenzulernen. Ich möchte einen tieferen Einblick bekommen, was Kirche ist und wo sie sich konkret engagiert“, umschreibt er seine Motivation zur Teilnahme an den Schülertagen.

Der Tag begann mit einem Besuch im Dom. In Kleingruppen wählten die Jugendlichen aus, ob sie die Krypta, die Orgel, die Katharinenkapelle, die Dom-Architektur oder die Sakristei mit dem Codex Aureus näher kennen lernen wollten. Anschließend standen Informationen über das Bistum und zu den Arbeitsschwerpunkten des Caritasverbandes auf dem Programm.

Kirche zeigt Präsenz in der digitalen Welt

Im zweiten Teil der Schülertage entschieden sich die Schülerinnen und Schüler für mehrere Workshops ihrer Wahl. „Ungewohnt, aber gut“, fand am ersten Tag der 16-jährige Sam das Angebot der Netzgemeinde „da_zwischen“ und die gleichaltrige Luisa meinte: „Schön, dass die Kirche jetzt auch in sozialen Netzwerken präsent ist.“ Die beiden Schüler des Hanna-Arendt Gymnasiums in Haßloch hatten sich den Workshop „Beten mit dem Smartphone: Die digitale Gemeinde der Diözese Speyer“ ausgesucht, der in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Programm der Schülertage steht.

Pastoralreferent Felix Goldinger, der die Netzgemeinde des Bistums Speyer initiiert hat und betreut, stellte das Projekt vor. Seit dem Start vor knapp zwei Jahren ist die Gemeinde auf rund 1800 Mitglieder angewachsen. „Wir haben ein ganz breites Spektrum von Teilnehmern, von Menschen, für die Gott da ist, bis zu Menschen, die noch auf der Suche sind“, berichtete Goldinger. Regelmäßig erhalten alle per WhatsApp Impulse und können ihre Fragen, Gedanken, Gefühle dazu zurückmelden. Eine Möglichkeit, die viele Gemeindemitglieder nutzen. Wie es sich anfühlt, per Smartphone über Gott zu reden, durften auch die Workshop Teilnehmer kurz ausprobieren.

Das Workshop-Angebot reichte von der Recherche im Bistumsarchiv über die Vorstellung des Freiwilligen Sozialen Jahrs und des Bundesfreiwilligendienstes bis einem Gesprächsangebot über die Berufe der Kirche.

Gespräch mit Domkapitular Vogelgesang bot Raum für kritische Nachfragen

Am Ende des ersten Tages stellte sich Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Eine rege Diskussion entwickelte sich zu der Frage, wie die Kirche im Jahr 2030 aussehen soll. Sie solle digitaler werden, aufgeweckter, frischer, so die Forderung einiger Teilnehmer. Andere sahen wenige bis keine Chancen für die Kirche: „Bis in ein paar Jahren gibt es keine Kirche mehr“, spitzte ein Jugendlicher seine Überzeugung zu. Andere waren zwiespältiger in ihrer Haltung. „Ich könnte mir vorstellen, Religionslehrerin zu werden. Aber manche Standpunkte der Kirche passen einfach nicht in mein Weltbild, zum Beispiel die Haltung gegenüber homosexuellen Menschen“, so eine Schülerin. Auch der Zölibat sei eine Tradition, „bei der ich keinen Sinn darin sehe, daran festzuhalten“, übte eine Mitschülerin Kritik. Franz Vogelgesang lud die Jugendlichen ein, sich in der Kirche zu engagieren: „Wir brauchen Eure Mitarbeit, sonst geht es mit der Kirche bergab.“ In den nächsten Tagen werden Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Domkapitular Dr. Christoph Kohl die Gesprächspartner der jungen Menschen sein.

Hashtag #SCT18 bot erstmals die Möglichkeit, sich digital über Erfahrungen auszutauschen

Die Schüler nahmen vielfältige Eindrücke mit nach Hause. „Ich habe erfahren, dass Ökumene mehr bedeutet als nur katholisch und evangelisch“, erklärte Kai aus Neustadt. „Mir hat gefallen, dass wir in viele Bereiche reinschnuppern und unsere Fragen stellen konnten“, zog auch Alina aus Haßloch eine positive Bilanz. Unter dem Hashtag #SCT18 waren die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr erstmals eingeladen, in den sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter und Facebook ihre Eindrücke einzubringen.

Seit dem Start der Schülertage im Jahr 2013 haben insgesamt rund 2.600 Schülerinnen und Schüler an der Veranstaltung teilgenommen. In diesem Jahr haben zwölf Gymnasien, drei Integrierte Gesamtschulen und zwei Berufsbildende Schulen ihre Teilnahme angemeldet. Einige Schulen – wie zum Beispiel das Sickingen Gymnasium in Landstuhl und die Berufsbildende Schule in Zweibrücken – sind erstmals dabei, andere Schulen haben mit verschiedenen Klassen schon mehrere Male teilgenommen. Den Rekord halten das Edith-Stein-Gymnasium in Speyer, die Maria-Ward-Schule in Landau und das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt: Sie gehörten in bisher jedem oder fast jedem Jahr zu den Teilnehmern der Schülertage.

Teilnehmende Schulen:

22. Januar:

  •     Gymnasium Herxheim
  •     Hanna-Arendt-Gymnasium Haßloch
  •     Berufsbildende Schule Neustadt

23. Januar:

  •     Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Neustadt
  •     Edith-Stein-Gymnasium Speyer

24. Januar:

  •     Lise-Meitner-Gymnasium Maxdorf
  •     Integrierte Gesamtschule Wörth
  •     Hans-Purrmann-Gymnasium Speyer

25. Januar:

  •     Sickingen-Gymnasium Landstuhl
  •     Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum Schifferstadt
  •     Gymnasium am Kaiserdom Speyer
  •     Berufsbildende Schule Zweibrücken

29. Januar:

  •     Carl-Bosch-Gymnasium Ludwigshafen
  •     Gymnasium an der Burgstraße Kaiserslautern
  •     Integrierte Gesamtschule Landstuhl
  •     Integrierte Gesamtschule Otterberg

30. Januar:

  •     Maria-Ward-Schule Landau

Ansprechpartnerin:

Dr. Irina Kreusch, Oberschulrätin i.K.
Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
Tel. 0 62 32/ 102-217
Handy: 0151 / 14879780
Mail: irina.kreusch@bistum-speyer.de

Bildergalerie: https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bildergalerie-schuelertage-2018/

Text: Bistum Speyer Foto: Bistum Speyer/Klaus Landry

22.01.2018


Bistum lädt mit Schülertagen zu Begegnung und Dialog ein

Rund 560 Schülerinnen und Schülern aus 17 Schulen lernen ab dem 22. Januar ihre Diözese ganz persönlich kennen

Gespräch mit Bischof Wiesemann bei den Schülertagen 2017

Speyer -  Am 22. Januar starten die diesjährigen Schülertage des Bistums Speyer. Unter dem Motto „Meine Diözese“ haben Oberstufenschülerinnen und -schüler aus der Pfalz und dem Saarpfalz-Kreis bis zum 30. Januar wieder Gelegenheit, in persönlichen Begegnungen Kirche aus der Nähe kennenzulernen. Das Bistum Speyer lädt bereits zum sechsten Mal zu den Schülertagen ein. Angemeldet sind 560 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 17 Schulen. „Wir freuen uns über das anhaltend hohe Interesse der Jugendlichen und der Schulen. Die ursprüngliche Idee, die Themen Glaube und Kirche aktuell, ortsnah und praktisch darzustellen und dabei auf die Begegnung mit Menschen anstatt auf Texte in Schulbüchern zu setzen, hat sich hervorragend bewährt“, erklärt die Initiatorin und Organisatorin Dr. Irina Kreusch von der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung des Bischöflichen Ordinariat in Speyer. Im Gespräch mit dem Bischof, Mitgliedern des Domkapitels sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Bischöflichen Ordinariates, des Caritasverbandes und der Bistumszeitung „Der Pilger“ haben die jungen Leute Gelegenheit, ihre Fragen zum Thema Kirche zu stellen und sich ein persönliches Bild von „ihrem Bistum“ zu machen.

Am Beginn der insgesamt sechs Schülertage steht die Begegnung mit dem Dom. In Kleingruppen lernen die Jugendlichen zum Beispiel die Krypta, die Dom-Orgel oder die Sakristei mit dem „Codex Aureus“ kennen. Anschließend stehen Grundinformationen über das Bistum und Schlaglichter zur Arbeit des Caritasverbandes auf dem Programm.

In Workshops geht es in die Tiefe

In der Krypta des Domes

Im zweiten Teil der Schülertage entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler für mehrere Workshops ihrer Wahl. Neu im Angebot ist der Workshop „Beten mit dem Smartphone“ mit Pastoralreferent Felix Goldinger, der die Netzgemeinde „da_zwischen“ des Bistums Speyer initiiert hat und betreut. Christoph Fuhrbach, Referent für weltkirchliche Aufgabe und zugleich ein bundesweit bekannter Radsportler, berichtet von seiner Teilnahme am „Trancontinental Race“, einem Radrennen von fast 4000 Kilometern Länge quer durch Europa, das er im Trikot von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland, im Sommer des vergangenen Jahres gefahren ist. Zwei Mitarbeiter der Caritas werden den Jugendlichen einen Eindruck davon vermitteln, mit welchen Problemen wohnungslose Menschen in ihrem Alltag zu kämpfen haben und mit welchen Hilfen die Caritas dazu beiträgt, dass sie in ein selbständiges Leben zurückkehren können.

Darüber hinaus reicht das Workshop-Angebot von der Recherche im Bistumsarchiv über die Vorstellung des Freiwilligen Sozialen Jahrs und des Bundesfreiwilligendienstes bis zu einem Einblick in die Redaktion der Kirchenzeitung „Der Pilger“ und des Projekts „Kaiserdom virtuell“. Auch die Begegnung mit zwei Gefängnisseelsorgern, der Workshop zu „Kirchen, Sekten, Konfessionen“ und eine Vorstellung der „young caritas“ sind wieder Teil des Programms und werden von den Schülern seit Jahren gerne besucht.

Den Abschluss der Schülertage bietet ein Gespräch mit der Bistumsleitung. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wird sich an mehreren Tagen den Fragen der Jugendlichen stellen. Auch die Domkapitulare Franz Vogelgesang und Dr. Christoph Kohl treten mit den Schülerinnen und Schüler in den Dialog.

Hashtag #SCT18 bietet erstmals die Möglichkeit, sich digital über Erfahrungen auszutauschen

Vorstellung der Domorgeln

Seit dem Start der Schülertage im Jahr 2013 haben insgesamt rund 2.600 Schülerinnen und Schüler an der Veranstaltung teilgenommen. In diesem Jahr haben zwölf Gymnasien, drei Integrierte Gesamtschulen und zwei Berufsbildende Schulen ihre Teilnahme angemeldet. Einige Schulen – wie zum Beispiel das Sickingen Gymnasium in Landstuhl und die Berufsbildende Schule in Zweibrücken – sind erstmals dabei, andere Schulen haben mit verschiedenen Klassen schon mehrere Male teilgenommen. Den Rekord halten das Edith-Stein-Gymnasium in Speyer, die Maria-Ward-Schule in Landau und das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt: Sie gehörten in bisher jedem oder fast jedem Jahr zu den Teilnehmern der Schülertage.

„Die Auswertung der Rückmeldungen durch die Schülerinnen und Schüler sowie Gespräche mit den betreuenden Religionslehrerinnen und –lehrern machen deutlich, dass vor allem die persönlichen Begegnungen großen Anklang finden. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr offen, Einblicke in kirchliches Handeln zu erhalten, vor allem konkrete Beispiele sind für sie spannend“, berichtet Dr. Irina Kreusch. In diesem Jahr treffen die Jugendlichen auf kirchliche Mitarbeiter aus über 15 Arbeitsfeldern. Unter dem Hashtag #SCT18 sind sie in diesem Jahr erstmals eingeladen, in den sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter und Facebook ihre Eindrücke einzubringen.

Spurensuche im Bistumsarchiv

Teilnehmende Schulen:

22. Januar:

    Gymnasium Herxheim
    Hanna-Arendt-Gymnasium Haßloch
    Berufsbildende Schule Neustadt

23. Januar:

    Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Neustadt
    Edith-Stein-Gymnasium Speyer

24. Januar:

    Lise-Meitner-Gymnasium Maxdorf
    Integrierte Gesamtschule Wörth
    Hans-Purrmann-Gymnasium Speyer

25. Januar:

    Sickingen-Gymnasium Landstuhl
    Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum Schifferstadt
    Gymnasium am Kaiserdom Speyer
    Berufsbildende Schule Zweibrücken

29. Januar:

    Carl-Bosch-Gymnasium Ludwigshafen
    Gymnasium an der Burgstraße Kaiserslautern
    Integrierte Gesamtschule Landstuhl
    Integrierte Gesamtschule Otterberg

30. Januar:

    Maria-Ward-Schule Landau

Ansprechpartnerin:

Dr. Irina Kreusch, Oberschulrätin i.K.
Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
Tel. 0 62 32/ 102-217
Handy: 0151 / 14879780
Mail: irina.kreusch@bistum-speyer.de

Weitere Informationen: https://www.bistum-speyer.de/erziehung-schule-bildung/religionsunterricht/schuelertage/

Bistum Speyer

17.01.2018


„Liebe miteinander leben“

Feier der Ehejubiläen mit Weihbischof Georgens im Speyerer Dom am 18. und 19. August 2018 – Frühzeitige Anmeldung wird empfohlen

Speyer - Unter dem Motto „Liebe miteinander leben“ lädt das Bistum Speyer auch in diesem Jahr wieder Eheleute aus der gesamten Diözese, die silberne, goldene, diamantene Hochzeit oder einen anderen Jahrestag ihrer Eheschließung feiern, zur Feier der Ehejubiläen im Speyerer Dom ein. Es werden zwei Termine zur Feier angeboten: Samstag, 18. August und Sonntag, 19. August. Der Tag beginnt jeweils um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt im Dom zu Speyer. Zelebrant der beiden Eucharistiefeiern ist Weihbischof Otto Georgens.

In der Einladung zur Feier schreibt der Speyerer Weihbischof: „Sie haben sich vor Jahren Ihre gegenseitige Liebe und Treue bekundet und Ihre Liebesbeziehung unter die Heilszusage und den Segen Gottes gestellt. Eine Ehe ist eine abenteuerliche Reise und sie bleibt es auch nach vielen Jahren. Hochzeitstage und Ehejubiläen sind wie Rastplätze auf dem langen Weg der Ehe. Sie laden ein zum Innehalten, zu Aufbruch und Neuanfang. Zu einem solchen Rastplatz laden wie Sie ein…“

Im Anschluss an die Festgottesdienste besteht die Möglichkeit zur Einzelsegnung der Paare durch Weihbischof Georgens und andere Seelsorger. Nach dem Dank für die gemeinsamen Ehejahre erwartet dann die Jubelpaare vor dem Dom ein Sektempfang. Die Feiern enden jeweils gegen 13 Uhr mit dem Hochzeitswalzer auf dem Domplatz.

Aufgrund der begrenzten Anzahl der Plätze im Dom wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen. Ab Ende Juni erhalten dann alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Bestätigung des Termins und Einlasskarten für den Dom.

Weitere Informationen und Anmeldung:

Bischöfliches Ordinariat Speyer
Hauptabteilung Seelsorge, Generationen und Lebenswelten,
Ehe- und Familienseelsorge,  
Telefon 0 62 32/102-314
E-Mail: ehe-familie@bistum-speyer.de

Bistum Speyer

16.01.2018


Jörg Lang wird neuer Finanzdirektor des Bistums Speyer

Diplom-Betriebswirt bringt umfangreiche Leitungserfahrung aus verschiedenen Wirtschaftsunternehmen in seine neue Aufgabe ein

Jörg Lang wird neuer Finanzdirektor des Bistums Speyer

Speyer - Das Bistum Speyer besetzt die Stelle des Finanzdirektors neu. Der Diplom-Betriebswirt Jörg Lang tritt zum 1. Februar die Nachfolge der bisherigen Finanzdirektorin Tatjana Mast an.

Jörg Lang stammt aus dem Saarland und hat in Saarbrücken Betriebswirtschaft studiert. In mehreren großen, meist international tätigen Wirtschaftsunternehmen hat er kaufmännische Leitungsverantwortung wahrgenommen. Schwerpunkte waren unter anderem das Finanz- und Rechnungswesen, die Informationstechnologie und das Controlling. „Wir sind froh, in Herrn Lang einen erfahrenen Wirtschafts- und Finanzfachmann gefunden zu haben, der die Fähigkeit zur Entwicklung strategisch vorausschauender und nachhaltig wirksamer Lösungen mitbringt und der durch sein ehrenamtliches kirchliches Engagement zugleich die besonderen Herausforderungen in der Finanzverwaltung eines Bistums und seiner Pfarreien kennt“, erklärt Generalvikar Dr. Franz Jung.

An der Spitze der Bischöflichen Finanzkammer leitet Jörg Lang künftig ein Team mit rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das für die Finanz- und Vermögensverwaltung des Bistums Speyer verantwortlich ist. Dazu zählt vor allem die Finanzplanung mit der Erstellung der Haushaltspläne und Jahresabschlüsse für das Bistum, den Bischöflichen Stuhl, das Domkapitel, die Pfarrpfründestiftung und die Emeritenanstalt. Hinzu kommt die Betreuung und Aufsicht der Finanz- und Vermögensverwaltung der Pfarreien im Bistum Speyer. Die Bischöfliche Finanzkammer ist Teil der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats.

Bistum Speyer

16.01.2018


Pfarrer Thomas Becker wechselt nach Dahn

Pfarrer Thomas Becker, derzeit leitender Pfarrei der Pfarrei Heiliger Franz Xaver in Lauterecken, wechselt zum 1. August als leitender Pfarrer in die Pfarrei Heiliger Petrus in Dahn. Er tritt damit die Nachfolge von Pfarrer Bernd Schmitt an.

Thomas Becker stammt aus Malsch in Nordbaden und wurde nach dem Studium in Freiburg im Jahr 2009 zum Priester geweiht. Er war zunächst als Kaplan in Frankenthal tätig. Von 2012 bis 2015 wirkte er in Speyer als Domvikar und Domzeremoniar. Im Jahr 2015 folgte die Ernennung zum leitenden Pfarrer der Pfarrei Heiliger Franz Xaver im Dekanat Kusel.

Die Stelle als leitender Pfarrer der Pfarrei Heiliger Franz Xaver in Lauterecken wird zum 1. August 2018 neu ausgeschrieben.

Bistum Speyer

15.01.2018


„Eine Bereicherung für die Orgellandschaft in der Region“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann weiht neue Orgel in der Kirche des Bischöflichen Priesterseminars in Speyer

Bischof Karl-Heinz Wiesemann weiht das Instrument.

Speyer - Die neue Orgel in der Kirche des Bischöflichen Priesterseminars ist am Sonntag zum ersten Mal in einem Gottesdienst erklungen. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann segnete das 128 Jahre alte aus England stammende Instrument an seinem neuen Standort. Die Orgelweihe setzte den Schlusspunkt der grundlegenden Sanierung und Neugestaltung der Seminarkirche.

Der Hausherr des Priesterseminars, Regens Markus Magin, begrüßte die Gemeinde zu dieser besonderen Sonntagsmesse „mit der Segnung der neuen, alten Orgel, die ab heute Dienst in der Seminarkirche übernehmen wird“, wie er sagte. Das Instrument wurde 1890 im englischen Bristol von Orgelbauer Vowels gebaut. Nach der Sanierung und Neugestaltung sollte die Seminarkirche eine Orgel erhalten, die ihrer Raumgröße angemessen ist. Das passende Instrument fand sich bei einem Händler für gebrauchte Pfeifenorgeln in Wuppertal, berichtete der Regens. Er erläuterte der Gemeinde, dass die Orgel in Wuppertal abgebaut, anschließend repariert, renoviert und in Speyer „zum Teil in mühevoller Kleinarbeit“ wieder aufgebaut wurde. Verantwortlich für diese Arbeiten war Orgelbauer Andreas Schiegnitz aus dem pfälzischen Obrigheim, dem Magin ausdrücklich dankte.

Die Kinderchöre der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori versammeln sich zum Gesang um die neue Orgel. An der Orgel: Domorganist Markus Eichenlaub

Gleich nach der Begrüßung segnete Bischof Karl-Heinz Wiesemann die Orgel, damit sie erklingen konnte. Domorganist Markus Eichenlaub stimmte daraufhin die jubilierende „Carillon-Fanfare“ des zeitgenössischen Komponisten Robert Jones an. Mit diesem, der Missa „Fidem cantemus“, zwei englischen und weiteren Stücken zeigte Eichenlaub die Bandbreite des Instruments und entlockte ihm auch außergewöhnlich hohe Töne. Die Kinderchöre unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori bewiesen, wie gut die hellen Stimmen junger Sänger zu den Klangfarben der Orgel passen. Diese vielfältigen zarten Klangfarben und -stimmen zeichneten das Instrument aus, erläuterte Regens Magin später. Es ist noch nicht ganz vollständig: Zwei Register werden noch ergänzt.

In seiner Predigt verband Bischof Wiesemann eine Erzählung aus der Bibel mit der existenziellen Frage nach Gott und mit der Orgel. Er knüpfte an die Lesung an, in der die Geschichte von Samuel zu hören war, als der Junge zum ersten Mal von Gott gerufen und berührt wurde. Diese Gottesgegenwart, so der Bischof, sei in jedem Menschen. Sie verleihe uns Kraft, Größe und Würde.

Karl-Heinz Wiesemann führte aus, wie wichtig die Gottesgegenwart heute ist. „Die Gottesfrage wird immer mehr zur entscheidenden Frage der Menschheit“, betonte er und erklärte: Der Mensch greife immer stärker in Natur und Schöpfung ein, denke und handele selbstbezogen. Dabei laufe die Menschheit Gefahr, sich selbst zu schaden. Um diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen und Grenzen zu erkennen, müssten die Menschen eine andere Perspektive einnehmen. „Wir brauchen eine spirituelle Wende in der Menschheit!“, forderte der Bischof. Durch Gott erhielten die Menschen Orientierung und Sinn, Kraft, Würde und Demut.

Aufgabe der Christen ist laut Wiesemann, die existenzielle Frage nach Gott lebendig zu halten. Das Priesterseminar wiederum sei ein Ort, wo Menschen mit Gott und Glauben in Berührung kommen. Und die Orgel in der Seminarkirche stelle eine Verbindung zu Gott her, weil Musik die Menschen berühre und die Herzen für Gott öffne. Die Orgel sei fähig, so der Bischof, jede kleinste Bewegung der Seele bis hin zum großem Atem Gottes darzustellen. Die romantischen Register der neuen Orgel könnten die Farben der Gottesbeziehung wiederspiegeln.

Unter den rund 300 Gottesdienstbesuchern, die die Kirche voll ausfüllten, befanden sich auch Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs. Regens Markus Magin danke den beiden für das Zeichen der Verbundenheit der Stadt mit dem Priesterseminar, was ebenso umgekehrt gelte.

Das erste Konzert mit der Vowels-Orgel erklingt am Sonntag, 25. Februar, um 17 Uhr. Domorganist Markus Eichenlaub spielt englische Orgelmusik aus der Erbauungszeit dieses Instruments mit Werken von Edward Elgar, Hubert Parry, William Faulkes, Arthur Foote, Alfred Hollins und Charles Standford. Eichenlaub lobte die Orgel als eine „riesige Bereicherung“ für die Orgellandschaft der Region.

Text und Fotos: Yvette Wagner

15.01.2018


Auf dem Weg zu einem anderen Lebensstil

Kirchen rufen angesichts globaler Herausforderungen zu ökologischer Spiritualität auf und stellen ökumenisch-geistlichen Übungsweg „erd-verbunden“ zum Thema Schöpfungsverantwortung vor

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (vordere Reihe, zweiter von links) und Kirchenpräsident Christian Schad (vordere Reihe recht) gemeinsam mit dem Autorenteam bei der Vorstellung des ökumenisch-geistlichen Übungsweges „erd-verbunden“.

Speyer - Angesichts der globalen Herausforderungen rufen das Bistum Speyer, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest, die katholischen Hilfswerke Misereor und missio sowie der Trägerkreis des Ökumenischen Prozesses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten“ zu einer spirituellen Erneuerung und zu einer ökologischen Spiritualität auf. „Die lebensbedrohenden Krisen, vom Klimawandel bis zum Insektensterben, von weltweiter sozialer Ungerechtigkeit bis hin zu neuen Kriegsgefahren, sind Ausdruck einer spirituellen Krise. Weil der Mensch glaubt, alles machen zu können, was er kann, ist das Leben auf der Erde bedrohter denn je“, erklärten sie bei einem Pressegespräch in Speyer. Als neues Angebot zur Auseinandersetzung mit dem Thema Schöpfungsverantwortung stellten sie den ökumenisch-geistliche Übungsweg „erd-verbunden“ vor. Er richtet sich an alle Menschen, die an den Themen Umwelt, Ökologie und Schöpfung interessiert sind.

„Wir brauchen einen kulturellen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft. Nicht das Streben nach immer mehr Profit, auch nicht die Hoffnung, Wirtschaftswachstum allein könne Probleme lösen, werden Wege aus den globalen Krisen eröffnen. Nötig ist vielmehr die Rückkehr zu Werten, die Leben ermöglichen“, sagte Kirchenpräsident Christian Schad. „Angesichts der Maßlosigkeit der modernen Konsumgesellschaft müssen wir wieder das rechte Maß für ein gutes Leben entdecken.“ Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann betonte die christliche Mitverantwortung für die Bewahrung der Schöpfung: „Es ist für uns Christen eine Verpflichtung, beim gesellschaftlichen Diskurs über die großen Herausforderungen der Gegenwart die christlich-gläubige Perspektive einzubringen.“ Der Weg der spirituellen Erneuerung führe über die bloße Analyse hinaus. Der ökumenisch-geistliche Übungsweg „erd-verbunden“ sei ein Angebot, um sich „immer tiefer in eine Haltung der Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und der Achtsamkeit im Umgang mit der Schöpfung einzuüben“.

Tägliche Betrachtungen schärfen das Bewusstsein für den eigenen Lebensstil

Die Grundlagen der ökumenisch-geistlichen Übungsweges „erd-verbunden“ sind aus Texten der Enzyklika „Laudato sí“ von Papst Franziskus und des Ökumenischen Rates der Kirchen entstanden. Sie bieten Interessierten die Möglichkeit, sich mit der eigenen Schöpfungsverantwortung im Zeitalter des so genannten Anthropozäns zu befassen. „Mit diesem Begriff ist die mittlerweile eingetretene Epoche gemeint, in der die Menschheit maßgeblichen Einfluss auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde nimmt und dabei gleichzeitig die ökologische Belastungsgrenze unseres Planeten überschreitet“, wie Mitautor Klaus Heidel deutlich machte. „Wir brauchen nicht in Katastrophenstimmung zu verfallen, doch wir müssen unser Haus neu bauen, das heißt die Weise unseres Lebens und Wirtschaftens radikal umstellen“, so Heidel.

Das Übungsheft des Projekts „erd-verbunden“ bietet die Möglichkeit, sich dem Thema persönlich auf einem vierwöchigen geistlichen Weg zu nähern. Die täglichen Betrachtungen wollen dabei helfen, eine neue spirituelle Haltung einzuüben, und geben Anregungen, wie das eigene Konsumverhalten nachhaltiger gestaltet und ein verantwortungsvollerer Lebensstil realisiert werden kann. Eingebunden werden die persönlichen Betrachtungen in einen Austausch in der Gruppe.

Erarbeitet wurde der Übungsweg von einer ökumenischen Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Evangelischen Kirche der Pfalz, des Bistums Speyer, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Südwest, der katholischen Hilfswerken Misereor und missio (München) sowie des Trägerkreis des Ökumenischen Prozesses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten“. Das Projekt „erd-verbunden“ ist bereits der dritten ökumenische Übungsweg, der von den Kirchen aus der Pfalz kommt. Die Übungswege zum Ökumenischen Kirchentag 2015 und zum 500. Jahrestag der Reformation haben bundesweit Beachtung gefunden.

Das 76-seitige Übungsheft für Teilnehmende enthält alle Texte für die vierwöchige Exerzitienzeit und ist beim Institut für kirchliche Fortbildung in Landau erhältlich. Ein Exemplar kostet 10 Euro (ab zehn Exemplaren: 8 Euro, ab 100: 6 Euro). Erhältlich sind auch ein Hintergrundheft mit grundlegenden Texten und Schaubildern zu den Herausforderungen des Anthropozäns und ein Begleitheft für Gruppenverantwortliche.

Weitere Informationen zum Übungsweg „erd-verbunden“: http://www.evpfalz.de/zentrum_typo3/index.php?id=444

Kontakt:

Institut für kirchliche Fortbildung
Luitpoldstraße 8, 76829 Landau
Telefon. 06341/55680570
E-Mail: info@institut-kirchliche-fortbildung.de
www.institut-kirchliche-fortbildung.de.

Bistum Speyer

15.01.2018

Personelle Veränderung im Vorstand der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer

Domkapitel entsendet ab Februar 2018 Domdekan Dr. Christoph Kohl als neuen Vertreter in das Gremium

Das Domkapitel Speyer hat einen neuen Vertreter für den Sitz im Vorstand der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer benannt. Ab dem 1. Februar 2018 wird der Domdekan, Domkapitular Dr. Christoph Kohl, dieses Amt für das Domkapitel wahrnehmen.

Der bisherige Vertreter des Domkapitels im Vorstand der Europäischen Stiftung Kaiserdom, Domkapitular Peter Schappert, gibt diese Tätigkeit ab, da er durch seine Funktionen als Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien und als Domkustos stark in Anspruch genommen ist.

Nach der Satzung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer benennt das Domkapitel einen Vertreter aus seinen Reihen, den es in den Vorstand der Stiftung entsendet. Domdekan Dr. Kohl hat die Wahl des Domkapitels angenommen und freut sich auf eine weiterhin angenehme und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne eines vielfältigen sowie erfolgreichen Engagements für den Speyerer Dom.

Bistum Speyer

11.01.2018


Pastoraltag für Ehrenamtliche zu Kundschafterreisen des Bistums

Angebot für Interessierte aus Gemeinden, Pfarreien und Verbänden – Gelegenheit zum Austausch mit Teilnehmern der Kundschafterreisen

Austausch bei der Kundschafterreise in England im März 2017

Mit vielen Erfahrungen und Inspirationen im Gepäck kehrten rund 40 Kundschafterinnen und Kundschafter im vergangenen Jahr von ihren Reisen in die Weltkirche zurück. Anfang 2017 sandte die Diözese Speyer Teams von haupt- und ehrenamtlichen Verantwortlichen aus den Pfarreien, Verbänden und Initiativen des Bistums an verschiedene Orte in die ganze Welt: Nicaragua, die Philippinen, Südafrika und England waren die Ziele der Kundschafter-Reisen. Die Reisen waren als Lern- und Erkundungsreisen angelegt, mit dem Ziel, Entwicklungsmöglichkeiten für die Gemeinden und Pfarreien, Verbände und Initiativen der Diözese Speyer zu erkunden.

Der Pastoraltag für Ehrenamtliche am Samstag, den 10. März, von 9.30 Uhr bis 16 Uhr im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen bündelt die Reise-Erfahrungen und gibt allen Interessierten aus Gemeinden, Pfarreien und Verbänden die Gelegenheit, mit den Kundschafterinnen und Kundschaftern ins Gespräch zu kommen, von ihren Inspirationen zu hören und Transferideen für die eigene Arbeit zu entdecken. Der Pastoraltag wird von Dr. Thomas Kiefer und dem Team der Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“ geleitet. Anmeldeschluss ist am 24. Februar 2018.

Anmeldung:

Bischöfliches Ordinariat
Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11, 67346 Speyer
Telefon: 0 62 32 / 102-328
E-Mail: pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de

Weitere Informationen zu den Kundschafterreisen des Bistums: https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/kundschafterreisen/

Bistum Speyer

10.01.2018

Bistum startet mit „Erfolgsfaktor Familie“ ins neue Jahr

Rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Gemeinschaftstag mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann – Besuch der Sternsinger aus Bellheim

Ludwigshafen - Das Bistum Speyer startet mit dem Beitritt zu dem bundesweiten Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ in das neue Jahr. Generalvikar Dr. Franz Jung stellte beim Gemeinschaftstag des Bischöflichen Ordinariats am Montag den Beitritt zu dem Netzwerk als weiteren Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor: „Wir gehen damit eine Selbstverpflichtung ein und setzen ein sichtbares Zeichen, dass familienfreundliche Arbeitsbedingungen für uns ein wichtiges Anliegen sind.“ Rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats und seiner Außenstellen haben an dem Gemeinschaftstag im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen teilgenommen. „Ihr Kommen ist für mich ein gutes Zeichen der Identifikation mit unserem Bistum“, freute sich Jung über die hohe Beteiligung.

Hinter dem Projekt „Erfolgsfaktor Familie“ verbirgt sich das bundesweit größtes Netzwerk für Unternehmen und Organisationen, die sich für Familienfreundlichkeit engagieren. Ins Leben gerufen wurde es vom Bundesfamilienministerium in Zusammenarbeit mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und dem Deutschen Gewerkschaftsbund. Über 6.500 Unternehmen und Organisationen wirken an dem Netzwerk mit, das sich als Plattform zum Austausch von Informationen und aktuellem Expertenwissen versteht. Die Mitglieder beteiligen sich unter anderem mit innovativen Praxisbeispielen und eigenen Erfahrungsberichten. „Dabei geht nicht nur um Mütter und Väter von kleinen Kindern, sondern auch um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zuhause Angehörige pflegen“, machte Generalvikar Jung deutlich.

Die Mitglieder des Gleichstellungsteams des Bischöflichen Ordinariats (von links, stehen: Angelika Hirt, Wolfgang Jochim und Luisa Bingemann) freuen sich über diesen weiteren Schritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Angeregt und vorbereitet wurde der Beitritt zum Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ vom Gleichstellungsteam des Bischöflichen Ordinariats. Mit der flexiblen Gestaltung der Arbeitszeiten, der Möglichkeit zum Ansparen von Arbeitszeitguthaben und zur Übernahme von Kinderbetreuungskosten wurden bereits wichtige Voraussetzungen für familienfreundliche Arbeitsbedingungen geschaffen, erläuterten die drei Mitglieder des Gleichstellungsteams Angelika Hirt, Luisa Bingemann und Wolfgang Jochim. Ihr Ziel ist es, die Bedürfnisse der Beschäftigten mit Familie mit den betrieblichen Belangen in Einklang zu bringen. Dazu dienen konkrete Angebote zur Kinder-, Hausaufgaben- oder Ferienbetreuung sowie eine enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Institutionen.

Bischof Wiesemann: Gott gibt die Kraft, die Welt zu verändern

Generalvikar Dr. Franz Jung unterschreibt die Beitrittserklärung zum Netzwerk

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wünschte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „die Freude, am Reich Gottes und am Aufbau der Kirche für die Welt von heute mitzuwirken“. Im Gottesdienst sagte er: „Der christliche Glaube ist die Fähigkeit, Zeit in Gottes Nähe umzuwandeln.“ Gott gebe die Kraft, die Welt immer wieder zu verwandeln, „ganz konkret, hier und heute“. Die Christen hätten eine unverwechselbare Botschaft: „Gott ist nah. Diese Botschaft ist gerade in dieser Zeit, in der so viele Menschen Angst haben und auf der Suche sind, hoch aktuell“, so Bischof Wiesemann.

Die verschiedenen Stockwerke im „Haus der Arbeitsfähigkeit“

Das „Haus der Arbeitsfähigkeit“ stellte der stellvertretende Vorsitzende der Mitarbeitervertretung Thomas Eschbach als Modell vor, um die Bedingungen für ein sinnerfülltes und gelingendes Arbeiten ins Auge zu fassen. Die einzelnen Stockwerke im „Haus der Arbeitsfähigkeit“ stehen als Sinnbilder für die persönlichen und organisatorischen Voraussetzungen. Dazu gehören persönliche Ressourcen wie Gesundheit, Kenntnisse und Fähigkeiten, Einstellungen und Motive. Zugleich spielen organisatorische Strukturen wie Führung, Arbeitsinhalte und berufliche Anforderungen eine Rolle. „Wenn es in einem Bereich nicht stimmt, hat das Auswirkungen auf alle anderen Bereiche“, legte Eschbach dar. Die Arbeit könne nur gut werden, wenn persönliche Ressourcen und organisatorische Anforderungen zusammenpassen. Das liege in der beidseitigen Verantwortung von Dienstgeber und Dienstnehmer. „Jeder ist gefordert, seinen Teil beizutragen“, so Eschbach.

Musikalische Beiträge geben dem Gemeinschaftstag eine besondere Note

Mit mehreren musikalischen Beiträgen setzten Amelie Gerst (Violine und Gesang) und der Landauer Dekanatskantor Christian Schmitz (Klavier) Glanzlichter am Gemeinschaftstag des Bischöflichen Ordinariats. Amelie Gerst, Schülerin der Maria-Ward-Schule in Landau, schuf mit ihrem feinfühligen und reifen Vortrag sehr dichte, intensive Momente. Als Kantor im Gottesdienst wirkte der Ludwigshafener Dekanatskantor Georg Treuheit. Den Schlusspunkt des Gemeinschaftstages markierte ein Besuch der Sternsinger aus der Pfarrei St. Hildegard in Bellheim.

Weitere Informationen zum Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“: www.erfolgsfaktor-familie.de

Weitere Informationen zur Arbeit des Gleichstellungsteams: https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/raete-und-kommissionen/gleichstellungsteam/?L=0

Bildergalerie:

https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bildergalerie-gemeinschaftstag-2018/

Bistum Speyer

09.01.2018


„Christus segne dieses Haus“

Sternsinger sind in den Pfarreien des Bistums Speyer wieder unterwegs – Rund 3.500 Kinder und Jugendliche engagieren sich in der Pfalz und im Saarpfalzkreis für die Sternsinger-Aktion

Sternsinger aus der Dompfarrer Pax Christi bringen den Segen in das Bischöfliche Ordinariat in Speyer. Mit Kreide schreiben sie auf die Tür zu den Arbeitszimmern von Generalvikar Dr. Franz Jung und Kanzleidirektor Wolfang Jochim (im Bildhintergrund) den Segensspruch „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“.

In diesen Tagen sind rund 3.500 Kinder und Jugendliche als Sternsinger im Bistum Speyer unterwegs. Sie bringen ihren Segen "Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus" in die Häuser. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt das Leitwort der diesjährigen Aktion, Beispielland ist Indien. „Rund 200 Pfarreien, Gruppen und Einrichtungen beteiligen sich in diesem Jahr an der Sternsinger-Aktion, verstärkt auch Gruppen aus Kindertagesstätten“, freut sich Pfarrer Ralf Feix vom Referat Ministrantenseelsorge über das starke Engagement der Kinder und Jugendlichen.

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

Weitere Informationen: www.sternsinger.de

Bistum Speyer

06.01.2018


Zusammenarbeit der Bistümer beim Datenschutz

Sieben Diözesen errichten gemeinsame Datenschutzstelle

Die (Erz-)Diözesen Freiburg, Fulda, Limburg, Mainz, Rottenburg-Stuttgart, Speyer und Trier haben eine gemeinsame Datenschutzstelle errichtet. Sitz dieser überdiözesanen Aufsichtsstelle im Datenschutz für alle kirchlichen Stellen der beteiligten Diözesen ist das Haus am Dom in Frankfurt.

Geleitet wird die neue Einrichtung seit 1. Januar von Ursula Becker-Rathmair. Die Juristin ist zudem gemeinsame Diözesandatenschutzbeauftragte und seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig. Vor ihrem Wechsel nach Frankfurt zum Jahresbeginn leitete die gebürtige Kölnerin fast 27 Jahre die Rechtsabteilung im Bistum Erfurt und war als Justiziarin mit allen Rechtsgebieten, die eine Diözese betreffen, befasst. Ab 1992 war sie im Bistum Erfurt zudem Diözesan-Datenschutzbeauftragte.

Mit der Einrichtung der gemeinsamen Datenschutzstelle kommen die beteiligten (Erz-)Diözesen den Verpflichtungen des künftigen europäischen Datenschutzrechtes nach. Ein unabhängiger Datenschutz wird dadurch gewährleistet.

Bistum Speyer

06.01.2018


Pfarrer Heinrich Böcker verstorben

Am 29. Dezember 2017 ist Pfarrer Heinrich Böcker im Alter von 88 Jahren verstorben. Der Verstorbene war Priester des Bistums Münster. Er wirkte als Kaplan in Ochtrup, Bocholt (St. Georg) und Mettingen. Als Pfarrer war er in Bocholt (St. Norbert) sowie zuletzt in Lünen tätig. Seit 2003 verbrachte er seinen Ruhestand in Kaiserslautern-Morlautern und stand zur seelsorgerlichen Mithilfe im Pfarrverband Kaiserslautern jederzeit gerne zur Verfügung.

Die Beerdigung findet am Mittwoch, 10. Januar 2018, um 13.00 auf dem Friedhof in Kaiserslautern-Morlautern statt. Totenoffizium und Requiem werden anschließend in der Kirche St. Bartholomäus Morlautern gefeiert.

Bistum Speyer

06.01.2018


Traditioneller Segen für die Bundeskanzlerin

Sternsinger aus Bobenheim am Berg vertreten das Bistum Speyer im Kanzleramt

Speyer/Berlin - Vier Kinder aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Bobenheim am Berg, die zur Pfarrei Hl. Theresia vom Kinde Jesu, Bad Dürkheim, gehört, vertreten am Montag, 8. Januar, um 11 Uhr das Bistum Speyer beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Die Mädchen und Jungen aus Bobenheim am Berg hatten sich am Sternsinger-Wettbewerb der 60. Aktion Dreikönigssingen beteiligt und beim Preisrätsel mit dem Begriff „Stern“ die richtige Lösung gefunden. Bei der anschließenden Ziehung der diözesanen Gewinner hatten sie zudem das nötige Losglück.

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. Bundeskanzlerin Merkel heißt die kleinen und großen Könige bereits zum 13. Mal willkommen. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion, Beispielland ist Indien. Bundesweit eröffnet wird die Sternsingeraktion am Freitag, 29. Dezember, in Trier.

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 71.700 Projekte

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.328 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 46,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

Sternsinger-Empfänge in Mainz und Saarbrücken

Die Ministerpräsidentin des Saarlandes empfängt am 08.01.18 um 16.00 Uhr Sternsingerinnen und Sternsinger aus Pinningen und Altheim. In der Staatskanzlei Mainz werden am 11.01.18 um 15.00 Uhr Sternsingerinnen und Sternsinger aus Rockenhausen empfangen.

Kontakt Bistum Speyer:
Pfarrer Ralf Feix
Referat Ministrantenseelsorge
Webergasse 11
67346 Speyer
Tel. 0 6232 102-337
Mail: ralf.feix@bistum-speyer.de

Kontakt:
Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thomas Römer
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Bistum Speyer

02.01.2018


„Wir bemühen uns um Integration, ohne unsere Wurzeln zu verlieren“

Koptisch-orthodoxe Christen mit mehreren Gemeinden in Rheinland-Pfalz präsent – Vielfältige Unterstützung auch durch die katholische Kirche

Diakon Dr. Bishoy Solimann (5. von links) im Gespräch mit den Vertretern der Flüchtlingshilfe des Bistums und des Caritasverbandes Speyer. Der Caritas-Vorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer (4. von rechts) ermutigte die koptisch-orthodoxen Christen, die Hilfe der Caritas-Zentren in Anspruch zu nehmen.

Einen Einblick in die Lebenssituation koptisch-orthodoxer Flüchtlinge gab Diakon Dr. Bishoy Soliman aus Kaiserslautern bei einer Begegnung mit den Verantwortlichen für die Flüchtlingshilfe des Bistums und des Caritasverbandes Speyer. Der ägyptische Arzt schilderte, wie sich das politische Klima in seinem Heimatland seit mehreren Jahrzehnten verändert hat und das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Christen immer stärker unter Druck geraten ist.

„Seit den 70er-Jahren radikalisiert sich die ägyptische Gesellschaft, die Vorherrschaft des Islam wird immer offensiver proklamiert und eingefordert. Die koptisch-orthodoxen Christen im Land sind Opfer dieser Radikalisierung. Sie werden immer stärker benachteiligt und zurückgedrängt, von Schikanen und Anfeindungen im Alltag bis hin zu den schrecklichen Anschlägen der vergangenen Monate“, berichtet Soliman. Rund 20.000 koptisch-orthodoxe Christen sind seit den 70er-Jahren nach Deutschland geflohen, davon rund ein Viertel in den vergangenen fünf Jahren, als sich mit der Herrschaft der Muslimbrüder die politische Situation in Ägypten noch einmal stark verschlechtert hat. Die ersten koptisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland wurden in den 70er-Jahren gegründet. Ihr geistliches Zentrum für Süddeutschland ist das St. Antonius-Kloster im hessischen Kröffelbach, benannt nach dem ägyptischen Mönchsvater Antonius.

In Rheinland-Pfalz gibt es koptisch-orthodoxe Gemeinden in Bitburg, Mainz, Bad Kreuznach, Mainz und Kaiserslautern. „Die Kirche ist für koptisch-orthodoxe Christen wie eine Mutter“, erklärt Soliman. Der Priester sei traditionell auch Ansprechpartner zum Beispiel bei Nachbarschaftsproblemen oder bei Schwierigkeiten mit Ärzten und Behörden. „Wir bemühen uns in unseren Gemeinden um Integration, gleichzeitig wollen wir unsere Wurzeln nicht vergessen.“ Die Gottesdienste spielen für das Gemeindeleben eine zentrale Rolle und dauern mehrere Stunden, an kirchlichen Hochfesten sogar bis zu sechs Stunden. Sie richten sich an koptisch-orthodoxe Christen, aber sind auch offen für Angehörige anderer orientalisch orthodoxer Kirchen. An mehreren Orten nutzen die Gemeinden Räume der katholischen Kirche, so zum Beispiel in Kaiserslautern die Kirche St. Martin, das Bistumshaus und im Gymnasium St. Franziskus. „Für diese Form der Unterstützung sind wir sehr dankbar“, so Soliman.

Die Mehrheit der koptisch-orthodoxen Flüchtlinge kommt aus Dörfern im Süden Ägyptens. Sie sind geflohen vor Diskriminierung, Verfolgung oder Benachteiligungen aufgrund ihres Glaubens. „Durch Sprachkurse der Caritas wurden die ersten Schritte bei der Integration sehr erleichtert“, sagt Soliman und weist daraufhin, dass rund 90 Prozent der koptischen Christen ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit und ohne Hilfe des Staates verdienen. Probleme ergeben sich, wenn die Anerkennung als Flüchtling verweigert wird und eine Abschiebung droht. „Es ist eine Illusion zu meinen, Ägypten sei für Christen ein sicheres Herkunftsland“, betont Soliman. Besonders hart sei, wenn Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland die Schule besucht oder eine Ausbildung absolviert haben.

Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, der Vorsitzende des Caritasverbandes, ermutigte die Angehörigen der koptisch-orthodoxen Gemeinden, die Hilfen der Caritas-Zentren in den Dekanaten in Anspruch zu nehmen. „Wir haben in jedem Caritas-Zentrum ausgewiesene Fachleute für Migration und Integration, die zum Beispiel auch bei einer rechtlichen Prüfung des Asylverfahrens behilflich sein können.“ Das Bistum Speyer und sein Caritasverband haben vor rund zwei Jahren die Aktion „Teile und helfe“ gestartet mit dem Ziel, einen Überblick über die Hilfen für Flüchtlinge im Bistum Speyer zu geben, die Vernetzung der Aktiven zu fördern und weitere Hilfen für Flüchtlinge anzuregen. Die Hilfsaktion gibt fachliche Impulse, wie man Flüchtlingen helfen kann. Sie wirbt für eine Haltung der Offenheit und Solidarität gegenüber den Menschen, die als Flüchtlinge in unser Land kommen.

Begleitet wurde Diakon Soliman beim Gespräch in der Zentrale des Caritasverbandes vom Ökumene-Referenten des Bistums Speyer Dr. Thomas Stubenrauch. Er wies darauf hin, dass die Erfahrungen der koptisch-orthodoxen Christen auch von Angehörigen weiterer orientalisch-orthodoxer Kirchen geteilt werden. Dazu zählen zum Beispiel die Angehörigen der syrisch-orthodoxen Kirche, der eritreisch-orthodoxen Kirche oder der armenischen Kirche. Seit dem Jahr 2015 seien rund 150.000 bis 200.000 christliche Flüchtlinge aus östlichen Kirchen nach Deutschland gekommen. „Das Bistum Speyer steht mit den Vertretern der anderen christlichen Kirchen im Austausch“, berichtete Stubenrauch. Die koptisch-orthodoxe Kirche wurde vor wenigen Monaten in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Region Südwest aufgenommen.

Kontakt:

Diakon Dr. Bishoy Soliman
Konrad-Adenauerstraße 45
67663 Kaiserslautern
Telefon: 0176 / 93182262
E-Mail: bishoys81@yahoo.com

Weitere Informationen zu koptisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland: http://kopten.de/

Weitere Informationen zur Hilfsaktion „Teile und helfe“: www.teile-und-helfe.de

Bistum Speyer

02.01.2018


Mit der Reli-Quiz-App mehr über das Bistum Speyer erfahren

Fragen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden können einzeln oder als „Duell“ gespielt werden / Gemeinsames Projekt von Öffentlichkeitsarbeit und Schulabteilung des Ordinariats mit dem BDKJ Speyer

Bistum Speyer - Was ist in der Pfalz als Paradiesgarten bekannt? Wie viele Orgelpfeifen hat die große Orgel im Speyerer Dom? Nach welchem Heiligen ist die Stadt Pirmasens benannt? Das sind drei von über hundert Fragen zum Bistum Speyer, die in der neuen Reli-Quiz-App zu einer spielerischen und unterhaltsamen Auseinandersetzung mit Religion und Kirche einladen.

Bei der Reli-Quiz-App können die Spielerinnen und Spieler auf dem Smartphone Fragen zu verschiedenen Themengebieten beantworten. Mit Kategorien wie Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Ökumene, Weltkirche und vielen mehr können sie ihr religiöses Grundwissen testen und verbessern. Darüber hinaus finden sich in der App Fragen zu einzelnen deutschen Bistümern. Die App richtet sich an alle Altersgruppen und lässt sich mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad spielen, entweder als Einzelspiel oder im Modus „Duell“ gegen einen Gegner. Entwickelt wurde sie vom Bistum Fulda, mit Unterstützung durch die theologische Fakultät Fulda. Inzwischen beteiligen sich 17 deutsche Bistümer an dem Projekt.

Um die Reli-Quiz-App auch für das Bistum Speyer anzubieten, haben sich aus dem Bischöflichen Ordinariat die Abteilungen Öffentlichkeitsarbeit und Schulen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zusammengetan und haben gemeinsam mehr als 100 Fragen zu besonderen Orten und Persönlichkeiten, zu Sehens- und Wissenswertem wie auch zur Geschichte des Bistums Speyer ausgearbeitet. „Die Reli-Quiz-App ist eine ideale Möglichkeit, um zum Beispiel im Religionsunterricht, in der Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung spielerisch in verschiedene Themengebiete einzuführen“, erklärt der Speyerer Generalvikar Dr. Franz Jung.

Die App ist kostenlos im App-Store (für IOS-Geräte) und im Google Play-Store (für Android-Geräte) erhältlich.

Bistum Speyer

02.01.2018


„Gott setzt in uns die Kraft frei, neue Anfänge zu wagen“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann predigt zum Jahresschluss im Dom zu Speyer

Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Predigt.

Speyer - Mit Mut, Zuversicht und Gottvertrauen ins neue Jahr, um das Leben anzupacken und zu gestalten: Beim Pontifikalamt zum Jahresschluss leitete Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann aus dem Rückblick auf das vergangene Jahr positive Anstöße für 2018 ab und stärkte die Gläubigen für die Zukunft. Wie jedes Jahr waren sie am Silvester-Nachmittag in den Speyerer Dom geströmt, dessen Sitzplätze auch dieses Mal nicht ausreichten.

In seiner Begrüßung gab sich der Bischof noch nachdenklich. Manche seien vielleicht beunruhigt wegen der weltweiten schwierigen Situation, überlegt er und sagte: „Wir beten um Frieden, Miteinander und Solidarität in der Gesellschaft.“ Andere schauten mit Schmerz zurück und könnten nur betrübt ins neue Jahr schauen, fuhr er fort. All dies solle in dieser Feier zum Jahresschluss hineingenommen und vor Gott gebracht werden.

In seiner Predigt stellte Wiesemann aber durchweg das Positive heraus und leitete daraus Wegweiser für die Zukunft ab. Ausführlich ging er auf das 500. Reformationsjubiläum ein und freute sich, dass es zum ersten Mal ökumenisch gefeiert wurde. Er würdigte dies als ermutigendes Zeichen, das auf einen künftigen gemeinsamen Weg weise und „ein neues bedeutendes Zeitalter eingeläutet hat“. Mit dem gemeinsam gefeierten Jubiläum habe sich auch die Perspektive umgekehrt. Jetzt, so Bischof Wiesemann, würden evangelische und katholische Kirche nicht gegenseitig zuerst die vermeintlichen Mängel des anderen sehen, sondern die Gaben und Talente, die jeder einbringt. Dies könnte auch eine Maxime für jeden Einzelnen sein, sagte der Bischof und riet, diese Sichtweise im neuen Jahr zu leben: Bei sich selbst und den anderen solle man nicht nach vermeintlichen oder tatsächlichen Defiziten schauen, sondern auf Begabungen achten, denn auf jedem ruhe Gottes Segen und in jedem stecke etwas, das diesen Segen weitertragen könne.

Der Bischof blickte auch auf das 200. Jubiläum der Neugründung des Bistums Speyer, das mit einem großen Fest an Pfingsten gefeiert wurde. Dieser Neuanfang brachte ihn zum zweiten Leitgedanken für 2018: Er pries die Kraft des Herrn: „Gott setzt in uns die Kraft frei, neue Anfänge zu wagen.“ Er appellierte, „nicht vom Schicksal, sondern von der Freiheit der Kinder Gottes das Leben zu deuten“.

Domchöre und Dombläser musizierten unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.

Wiesemann zeigte sich beeindruckt von den Kundschafterreisen, die Ehren- und Hauptamtliche aus der Diözese nach Südamerika, Afrika, Asien und ins europäische Ausland führten. Das Ziel der Reisen besteht darin, von der Weltkirche, anderen Gesellschaften und Gläubigen zu lernen. Begeistert sprach Wiesemann von den vielen Anstößen, die die Kundschafter mitgebracht haben und leitete über zum dritten Ratschlag: Er ermutigte jeden Christen, selbst zum Kundschafter zu werden und anderen freudig vom eigenen Glauben zu erzählen. Wenn wir uns von diesen drei positiven Perspektiven tragen lassen, „dann haben wir ein ganzes Stück der Geschicke des nächsten Jahres selbst in der Hand“, beendete der Bischof seine Predigt, ehe er mit der Gemeinde das Glaubensbekenntnis betete. Nach Eucharistie und Kommunion bildete die eucharistische Anbetung einen weiteren Höhepunkt des Gottesdienstes.

Die musikalische Gestaltung übernahmen der Mädchenchor, die Domsingknaben, der Domchor und die Dombläser unter anderem mit der Missa „Fidem cantemus“ von Christian M. Heiß, dem Tantum ergo von Malcolm Archer und Liedsätzen von Praetorius und Rüding. Die Leitung hatte Domkapellmeister Markus Melchiori inne, die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Yvette Wagner

01.01.2018


Pontifikalamt an Dreikönig

Gottesdienst mit Weihbischof Georgens im Dom zu Speyer

Speyer - Zum "Fest der Erscheinung des Herrn" wird am Samstag, 6. Januar 2018, dem Dreikönigstag, um 10 Uhr im Speyerer Dom ein Pontifikalamt gefeiert. Zelebrant und Prediger ist Weihbischof Otto Georgens. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Ferienchor der Dommusik gestaltet.

Das Fest der Erscheinung des Herrn - nach dem Griechischen auch Epiphanie genannt - gehört zu den Hochfesten in der katholischen Kirche. Es beschließt zusammen mit dem Fest der Taufe des Herrn am nachfolgenden Sonntag den Weihnachtsfestkreis. Der Name besagt, dass in Jesus Christus Gott selbst in der Welt erschienen ist. In den Gottesdiensten dieses Tages wird das Evangelium von den Sterndeutern aus dem Osten gelesen, die sich von einem Stern zu dem neu geborenen Jesuskind in Betlehem führen ließen und ihm huldigten. Bezugnehmend auf ihre Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe machte die spätere Überlieferung aus den Sterndeutern drei Könige. Nach ihnen wurde das Fest auch Dreikönigstag genannt.

Bistum Speyer

29.12.2017


König Rudolf I. und das Haus Habsburg

Europäische Stiftung Kaiserdom richtet viertes wissenschaftliches Symposium aus

Ausschnitt aus dem Grabmal König Rudolfs von Habsburg (+ 1291) in der Vorkrypta des Domes.

Speyer - Im kommenden Jahr richtet die »Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer« ihr viertes wissenschaftliches Symposium aus. Der Kongress vom 11. bis 13. April 2018 im Rathaus der Stadt Speyer steht unter dem Thema „König Rudolf I. und der Aufstieg des Hauses Habsburg im Mittelalter“. Bei dem Kolloquium referieren in rund zwanzig Vorträgen die besten Sachkenner der Materie. Geleitet wird die Tagung von den Heidelberger Historikern Prof. Dr. Bernd Schneidmüller und Prof. Dr. Stefan Weinfurter.

Am 1. Mai 1218 wurde Rudolf von Habsburg geboren. Nach seinem Tod am 15. Juli 1291 wurde er auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in der Herrschergrablege des Domes zu Speyer bestattet. Damit begann im Speyerer Mariendom eine letzte Blütezeit herrscherlicher Sepulturen. Die 800. Wiederkehr des Geburtstags König Rudolfs nimmt die »Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer« zum Anlass für eine wissenschaftliche Tagung über die Herrschaft des ersten Habsburgers im römisch-deutschen Reich und über den mittelalterlichen Aufstieg des Hauses Habsburg zur Weltgeltung. Nach drei großen internationalen Symposien 2006, 2011 und 2013 ist dies der vierte Kongress, der die Geschichte des Speyerer Domes in seinen weiten historischen Bezügen behandelt.

Denkmal für König Rudolf von Habsburg aus dem Jahr 1843 in der Vorhalle des Domes, geschaffen von Bildhauer Ludwig Schwanthaler.

Die historische Bedeutung Rudolfs resultierte aus seiner – überraschenden – Wahl zum römisch-deutschen König 1273 in Frankfurt am Main. Seinen Söhnen bahnte Rudolf im Konsens mit den Wahlfürsten 1281/1282 den Aufstieg zu Herzögen von Österreich und Steiermark. Seither gehörten die Habsburger zu den Reichsfürsten, die ihre Schwerpunkte zunehmend in die neuen Herzogtümer im Südosten des Reichs verlagerten. Später stellten die Habsburger über mehrere Jahrhunderte die Könige und Kaiser im Heiligen Römischen Reich, regierten auf Grund kluger Heiratsverbindungen und Erbschaften in vielen Reichen Europas wie der ganzen Welt und prägten als Kaiser von Österreich-Ungarn (bis 1918) die Weltgeschichte bis an die Schwelle der Moderne mit. Noch heute gehört das Haus Habsburg zur Elite des europäischen Hochadels.

Die Tagung will diesen habsburgischen Aufbruch im 13. Jahrhundert und seine Verstetigungen im 14./15. Jahrhundert bis zum Kaisertum Maximilians I. (1486-1519) neu betrachten und beurteilen. Auch Maximilian I. verband die Idee des Heiligen Reichs und seiner Kaiser noch einmal mit dem Speyerer Dom, für den er ein einzigartiges Herrschermonument in Auftrag gab.

Die Tagung ist öffentlich. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich, da nur eine begrenzte Anzahl Plätze zur Verfügung steht. Informationen sind zu erhalten per eMail unter infostiftung@bistum-speyer.de.

Kontakt

»Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer«

Stifterbüro (Historischer Judenhof)

Kleine Pfaffengasse 21

67346 Speyer

Telefon: 0 62 32 / 102-397 (Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr)

Telefax: 0 62 32 / 102-352

E-Mail: stiftung-kaiserdom@bistum-speyer.de

Internet: www.stiftung-kaiserdom.de

(Hinweis: In den rheinland-pfälzischen Schulferien ist das Stifterbüro geschlossen. Ab 8. Januar 2018 ist das Büro wieder geöffnet).

Text: Bistum Speyer Foto: Grabmahl, Domkapitel Speyer/Renate J. Deckers-Matzko; Denkmal, Europ. Stiftung Kaiserdom/K.-M. Ritter

29.12.2017


Festkonzert läutet das Neue Jahr im Kaiserdom ein

Aufführung von Werken für Sopransolo, Trompete, Streicher und Orgel aus verschiedenen Epochen und Gattungen

Speyer - Seit vielen Jahren wird am Dom zu Speyer die Tradition gepflegt, das Neue Jahr mit einem Konzert feierlich zu begrüßen. Am 1. Januar 2018 erklingen Werke für Sopransolo, Trompete, Streicher und Orgel aus verschiedenen Epochen und Gattungen. Auf dem Programm stehen Johann Sebastian Bachs Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen" (BWV 51) für Solosopran, Giuseppe Torellis Trompetenkonzert D-Dur sowie Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Charles Marie Widor, Garth Edmundson und anderen Komponisten.

Die solistischen Partien übernehmen Anabelle Hund (Sopran), Rüdiger Kurz (Trompete) und Domorganist Markus Eichenlaub. Es spielt das Philharmonische Streichquintett Ludwigshafen unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.
Das festliche Neujahrskonzert beginnt um 15 Uhr. Die Tageskasse eröffnet eine Stunde im Voraus. Es besteht freie Platzwahl. Karten zu 15 € und 10 € (mit Ermäßigung) erhält man bei:

  • im Dombesucherzentrum, Domplatz 1b, 67346 Speyer,
  • bei der Tourist-Information der Stadt Speyer, Maximilianstr. 13, 67346 Speyer,
  • online auf www.reservix.de, (Ticket-Hotline: 01806/700733, rund um die Uhr, 0,14€ pro Minute aus dem deutschen Festnetz; aus dem Mobilfunknetz maximal 0,42 € pro Minute) oder bundesweit bei allen ReserviX-Vorverkaufsstellen.

Veranstalter des Konzerts ist die Dommusik Speyer, Hasenpfuhlstraße 33b, 67346 Speyer

www.dommusik-speyer.de

Text: Bistum Speyer/Dommusik Speyer Foto: Speyer 24/7 News, dak

27.12.2017


„An Weihnachten leuchtet der Grund unserer Lebensfreude auf“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann lenkt den Blick auf die Freude der Kinder als Sinnbild für die Botschaft des Weihnachtsfestes / „Gott fängt uns ein für alle Mal mit seinen Armen auf“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann predigte am 1. Weihnachtsfeiertag im Dom zu Speyer

Speyer - Festliche Musik und eine stimmungsvolle Atmosphäre prägten die Weihnachtsgottesdienste im Speyerer Dom, an denen zahlreiche Gläubige teilnahmen.

Was ist Freude? Diese Frage stellte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in den Mittelpunkt seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag. Freude könne man allen kommerziellen oder politischen Interessen zum Trotz nicht kaufen, nicht machen, nicht einfach herstellen oder inszenieren und schon gar nicht befehlen. „Solch angeordneten Jubel kennen wir aus allen Diktaturen, Fähnchen schwenkend und eingedrillte Parolen deklamierend. Das sind pure Perversionen von Freude. Sie ersticken echte Freude im Keim“, so Wiesemann.

Tiefgehende Freude habe einen Grund in der Wirklichkeit selbst. Die Gleichnisse Jesu seien voll von solchen Augenblicken der Freude. „Freudige Hoffnung lässt in uns etwas aufspringen.“ Das werde immer zu Weihnachten anschaulich, wenn die Kinder in der Vorfreude auf das Christkind nicht mehr still sitzen können. Um diese „in der Freude schwerelose Kraft der Gnade“ gehe es, wenn Jesus sagt, dass der Kleinste im Himmelreich größer ist als alle anderen. „Der Kleinste im Himmelreich, der mit spielerischer Leichtigkeit aufgefangen vor unbändiger Lebensfreude springt und hüpft, der Kleinste, der mit seiner unbeschwerten Freude die Abgründigkeit des Lebens besiegt, dieser Kleinste im Himmelreich der Gnade ist größer als alle anderen.“

Die Chöre der Dommusik gestalteten die Weihnachtsgottesdienste im Dom zu Speyer mit

Am Weihnachtsfest leuchte der „Grund unserer Lebensfreude“ auf, so der Bischof. Gott werde Mensch und „fängt uns auf diese Weise ein für alle Mal mit seinen Armen auf“. Damit werde Weihnachten zu einer eindringlichen politischen wie gesellschaftlichen Botschaft: „Wer Hand anlegt an die Unverfügbarkeit des Lebens mit seinem Recht auf Unversehrtheit,  so wie es uns im kleinen ohnmächtigen Kind schon im Mutterleib entgegentritt, der legt Hand an den Grund der Lebensfreude der Menschen“, betonte Wiesemann. „Er legt die Axt an die Wurzel der Hoffnung, die uns trägt und uns gleiche Würde gibt, dass wir nämlich von Anfang an aufgefangen und gehalten sind von einer bedingungslosen Bejahung, von einem nicht mehr hinterfragbaren Recht zum Leben.“ Wenn der Lebensschutz etwa des ungeborenen Lebens, wie er im deutschen Embryonenschutzgesetz noch weitgehend garantiert ist, zugunsten einer menschlichen Freiheit zur Selektion des Lebens aufgeweicht werde, betreffe das nicht nur wenige, die sich „zutiefst verständlich“ ein gesundes Kind wünschen, sondern letztlich die Grundfesten des demokratischen Zusammenlebens. „Es betrifft noch tiefer das Grundvertrauen in das Leben und dessen unbedingte Würde, das den wahren Grund unserer Lebensfreude bildet“, so der Bischof.

Weihbischof Georgens: „Weihnachten hat mit unserem Leben zu tun“

Weihbischof Otto Georgens predigte in der Christmette im Dom zu Speyer

„Weihnachten hat mit unserem Leben zu tun, mit meinem Leben. Wenn Weihnachten nichts mit meinem, mit unserem Leben zu tun hat, können wir es uns schenken“, betonte Weihbischof Otto Georgens in seiner Predigt bei der Christmette im Dom zu Speyer. Gott offenbare sich der Welt als schutzbedürftiger Säugling. Weil er sich der Verwundbarkeit des menschlichen Lebens stelle, könne er es heilen. Weihnachten heiße auch, dass Gott den Menschen seine Zeit, seine Liebe schenke. Die Menschwerdung Gottes bedeute „Gott ließ und lässt sich ein“ sowie die Zusage, für die Menschen da zu sein. „An Weihnachten hat die Zusage unseres Gottes ‚Ich bin da‘ Hand und Fuß bekommen. Sie gilt jeder und jedem von uns. Gott wird Mensch, er hat unser Mensch-Sein angenommen. Weihnachten hat mit unserem Leben zu tun. Darum lasst und Weihnachten feiern“, so der Weihbischof.

An der musikalischen Gestaltung der festlichen Weihnachtsgottesdienste wirkten das Vokalensemble der Dommusik, der Mädchenchor, die Domsingknaben, der Domchor und die Dombläsern unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller mit. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Text: Bistum Speyer  Foto: Klaus Landry


Predigt von Bischof Karl-Heinz Wiesemann zu Weihnachten

Liebe Schwestern und Brüder!

Weihnachten ist das Fest der Freude, der innigen Freude über die Ankunft Gottes in unserer Welt, der jubelnden Freude über die Geburt des göttlichen Kindes! So wie es in der Lesung aus dem Propheten Jesaja anschaulich angekündigt wurde: „Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten… Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt. Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk…“ (Jes 52, 7ff)

Aber was ist Freude, wahrhafte innige, jubelnde Freude?

Ich möchte ganz persönlich beginnen. Dieses Weihnachtsfest ist für mich anders als alle anderen zuvor. Es ist das erste ohne meine Mutter, die im gesegneten Alter von 90 Jahren im November verstorben ist. Ich kann mich an kein einziges Weihnachten, keinen einzigen Heiligen Abend ohne sie erinnern – wo immer ich auch auf den vielen Stationen meines Lebens war. Weihnachten ist sie jedes Mal zu mir gekommen, nicht zuletzt weil ich als Priester an solchen Festtagen viele gottesdienstliche Verpflichtungen habe. So kamen immer zunächst meine Mutter – und am zweiten Feiertag dann meine Geschwister mit ihren Familien zu mir.

In diesem Jahr trage ich das lebendige Bild meiner Mutter in mir – und zwar ein besonderes aus den letzten Tagen vor ihrem Sterben. Denn nur wenige Wochen zuvor wurde ihr erstes Urenkelkind geboren. Sie lag schon im Krankenhaus, da durfte sie die Kleine in ihren Händen halten. Und ich habe das Bild eines aus dem tiefsten Inneren aufsteigenden Lachen lebendig vor Augen, das ihr ganzes Gesicht, ja ihr ganzes Gemüt und Leben von innen erhellte, und es war, als ob alle Spuren des nahenden Todes auf einmal von ihr abgefallen waren. Das ist für mich ein Bild von Freude, von tiefer Freude, die aus dem Innersten fließt und die ganze Wirklichkeit durchdringt. Es bringt mir eine ergreifende Szene aus dem Neuen Testament in Erinnerung: Hanna und Simeon, die beiden Greise, wie sie im Tempel dem göttlichen Kind begegnen, es in die Arme nehmen und rufen: „Nun, lässt du Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast…“ (Lk 2,29ff)

Was ist Freude?

In jedem Fall kann man allen kommerziellen oder politischen Interessen zum Trotz Freude nicht kaufen, nicht machen, nicht einfach herstellen oder inszenieren und schon gar nicht befehlen. Solch angeordneten Jubel kennen wir aus allen Diktaturen, Fähnchen schwenkend und eingedrillte Parolen deklamierend. Das sind pure Perversionen von Freude. Sie ersticken echte Freude im Keim.

Aber auch die Gute-Stimmung-Macher unserer Zeit, die Heile-Welt-Sänger mit ihrer immerfrohen Laune kann nicht jeder dauerhaft ertragen. Und was schließlich mancherorts beim kommerziellen Einheizen mit so genanntem Spaß alles „abgeht“ bis hinein in die ungehemmte Reizung niedrigster Instinkte, hat oft nicht mehr allzu viel mit echter Lebensfreude zu tun.

Tiefgehende Freude hat einen Grund, einen Grund in der Wirklichkeit selbst. Die Gleichnisse Jesu sind voll von solchen Augenblicken der Freude. Da ist der Kaufmann, der eine besonders schöne Perle findet (vgl. Mt 13,46) oder die Witwe, die ihre verlorene Drachme wieder in ihren Händen hält und es voll Freude allen mitteilt (vgl. Lk 15,9). Und da ist der verlorene Sohn, der wieder zum Vater zurückgekehrt ist: „Jetzt müssen wir uns doch freuen… Denn dein Bruder war tot und lebt wieder, er war verloren und ist wiedergefunden.“ (Lk 15,32)

Was Freude ist, ungebrochenes Lebensglück, das können wir am ungetrübtesten an Kinderaugen ablesen. Man braucht nur ein kleines Kind in die Arme zu nehmen, es durch die Luft zu wirbeln und wieder aufzufangen, es auf dem Schoß ein wenig hüpfen zu lassen und jenes uralte Singspielchen vom Hoppe-hoppe-Reiter zu spielen, und schon stellt sich in der Regel der gewünschte Erfolg ein. Mag das Kind zuvor noch gejammert haben, die Äugelein sind auf einmal hellwach und das kleine Wesen beginnt, vor Freude zu juchzen. „Noch einmal…“ Ob Paulus an eine solche Szene gedacht hat, als er an die geliebten Philipper im Überschwang schrieb: „Noch einmal sage ich euch: Freut euch!“ (Phil 4,4)

Was auf den ersten Blick wie ein harmloses Kinderspielchen aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als deutlich tiefgründiger: „Hoppe, hoppe, Reiter, wenn er fällt dann schreit er, fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben, fällt er in den Sumpf, dann macht der Reiter plumps.“ Nur die letzte Wendung sieht noch nach einer körperlich weichen Landung des kleinen Erdenbürgers aus. Das Spielchen ist deutlich abgründiger, als man es vermutet. Und der Kleine da auf dem Schoß und in den Armen, die ihn halten, weiß das auch – er weiß es in einem intuitiven Sinn. Die starke Freudenreaktion hat ihren Grund, ihren objektiven Grund. Der Kleine spürt in einem präzisen, existentiellen Sinn, dass die starken Arme, die ihn halten, ihn vor dem Sturz bewahren. Er weiß schon als so kleiner, zarter, verwundbarer Erdling um die Gefährdung seines Lebens, um den Lebensschrei nach festen Armen, die ihn halten. Er findet in sich schon die abgründige Möglichkeit im Graben der Geschichte zu versinken, den Raben zum Fraß, wenn nicht eine liebende Macht ihn mit Leib und Seele auffängt.

Das harmlos erscheinende Hüpf-Spielchen birgt in sich die entscheidende Frage nach dem tragenden und haltenden Grund des Lebens, die Frage nach der Liebe. Es ist kein Zufall, dass die deutschen Verben Hüpfen, Hoppen mit dem Wort hoffen, altgermanisch hoppan und englisch hope, zusammenhängen. Das wird immer zu Weihnachten anschaulich, wenn die Kinder in der Vorfreude auf das Christkind nicht mehr still sitzen können. Freudige Hoffnung lässt in uns etwas aufspringen. Bei der Begegnung zwischen den beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth hüpfte das Kind vor Freude im Schoße Elisabeths, berichtet uns das Lukas-Evangelium.

„Als Israel aus Ägypten zog …“ so singen wir in einem Psalm, „da hüpften die Berge wie Widder und die Hügel wie junge Lämmer.“ (Ps 114) Im Hohenlied, dem Liebeslied im Alten Testament, zeigt sich Gott selbst mit springender, hüpfender Leichtigkeit als Bräutigam: „Horch! Mein Geliebter! Sieh da, er kommt. Er springt über die Berge, hüpft über die Hügel. Der Gazelle gleicht mein Geliebter, dem jungen Hirsch.“ (Hoh 2,8f) Gnade, lateinisch „gratia“ – das ist Anmut, Schönheit, grazile Leichtigkeit, Zärtlichkeit der Liebe. Es ist jene schwerlose Kraft, mit der der Bräutigam die Braut ins Gemach trägt, die verwandelnde Kraft der Liebe.

Um diese in der Freude schwerelose Kraft der Gnade geht es, wenn Jesus sagt, dass der Kleinste im Himmelreich größer ist als alle anderen. Natürlich braucht es auch die Anstrengung, um auf dem mühseligen Weg durch die enge Pforte in das Himmelreich zu gelangen. „Streng dich an“, sagen Eltern zu ihrem Kinde, „dass du groß werden kannst.“ Aber der Kleinste im Himmelreich, der mit spielerischer Leichtigkeit aufgefangen vor unbändiger Lebensfreude springt und hüpft, der Kleinste, der mit seiner unbeschwerten Freude die Abgründigkeit des Lebens besiegt, dieser Kleinste im Himmelreich der Gnade ist größer als alle anderen.

Leg also deine Sorgen ab, springe auf, o Herz, und hüpfe und tanze deinem Erlöser entgegen. Das ist Weihnachten: Nicht „Alle Jahre wieder“ – sondern jauchzend wie ein Kind: „Noch einmal!“ Immer wieder neu: Freut euch! „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“ (Jes 9,5)

Liebe Brüder und Schwestern! Am Weihnachtsfest leuchtet uns der Grund unserer Lebensfreude auf. Gott wird Mensch und fängt uns auf diese Weise ein für alle Mal mit seinen Armen auf: „Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen der Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.“ (Jes 52,10) Ja, Gott wird Mensch und geht in Christus für uns bis in den Abgrund des Todes. Aber Gott lässt ihn nicht fallen – und damit endgültig auch uns nicht. Daher kann unser Herz vor Freude hüpfen, denn es weiß: Niemals wird Gott mich in den Graben fallen lassen und zum Fraße geben all den Raben dieser Welt. Wunderschön ist das schon beim Propheten Jesaja angekündigt: „Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch... Wenn ihr das seht, wird euer Herz sich freuen.“ (Jes 66,12ff)

Damit aber wird Weihnachten zu einer eindringlichen politischen wie gesellschaftlichen Botschaft: Wer Hand anlegt an die Unverfügbarkeit des Lebens, wie sie uns im kleinen ohnmächtigen Kind schon im Mutterleib entgegentritt, der legt Hand an den Grund der Lebensfreude der Menschen. Er legt letztlich Hand an Gott als dem Grund des Lebens selbst. Er legt die Axt an die Wurzel der Hoffnung, die uns trägt und uns gleiche Würde gibt, dass wir nämlich von Anfang an aufgefangen und gehalten sind von einer bedingungslosen Bejahung, von einem nicht mehr hinterfragbaren Recht zum Leben. Wenn der Lebensschutz etwa des ungeborenen Lebens, wie er in unserem deutschen Embryonenschutzgesetz noch weitgehend garantiert ist, zugunsten einer wie auch immer motivierten menschlichen Freiheit zur Selektion des Lebens aufgeweicht wird, betrifft das nicht nur wenige, die sich zutiefst verständlich ein gesundes Kind wünschen, sondern letztlich die Grundfesten unseres demokratischen Zusammenlebens. Es betrifft noch tiefer das Grundvertrauen in das Leben und dessen unbedingte Würde, das den wahren Grund unserer Lebensfreude bildet.

Liebe Schwestern und Brüder! In diesem Jahr stehe ich an der Krippe und habe das Bild meiner Mutter vor Augen, wie sie das kleine Urenkelchen in ihren Händen hält und ihre Augen zu leuchten beginnen und ihre Lippen zu lachen, weil sie in dem Kind den Grund ihres Lebens, den tiefen Sinn ihrer lebenslangen Hingabe, ihrer Liebe wiederfindet. Und mit diesem Bild berührt mich zuinnerst das weihnachtliche Geheimnis der Menschwerdung Gottes, und ich beginne mit Paul Gerhardt zu singen:

(Orgel setzt ein: GL 256; die folgende Strophe spreche in die unterlegte Melodie)

„Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen.“

(Übergang zum gemeinsamen Singen der letzten Strophe:)

„Ich sehe dich mit Freuden und kann mich nicht sattsehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O, dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.“

Es gilt das gesprochene Wort

Text: Bistum Speyer Foto: Speyer 24/7 News, mah

27.12.2017


Frohe Weihnachten!

Wie entsteht eigentlich die Krippe im Dom?

Speyer - Die Antwort liefert unser Domsakristan Markus Belz im Gespräch mit unserer Dom-Kulturmanagerin Friederike Walter:

Wir verbinden mit diesem Link alle guten Wünsche für ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel.

Ihr Team der Bischöflichen Pressestelle in Speyer

Text: Bistum Speyer, Bischöflichen Pressestelle

Video: Bistum Speyer, Friederike Walter

Foto: "Krippe", Bistum Speyer; "Krippe-Aufbau", Speyer 24/7 News, mah

21.12.2017


Terminkalender des Bistums Speyer für Januar 2018

 

  • 1.1. 15 Uhr Festliches Neujahrskonzert mit Werken für Sopran, Trompete und Orgel im Speyerer Dom.
  • 6.1. 10 Uhr Pontifikalamt zum Fest Erscheinung des Herrn mit Weihbischof Otto Georgens im Speyerer Dom.
  • 8.1. Gemeinschaftstag des Bischöflichen Ordinariates im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen. 10 Uhr Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
  • 11 Uhr, Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin; vier Kinder aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Bobenheim am Berg, die zur Pfarrei Hl. Theresia vom Kinde Jesu, Bad Dürkheim, gehört, vertreten dort das Bistum Speyer.
  • 16 Uhr Empfang für Sternsingerinnen und Sternsinger aus dem Saarland in der Staatskanzlei Saarbrücken.
  • 11.1. 15 Uhr Empfang für Sternsingerinnen und Sternsinger aus Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei Mainz.
  • 13.1. Bundesjugendtag des katholischen Sportverbandes Deutsche Jugendkraft (DJK) in Homburg. 18 Uhr Gottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Kirche St. Michael in Homburg.
  • 14.1. 9.30 Uhr Pontifikalamt mit Orgelweihe durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Kirche des Priesterseminars St. German in Speyer.
    Musikalische Gestaltung: Domorganist Markus Eichenlaub (Orgel) und Dommusik Speyer unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.
  • 16 Uhr Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen in der Gedächtniskirche in Speyer mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Predigt) und Kirchenpräsident Christian Schad.
  • 19. – 21.1. 26. Musikwerkstatt Neues Geistliches Lied (NGL) im Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim. Gestaltet von Alexander Keidel (Kantor am Frankfurter Dom St. Bartholomäus und als Assistent der Dommusik Leiter des Knabenchors der Frankfurter Domsingschule).
  • 20.1. 10 Uhr Festgottesdienst zum Sebastianusfest in Rödersheim mit Weihbischof Otto Georgens.
  • 21.1. 15 Uhr zentraler Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen in der Kirche St. Anna in Augsburg mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
  • 22. – 26.1. Schülertage 2018 des Bistums Speyer.
  • 22.01. Gedenktag des Hl. Anastasius des Persers (Reliquie in der Katharinenkapelle im Dom zu Speyer)
  • 26.1. 11 Uhr Pressekonferenz des Bistums Speyer mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Bibliothek des Bischofshauses in Speyer unter dem Thema „Ausblick auf das Jahr 2018“.
  • 27.1. Gedenktag des Seligen Paul Josef Nardini. 7.30 Uhr Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.
  • 10 Uhr Gottesdienst in der Kirche St. Pirmin in Pirmasens.

Bistum Speyer

21.12.2017


Kammerchor der Diözese Speyer gastiert in Rockenhausen und in Ludwigshafen-Mundenheim

Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach

Der Kammerchor bei der Aufführung der Markus Passion im Jahr 2016

Rockenhausen/Ludwigshafen-Mundenheim/Speyer - Mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach (Kantaten I, III, V und VI) startet der Kammerchor der Diözese Speyer musikalisch ins neue Jahr. Unter der bewährten Leitung von Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub gastiert der Chor am Samstag, den 6. Januar 2018 um 19 Uhr in Rockenhausen (Katholische Pfarrkirche St. Sebastian) und am Sonntag, den 7. Januar 2018 um 18 Uhr in Ludwigshafen-Mundenheim (Katholische Pfarrkirche St. Sebastian).

Johann Sebastian Bach (1685-1750) gilt als bedeutendster Vertreter der Barockmusik, für viele sogar als der „Übervater“ der gesamten abendländischen Musik. Sein Wirken insbesondere auf dem Gebiet der geistlichen Musik ist im Grunde unerreicht geblieben, und seine kontrapunktische Kunst bildet bis heute eine wesentliche Grundlage des Musikunterrichts.

Die Entstehung des Weihnachtsoratoriums (1734/35) fällt in eine Zeit, in der Bach sich zum Einen auf das Komponieren mehrerer weltlicher Festmusiken konzentriert und zum anderen verstärkt größeren geistlichen Formen zugewandt hatte, was in der zur gleichen Zeit veröffentlichten Messe h-Moll ihren ersten bedeutenden Niederschlag fand. Zudem wollte Bach die Hauptfeste des Kirchenjahres mit Oratorien bestücken, wovon das Oster- (1725) und das Himmelfahrtsoratorium (Lobet Gott in seinen Reichen BWV 11, 1735) Zeugnis ablegen; auch war ein Pfingstoratorium zumindest geplant.

Der Kammerchor im Speyerer Dom 2017

Das Weihnachtsoratorium wurde kurz nach seiner Fertigstellung als Zyklus von sechs Kantaten zur Feier des Weihnachtsfestkreises zwischen dem 25. Dezember 1734 und dem 6. Januar 1735 in den beiden großen Leipziger Kirchen St. Nikolai und St. Thomas uraufgeführt. Es folgt in seiner Gesamtanlage und seinen musikalischen Bestandteilen den rund zehn Jahre früher komponierten großen Passionen nach Johannes und Matthäus und ist zu Bachs populärstem Werk innerhalb seiner geistlichen Vokalmusik geworden. Der Grund für diese bald 300 Jahre anhaltende Popularität ist wohl in der geglückten Verbindung zwischen hoher kompositorischen Meisterschaft und einer nahezu volkstümlichen Schilderung der Idylle einer Kindgeburt, zumal des Gottessohnes, zu suchen.

Für eine höchst adäquate Aufführung des Werkes, dessen Kantaten I, III, V und VI zu hören sind, sorgen neben dem Kammerchor und dem Barockorchester „L’arpa festante“ die Solisten Anabelle Hund (Sopran), Sandra Stahlheber (Alt), Fabian Kelly (Tenor / Evangelist, Arien) und Philip Niederberger (Bass).

Karten sind bei freier Platzwahl an der Konzertkasse ab 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn zum Preis von 20,- Euro (ermäßigt 15,- Euro) oder im Vorverkauf zum Preis von 17,- Euro (ermäßigt 12,- Euro) bei www.reservix.de sowie beim Rheinpfalz-Ticket-Service erhältlich.

Text: Bistum Speyer Foto: "Markus Passion", Bernd Lischke; "Speyerer Dom", Klaus Landry

21.12.2017


Den Sterbesegen kennenlernen

Veranstaltung auf Maria Rosenberg für Haupt- und Ehrenamtliche, die Sterbende begleiten

Bistum Speyer/Walfischbach-Burgalben - Es ist der Wunsch fast aller Menschen, im Kreis der Familie und begleitet von Angehörigen und Freunden sterben zu können. Doch viele Angehörige fühlen sich ohnmächtig und sprachlos. Um ihnen zu helfen, die Unausweichlichkeit des Todes und den Abschiedsschmerz auszuhalten und dem Sterbenden bis zuletzt nahe zu sein, hat das Bistum Speyer vor rund einem Jahr den so genannten „Sterbesegen“ eingeführt. Bei einer Veranstaltung am 29. Januar im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben haben Interessierte Gelegenheit, den Sterbesegen näher kennenzulernen.

Der Sterbesegen stellt eine Ergänzung zur Krankensalbung, Beichte und Wegzehrung dar und hat das Ziel, die letzte Lebenswende eines Menschen, seinen Übergang vom Leben zum Tod, würdig zu begleiten. Er kann von einem Seelsorger, aber auch von Laien geleitet werden. Kraft der Taufe können alle Gläubigen ihren Mitmenschen den Beistand Gottes zusagen. Angehörige und Freunde können zuhause zusammenkommen, aber auch in Krankenhäusern, Altenheimen oder Hospizen.

Termin: 29. Januar 2018, 17.00 bis 21.00 Uhr

Ort:

Geistliches Zentrum
Maria Rosenberg
Waldfischbach-Burgalben

Anmeldung:

Bischöfliches Ordinariat
Sekretariat der Hospiz- und Trauerseelsorge
Webergasse 11, 67346 Speyer
Telefon: 06232-102288
E-Mail: hospiz-trauerseelsorge@bistum-speyer.de

Anmeldeschluss: 22. Januar 2018

Weitere Informationen zum Sterbesegen: www.sterbesegen.bistum-speyer.de

Bistum Speyer

21.12.2017


Dombauvereinsmitglieder kommen 2018 gratis in die Krypta

Neue Vergünstigung für Vereinsmitglieder

Die Krypta des Speyerer Doms

Speyer - Ab dem Beginn des neuen Jahres können die Mitglieder des Dombauvereins kostenlos die Krypta und die Kaisergräber aufsuchen. „Wir haben schon länger zusammen mit dem Domkapitel über eine Form der Vergünstigung für unsere Mitglieder nachgedacht“, erläutert der Vorsitzende des Vorstands Dr. Gottfried Jung. „Wir freuen wir uns, dass nun die Mitgliedschaft im Dombauverein mit diesem neuen Angebot noch attraktiver wird.“

„Mit dem Angebot, kostenfrei in die Krypta zu gelangen, wollen wir das Engagement der Dombauvereinsmitglieder würdigen“, ergänzt Domkustos Peter Schappert. Wer die Unterkirche des Speyerer Doms besuchen möchte, muss ansonsten einen Kostenbeitrag leisten, der dem Bauerhalt zu Gute kommt. Das Angebot des freien Krypta-Eintritts gilt zunächst versuchsweise für ein Jahr. „Wir hoffen, dass viele mit dem Dom verbundene Menschen in der Region und darüber hinaus in diesem Angebot einen weiteren Anreiz sehen, Mitglied im Dombauverein zu werden, um den Domerhalt zu unterstützen. Und: Eine Vereinsmitgliedschaft lässt sich auch prima zu Weihnachten verschenken“, freut sich Dr. Jung über die neue Möglichkeit der Mitgliederwerbung. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Homepage des Vereins oder direkt in dessen Geschäftsstelle.

Die Krypta ist der älteste Bauteil des Speyerer Doms und gehört zu den größten Unterkirchen der Welt. Von dort aus gelangt man außerdem zu den im Dom befindlichen Kaisergräbern. Wer als Dombauvereinsmitglied 2018 die Krypta besuchen möchte, muss an der Kasse am Eingang zur Krypta oder im Dom-Besucherzentrum seinen Mitgliedsausweis und seinen Personalausweis oder Reisepass vorzeigen. Wer noch nicht Mitglied des Vereins ist, erhält sein Eintrittsgeld zurück, wenn er vor Ort die Beitrittserklärung auf der Rückseite des Tickets ausfüllt.

Der freie Krypta-Eintritt bereichert das Spektrum attraktiver Angebote, die der Dombauverein seinen Mitgliedern macht. Dazu gehören Konzerte, Vorträge und gemeinsame Ausflüge sowie Kulturreisen. Die Mitgliederzeitschrift „Domkurier“ informiert jährlich über die Maßnahmen zum Domerhalt und das Jahresprogramm. Darüber hinaus erhalten Mitglieder des Dombauvereins bei Vorlage ihres Vereinsausweises im Historischen Museum der Pfalz, wo sich unter anderem der Domschatz befindet, einen Nachlass von 2 Euro auf den regulären Eintrittspreis.

Der Dombauverein ist gemeinnützig und wirkt durch seine Mitglieder und ehrenamtlichen Mitarbeiter. Ziel des Vereins ist es, den Erhalt dieses Weltkulturerbes als christliches Zeugnis und Kulturgut für die jetzige und die künftigen Generationen zu unterstützen. Der Dombauverein leistet eine erhebliche finanzielle Unterstützung zum Domerhalt durch die Mitgliedsbeiträge, durch Spenden, Benefiz-Veranstaltungen und den Verkauf von Dombausteinen. Die eingeworbenen Gelder werden dem Domkapitel zur Verfügung gestellt. Ideelle Unterstützung des Doms wird durch Veranstaltungen zum Dom, wie den Tag des offenen Denkmals oder den Tag der jungen Familien geleistet, zu denen Mitglieder und andere Interessierte herzlich willkommen sind.

Text: Bistum Speyer Foto: GDKE – Landesmuseum Mainz, Ursula Rudischer

17.12.2017


„Wir werden Sie in guter Erinnerung behalten!“

Verabschiedung von Tatjana Mast, Leiterin der Bischöflichen Finanzkammer

Bei der Verabschiedung (v.l.): Generalvikar Dr. Franz Jung, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Tatjana Mast, Domkapitular Peter Schappert

Speyer - „Sie stehen mitten im Leben, haben ein Gespür für die Fragestellungen hinter den reinen Zahlen und dabei gelingt es Ihnen, die beiden Ebenen elegant zu vereinen“, so charakterisierte Domkapitular Peter Schappert, Leiter Hauptabteilung IV - Finanzen und Immobilien im Bistum Speyer, die scheidende Finanzdirektorin Tatjana Mast. Sie wurde heute an ihrem letzten Arbeitstag im Rahmen einer Feier mit Kolleginnen und Kollegen verabschiedet. In einer herzlichen Abschiedsrede drückte Schappert seine Wertschätzung für ihre Arbeit aus. Auch in kritischen Situationen sei stets Verlass auf sie gewesen. Er blicke auf eine konstruktive Zusammenarbeit zurück, in der einiges für die weitere Professionalisierung der Bischöflichen Finanzkammer geleistet wurde.

Bei der Verabschiedung (v.l): Domkapitular Peter Schappert, Tatjana Mast, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Generalvikar Dr. Fran Jung

Bischof Wiesemann verwies auf die zahlreichen Spuren, die die Finanzdirektorin im Bistum hinterlassen hat. „Ob Bauwerke oder Geldanlagen, wir werden Sie in guter Erinnerung behalten!“, lautete seine Kernbotschaft. Dem Lob schlossen sich zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums sowie externe Geschäftspartner an, die in großer Zahl erschienen waren. Finanzdirektorin Mast bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden auch neue Wege mitzugehen, habe ihr große Freude bereitet. Sie werde der Pfalz auch in Frankfurt verbunden bleiben: Sei es beim „Wandern im Pfälzer Wald, beim Shoppen oder dem Besuch des Domes“.

Abschied von den Kolleginnen und Kollegen

Tatjana Mast beendet auf eigenen Wunsch zum Jahresende ihre Tätigkeit als Finanzdirektorin des Bistums Speyers. Sie geht zurück nach Frankfurt, von wo sie vor sechs Jahren zum Bistum Speyer gewechselt war. Die Diplom-Kauffrau und Wirtschaftswissenschaftlerin übernimmt zu Jahresbeginn eine neue Aufgabe in der Frankfurter Bankenbranche. Sie hatte ein entsprechendes Angebot bekommen, das sie als Chance für die persönliche Weiterentwicklung nutzen möchte. Tatjana Mast übte die Aufgabe als Leiterin der Bischöflichen Finanzkammer insgesamt sechs Jahre aus. Vor ihrem Wechsel nach Speyer war Tatjana Mast Abteilungsdirektorin bei einer großen Kapitalanlagegesellschaft in Frankfurt.

Bistum Speyer

17.12.2017


Brasilien leidet zunehmend unter moderner Sklaverei

Brasilianischer Arbeiter-Bischof besucht  als Adveniatgast das Bistum Speyer

Im Rahmen der Adveniat-Aktion unter dem Motto „Faire Arbeit.Würde. Helfen“ besucht der brasilianische Bischof José Reginaldo Andrietta das Bistum Speyer und berichtete heute bei einem Pressegespräch in der Redaktion des PILGER über seine Arbeit: (v.l.) Weihbischof Otto Georgens, Bischof José Reginaldo Andrietta und Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer von Adveniat.

Speyer - Ein wenig hoffnungsvolles Bild malt der brasilianische Bischof Jose Reginaldo Andrietta von der Situation seines Landes. Er sieht die Gesellschaft Brasiliens auf einer schiefen Ebene, die immer mehr Menschen an den Rand drängt. Bei einer Pressekonferenz am 15. Dezember in Speyer sprach er von „moderner Sklaverei“ und machte vor allem Gesetze  der „derzeitigen neoliberalen Regierung“ für diese Entwicklung verantwortlich. Die „Macht des Geldes“ bestimme zunehmend die Geschicke des Landes und auch die Wahlen, bei denen man fragen müsse, wie demokratisch sie noch seinen.

Andrietta ist in der Bischofskonferenz seines Landes für Arbeitnehmerfragen zuständig. Derzeit hält sich der Bischof von Jales im Bundesstaat Sao Paulo im Rahmen der Weihnachtsaktion der Bischöflichen Aktion Adveniat in der Bundesrepublik auf. Er besucht unter anderem Kirchengemeinden und spricht dort über die Situation in seiner Heimat.

Ein besonderes Anliegen ist Bischof Andrietta die Situation der jungen Menschen. Achtzig Prozent der Jugendlichen hätten weder eine Ausbildung noch einen Studienabschluss. Die Jugendarbeitslosigkeit liege bei 28 Prozent, und auch Kinderarbeit sei weit verbreitet, berichtete er. Andrietta selbst stammt aus einer Arbeiterfamilie: der Vater Schreiner, die Mutter trug durch Näharbeit zum bescheidenen Einkommen der Familie bei. Schon früh fand er zu seinem Engagement für Kirche und Gesellschaft. Unter anderem arbeitete er in einer Favela, in der Fabrikarbeiter unter schwierigsten Bedingungen lebten.  „Dort verstand ich, dass die Lebensbedingungen das Ergebnis der Arbeitsverhältnisse waren“, sagt Bischof Andrietta. Sprich: Die niedrigen Löhne erlaubten den Familien nicht, in Würde zu leben. So engagierte er sich in der Ausbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, damit sie aktiv an gesellschaftlichen Gestaltungsprozesse mitwirken können. Auf diesem Hintergrund ist ihm die Förderung der kirchlichen Arbeitnehmer-Bewegungen und Jugendorganisationen ein besonderes Anliegen.

Die prekären Arbeitsbedingungen seien das historische Erbe der Sklavengesellschaft in Brasilien, sagte Bischof Andrietta – und Folge einer Ausbeutung des Landes durch ausländische Konzerne und ausländisches Kapital, wie er hinzufügte. Durch eine weitgehende Privatisierung leiste die Regierung dieser Entwicklung Vorschub. Die sozialen Leistungen würden gekürzt, und die Ausgaben für diesen Bereich seien von der Regierung für einen Zeitraum von zwanzig Jahren in ihrer derzeitigen Höhe eingefroren worden.

Brasilien sei inzwischen „Weltmeister bei Arbeitsunfällen“; es gebe kaum Sicherheit bei einer Erkrankung, häufig seien Verträge zeitlich befristet und es gebe viel „Arbeit auf Abruf“, so Andrietta. Auch wer eine Arbeit habe, könne mit dem Mindestlohn seine Familie nicht ernähren. Kritisch merkte er an, dass durch die Aushöhlung der Tarifsysteme  der gesellschaftliche Einfluss der Gewerkschaften immer weiter zurückgehe und sie zunehmend als gesellschaftlich relevante Kraft ausfielen. Die  Kirche müsse ihre prophetische Stimme erheben, wenn es um den Kampf für menschenwürdige Lebensverhältnisse gehe, Bischöfe und Laien, so der brasilianische Bischof.

Weihbischof Otto Georgens, im Bistum Speyer für den Bereich Weltkirche verantwortlich, unterstrich die Bedeutung der Kirche im Kampf für Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit, gerade auch in Lateinamerika. Er verwies auf die wichtige Solidaritätsarbeit des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und bat um Unterstützung seiner Arbeit bei der Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember.

Adveniat-Chef kritisiert Verkauf von Billigtextilien

Kritik am Verkauf von Billigtextilien übte der Hauptgeschäftsführer von Adveniat, Pater Michael Heinz bei der Pressekonferenz. Wenn ein T-Shirt zwei oder eine Hose acht Euro koste, könnten diese Produkte nicht unter gerechten Arbeitsbedingungen hergestellt worden sein, sagte der Hauptgeschäftsführer bei der Pressekonferenz in Speyer. Er betonte, das eigene Konsumverhalten habe konkrete Auswirkungen auf die Löhne etwa in Lateinamerika.

Text: Norbert Rönn Foto: Klaus Landry

17.12.2017


Franziskaner-Minoriten in Blieskastel auch in Zukunft präsent

Das Bistum Speyer und der Orden der Franziskaner-Minoriten vereinbaren eine dauerhafte Zusammenarbeit – Tätigkeit umfasst Betreuung der Wallfahrt und Seelsorge in der Pfarrei

Ordensprovinzial Dr. Marian Golab (links) aus Krakau und Generalvikar Dr. Franz Jung haben eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen der Krakauer Ordensprovinz der Franziskaner-Minoriten und dem Bistum Speyer vereinbart.

Speyer/Blieskastel - Das Bistum Speyer und die Krakauer Ordensprovinz der Franziskaner-Minoriten haben sich auf eine dauerhafte Zusammenarbeit hinsichtlich der Betreuung des Wallfahrtsorts Blieskastel und der Seelsorge in der Pfarrei „Heiliger Franz von Assisi“ in Blieskastel verständigt. Der Generalvikar des Bistums Speyer Dr. Franz Jung und der polnische Provinzial Dr. Marian Golab haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Die Franziskaner-Brüder, die seit dem Jahr 2005 in Blieskastel tätig sind, haben dem Bistum Speyer eine Fortsetzung ihres Wirkens in den kommenden zehn Jahren zugesichert. Sie übernehmen weiterhin die pastorale Betreuung des Wallfahrtsorts. Dazu zählen beispielsweise die Koordination der Aufnahme von Wallfahrergruppen, Gottesdienstfeiern für Wallfahrer und besondere seelsorgliche Angebote wie etwa Hochzeitsfeiern. Die Franziskaner tragen zugleich die seelsorgerische Verantwortung für die Pfarrei „Heiliger Franz von Assisi“ in Blieskastel. Sie wollen, zusätzlich zu ihrer Tätigkeit für die Pfarrei und die Wallfahrt, auch zukünftig eigene pastorale Schwerpunkte setzen. Darin soll das besondere Charisma ihrer Ordensgemeinschaft zum Ausdruck kommen. Der Orden wird mit mindestens fünf Geistlichen in Blieskastel präsent sein. Die Brüder wohnen im Kloster, das sich im Eigentum der Kreuzkapellenstiftung befindet.

Das Kloster Blieskastel zählt zu den bedeutenden Wallfahrtsstätten im Bistum Speyer. Ende des 17. Jahrhunderts wurde auf dem Han, einer Anhöhe bei Blieskastel, von Meister Thomas Gampfer die bis heute stehende „Kreuzkapelle“ errichtet. Eine dort ausgestellte Kreuzreliquie war Anlass für viele Wallfahrten. Seit 1829 befindet sich in der Kapelle darüber hinaus das Gnadenbild „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“, eine 80 Zentimeter hohe Marienfigur aus Eichenholz, die lange Zeit unbeachtet blieb und erst nach ihrer „Wiederentdeckung“ 1911 zwei Jahre später und nach einer Restaurierung auf ihren heutigen Platz gestellt wurde. Der Legende nach wurde diese Madonna von einem Eremiten im nahe gelegenen Bebelsheim verehrt. Eines Tages wurde er von einer Horde vagabundierender Soldaten überfallen, die dabei auch Pfeile auf die Statue schossen. Mit dem Blut, das aus den Wunden tropfte, soll sich Gräfin Elisabeth von Blieskastel die kranken Augen bestrichen haben und geheilt worden sein. Aus Dankbarkeit ließ sie daraufhin ganz in der Nähe ein Kloster gründen, wo die Statue verehrt wurde.

Im Jahr 1924 berief der Speyerer Bischof Ludwig Sebastian Kapuziner aus der bayerischen Ordensprovinz zur seelsorgerischen Betreuung nach Blieskastel. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Bau des Klostergebäudes begonnen. 1925 wurde das Kloster eingeweiht und von den Kapuzinern bezogen. Im Jahr 2005 übernahmen die Franziskaner-Minoriten der Provinz Krakau das Kloster und die Wallfahrt von den bayrischen Kapuzinern.

Text: Bistum Speyer Foto: Ordensprovinz der Franziskaner-Minoriten

17.12.2017


Sektverkauf bringt dem Dombauverein 6.500 Euro

Winzergenossenschaft Weinbiet verkauft 2017 4.200 Flaschen Domsekt

Vorstellung des neuen Sektflaschenetiketts und Spendenübergabe beim Dombauverein Speyer (v.l.): Gabriele Fischer (Vorstand Dombauverein), Bastian Klohr (Geschäftsführender Vorstand Winzergenossenschaft Weinbiet), Gottfried Jung (Vorsitzender des Vorstands des Dombauvereins), Mathias Geisert (Vorstand Dombauverein) und Johannes Dörr (Speyerer Künstler)

Speyer - Seit Dezember 2016 ist die Winzergenossenschaft Weinbiet Lieferant des Domsekts. Bis Ende November 2017 hat die Winzergenossenschaft 4.200 Flaschen Domsekt verkauft. Sie war im vergangenen Jahr als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen, den die Pfalzwein e. V. Gebietsweinwerbung durchgeführt hatte. Der Geschäftsführende Vorstand Bastian Klohr überreichte nun einen Scheck in Höhe von 6.500 Euro an den Vorstand des Dombauvereins, den die Winzergenossenschaft aus dem Verkaufserlös dem Dombauverein spendet.

Mitte Januar wird der neue Jahrgangssekt auf dem Markt sein. Die Flaschen ziert dann auch ein neues Etikett, das wieder der Speyerer Künstler Johannes Doerr hergestellt hat. Anliegen des Dombauvereins ist es, den Käufern nicht nur einen guten Sekt zu bieten, sondern als Mehrwert eine Flasche, die mit einem künstlerischen Motiv versehen ist. Pro verkaufter Flasche geht 1,50 Euro an den Dombauverein.

Text: Dombauverein Speyer, Foto: Klaus Landry

17.12.2017


Pfarrer i.R. Klaus Härtl verstorben

Speyer - Am 11. Dezember ist Pfarrer i.R. Klaus Härtl im Alter von 87 Jahren verstorben. Er wirkte als Kaplan in Speyer St. Bernhard, als Kurat in Speyer St. Otto und St. Hedwig  und dann ab Juni 1969 als Pfarrer in St. Otto in Speyer. Seit August 2000 war Pfarrer Härtl im Ruhestand.

Die Beerdigung findet am Montag, 18. Dezember 2017 um 13 Uhr auf dem Friedhof in Speyer statt. Anschließend wird das 1. Sterbeamt in der Kirche St. Otto in Speyer gefeiert.

Bistum Speyer

12.12.2017


Traditioneller Segen für die Bundeskanzlerin

Sternsinger aus Bobenheim am Berg vertreten das Bistum Speyer im Kanzleramt

Speyer/Berlin - Vier Kinder aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Bobenheim am Berg, die zur Pfarrei Hl. Theresia vom Kinde Jesu, Bad Dürkheim, gehört, vertreten am Montag, 8. Januar, um 11 Uhr das Bistum Speyer beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Die Mädchen und Jungen aus Bobenheim am Berg hatten sich am Sternsinger-Wettbewerb der 60. Aktion Dreikönigssingen beteiligt und beim Preisrätsel mit dem Begriff „Stern“ die richtige Lösung gefunden. Bei der anschließenden Ziehung der diözesanen Gewinner hatten sie zudem das nötige Losglück.

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. Bundeskanzlerin Merkel heißt die kleinen und großen Könige bereits zum 13. Mal willkommen. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion, Beispielland ist Indien. Bundesweit eröffnet wird die Sternsingeraktion am Freitag, 29. Dezember, in Trier.

Mehr als eine Milliarde Euro, mehr als 71.700 Projekte

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.328 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 46,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

Sternsinger-Empfänge in Mainz und Saarbrücken

Die Ministerpräsidentin des Saarlandes empfängt am 08.01.18 um 16.00 Uhr Sternsingerinnen und Sternsinger aus Pinningen und Altheim. In der Staatskanzlei Mainz werden am 11.01.18 um 15.00 Uhr Sternsingerinnen und Sternsinger aus Rockenhausen empfangen.

Kontakt Bistum Speyer:
Pfarrer Ralf Feix
Referat Ministrantenseelsorge
Webergasse 11
67346 Speyer
Tel. 0 6232 102-337
Mail: ralf.feix@bistum-speyer.de

Bistum Speyer

12.12.2017


Vortrag von Notker Wolf OSB beim Forum Katholische Akademie

Speyer - Am Montag, 18. Dezember, 19.30 Uhr, ist Notker Wolf, ehemaliger Abtprimas des Benediktinerordens, Gastredner im Friedrich-Spee-Haus Speyer (Edith-Stein-Platz 7). „Schluss mit der Angst – Deutschland schafft sich nicht ab!“ ist Titel seines aktuellen Buches und des Vortrags.

„Deutschland ist eine Angstgesellschaft geworden“, so Notker Wolf. Verlustängste, Angst vor sozialem Abstieg, Angst vor Überfremdung und Islamisierung, Angst vor terroristischen Übergriffen und Gewaltverbrechen, oft diffuse Gefühle hätten sich in der Gesellschaft breitgemacht. Dem setzt Notker Wolf sein eigenes „Prinzip Hoffnung“ entgegen, eine Hoffnung, die im christlichen Glauben gründet und die dazu befähigt, der Angst ihre Unbestimmtheit zu nehmen und die Aufgaben und Herausforderungen zu entdecken, die sich hinter ihr verbergen. Notker Wolf macht Mut und fordert dazu auf, Verantwortung zu  übernehmen und das Grundvertrauen ins Leben nicht zu verlieren.

Neben Vortrag und Diskussion wird ein Büchertisch mit Werken von Notker Wolf angeboten. Der Kostenbeitrag beträgt 5 €. Auf Grund begrenzter Plätze wird eine Anmeldung empfohlen an: Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer, Tel. 06232 / 102 180, email: keb@bistum-speyer.de

Bistum Speyer

12.12.2017


„Die Poesie des Domes und die Dom-Poesie“

Gedichtsammlung: Wilhelm Molitors „Domlieder“ liegen in einer Neuauflage vor

Speyer (is) - Die „Domlieder“, die berühmte Gedichtsammlung des Speyerer Domkapitulars Wilhelm Molitor, liegt wieder vor: Neunzig Jahre nach der bislang letzten Auflage ist sie Anfang Dezember in neuer ansprechender Form – mit 16 Bildbeigaben – in der Schriftenreihe des Diözesan-Archivs Speyer erschienen. Herausgeber Bernhard Adamy präsentiert zudem sämtliche späteren Dom-Gedichte Molitors. In kurzen Kommentaren erläutert er heute nicht mehr geläufige Begriffe und Zusammenhänge.

Wilhelm Molitor (1819-1880), als Jurist, Theologe, Domkapitular, Schriftsteller und Dichter im 19. Jahrhundert einer der prominentesten Repräsentanten der katholischen Kirche im Bistum Speyer, wurde mit den „Domliedern“ schon als junger Mann, noch vor seiner Priesterlaufbahn, bekannt. Die „Domlieder“ sind die ersten „modernen“ Gedichte über den Speyerer Kaiser- und Mariendom. Sie bilden die erste und einzige Anthologie von Dom-Poesie – und sie blieben, von einigen wenigen Gedichten anderer Dichter abgesehen, die besten Gedichte dieses Genres. 76 Poeme fassen den Dom und seine Stadt, das mittelalterliche und das Speyer des 19. Jahrhunderts, sowie die jahreszeitliche Landschaft ins Auge. Sie beleuchten die Architektur der Kathedrale und bringen sie als Gotteshaus in Verbindung mit den in ihr gefeierten christlichen Festen.

Der Herausgeber stellt die „Domlieder“ in einem umfangreichen essayistischen Kommentar in ihren kultur- und literaturgeschichtlichen Zusammenhang. Adamy, Germanist und Historiker, interpretiert einige Gedichte und schlägt schließlich den Bogen zu Molitors späterer andersartiger Dom-Lyrik, die einen stärker zeitgeschichtlichen Akzent hat. Vor allem der politische romantisch-nationalkonservativ-kirchenfromme Hintergrund dieser weltanschaulich ambivalenten, vielschichtigen Dichtung wird differenziert dargestellt. So präsentiert sich –  auch am Beispiel einiger bedeutender Dom-Gedichte anderer Autoren (darunter Stefan George und der spätere Bischof und Kardinal Johannes von Geissel) – „die Poesie des Domes und die Dom-Poesie“ über Molitor hinaus im Spiegel der gesamten Speyerer Dom-Dichtung des 19. und 20. Jahrhunderts.

Adamy versteht die Neuauflage der „Domlieder“ als Teil eines Versuchs, Molitors Werk und Persönlichkeit dem Vergessen zu entreißen. 2015 veröffentlichte er einen ausführlichen Aufsatz über Molitor in der Festschrift der Bibliothek St. German; zum 200. Geburtstag des Domkapitulars im August 2019 wird eine Monografie folgen. Molitors Wirksamkeit als entschiedener Anwalt einer streitbaren Kirche und als Ultramontaner im Kulturkampf beeinflusste sein wissenschaftliches und künstlerisches Schaffen. Er trat mit kirchengeschichtlichen Abhandlungen ebenso hervor wie mit Gedichten, Romanen, Novellen, Theaterstücken und Prosa. Seine bekannteste Dichtung aber sind die „Domlieder“, das einzige Werk Molitors, das sich auch heute noch mit seinem Namen verbindet.

Buchtipp: Wilhelm Molitor, Domlieder. Vierte erweiterte und kommentierte Auflage, herausgegeben von Bernhard Adamy (Schriften des Diözesan-Archivs Speyer, Band 52), Pilger-Verlag Speyer, ISBN 978-3-946777-06-9, 19,80 Euro. Erhältlich im Buchhandel.


Adventliche Besinnung für Alleinlebende und Singles

Veranstaltung am 13. Dezember in der Reihe AlleinLebensART

Speyer - Am Mittwoch, 13. Dezember, 18 Uhr heißt es in der Reihe AlleinLebensART „… im Dunkeln strahlt ein großes Licht auf“. Im Konferenzraum des Bischöflichen Ordinariats, Große Pfaffengasse 13, wird am Gedenktag der Heiligen Luzia ein Lichterfest gefeiert – mit Anleihen an schwedisches Brauchtum, aber auch mit vielen anderweitigen Texten, Liedern und Symbolen, die in der dunklen Jahreszeit Licht und Wärme in die Herzen zaubern. Leckeres Gebäck und passende Getränke gibt es selbstverständlich dazu.

Der Kostenbeitrag beträgt 15,- €. Veranstalter ist die Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer im Kooperationsbündnis „Single sein links und rechts vom Rhein“.
Anmeldung an: Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer, Tel. 06232 / 102 180, email: keb@bistum-speyer.de

Bistum ‪Speyer, 07.12.2017


Bildungshäuser und Jugendhaus: Entscheidung fällt erst nach zweijährigem Partizipationsprozess

BDKJ-Diözesanvorstand fordert transparente Gespräche und Klärung der zur Entscheidung stehenden Fragen | Generalvikar Jung sichert zu, die zuständigen Gremien einzubinden | Bestätigung des Bistums: "Es gibt weder einen Schließungs- noch einen Verkaufsbeschluss"

Speyer - Der Diözesanvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend hat sich am 5.12.17 mit dem Generalvikar des Bistums Speyer, Franz Jung und dem Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Franz Vogelgesang,  getroffen um über die Zukunft der Bildungshäuser im Bistum und die mögliche Schließung eines Bildungshauses in der Diözese zu sprechen. Jung bestätigte, dass es vornehmlich um das Bildungshaus Heilsbach in Schönau sowie das Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim gehe. Angesichts der finanziellen Lage des Bistums stünden prinzipiell alle Immobilien auf dem Prüfstand, gleichzeitig müsse die Weiterentwicklung der einzelnen Bildungshäuser auch noch einmal individuell betrachtet werden. Maria Rosenberg sei als Wallfahrtsort des Bistums und spirituelles Zentrum nicht in Frage gestellt. Gleiches gelte für das gemeinsam mit dem Jesuitenorden getragene Heinrich-Pesch-Haus als Akademie des Bistums und das Priesterseminar St. German in Speyer, das als Pastoralseminar des Bistums der Aus- und Weiterbildung aller Berufsgruppen in der Seelsorge und von Ehrenamtlichen dient und das auch als Tagungshaus genutzt werden kann. Auch das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt stünde als Sitz der Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester nicht in Frage. Carsten Leinhäuser (BDKJ-Diözesanpräses) und Lena Schmidt (BDKJ-Diözesanvorsitzende) machten deutlich, dass ein transparenter Prozess, eine aktive Beteiligung der Jugend und aller entscheidenden Gremien ebenso wichtig seien wie der Umgang mit Mitarbeitern in den zur Disposition stehenden Häusern und die Abwägung von finanziellen und pastoralen Argumenten. Jung machte deutlich, dass ihm wichtig sei, die Mitarbeiter zu informieren und keine Ängste zu schüren. Er kündigte an, in den nächsten Wochen persönlich Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern im Christophorushaus Bad Dürkheim zu führen. Das sei ihm ein wichtiges Anliegen. Es gäbe keinen Grund, um den Arbeitsplatz zu fürchten.

Leinhäuser und Schmidt machten im Gespräch deutlich, dass das Jugendhaus St. Christophorus ein wichtiger Ort für die Jugend des Bistums sei. Die Jugend habe mit ihrem vor einem Jahr gestellten Antrag auf Erweiterung des Christophorushauses eben für dessen Zukunftsfähigkeit und Rentabilität Sorge tragen wollen: "Ein Anbau eines großen Saales würde eine dauerhafte Auslastung der zur Verfügung stehenden Belegungskapazitäten erst möglich machen", erklärte Schmidt. "Momentan gibt es im Christophorushaus keinen Raum, der alle Gäste fassen kann, die in den Zimmern untergebracht sind. In Folge dessen bleiben regelmäßig Zimmer frei oder es kann keine zweite, größere Gruppe aufgenommen werden. Es gibt immer Anfragen, die dann aber negativ beantwortet werden müssen. Seit dem Verkauf des Kardinal-Wendel-Hauses vor vier Jahren fehlen damit für Kinder und Jugendgruppen bezahlbare Räumlichkeiten". Schmidt betonte, dass ein Ausbau zwar Investitionskosten bedeuten würde, aber langfristig mehr Einnahmen erzielt würden. Leinhäuser ergänzte: "Wenn es um die Finanzierung der Häuser Heilsbach und Christophorushaus geht, dann muss auch ins Kalkül gezogen werden, dass der Heilsbach als Jugendhaus bei gleich bleibenden Tagessätzen für Jugendgruppen Einnahmen fehlen würden. Zudem halten wir es für wichtig, neben den Finanzen eben auch den pastoralen Nutzungswert eines Hauses in den Blick zu nehmen. Da sehen wir große Vorzüge im Hinblick auf das Christophorushaus."

Übereinstimmung bestand in der Einschätzung, dass die Fragestellung für den gewünschten Partizipationsprozess noch klarer umrissen werden muss. Diese Forderung hatte der BDKJ-Diözesanvorstand in das Gespräch eingebracht. Es sei bislang nicht hinreichend klar geworden, ob die Frage "Jugendhaus an Standort Bad Dürkheim oder am Standort Schönau?" laute oder etwa "Welches Gebäude an welchem Ort wird für eine gelungene Bildungs- und Jugendverbandsarbeit benötigt?", bekräftigten Leinhäuser und Jung. Von der Klärung der Fragestellung und der Bereitstellung der zur Beantwortung nötigen Informationen für alle Gremien hinge aber das Design des Partizipationsprozesses ab. Schmidt machte deutlich, dass der Zeitlauf mit Enddatum Forum IX im August 2018 nicht gelingen könne. Dafür seien die bereits terminierten Konferenzen der Entscheidungsgremien in den Verbänden zu eng gesetzt.

Jung teilte mit, die Fragestellung bis Anfang Februar 2018 mit dem Vorstand des Diözesanen Forums abzustimmen und das Prozessdesign vorzulegen. Im Februar sollten außerdem Dossiers zu beiden Häusern vorliegen, die eine fundierte Abwägung der Argumente ermöglichten. Außerdem weitete Jung den zeitlichen Horizont auf zwei Jahre: "So fällt beim Forum IX noch keine Entscheidung. Das ist eine erste Etappe der Beratungen“, erklärte er.

Text: BDKJ/is, Foto: BDKJ, 07.12.2017


„FREI(T)RÄUMER“ - Spirituelle Angebote für junge Menschen

Die Stelle Berufungspastoral Speyer veröffentlicht Programm für 2018

Speyer - Menschen auf ihrem Weg zur eigenen Berufung begleiten – das ist die Aufgabe der Stelle Berufungspastoral im Bistum Speyer. Unter dem Titel „Frei(t)räumer“ laden die beiden Referenten der Stabsstelle, Pastoralreferentin Sandra Petrollo-Shahtout und Pfarrer Ralf Feix, im kommenden Jahr 2018 wieder zu verschiedenen spirituellen und informativen Angeboten ein, die jungen Menschen dabei helfen können, die eigene Berufung zu entdecken.

Die Veranstaltungen reichen von einem Auftankwochenende für junge Erwachsene auf Maria Rosenberg vom 27. bis 29. April 2018 und einer Woche in dem internationalen ökumenischen Zentrum Taizé vom 30. September bis 7. Oktober bis hin zu einem Pilgerweg von Paris nach Chartres vom 8. bis 14. Oktober. Zum Angebot zählen außerdem monatliche Treffen von Berufungsgruppen für junge Frauen und Männer, Informationsveranstaltungen für Interessentinnen und Interessenten am Theologiestudium sowie die Andachten und Gottesdienste in der Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen und die regelmäßigen Jugendvespern im Speyerer Dom und im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg.

Alle Informationen zu dem Angebot findet man auf der Homepage der Stelle Berufungspastoral: www.dein-leben-dein-weg.de

Kontakt:
Berufungspastoral Speyer
Pfr. Ralf Feix
Pastoralreferentin Sandra Petrollo-Shahtout
Webergasse 11
67346 Speyer
Tel.: 06232/102-337
E-Mail: info@dein-leben-dein-weg.de

Bistum ‪Speyer, 07.12.2017


Weihbischof Georgens bei Schiffsprozession in Assmannshausen

Verehrung des Heiligen Nikolaus hat lange Tradition

Assmannshausen - Der Speyerer Weihbischof Otto Georgens nimmt am 10. Dezember wieder an der Schiffsprozession zur Nikolauskapelle in Assmannshausen teil. Die Verehrung des Heiligen Nikolaus, der unter anderem als Schutzpatron der Seeleute und der Binnenschiffer verehrt wird, hat in Assmannshausen lange Tradition. Jedes Jahr richtet der St. Nikolaus Schifferverein die Schiffsprozession zur Nikolauskapelle im Binger Loch aus. Dabei wird auch eine Nikolausstatue mitgeführt. In diesem Jahr findet die Schiffsprozession zum 70. Mal statt.

Der Festtag zu Ehren des Hl. Nikolaus beginnt mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche Heilig Kreuz in Assmannshausen. Die traditionelle Schiffsprozession startet um 14 Uhr. Der Festtag endet mit der Schlussandacht an der St. Nikolauskapelle Assmannshausen.

Bistum Speyer, 07.12.2017


Sonderöffnung Dom-Turm bei „Altpörtel in Flammen“ ausverkauft

Kaisersaal und Südwestturm des Speyerer Domes, während der Wintermonate normalerweise geschlossen, sind am 7. und 13. Dezember abends während des Feuerwerks „Altpörtel in Flammen“ geöffnet.

Die Tickets für die Sonderöffnung stießen auf große Resonanz und sind inzwischen ausverkauft.

Treffpunkt für den Aufstieg auf den südwestlichen Domturm ist die Vorhalle des Domes. Der Einlass ist für Kartenbesitzer bis 19.15 Uhr geöffnet.

Text: Bistum Speyer Foto: Speyer 24/7 News, dak, 07.12.2017


Wallfahrtsgottesdienst mit Weihbischof Georgens in Kaiserslautern

Feier zum "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" in der Kirche Maria Schutz

Kaiserslautern - Die Pfarrei Maria Schutz in Kaiserslautern feiert am Freitag, 8. Dezember, das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" als Wallfahrtstag. Höhepunkt ist ein Gottesdienst mit Weihbischof Otto Georgens um 18 Uhr. Das Pontifikalamt wird vom Kirchenchor Maria Schutz und von Chören aus Stadt und Umland unter musikalischer Leitung von Jutta Braun mitgestaltet. Auf dem Programm steht die Missa brevis Nr. 7 (C-Dur) von Charles Gounod.

Der Wallfahrtstag beginnt um 9.15 Uhr mit dem Rosenkranzgebet in der Kirche Maria Schutz. Das Wallfahrtsamt wird um 10 Uhr gefeiert, anschließend ist Pilgerfrühstück im Klosterkeller. In der Stunde vor dem Beginn der Heiligen Messe ist Beichtgelegenheit und die Möglichkeit das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" ist einer der sechs großen Festtage zu Ehren Mariens. An diesem Fest feiert die katholische Kirche, dass Gott Maria schon vor ihrer Geburt zur Mutter Jesu erwählt hat und sie deshalb vor der Erbschuld bewahrte.

Bistum Speyer, 07.12.2017


Sonderöffnung Dom-Turm bei „Altpörtel in Flammen“

Beste Sicht auf Feuerwerk von Südwestturm des Speyerer Doms

Speyer - Kaisersaal und Südwestturm des Speyerer Domes, während der Wintermonate normalerweise geschlossen, sind am 7. und 13. Dezember abends während des Feuerwerks „Altpörtel in Flammen“ geöffnet. Vom begehbaren Südwestturm aus bietet sich der direkte Blick auf das etwa 700 Meter entfernte Altpörtel. Aus 60 Metern Höhe, weit über den sich drängenden Menschenmassen auf der Maximilianstraße, stellen sich der Sternenregen und das Feuerspektakel rund um den mittelalterlichen Stadtturm besonders eindrucksvoll dar.

Eintrittskarten für den Zugang zum Turm können im Vorverkauf und am Tag bis 19 Uhr im Dom-Besucherzentrum erworben werden. Die Tickets kosten 6.- Euro und sind pro Abend auf 50 Stück limitiert.

Text: Bistum Speyer Foto: Speyer 24/7 News, 30.11.2017


Advent und Weihnachten am Dom zu Speyer

Raum für Andacht, Gottesdienste und Konzerte

Dom Weihnachten im Schnee140.jpg: Dom Weihnachten im Schnee

Speyer - Ein besonderer Ort in einer besonderen Zeit: in der Vorweihnachtszeit, nur wenige Meter vom bunten Treiben des Weihnachtsmarkts entfernt, bieten die fast tausendjährigen Mauern des Doms Raum für Ruhe und Besinnung.

Der Advent ist eine Fastenzeit und soll der Vorbereitung auf die Menschwerdung Christi dienen. In diesem Jahr ist der Advent besonders kurz, da der Vierte Advent und der Heilige Abend auf einen Tag fallen. Die liturgische Farbe der Adventszeit ist violett, weshalb auch die Kerzen des Adventskranzes im Speyerer Dom in dieser Farbe gehalten sind. Eine Kerze allerdings ist rosafarben: Sie steht für den 3. Adventssonntag „Gaudete“ und kennzeichnet den freudigen Charakter dieses Tages.

Krippe im Dom zu Speyer

Der Aufbau der Krippenlandschaft, die sich im südlichen Seitenschiff befindet, beginnt in diesem Jahr am 6. Dezember. Fertig gestellt wird Weihnachtskrippe allerdings traditionsgemäß erst kurz vor Weihnachten. Die großen Bäume und das Podest werden als erstes aufgebaut, dann folgen weitere Pflanzen und die Architektur. In den Tagen unmittelbar vor Weihnachten werden auch schon ein paar Tierfiguren aufgestellt. Vollendet wird die Krippe am 24. Dezember, wenn die Heilige Familie dort Einzug hält. Ihren Standort hat die Dom-Krippe in der Nähe des Hauptportals, am westlichen Ende des südlichen Seitenschiffs, wo sie bis zum 2. Februar zu sehen sein wird.

Gottesdienste

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann während der Predigt

Den Auftakt in die Adventszeit im Dom markiert die Vesper zum Großen Gebet der Dompfarrei der Dompfarrei Pax Christi am Samstag, 2. Dezember um 18 Uhr. An den Adventssonntagen wird jeweils um 10 Uhr im Dom die Heilige Messe gefeiert. Alle Gottesdienste der Advents- und Weihnachtszeit werden musikalisch in besonderer Weise gestaltet.

Neben den regulären Werktagsmessen findet zu Mariä Empfängnis am 8. Dezember zusätzlich um 18 Uhr eine Kapitelsvesper mit anschließendem Kapitelsamt um 18:30 Uhr statt. In beiden Gottesdiensten singt die Schola Cantorum Saliensis.

Am Morgen des 24. Dezember finden um 7:30 Uhr und um 10 Uhr die Sonntagsgottesdienste statt. Am Heiligen Abend erklingt ab 22 Uhr im Dom weihnachtliche Orgelmusik. Die Christmette mit Weihbischof Otto Georgens beginnt um 22:30 Uhr. Das Vokalensemble der Dommusik gestaltet die Mette mit Musik u.a. von Händel, Rutter, Mendelssohn Bartholdy und Wood.

Am Ersten Weihnachtstag feiert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann um 10 Uhr ein Pontifikalamt, das musikalisch von Mädchenchor, Domsingknaben, Domchor und den Dombläsern gestaltet wird. Um 16.30 Uhr folgt eine Pontifikalvesper.

Das Pontifikalamt am Zweiten Weihnachtstag, der dem Gedenken an den Patron des Doms, Erzmärtyrer Stephanus, gewidmet ist, wird um 10 Uhr von Weihbischof Otto Georgens zelebriert. Es musizieren die Schola gregoriana und die Dombläser.

In den Hauptgottesdiensten wird die Orgel jeweils von Domorganist Markus Eichenlaub gespielt.

Konzerte

Dommusik gestaltet die Christmette

Mit ihrer Reihe „Cantate Domino“ bietet die Dommusik die Möglichkeit, sich auf die bevorstehende Weihnachtszeit einzustimmen. Die Konzerte von etwa einer Stunde Dauer finden jeweils samstags um 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Den Auftakt macht das Konzert am Samstag, 8. Dezember, 18 Uhr. Unter der Überschrift „Es kommt ein Schiff geladen“ erklingt Vokalmusik zum Advent von Andreas Hammerschmidt, Johannes Brahms, Max Reger, u.a. Es singt das Vokalensemble ENONA, Mainz.

Der Mädchenchor am Dom zu Speyer und die Speyerer Domsingknaben gestalten das zweite Konzert der Reihe „Cantate Domino“ am Samstag, 16. Dezember, 18 Uhr. Die Veranstaltung mit dem Titel „Veni Domine – Komm, o Herr“  lockt mit Chor-, Orgel- und Bläsermusik zum Advent von Giovanni P. da Palestrina, Edward Elgar, Joseph G. Rheinberger, Javier Busto, Jonathan Rathbone, u.a. Es singen und spielen der Mädchenchor am Dom zu Speyer, die Speyerer Domsingknaben, der Domchor Speyer, die Dombläser Speyer und Domorganist Markus Eichenlaub.

„Nun komm, der Heiden Heiland“, am Samstag, 23. Dezember um 18 Uhr bildet den Abschluss der Reihe „Cantate Domino“ im diesjährigen Advent. Zu hören gibt es festliche Klänge von Trompete und Orgel. Die Organistin Heike Ittmann und  der Trompeter Falk Zimmermann spielen Musik aus der Barockzeit und der Moderne.

Öffnungszeiten

Dom zu Speyer weihnachtlich geschmückt

Der Dom ist im Winter werktags von 9 bis 17 Uhr, an Sonn− und Feiertagen von ca. 11:30 bis 17:30 Uhr für Besucher geöffnet. An Feiertagen gelten besondere Öffnungszeiten. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich.

Das Dom-Besucherzentrum ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Heiligen Abend können bis 14 Uhr hier letzte Weihnachtsgeschenke erworben werden. An den Weihnachtsfeiertagen bleibt das Besucherzentrum geschlossen.

Sonderöffnung Kaisersaal und Turm bei „Altpörtel in Flammen“

Kaisersaal und die Aussichtsplattform, während der Wintermonate normalerweise geschlossen, sind am 7. und 13. Dezember abends während des Feuerwerks „Altpörtel in Flammen“ geöffnet. Eintrittskarten für den Zugang zum Turm können im Vorverkauf und am Tag bis 19 Uhr erworben werden. Die Tickets sind jeweils auf 50 Stück limitiert.

Terminübersicht

Gottesdienste

Samstag, 2. Dezember 2017
19:00 Uhr – Vesper in der Afrakapelle zum Großen Gebet
Frauenschola „MusicaInSpira“,
Schola Cantorum Saliensis
Deutsche Adventsvesper und Gregorianik

Sonntag, 3. Dezember 2017 | Erster Advent
10:00 Uhr – Hochamt der Dompfarrei zum Großen Gebet
Chor der Dompfarrei,
Leitung: Monika Keggenhoff
Motetten und Liedsätze zum Advent

Freitag, 8. Dezember 2017 | Mariä Empfängnis
18:00 Uhr – Kapitelsvesper
Schola Cantorum Saliensis
Deutsche Vesper zum Festtag

18:30 Uhr – Kapitelsamt
Schola Cantorum Saliensis
Gregorianik: Missa mundi

Sonntag, 10. Dezember 2017 | Zweiter Advent
10:00 Uhr – Kapitelsamt
Schola Cantorum Saliensis
Gregorianik: Missa XVII in tempore adventus
Proprium vom Sonntag

Sonntag, 17. Dezember 2017 | Dritter Advent
10:00 Uhr – Kapitelsamt
Kantorenschola
Deutsche Wechselgesänge
George Dyson: Magnificat

Sonntag, 24. Dezember 2017 | Vierter Advent
10:00 Uhr – Kapitelsamt
Kantorengesänge und Orgelmusik

Heiligabend
22:00 Uhr – Weihnachtliche Orgelmusik

22:30 Uhr – Christmette und Pontifikalamt
Vokalensemble der Dommusik
Psalmen in Falsibordoni-Sätzen von Viadana und Zachariis
Georg Friedrich Händel: Tochter Zion
John Rutter: Christmas Lullaby
Felix Mendelssohn Bartholdy: Es wird ein Stern aus Jakob aufgehn
Charles Wood: Agnus Dei aus Missa in F
Liedsätze von Fischbach, Praetorius und Melchiori

Erster Weihnachtstag, 25. Dezember 2017
10:00 Uhr – Pontifikalamt
Mädchenchor, Domsingknaben, Domchor, Dombläser
Hans Leo Hassler: Missa octo vocum
Giovanni Gabrieli: Hodie Christus natus est
Liedsätze von Mendelssohn, Willcocks u.a.

16:30 Uhr – Pontifikalvesper
Schola Cantorum Saliensis
Deutsche Weihnachtsvesper
Gregorianischer Choral

Zweiter Weihnachtstag, 26. Dezember 2017
10:00 Uhr – Pontifikalamt
Schola gregoriana, Dombläser
Deutsches Ordinarium und Wechselgesänge aus dem Gotteslob
Festliche Musik für Bläser und Orgel

Sonntag, 31. Dezember 2017 | Sonntag nach Weihnachten
10:00 Uhr – Kapitelsamt
Kantorengesänge und Orgelmusik

16:00 Uhr – Pontifikalamt zum Jahresschluss
Mädchenchor, Domsingknaben, Domchor, Dombläser
Christian M. Heiß: Missa „Fidem cantemus“
Malcolm Archer: Tantum ergo
Liedsätze von Praetorius und Rüding

Konzerte

Cantate Domino

Innerhalb der geprägten Zeiten (Advents- und Fastenzeit) findet in der Regel an jedem Samstag um 18 Uhr ein etwa 60-minütiges geistliches Konzert im Dom zu Speyer statt. Außerhalb der geprägten Zeiten finden in unregelmäßigen Abständen Konzerte in dieser Reihe statt. Der Eintritt ist frei.

Samstag, 9. Dezember 2017, 18:00 Uhr | Zum zweiten Advent
Es kommt ein Schiff geladen
Vokalmusik zum Advent von Andreas Hammerschmidt, Johannes Brahms, Max Reger, u.a.
Vokalensemble ENONA, Mainz

Samstag, 16. Dezember 2017, 18:00 Uhr | Zum dritten Advent
Veni Domine – Komm, o Herr
Chor-, Orgel- und Bläsermusik zum Advent von Giovanni P. da Palestrina, Edward Elgar,
Joseph G. Rheinberger, Javier Busto, Jonathan Rathbone, u.a.
Mädchenchor am Dom zu Speyer
Speyerer Domsingknaben
Domchor Speyer
Dombläser Speyer
Domorganist Markus Eichenlaub

Samstag, 23. Dezember 2017, 18:00 Uhr | Zum vierten Advent
Nun komm, der Heiden Heiland
Festliche Musik für Trompete und Orgel aus der Barockzeit und der Moderne
Heike Ittmann, Orgel
Falk Zimmermann, Trompete

Neujahr, Montag, 1. Januar 2018

15:00 Uhr

Neujahrskonzert

mit Werken für Sopran, Trompete und Orgel

Anabelle Hund, Sopran

Rüdiger Kurz, Trompete

Markus Eichenlaub, Orgel

− Änderungen vorbehalten –

Weitere Informationen:

www.dom-zu-speyer.de

www.dommusik-speyer.de
 
Text: Bistum Speyer Foto: Domkapitel Speyer, Klaus Landry

Terminkalender Dezember 2017

  • 2.12.    10 Uhr bis 13 Uhr Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Katholikenrates im Bistum Speyer im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen mit Grußwort von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
  • 3.12.    10 Uhr Festgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum 50. Jahrestag der Kirchweihe von St. Josef in Steinwenden.
  • 3.12.    17 Uhr Vesper mit Orgelweihe durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Kirche St. Peter und Paul in Merzalben.
  • 3.12.    19.30 Uhr Speyerer Jugendvesper in der Krypta des Speyerer Domes.
  • 3.12.    Verleihung Katholischer Jugendmedienpreis 2017 unter dem Motto „Zukunftszeit“.
    Film- und Fotowettbewerb des Bischöflichen Jugendamtes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözese Speyer, ist nominiert.
  • 7.12.    18 Uhr Adventskonzert des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz in der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern.
  • 8.12.    18 Uhr Wallfahrtsgottesdienst zum Fest der Erwählung Mariens (Mariä Empfängnis) in der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern mit Weihbischof Otto Georgens.
  • 9.12.    18 Uhr Konzertreihe Cantate Domino zum zweiten Advent im Speyerer Dom.
    „Es kommt ein Schiff geladen“; Vokalmusik von Andreas Hammerschmidt, Johannes Brahms, Max Reger, u.a.; Mitwirkende: Vokalensemble ENONA, Mainz
  • 10.12.    14 Uhr Nikolaus-Schiffswallfahrt in Assmannshausen mit Weihbischof Otto Georgens.
  • 15.12.    11.30 Uhr Pressegespräch mit Adveniat-Gast Bischof José Reginaldo Andrietta aus Brasilien, Pater Michael Heinz SVD, neuer Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat, und Weihbischof Otto Georgens im Gebäude der Pilger-Redaktion (Hasenpfuhlstr. 33) in Speyer.
  • 16.12.    18 Uhr Konzertreihe Cantate Domino zum dritten Advent im Speyerer Dom.
    „Veni Domine – Komm, o Herr“; Chor-, Orgel- und Bläsermusik von Giovanni P. da Palestrina, Edward Elgar, Joseph G. Rheinberger, Javier Busto, Jonathan Rathbone, u.a. Mitwirkende: Mädchenchor am Dom zu Speyer, Speyerer Domsingknaben, Domchor Speyer, Dombläser Speyer, Domorganist Markus Eichenlaub
  • 17.12.    10 Uhr bis 16 Uhr Studientag der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) mit Gottesdienst, Impulsen und Austausch mit Adveniat-Gast Bischof José Reginaldo Andrietta und Weihbischof Otto Georgens im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben.
  • 17.12.    14 Uhr Feier zur Aussendung des Friedenslichtes aus Bethlehem in der Gedächtniskirche in Speyer. Mitveranstalter: Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG).
  • 15.-18.12.    Bischof Reginaldo Andrietta aus Brasilien besucht im Rahmen der Adveniat-Aktion 2017 das Bistum Speyer.
  • 17.12.    17 Uhr Otterberger “AbteiKirchenKonzert”; Motto: „Macht hoch die Tür“, Chor- und Bläsermusik zu Advent- und Weihnachten der Dommusik Speyer; Mitwirkende: Chöre am Dom zu Speyer, Dombläser Speyer; Leitung: Markus Melchiori.
  • 23.12.    18 Uhr Konzertreihe Cantate Domino zum vierten Advent im Speyerer Dom.
    „Nun komm, der Heiden Heiland“; Festliche Musik für Trompete und Orgel aus der Barockzeit und der Moderne; Mitwirkende: Heike Ittmann, Orgel, und Falk Zimmermann, Trompete.
  • 24.12.    23 Uhr Christmette mit Weihbischof Otto Georgens im Speyerer Dom. (Ab 22.30 Uhr Vigilfeier).
  • 25.12.    10 Uhr Pontifikalamt zum ersten Weihnachtsfeiertag mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Dom zu Speyer.
    16.30 Uhr Pontifikalvesper mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
  • 26.12.    10 Uhr Pontifikalamt zum zweiten Weihnachtsfeiertag – Fest des heiligen Stephanus – mit Weihbischof Otto Georgens im Speyerer Dom.
  • 26.12.    „Lumen on Tour“ - 10.30 Uhr Weihnachts-Jugendgottesdienst in der Kirche St. Josef in Ludwigshafen (Hegelstr. 55).
  • 27. – 29.12.    Die Dienststellen des Bischöflichen Ordinariates (incl. Außenstellen) sind geschlossen.
  • 31.12.    16 Uhr Pontifikalamt zum Jahresende mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom.

Bistum Speyer, 30.11.2017


Bistum Speyer trauert um Schwester Radegund Bauer

Schwester Radegund Bauer

Am Fest Christkönig am Sonntag, den 26. November, ist Schwester Radegund Bauer von der Ordengemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf verstorben. Die Nachricht wurde im Bistum Speyer mit großer Trauer aufgenommen, denn Schwester Radegund hatte eine enge Verbindung zum Bistum Speyer. Am Verfahren zur Seligsprechung von Paul Josef Nardini, des Gründers des Ordens der Mallersdorfer Schwestern, hatte sie wesentlich mitgewirkt.

„Als Bistum Speyer sind wir Schwester Radegund zu großem Dank verpflichtet“, schreibt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Brief an Schwester Jakobe, die Generaloberin der Mallersdorfer Schwestern. „Durch ihr fundiertes und ausgezeichnetes Studium des Lebens des Seligen Paul Josef Nardini hat Schwester Radegund einen wesentlichen und immens wertvollen Beitrag im Rahmen seiner Seligsprechung geleistet. Kaum jemand kannte den Seligen Pfarrer Paul Josef Nardini so gut wie sie“, so der Bischof. „Nicht nur ihre Worte, sondern auch ihre Taten zeugten von der lebensspendenden Kraft des Glaubens.“ Bischof Wiesemann bringt in seinem Kondolenzschreiben seine „Dankbarkeit für ihr segensreiches Leben und Wirken“ zum Ausdruck.

Schwester Radegund verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. November, um 13.30 Uhr auf dem Klosterfriedhof in Mallersdorf statt. Anschließend ist ein Gottesdienst in der Mutterhauskirche. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Domkapitular Dr. Norbert Weis werden als Vertreter des Bistums Speyer an der Beerdigung in Mallersdorf teilnehmen.

Bistum Speyer, 30.11.2017


Moderne Tischlerei bietet jungen Menschen Chance für ihre berufliche Zukunft

Ausbildungsbetrieb im Jugendwerk Landau eingeweiht

Landau - Voller Erleichterung, Freude, Dankbarkeit, Stolz und Motivation für eine Zukunft, die – so das Motto - „gemeinsam gelingt“, feierte das Jugendwerk Landau am Montagmorgen mit vielen Gästen aus Kirche und Politik die Wiedereröffnung und Einweihung der neuen Tischlerei. Sie steht als zukunftsweisende Investition und innovativer Ausbildungs- und Arbeitsort genau an jener Stelle, wo im August 2015 die alte Werkstatt abgebrannt war.  Und sie gründet auf den Wurzeln, die hier mit der Ausbildung für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen vor über 100 Jahren verankert wurden. Eine Schreinerei war schon damals wichtiger Dreh- und Angelpunkt der katholischen Einrichtung. Heute ist das neue Gebäude, zu dem auch Unterrichtsräume und Büros gehören, sogar ein Leuchtturm in der ganzen Region.

Zur Wiedereröffnung und Einweihung kamen zahlreiche Gäste aus Nah und Fern. Jugendwerks-leiterin Gabriele Becker begrüßte sie und moderierte die Feier. Höhepunkt war die Segnung und Einweihung der neuen Räume durch Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, in Vertretung von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Viele Gedanken drehten sich beim Einweihungsfest natürlich um den Brand, der die alte Tischlerei in einer Augustnacht des Jahres 2015 in Schutt und Asche legte und zwei Jahre lang für verschiedene, mit viel Fantasie, Energie und Organisationstalent gemeisterte „Ausnahmezustände“ bei den Ausbildern und ihren 22 Azubis sorgte. Denn der Lehrbetrieb musste und konnte in diversen Ausweichquartieren ja weiter gehen. Dabei wurde klar, wie wichtig das Tischlerhandwerk im Jugendwerk St. Josef ist und dass man den jungen Leuten damit auch weiterhin den Weg in die Zukunft ebnen will. So wurde aus der Not eine Tugend und mit vereinten Kräften ein Vorzeigeobjekt erster Güte.

Christine Groß-Herick, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Landau, war dann auch vollauf begeistert von der neuen Tischlerei und den Chancen, die sie jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt auch in den bevorstehenden Zeiten der Digitalisierung bietet. „Die Werkstatt hat dieses Thema ins Auge gefasst und damit ist sie ganz weit vorne“, staunte die Fachfrau über hier vermittelbare Kompetenzen, die weit über die Holzverarbeitung hinausreichen und besonders auch jenen Jugendlichen eine Chance bieten, die auf dem allgemeinen Ausbildungsmarkt aus  unterschiedlichsten Gründen nur schwer Fuß fassen können. Hier, im Jugendwerk, können sie nun durchstarten - auch, weil neben aller Technik, wie Dorothea Halter als Vorsitzende des Verwaltungsrates an drei „Gedanken“ darlegte, ethische Grundsätze ein sicheres Netz spannen: Das inflationär gebrauchte Wort „alternativlos“ gäbe es im Jugendwerk nicht. „Hier ist nichts alternativlos, denn der christliche Glaube gibt immer eine Alternative und will - im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen - die biblische Hoffnung ins Heute übersetzen“. Damit verbinde sich der Anspruch, „dass niemand dem anderen gleichgültig wird“. Und dieser Gemeinsinn, der sich ja schon im Motto des Jugendwerks ausdrückt, beflügele nun auch für die Zukunft.

Domkapitular Hundemer hegte daran keinen Zweifel – nicht nur, weil dieses Haus ganz bibeltreu „auf Fels gebaut“ ist, sondern auch, weil man hier die von Jesus in der Bergpredigt implizierten Seligpreisungen erspüren könne. Hier, in Frieden stiftender Atmosphäre und  „in der Verbindung mit Gott“, könne „jeder so leben, dass keiner zurückbleibt.“ Ja mehr noch: „ Dieses wunderbare Haus ist so etwas wie ein kleines Abbild des Himmelreichs“, freute sich der Geistliche, bevor er Gott um seine „schützende Hand über die Werkstatt und die Menschen die hier arbeiten“ bat und die einzelnen, klassisch getrennten Trakte – vom Maschinenraum über den Werkbankraum bis zu den Seminar- und Nebenräumen mit Weihwasser besprengte.

Mit einem Impulsvortrag über das Handwerk 4.0, und die Wichtigkeit der Digitalisierung auch traditioneller Handwerksberufe, knüpfte Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz, an den Alltag nach den Feierlichkeiten an, die mit Leckereien aus der Küche und Führungen durch die Werkstatt ausklangen.

Weitere Informationen: www.jugendwerk-st-josef.de

Brigitte Schmalenberg, 28.11.2017

Neue Formen von Kirche entdecken

Ökumenische Initiative „Schon jetzt“ lädt zum Stammtisch in Kaiserslautern ein

Kaiserslautern (is/lk) - „Schon jetzt“, eine ökumenische Initiative im Bistum Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), lädt am Donnerstag, 14. Dezember, ab 19 Uhr zum nächsten „Stammtisch für Entdecker*innen“ in Kaiserslautern ein. Treffpunkt ist die Kneipe Sankt Martin (St.-Martins-Platz 4, KL-Altstadt).

Der Stammtisch ist eine ökumenische Austauschplattform für alle, die auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen von Kirche sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen von heute den Glauben entdecken können und leben wollen. Gastgeber und Initiatoren von „Schon jetzt“ sind Stefanie Schlenczek, Pfarrerin der Evangelischen Kirche der Pfalz und beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) in Landau tätig, und Pastoralreferent Felix Goldinger, der im Bistum Speyer als Referent für Missionarische Pastoral und Katechese im Bischöflichen Ordinariat arbeitet.

Der „Stammtisch für Entdecker*innen“ findet alle zwei Monate an unterschiedlichen Orten in der Pfalz und Saarpfalz statt. „Der Stammtisch gibt Gelegenheit, miteinander zu entdecken, wie Kirche neue Formen annehmen kann. Im Alltag, an ganz verschiedenen Orten. Gemeinsam wollen wir herausfinden, welche Impulse es braucht, um sich auf den Weg hin zu den Menschen zu machen. Das könnte die vielfältigen Angebote in den Gemeinden gut ergänzen: Gelebter Glaube in kirchlichen Gebäuden steht neben gelebtem Glauben an ganz alltäglichen Orten“, so Stefanie Schlenczek. Felix Goldinger ergänzt: „Schon beim ersten Stammtisch, der vor kurzem in Neustadt stattfand, kamen aus allen Teilen der Pfalz und sogar aus der Saarpfalz Menschen, die auf der Suche nach neuen Gemeindeformen sind. Deutlich wurde dabei auch, dass es nicht darum geht, neue und traditionelle Formen von Kirchen gegeneinander auszuspielen. Alle Entdeckerinnen und Entdecker verbindet die Sehnsucht nach einer Verbindung von Glaube und Alltag in ihrem konkreten Umfeld.“

In ihrem Blog www.schon-jetzt.de berichten Stefanie Schlenczek und Felix Goldinger von den Stammtischen und der Entwicklung ihrer Initiative. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann außerdem einen Newsletter abonnieren.

Seminarangebot:

Im Januar 2018 bieten Diözese und Landeskirche darüber hinaus ein Seminar an, das einen Ansatz der anglikanischen Kirche aus England vorstellen wird – die sogenannten „fresh expresessions of church“, neue Ausdrucksformen kirchlichen Lebens. Eingeladen sind dazu alle, die sich fragen, wie neue Formen gemeindlichen Lebens aussehen können.

Weitere Informationen und Kontakt:

Felix Goldinger
Referent für missionarische Pastoral im Bistum Speyer
Telefon: 06232/102-286
E-Mail: felix.goldinger@bistum-speyer.de

Stefanie Schlenczek
Pfarrerin beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) der Evangelische Kirche der Pfalz
Telefon: 06341/9289-22
E-Mail: schlenczek@moed-pfalz.de

Mehr zum Thema: www.schon-jetzt.de; www.freshexpressions.de

28.11.2017

Dom zu Speyer: Maßnahmen zum Bauerhalt 2017

Afrakapelle umfassend saniert – Zwerggalerie und Mittelschiffwand im ersten Abschnitt überarbeitet – Voruntersuchung der Vierungskuppel

Die Afrakapelle nach der Restaurierung 2017

Speyer - Ein so großer Bau wie der Speyerer Dom muss fortlaufend in Stand gehalten werden. Jedes Jahr stehen daher unterschiedliche Maßnahmen an, die dem Bauerhalt des Doms dienen. Domkapitular Peter Schappert, Kustos der Kathedrale, und Dombaumeister Mario Colletto informierten heute in einem Pressegespräch rückblickend über die Baumaßnahmen des Jahres 2017: Die Afrakapelle auf der Nordseite des Doms wurde Innen und Außen umfassend saniert. Die Zwerggalerie und Mittelschiffwand wurden im ersten von insgesamt vier Abschnitten untersucht, gereinigt und überarbeitet. Die Außenbeleuchtung, die bereits Ende des vergangenen Jahres fertig gestellt worden war, wurde weiter optimiert.

Die Afrakapelle nach der Restaurierung 2017

Afrakapelle
Die Afrakapelle auf der Nordseite gehört zur romanischen Bausubstanz des Speyerer Doms. Als Sakramentskapelle ist sie der Ort des stillen Gebets und für Besichtigungen gesperrt. Da in der Afrakapelle alle Werktagsmessen gefeiert werden ist sie auch der Ort innerhalb des Doms, der am meisten gottesdienstlich genutzt wird.

Umfangreiche Arbeiten zur Erhaltung wurden zuletzt in den 1970er-Jahren durchgeführt. 2017 wurde die Afrakapelle innen und außen umfassend in Stand gesetzt. Die Maßnahme wurde im Frühjahr begonnen und konnte Mitte November abgeschlossen werden.

Im Außenbereich stand eine Überarbeitung der Fassade an. Dabei wurden die Steinflächen gesäubert. Verschiedene schadhafte und unpassende Fugenmaterialien wurden entfernt und das Mauerwerk in historischer Technik neu verfugt. Verrostete Eisenklammern wurden entfernt. Ferner wurden die Dachanschlüsse an der Mittelschiffwand überarbeitet. Die Fenster wurden auf Haltbarkeit überprüft, gesäubert und wo nötig instandgesetzt. Ein Austausch ist derzeit nicht erforderlich.

Im Innern musste die Wandfarbe abgenommen werden. Die Wände waren in den 1980er- und 1990er-Jahren mit Silikatsdispersionsfarbe gestrichen worden. Da diese Farbe nicht dampfdiffusionsoffen ist, war dieser Anstrich vermutlich ursächlich für die hohe Feuchte in der Kapelle. Er wurde daher aufwendig in mehreren Schritten durch Abstrahlung mit verschiedenen Granulaten entfernt und durch einen historisch korrekten Kalkanstrich ersetzt. Des Weiteren wurden die Sandsteinflächen im Inneren gesäubert.

Im Zuge der Maßnahmen wurde die vorhandene Orgel ausgebaut, da sie nicht mehr voll funktionsfähig war und unter Schimmelbefall litt. Es ist geplant, diese durch ein hochwertigeres Instrument zu ersetzen, das jedoch erst noch gefunden und finanziert werden muss. Interimistisch übernimmt eine elektronische Orgel die musikalische Begleitung der Gottesdienste in der Kapelle.

Die Beleuchtung der Kapelle wurde verbessert, um den Raum bei Bedarf etwas heller beleuchten zu können. Die Bänke in der Kapelle wurden ebenfalls entfernt und durch Bänke ersetzt, die vormals in der Krypta standen. So soll die Möblierung innerhalb der Gottesdienstorte im Dom vereinheitlicht werden. Nach endgültiger Bemusterung durch das Domkapitel werden nachträglich noch Polster ergänzt.

Afrakapelle mit Gerüst im Jahr 2017

Anfänglich bestand die Absicht, den inneren Zugang vom Dom zur Afrakapelle neu zu gestalten. Dazu wurde ein Künstlerwettbewerb veranstaltet. Da keiner der eingereichten Vorschläge restlos überzeugen konnte, hat das Domkapitel von einer Neugestaltung des Zugangs Abstand genommen. Die vorhandene Holztür bleibt weiterhin in Gebrauch.

Die Kosten für die Maßnahmen im Innern der Kapelle beliefen sich auf 30.000 Euro. 50.000 Euro wurden in die Sanierung der Außenflächen investiert.

Baulich ist die Afrakapelle ein Kleinod. Sie gehört zu den wenigen erhaltenen Kapellen des Doms und stammt aus der Zeit Heinrichs IV. Der Kaiser selbst wurde in der damals noch ungeweihten Kapelle provisorisch beigesetzt, da er sich zum Zeitpunkt seines Todes noch im Kirchenbann befand.

Zwerggalerie im Jahr 2016

Zwerggalerie
Im Jahr 2017 wurden Stützen, Bögen, Mauerwerk und Gehbelag der Zwerggalerie im Bereich des nordöstlichen Mittelschiffs und der Westwand des nördlichen Querhauses untersucht. Entsprechend der Befunde wurde die entsprechende Restaurierung durchgeführt. Zudem wurde in diesem Bereich die Außenwandfläche des Hauptschiffs mit überarbeitet. Ebenso haben die Mittelschifffenster eine Verblechung bekommen.

Die Säulen der Zwerggalerie wurden im genannten Abschnitt mittels Ultraschall auf ihre Stabilität hin untersucht. Von den bisher untersuchten Säulen der Zwerggalerie weisen fünf Schäden auf. Die Sicherung dieser Säulen soll mit Stahlbändern erfolgen, um einen Teil- oder Totalaustausch zu vermeiden.

Im Bereich der Apsis wurde die 2007 versuchsweise angebrachte weiße Wandfarbe nach Empfehlungen durch den Wissenschaftlichen Beirat durch einen rot pigmentierten Kalkanstich ersetzt. Die Wandflächen in der Zwerggalerie sind im Bereich des Querhauses und des Mittelschiffs mit einem Silikatdispersionsanstrich überzogen. Da eine Abnahme nicht möglich ist, erfolgt abschnittsweise das Auftragen einer Silikatlasur, um die Oberfläche optisch zu beruhigen. Dabei werden einzelne Quader hervorgehoben, um eine monochrome Farbfläche zu vermeiden.

Die beschriebenen Maßnahmen werden 2018 im Bereich des nordwestlichen Abschnitts der Zwerggalerie fortgeführt. Die Kosten für den ersten Sanierungsabschnitt lagen bislang bei 100.000 Euro.

Der Begriff Zwerggalerie, gelegentlich auch Zwerchgalerie, kennzeichnet den offenen Säulengang unter dem Dachansatz des Doms. Kaiser Heinrich IV. ließ sie dem Dom um das Jahr 1080 hinzufügen. Einzigartig ist, dass die Galerie in Speyer den gesamten Baukörper umläuft und so in noch nicht gekannter Form die einzelnen Bauteile miteinander in Verbindung setzt. Zudem ist sie die früheste voll begehbare Zwerggalerie der mittelalterlichen Baukunst.

Gerüst am nördlichen Mittelschiff im Jahr 2017

Voruntersuchung Vierungskuppel
Der Vierungsturm wurde zuletzt in den 1960er-Jahren saniert. Durch entsprechende Gerüststellung soll die Kuppel zunächst umfassend untersucht werden, um den Sanierungsbedarf zu klären und Maßnahmen zur Erhaltung planen zu können.

2017 wurde über ein Gerüst ein Zugang zu der ansonsten schwer zu erreichenden Kuppel geschaffen. Bislang wurden die Schäden in Augenschein genommen, die Säulen mit Ultraschall vermessen und Probestücke analysiert. Bereits der erste Eindruck ließ erkennen, dass sich die Oberfläche und die Stützen in einem schlechten Zustand befinden. Der Putz liegt stückweise hohl. Als „Wetterseite“ ist die Südwestseite besonders von Schäden betroffen. Eine Schadenskartierung wird erstellt.

Ostseite des Dom zu Speyer

Rahmenbedingungen für die Instandhaltung des Doms
Wie jedes andere Gebäude braucht der Dom zu Speyer funktionierende Prozesse zur Instandhaltung. Ein so großer und alter Bau wie die romanische Kathedrale stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Im aktuellen Sanierungskonzept ist vorgesehen, dass der Dom abschnittsweise in Stand gehalten wird. Bauuntersuchungen, die Erneuerung technischer Einrichtungen, Ergänzungen und Reparaturen sind laufend notwendig, um die Bausubstanz dauerhaft zu erhalten. Ziel ist es, den Dom als Kirche und Denkmal zu bewahren. Zusätzlich zu den sogenannten substanzerhaltenden Maßnahmen werden während des ganzen Jahres Unterhaltsarbeiten sowie Maßnahmen der technischen Ertüchtigung durchgeführt. Diese reichen vom Reinigen der Dachrinne bis zur Pflege der Außenanlagen.

Grundsätzlich finanziert das Domkapitel alle am Dom stattfindenden Maßnahmen. In einem Vertrag mit dem Land Rheinland-Pfalz wurde 2009 festgelegt, dass das Land sich mit der Übernahme von 40% der Kosten an den substanzerhaltenden Maßnahmen beteiligt. Kontinuierliche Unterstützung bietet darüber hinaus der Dombauverein, dessen Erträge aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und weiteren Einnahmen in den Domerhalt fließen. Zwischen 100.000 und 200.000 Euro sind dies jährlich. Maßnahmenbezogene Mittel kommen von der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Bundesmittel und Zuwendungen der Stadt Speyer sind, ebenso wie Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, weitere Geldquellen.

Text: Friederike Walter Foto: Domkapitel Speyer, Klaus Landry 28.11.2017


Lebendige Begegnung mit dem Land der Bibel

Israelin Chefziba Hilger traf im Bistum Speyer Lehrer und Schüler

Zu Gast in der Redaktion des „pilger“ (von links): Chefziba Hilger, Birgitta Greif von der Schulabteilung des Bistums und Monika Bossung-Winkler vom Speyerer Purrmann-Gymnasium.

Speyer - Authentische Schilderungen zum Leben im heutigen Israel, das nicht immer einfache Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Völker und die daraus entstehenden Konflikte, die Generationen prägenden Erfahrungen aus dem Holocaust, interessante und teilweise wenig bekannte Hintergründe zur Geschichte des Heiligen Landes und des Judentums, Jüdischer Humor, Spannendes zum Unterwegssein aus den Spuren Jesu: Chefziba Hilger – Israelin, Jüdin, Archäologin und Historikerin mit einem Studium in Bibelforschung – fesselte in den zurückliegenden zwei Wochen bei einem Besuch in der Pfalz mit diesen Themen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer. Am 25. November reiste sie nach Israel zurück.

Studiendirektorin Birgitta Greif von der Schulabteilung im Bischöflichen Ordinariat hatte bei Besuchen  mit angehenden Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Heiligen Land Chefziba Hilger kennengelernt. Als Reiseleiterin bringt sie vor allem Gruppen aus Deutschland  ihre Heimat und deren Geschichte näher. Die Ehe mit einem Deutschen machten diese Schwerpunktsetzung naheliegend. Sie begleitet Besucher zu den historischen Stätten, führt sie auf den Spuren Jesu durch Galiläa und durch Jerusalem. Ihr „Lieblingsort“ ist ein Gang unter der Klagemauer, der ins Herz biblischen Bodens führt und die biblischen Erzählungen besonders lebendig werden lässt. Wichtig sind ihr aber die Orte an der Via Dolorosa, der letzte Weg Jesu vor seiner Kreuzigung.

Bei ihrem Besuch im Bistum Speyer hatte Chefziba – der biblische Name bedeutet „Ich habe dich gewünscht“, wie sie erläutert – ein dichtes Programm: es gab Begegnungen mit angehenden Religionslehrerinnen und Religionslehrern, sie gestaltete einen Studientag für Referendarinnen und Referendare, sprach bei Jahrestagungen von Religionslehrerinnen und Religionslehrern sowie bei  Schulklassen in Landau und Speyer. „Uns in der Schulabteilung des Bistums ist es ein Anliegen, dass das Judentum im katholischen Religionsunterricht behandelt wird“, erklärte dazu Studiendirektorin Birgitta Greif. Sie begleitete die Veranstaltungen für Lehrkräfte und Multiplikatoren mit Chefziba Hilger. Auch das Kloster St. Magdalena besuchte der Gast aus Israel, um mehr von dem Ort zu erfahren, an dem Edith Stein – Jüdin und Karmelitin – von 1923 bis 1931  gelebt und gearbeitet  hatte, und die dann 1942 in Auschwitz ermordet wurde, weil sie Jüdin war. „Stark beeindruckt“ war Chefziba Hilger  auch von der Speyerer Mikwe, dem jüdischen Ritualbad aus dem 12. Jahrhundert.

Wenn die temperamentvolle Frau mit den schwarzen langen Locken erzählt, spürt man bis in die Gestik hinein die Begeisterung, die Liebe zu ihrer Heimat, die sie als „eine Wiege der menschlichen Kultur“  beschreibt. Die Israelin und Jüdin versteht sich als Brückenbauerin. Im Verhältnis von Deutschen zu Israelis bzw. zu Juden spüre sie auch heute noch oft Unsicherheit und sogar Ängste. Diese Ängste will sie den Besuchern ihres Landes nehmen. „Wir Israelis unterscheiden zwischen den Tätern in den Zeiten der Shoa und den nachfolgenden Generationen“, sagt sie. Fast alle ihre Gruppen führt sie zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Und wenn sie wahrnimmt, wie sehr dieser Besuch ihre deutschen Besucher bewegt, ist dies auch für sie immer ein „sehr emotionaler Moment“. Chefziba erzählt besonders gern vom Besuch einer Gruppe, aus deren Kreis einige Mitglieder an der Ehrenmauer im „Garten der Gerechten“ in Yad Vashem die Namen ihrer Verwandten suchten, die während der Shoa jüdische Mitbürger gerettet hatten – und die Namen mit Hilfe von Chefziba auch fanden.

Einen Besuch in der Redaktion des „pilger“ nutzt Chefziba Hilger, um der Schulabteilung des Bistums Speyer für die Einladung in die Pfalz und die vielen Gespräche und Begegnungen zu danken. Das große Interesse an ihrer Heimat, an dem Land, der Bibel, mache sie froh, betont sie – und freut sich über die vielen positiven, begeisterten Rückmeldungen.

Text/Foto: Norbert Rönn, 27.11.2017


Kompetent über Judentum in der Schule sprechen

Bischöfliche Schulabteilung setzt auf Lernen im jüdisch-christlichen Dialog

Die Kultusministerkonferenz und der Zentralrat der Juden in Deutschland wollen die Vermittlung des Judentums in der Schule verbessern. Das ist das Ziel einer Vereinbarung, die im Dezember 2016 vom Zentralrat der Juden und der ständigen Konferenz der Kultusminister unterzeichnet wurde. Unter dem Namen "Gemeinsame Erklärung zur Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule" liegt nun ein Rahmenplan vor, mit dem das Judentum, "in seiner Vielfalt und Authentizität thematisiert" werden soll. Schülerinnen und Schülern solle dadurch ein lebendiges und differenziertes Bild des Judentums vermittelt werden.

Jüdisches Leben wird in Schulbüchern und anderen Bildungsmedien oft auf einzelne Elemente oder wenige Epochen der Geschichte verkürzt und zum Teil verzerrt und undifferenziert dargestellt. „Das möchten wir ändern“, erklärt Birgitta Greif von der Bischöflichen Schulabteilung. Die Studiendirektorin im Kirchendienst begleitet zwei Wochen lang Veranstaltungen für Lehrkräfte und Multiplikatoren. Auf dem Programm stehen Studientage zum Judentum für Lehramtsstudierende und Referendare, sowie Jahrestagungen für Realschullehrer und Religionslehrer im Kirchendienst. Referentin ist Chefziba Hilger aus Isra