Speyer 24 / 7 News

 

_______________________________________________________


Zoo Heidelberg mit BdZ-Biber ausgezeichnet

Vorbildliche Elefantenanlage mit viel Beschäftigungsmöglichkeiten

Die Vorsitzenden des Berufsverbandes der Zootierpfleger e.V. (BdZ) überreichten den BdZ-Biber an Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Heidelberg / Zoo - Der Berufsverband der Zootierpfleger hat den Zoo Heidelberg mit dem BdZ-Biber 2017 ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2002 an besonders herausragende Tieranlagen im deutschsprachigen Raum vergeben. Bei der Vergabe werden anhand eines sich ständig aktualisierenden Bewertungskatalogs vorrangig Tierwohl, Sicherheit und Informationsgehalt für Besucher bewertet. Die gekürten Anlagen überzeugen durch moderne Tierhaltung, interessante Konzepte, innovative Ideen, sowie eine kompetente praktische Umsetzung selbiger. Bei der Vergabe werden besonders auch die Vorkehrungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz bewertet. Der Zoo Heidelberg erhielt die Auszeichnung für die Anlage der Asiatischen Elefantenbullen, die zudem einmalig in Deutschland ist. Am Mittwoch, 13. Juni, kamen die Vorsitzenden des Berufsverbandes der Zootierpfleger e.V. (BdZ) nach Heidelberg und überreichten den BdZ-Biber an Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

„Die Haltung von einer Asiatischen Elefanten Bullenherde ist zukunftsweisend und dem Zoo Heidelberg sehr gut gelungen. Speziell diese Altersgruppe junger männlicher Elefanten stellt hohe Ansprüche an das Haltungskonzept. In Heidelberg wurde ein gut durchdachtes Gesamtkonzept erstellt, das den Tieren eine fassettenreiche Anlage bietet, in der keine Langeweile aufkommt. Die unterschiedlichen Enrichmentangebote sind speziell auf die Jungbullen abgestimmt. Gleichzeitig werden die Besucher von Anfang an in die Welt der Asiatischen Elefanten entführt“, begründete Karsten Schultz, Vorsitzender des BdZ die Entscheidung. Der Berufsverband der Zootierpfleger e.V. wurde 1993 in Frankfurt gegründet und zählt inzwischen 1480 Mitglieder. Mit einem jährlichen Spendenaufkommen im fünfstelligen Bereich unterstützt der Verband Projekte im Natur- und Artenschutz. Als Träger der Tierpflegerfortbildung im deutschsprachigen Raum ist er eine wichtige und angesehene Institution in der deutschen Zoolandschaft. Durch zahlreiche Seminare, an denen seit Grünung über 10.000 Zoo-Fachkräfte teilnahmen, fördert der BdZ zudem den Austausch von neuen Haltungserkenntnissen zur Verbesserung der Wildtierhaltung zwischen Zoos in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern.

Viele unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten auf der gut strukturierten Elefantenanlage sorgen für viel Abwechslung.

Den Dank für die Auszeichnung teilt Dr. Wünnemann mit dem gesamten Team, dass die Entwicklung der Anlage mit betreute: „An der Entwicklung dieser Anlage waren viele beteiligt, denn neben der Zoo-Architektin, Silke Hendel, die sich hier völlig neuen Herausforderungen stellen musste, konnten sich auch die Tierpfleger gut einbringen. Besonders die Elefanten-Tierpfleger Stefan Geretschläger und Tobias Kremer leisteten mit ihren Ideen einen wesentlichen Teil zum Bau und Planung der Anlage und des Elefantenhauses.“ Dennoch sei der Bau einer Anlage wohl niemals wirklich abgeschlossen. Es gibt immer wieder Veränderungen, die umgesetzt werden können. So habe auch der Zoo Heidelberg inzwischen einige Anpassungen am ursprünglich auf dem Papier geplanten Gestaltungskonzept vorgenommen. Ein nächster Abschnitt wird der Abriss des alten Elefantenhauses sein, das einer zusätzlichen Trainingswand weichen soll. So solle den Besuchern mehr Einblick in die Arbeit der Tierpfleger mit den Elefanten gegeben werden, was derzeit nur hinter den Kulissen passieren kann. Zoodirektor Dr. Wünnemann betont abschließend den sportlichen Ehrgeiz des Zoos: „Wir werden uns auch bei anderen Gehegen weiterhin mächtig anstrengen, damit dies zwar der erste Biber im Zoo Heidelberg, aber hoffentlich nicht der letzte sein wird. Vielleicht schafft es ja die neue Löwenanlage ebenfalls.“

Zukunftsweisende Elefantenhaltung in Heidelberg

Um die Zucht Asiatischer Elefanten erfolgreich zu unterstützen, entschied sich der Zoo Heidelberg 2010 dafür, ausschließlich junge Elefantenbullen zu halten. Männliche Elefanten werden - ob in freier Wildbahn oder im Zoo - im Alter von etwa 5 Jahren aus ihrer Geburtsgruppe gedrängt. In diesem Alter sind sie jedoch noch zu jung, um von den Kühen als Zuchtpartner akzeptiert zu werden. Damit die jungen Elefanten in einer natürlichen Sozialstruktur aufwachsen können, leben sie für einige Jahre im Zoo Heidelberg mit anderen Elefantenbullen zusammen. Wie in freier Wildbahn auch, lernen sie dort das so wichtige Gruppenverhalten. Wenn sie alt genug sind, können sie andernorts eine Zuchtgruppe übernehmen. Mittlerweile hat sich diese Haltungsform etabliert und es konnten bereits zwei Elefantenbullen zur erfolgreichen Zucht in andere Zoos umziehen. Für dieses deutschland-weit einmalige Projekt im Rahmen des Europäischen Erhaltungs-zuchtprogramms (EEP) wurde 2009/2010 ein spezielles Elefantenhaus mit weitläufiger Freianlage für bis zu vier Jungbullen errichtet. Die naturnah gestaltete Anlage ist ideal an die Bedürfnisse der Tiere angepasst: Unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, eine üppige Bepflanzung, zwei Badebecken, vier Privatboxen, eine Trainingswand für medizinisches Training und viele Beschäftigungsmöglichkeiten sorgen für Abwechslung im Zoo-Alltag. Experten so konzipierten die Anlage so, dass die Tierpfleger bestmöglich im geschützten Kontakt mit den Elefanten zusammenarbeiten können. Die Pfleger sind immer durch eine Barriere von den Tieren getrennt und müssen daher nicht in die soziale Hierarchie der Tiere eingreifen. An die Besucher wurde bei der Gestaltung der Anlage ebenfalls gedacht: Von einer erhöhten Besucherplattform aus können sie die Elefanten ganz nah beobachten. Interaktive Informationselemente im und um das Elefantenhaus herum laden die Zoobesucher dazu ein, sich mit diesen stark bedrohten Tieren zu beschäftigen.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: (1) Zoo Heidelberg, (2) Petra Medan / Zoo Heidelberg

19.06.2018


Mit Schaf und Ziege auf Du und Du im Streichelzoo

Die jungen Zwergziegen machen auch mal Mist

Im Streichelzoo erfreuen die jungen Zwergziegen die Besucher.

Heidelberg / Zoo - Im Streichelzoo ist ganz schön was los! Der muntere Zwergziegen-Nachwuchs erfreut dort die Besucher. Ende Mai und Anfang Juni kamen insgesamt fünf Jungtiere zur Welt, die bereits mit den anderen Ziegen, Schafen und Hühnern auf der Anlage umherspringen.

Geburtshilfe leisten die Tierpfleger bei den Zwergzeigen selten: Im Allgemeinen zieht sich eine trächtige Ziege in den Stall zurück und kommt dann wieder mit einem oder mehreren Jungtieren heraus. Tierpfleger und Zootierärztin schauen natürlich bei den trächtigen Tieren und auch beim Nachwuchs stets, ob alles in Ordnung ist. Bei den fünf jungen Ziegen handelt es sich um ein Männchen und vier Weibchen. Dank der guten Milch ihrer Mütter entwickeln sich die fünf Zwergziegen gut. Wenn sie nicht gerade in deren Nähe sind, spielen sie miteinander oder klettern auf Baumstämmen, Brettern und Felsen umher.

Sehr neugierig beäugen die jungen Ziegen zudem die Besucher, die ins Streichelgehege kommen, um den direkten Kontakt mit den Tieren zu erleben. Dank interaktiver Angebote geht das dort besonders gut. An beiden Gehege-Eingängen hat das Zoo-Team für die Besucher eine Kiste mit Bürsten aufgestellt. Wer möchte, kann so die Tiere striegeln und bürsten. Die Extra-Streicheleinheiten genießen nicht nur die Ziegen und Schafe, auch den Zoobesuchern bereitet es Freude, das weiche Fell der Tiere zu pflegen.

Mit Schubkarren, Schaufel & Co. dürfen die Zoobesucher ab sofort selbst aktiv werden und bei der Pflege des Geheges mitanpacken

Spaß macht es auch den jüngsten Besuchern, wenn sie selbst aktiv werden und bei der Pflege der Gehege mitanpacken dürfen: Mit bereitgestellten kleinen Schubkarren, Besen, Kratzern und Schaufeln können sie einen Teil des Geheges nach Herzenslust fegen und reinigen. Den gesammelten Mist können sie auf einem kleinen „Misthaufen“ abladen und so selbst zum Tierpfleger im Streichelzoo werden.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das neue Angebot bei allen Besuchern sehr beliebt ist. Ab und an sieht man neben den kleinsten Zoobesuchern auch den ein oder anderen Erwachsenen mit Schubkarren und Schaufel auf der Anlage herumwerkeln.

Hintergrundinfo Afrikanische Zwergziege

Afrikanische Zwergziegen sind ursprünglich von West- bis Ostafrika verbreitet und dienen vor allem der Versorgung mit Fleisch und Milch. Sie werden nur 40 bis 50 Zentimeter groß und wiegen ausgewachsen gerade mal 25 Kilogramm. Nachwuchs gibt es bei den Zwergziegen mehrmals im Jahr, da sich die Tiere das ganze Jahr über paaren. Die Tragezeit beträgt fünf Monate und die Ziegen werfen je Geburt ein bis zwei Junge.

Text: Zoo Heidelberg Foto: (1) Zoo Heidelberg; (2) Flassak/Zoo Heidelberg

13.06.2018


Kampfläufer in Paarungslaune

Brautwerbung in unterschiedlichen Gewändern

Ein Kampfläufer beeindruckt mit seinem Federkragen ein Weibchen.

Heidelberg / Zoo - Das Küstenpanorama im Zoo Heidelberg ist immer einen Besuch wert und bietet die Kulisse für eine vielfältige Vogelwelt der Küsten Europas und Südamerikas. Derzeit kommt nun ein besonderes Schauspiel dazu: Die Balz der Kampfläufer. Diese Balz gehört zu den eindrucksvollsten Paarungsritualen der Tierwelt. Die Männchen der Kampfläufer legen in der Balz ein Prachtkleid mit einem gewaltigen Federkragen an, um ihre Weibchen zu beeindrucken. Dabei tragen jedoch nicht alle Tiere dasselbe Gewand, sondern jedes Männchen sein ganz individuelles: Allein im Heidelberger Küstenpanorama gibt es schwarze, braune, beige, fast weiße, getupfte und gestromerte Kragen.

In den letzten Jahren haben Forscher der Universität Uppsala herausgefunden, dass es in einer Gruppe von Kampfläufer große genetische Unterschiede gibt, die dazu führen, dass einige Männchen ein dunkles Prachtgewand tragen und Balzreviere besetzen, andere eher heller gefärbte als sogenannte Satelliten-Männchen um diese Reviere herumtanzen und kaum Streit mit den Revierinhabern haben und andere wieder sich gefiedermäßig als Weibchen tarnen und auf die Chance einer verstohlenen Paarung hoffen.

Jedes Männchen besitzt einen individuell gemusterten Federkragen.

Für die Zoobesucher ist es faszinierend zu beobachten, wie jeder Kampfläufer mit seiner eigenen Taktik versucht, zum Erfolg zu kommen. Hat sich dieser eingestellt, überlassen die von der Balz erschöpften Männchen Brut und Jungenaufzucht allein den Weibchen. Die ca. 30 cm großen Vögel bevorzugen ruhige Haffwiesen an Nord- und Ostsee als Lebensraum. Da diese an den Küsten immer weniger werden, sind Kampfläufer in unserer Natur selten geworden. In Zoos sind sie nicht leicht zu züchten und so freuen sich die Vogelpfleger in Heidelberg über jedes Küken der gefiederten Ritter mit dem variablen Prachtkleid.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg

03.06.2018


Zoo Heidelberg ist guter Hoffnung beim stark bedrohten Europäischen Nerz

Nerzdame im Zoo Heidelberg: Nicht pummelig, sondern schwanger

Heidelberg / Zoo - Sie ist klein, braun und erscheint dem einen oder anderen vielleicht etwas rundlich: Mitte Mai 2018 ist eine neue Nerzdame im Rahmen des Artenschutzprojekts von EuroNerz e. V. in den Zoo Heidelberg gezogen. Das Projekt ist eng mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Europäischen Nerz verknüpft. Seit 2016 arbeitet der Zoo Heidelberg mit EuroNerz zusammen und leistet so einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz bedrohter heimischer Tierarten.

Das Besondere an diesem Artenschutzprojekt ist das Konzept: Nerze sind von Natur aus Einzelgänger und sehr wählerisch bei der Partnerwahl. Um optimale Bedingungen bei der Zusammenführung der Zuchtpaare zu bieten, werden die Tiere in einer zentralen Zuchtstation in Osnabrück verpaart. Anschließend reisen die tragenden Nerzweibchen zur Geburt und Jungenaufzucht vorübergehend in andere Zoos, Tierparks oder zoologische Einrichtungen. Im Mai kam nun eine trächtige Nerzdame nach Heidelberg. Sie zog in die Anlage mit den Waschbären und wird dort – voraussichtlich im Juni – ihre Jungen zur Welt bringen. Das Zusammenleben bildet dabei kein Problem. Nerze können sich gut gegenüber den deutlich größeren Waschbären behaupten. Bis die Jungtiere groß genug sind, werden sie in einer geschützten Wurfhöhle bleiben und von der Mutter versorgt werden. Durch das Zuchtprojekt möchte EuroNerz den Bestand in Menschenhand erhalten und in enger Zusammenarbeit mit Zoos eine Gründerpopulation für Wiederansiedlungen in geeigneten Lebensräumen schaffen. EuroNerz kann bereits erste Erfolge verzeichnen: Am Steinhuder Meer in Niedersachsen startete 2010 ein gut vorbereitetes Wiederansiedlungsprojekt. Fotos von im Freiland gezeugten und geborenen Europäischen Nerzen vor Ort geben große Hoffnung für die Wiederansiedlung dieser seltenen heimischen Tiere in Europa.

Der Rückgang der Population des Europäischen Nerzes ist zum einen die Folge zu starker Bejagung und der Zerstörung seines natürlichen Lebensraums in Europa. Zum anderen erhalten die kleinen Raubtiere jedoch auch Konkurrenz aus den eigenen Reihen: Der robuste und sehr anpassungsfähige amerikanische Verwandte, der Mink, verdrängt den Europäischen Nerz: In den 1920er Jahren brachten Arbeiter mit den ersten Nerzfarmen die Minke nach Europa. Durch mangelnde Sicherung und später durch gezielten Freilassungsaktionen entkamen einige Tiere und besiedelten die Ufer deutscher Bäche und Seen, der ehemaligen Heimat des Europäischen Nerzes. „Gelingen kann auch das beste Auswilderungsprojekt nur, wenn die Bedingungen im Lebensraum stimmen“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir möchten und müssen darüber aufklären, welche große Bedrohung für unsere Tier- und Pflanzenwelt von invasiven Arten, wie zum Beispiel den Minken und den Waschbären ausgehen kann. Der Europäische Nerz ist das gefährdetste Säugetier Deutschlands. Die besten Bestände in Europa am Donaudelta sind aktuell durch die Anlage von Minkfarmen bedroht. Hauptaufgabe ist es nun, dafür Sorge zu tragen, dass die noch bestehenden Lebensräume erhalten werden, invasive Arten aus dem Freiland entfernt werden und neue sichere Lebensräume auch in Deutschland wiederbesiedelt werden. Es steht nicht weniger als der Erhalt der biologischen Vielfalt auf dem Spiel“.

Hintergrundinfo: Europäischer Nerz

Der Europäische Nerz gehört zur Familie der Marder. Sein dichtes Fell ist gleichmäßig schokoladenbraun gefärbt, nur Schnauze und Kinn sind weiß. Nerze besiedeln dicht bewachsene, naturnahe Ufer von Fließ- und Stillgewässern sowie Sümpfe und Bruchwälder. Da sie strenge Einzelgänger sind, besetzen sie jeweils ein eigenes Revier. Mit ihren Schwimmhäuten zwischen ihren Zehen bewegen sie sich nicht nur an Land, sondern auch im Wasser flink und geschickt fort. Der Speiseplan des Nerzes umfasst kleine Säugetiere (z.B. Mäuse), kleinere Fische, Amphibien, Vögel, Wasserinsekten und Krebse.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Heidrung Knigge/Zoo Heidelberg

03.06.2018


Alles einsteigen, bitte!

rnv-Busse in Miniatur rollen durch den Zoo

v.l.: Insgesamt 14 Bollerwagen rollen ab sofort in frischer rnv-Bus-Optik durch den Zoo. Vertreter von rnv und Zoo durften die Wagen bereits testen: Matthias Grimm, Unternehmenskommunikation rnv; Barbara Rumer, Leitung Marketing & PR Zoo Heidelberg; Susann Becker, Leitung Unternehmenskommunikation rnv; Jana Mechler, Marketing Zoo Heidelberg und Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer Zoo Heidelberg

Heidelberg / Zoo - Wie eine Miniatur-Ausgabe ihrer großen „Artgenossen“ auf den Straßen Heidelbergs sehen sie aus, die neuen Bollerwagen im Zoo Heidelberg. In frischer rnv-Bus-Optik rollen sie ab sofort durch den Zoo. Mit einer aufwändigen Folierungstechnik zauberten die Techniker der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) aus den Zoo-Bollerwagen in liebevoller Handarbeit kleine Busse.

Schon vor Saisonbeginn wurde bei der rnv getüftelt und getestet, um die Bollerwagen für den Einsatz im Zoo Heidelberg fit zu machen. Dazu wurde ein ganz besonderes Design angefertigt, auf witterungsbeständige Folie gedruckt und die Holzaufsätze der Bollerwagen damit foliert. Anschließend montierte die Zoo-Technik die fertigen Aufsätze auf die aufbereiteten Fahrgestelle. Jetzt kann die Bus-Safari durch den Zoo starten. Insgesamt 14 dieser kleinen Busse sind ab sofort im Zoo unterwegs: Ein kleiner Löwe als „Busfahrer“ fährt seine tierischen Fahrgäste – Elefant, Affe, Flamingo, Bär und Zebra – im rnv-Bus vorbei an den Gehegen. Wenn die kleinen Zoobesucher müde sind, dürfen sie sich gerne als weitere Fahrgäste zu Elefant, Affe, Zebra und Co. dazugesellen – vorausgesetzt, die Erwachsenen packen ordentlich mit an.

„Dank der Zusammenarbeit zwischen Zoo und der rnv konnten wir unsere kleine Bollerwagen-Flotte nun wieder auf Vordermann bringen. Mit den Mini-Bussen im Zoo Heidelberg unterwegs zu sein, macht nun noch mehr Spaß“, freut sich Frank Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer des Zoos. Kinder, die im Zoo auf Roller, Laufräder und ähnliches verzichten müssen, können die Fahrt in den Bollerwägen genießen.

Als praktische Helfer machen sie den Ausflug in den Zoo Heidelberg vor allem für Familien oder Gruppen so angenehm wie möglich: Sie können Taschen und Rucksäcke in den Wägen bequem transportieren und ganz entspannt die Tiere beobachten. Gegen eine Leihgebühr von 2,50 € und einem Pfand können die Mini-rnv-Busse an der Zoo-Kasse für den Zoobesuch ausgeliehen werden. Den Zoogästen stehen insgesamt 28 Bollerwagen zur Verfügung, davon 14 Stück im neuen Bus-Look.

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH und der Zoo Heidelberg wünschen eine gute Fahrt!

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: rnv

24.05.2018


Eine neue Partnerin für Sumatra-Tiger Tebo

Tigerin Karis ist im Zoo Heidelberg angekommen

Die zweijährige Karis ist aus dem ZSL London Zoo in den Zoo Heidelberg gezogen.

Heidelberg / Zoo - „Karis“ heißt die Neue im Zoo Heidelberg, die im Rahmen des Europäischen Zuchtprogrammes für Sumatra-Tiger als Partnerin für Tiger Tebo ausgewählt wurde. Vor zwei Woche kam die zweijährige Karis wohlbehalten aus dem ZSL London Zoo in Heidelberg an.

„Karis hat den Transport gut überstanden. Ihr neues Gehege hat sie nach der Anreise aus London entspannt betreten und verhält sich gegenüber den Tierpflegern sehr ruhig“, berichtet Revierleiter Andreas Fackel. Damit Karis sich in Ruhe an ihr neues Zuhause gewöhnen kann, blieb das Raubtierhaus vergangene Woche geschlossen und ist nun wieder zeitweise für die Zoobesucher geöffnet.

In London lebte die 2016 geborene Tigerin gemeinsam mit Vater, Mutter und Bruder auf einer Anlage. Nun soll sie in Heidelberg mit Tiger Tebo, 2009 im Naturzoo Rheine geboren, zusammengeführt werden. „Tiger sind von Natur aus Einzelgänger und treffen sich häufig nur zur Paarungszeit. Ein Aufeinandertreffen zweier Tiger ohne eine ausreichende Eingewöhnung kann böse Kämpfe und Verletzungen nach sich ziehen. Daher muss die erste Begegnung der beiden gut vorbereitet werden“, weiß Kuratorin Sandra Reichler. Bevor die beiden zum ersten Mal gemeinsam auf der Anlage sein werden, haben Karis und Tebo im Raubtierhaus ihr jeweils eigenes Revier: Dazu wurde das Innengehege in zwei mittels Kontaktgitter getrennte Bereiche aufgeteilt. Durch dieses „Schmusegitter“ können sich Tebo und Karis ganz behutsam und ohne Verletzungsrisiko kennenlernen, sich gegenseitig sehen, hören und riechen. Auf den beiden Bereichen der Außenanlage werden sie sich abwechselnd aufhalten, um so den Geruch des anderen noch besser wahrzunehmen. „Bis zu ihrem ersten Treffen, wird es allerdings noch einige Wochen dauern. „Wie lange, hängt ganz davon ab, wie die Tiere aufeinander reagieren. Die Tierpfleger beobachten daher das Verhalten der beiden in den nächsten Wochen besonders intensiv“, erklärt Reichler weiter.

Mit Karis hat Tiger Tebo eine neue Partnerin bekommen.

Verstehen sich Tebo und Karis gut, hofft der Zoo auf Nachwuchs bei den Sumatra-Tigern. Damit möchte der Zoo Heidelberg einen Betrag zum Schutz dieser hochbedrohten Tiger leisten. Im Rahmen des Zuchtprogramms für Sumatra-Tiger hat der Zuchtbuchkoordinator Tigerin Karis als genetisch ideal passende Partnerin für Tiger Tebo ausgewählt. „Ob da die beiden Raubkatzen mit uns einer Meinung sind und sich wirklich „riechen können“, müssen wir abwarten“, berichtet Reichler mit einem Schmunzeln. „Natürlich wünschen wir uns gesunden Nachwuchs und freuen uns, wenn der Funke überspringt und sich eine fruchtbare Beziehung zwischen den beiden entwickelt“.

Hintergrundinfo: Der Sumatra-Tiger – eine stark bedrohte Tigerunterart

Der Sumatra-Tiger ist die kleinste Unterart des Tigers und kommt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra vor. Bereits seit 1996 steht er auf der roten Liste der IUCN und gilt als „vom Aussterben bedroht“. Durch Lebensraumzerstörung und Wilderei nimmt der Bestand der Sumatra-Tiger in freier Wildbahn immer weiter ab. Obwohl die Jagd auf den Sumatra-Tiger nach indonesischem Recht verboten ist, wird der illegale Handel mit Tigerprodukten, vor allem für die traditionelle chinesische Medizin, weiterhin durchgeführt. Aktuell wird das natürliche Vorkommen der Tiere nur noch auf gerade mal 370 Exemplare geschätzt, Tendenz weiter abnehmend.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: ZSL London Zoo

24.05.2018


Mieke und Goofy haben wieder Nachwuchs

Schopfhirsche aus Heidelberg leben in vielen europäischen Zoos

Weiblicher Schopfhirschnachwuchs in Heidelberg am 12. April geboren (hier ca. 2 Wochen alt)

Heidelberg / Zoo - In diesem Jahr kann sich der Zoo Heidelberg erneut über Nachwuchs bei den kleinen Schopfhirschen freuen. Am 12. April kam ein Schopfhirsch-Mädchen zur Welt. Bereits nach wenigen Minuten konnte es auf eigenen Beinen stehen und ist seit dieser Woche mit seiner Familie auf der Außenanlage unterwegs. Die ersten Wochen verbrachte das Jungtier im separaten Gehege hinter den Kulissen. Das erfahrene Elternpaar „Mieke“ und „Goofy“ kümmert sich liebevoll um den Nachwuchs. Wenn die Kleine auf der großen Anlage unterwegs ist, steht sie immer unter der Beobachtung ihrer Eltern. Hin und wieder ist ein lautes Fiepen zu hören, mit dem die Tiere untereinander kommunizieren und den Nachwuchs oder das Partnertier vor vermeintlichen Gefahren warnen.

Nachzuchten der seltenen Schopfhirsche sind für den Artenschutz besonders wertvoll, da ihr Lebensraum im südlichen und zentralen China sowie in Myanmar in tropischen und subtropischen Bergwäldern immer weiter durch Abholzung und Rodung vernichtet wird. Als einer der wenigen Zoos in Europa, der diese außergewöhnliche Hirschart hält, ist der Zoo Heidelberg daher sehr stolz auf die konstanten Zuchterfolge. Im Rahmen des europäischen Zuchtprogramms konnten in den vergangenen Jahren bereits mehrere junge Schopfhirsche an andere Zoos vermittelt werden. Nachkommen von „Mieke“ und „Goofy“ leben beispielsweise in Berlin, Rotterdam, Potterton (England), Magdeburg, Osnabrück und Liberec (Tschechien). Das Jungtier, das 2017 in Heidelberg geboren wurde, wird bald in den Zoo Leipzig umziehen.

In freier Wildbahn leben die kleinen dämmerungs- und nachtaktiven Hirsche einzelgängerisch und gelten als sehr scheu. Die Schopfhirschfamilie im Zoo Heidelberg ist jedoch recht gesellig und zeigt sich häufig den Besuchern. In ihrem Gehege kann man die kleine Familie gut beobachten. Sie teilen sich die große, von hohem Bambus umrahmte, Anlage beim Geysir mit den Roten Pandas. Zusätzlich lebt in dem dort eine große Gruppe griechischer Landschildkröten. Die gemischte Wohngemeinschaft ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege.

Um den neuen Nachwuchs zu entdecken, lohnt es sich, etwas länger und genauer hinzuschauen, denn meist liegen die Jungtiere versteckt im hohen Gras oder unter Baumwurzeln verborgen und warten dort still auf die Rückkehr der Eltern von der Nahrungssuche.

Ausgewachsen erreichen Schopfhirsche eine Kopf-Rumpf-Länge von nur 110 bis 160 Zentimeter. Ihren Namen verdanken die hübschen Tiere dem schwarzbraunen, hohen Haarschopf am Kopf. Ihr Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, die Unterseite des Schwanzes, die Ohrspitzen, die Lippen und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Die Männchen tragen ein kleines Geweih, das aus zwei Spießchen besteht, die meist gänzlich im Haarschopf verborgen sind. Zudem haben sie verlängerte obere Eckzähne, die aus dem Maul ragen. Diese werden in Kämpfen um Reviere und Weibchen eingesetzt und können dem Rivalen erhebliche Verletzungen zufügen.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

09.05.2018


Krabbelnde Erdbeeren mit auffälligen Augen

Erdbeer-Landeinsiedlerkrebse im Zoo eingezogen

Erdbeer-Landeinsiedlerkrebse im Zoo Heidelberg

Heidelberg / Zoo - Mit Beginn der Erdbeer-Saison gibt es auch im Zoo Heidelberg farbenfrohen Zuwachs. Auffallend orangerot bis erdbeerrot mit kleinen gelbweißen Knötchen zeigen sich die neuen Bewohner des Terrariums im Kleinen Affenhaus. 14 Erdbeer-Landeinsiedlerkrebse können dort gezählt werden.

Beheimatet sind die Vertreter der Zehnfußkrebse in der Nähe der Küsten von Teilen Asiens, Afrikas und Australiens. Als Einsiedlerkrebse nutzen sie zum Schutz ihres weichen Schwanzteils künstlichen Schutz. Diesen finden die Tiere in Form von leeren Schneckenhäusern, aus denen die auffallenden Augen und die roten Beinpaare herausragen. Die vorderen der fünf Beinpaare sind als Scheren ausgebildet, die zur Nahrungsaufnahme verwendet werden. Die Allesfresser ernähren sich von Früchten, Gemüse, Fisch, Fleisch, Garnelen und Blättern. Dabei wird auch der lebensnotwendige Farbstoff Astaxanthin aufgenommen, der vor allem in roten, gelben und orangefarbenen Gemüsen und Früchten vorkommt und für die kräftige rote Färbung sorgt.

Die bis zu zehn Zentimeter großen Landeinsiedlerkrebse haben sich nahezu vollständig dem Landleben angepasst und sind begabte Kletterer. Selbst dünne Halme werden von ihnen erklommen, um an schmackhafte Nahrung zu gelangen. Einzig das Larvenstadium verbringen die Tiere im Meerwasser.

Da die eingenommenen Behausungen – ebenso wie ihr Panzer – nicht mitwachsen, ziehen die Tiere regelmäßig aus ihren Schneckenhäusern aus. Während einer Wachstumsphase häuten sich die Krebse und vergraben sich dazu im Sand, da sie in dieser Zeit sehr verletzlich sind. Danach steht die Suche nach einer neuen passenden Behausung an.

Wer auf Erdbeersuche im Zoo gehen und die faszinierenden Tiere beobachten möchte, findet sie im Kleinen Affenhaus im Haustierraum.

Zoo Heidelberg

09.05.2018


Von Heidelberg ans Meer in den Kurzurlaub

Küstenpanorama im Zoo Heidelberg wieder geöffnet

Heidelberg / Zoo - In den Osterferien keine Zeit gehabt für einen Kurzurlaub an der Küste? Kein Problem, das Meer lockt auch in Heidelberg. Nach einer Renovierung des Strandbeckens ist das Küstenpanorama im Zoo Heidelberg jetzt wieder für die Besucher geöffnet. Da das Becken neu versiegelt und mit einem neuen Belag versehen wurde, waren die Vögel vorübergehend hinter den Kulissen untergebracht. Neben der technischen Abdichtung erhielt der Strand auch einen Farbverlauf, der die Illusion eines Meeresstrandes perfekt erscheinen lässt.

Das Küstenpanorama zählt zu den beliebtesten Orten im Zoo und gehört zu den Highlights eines jeden Zoobesuchs. Beim Gang durch die im Nordseelook gestaltete begehbare Voliere lauschen Besucher dem Rauschen der Wellen, hören das fröhliche Geschnatter der Küstenvögel und erkennen feine Vogelspuren im Sand. Die Küstenszenerie mit Strand, Reetgedecktem Haus, Leuchtturm und Strandkörben stellt die Kulisse für eine vielfältige Vogelwelt der Küsten Europas und Südamerikas. Inkaseeschwalben, Kampfläufer, Graumöwen und Säbelschnäbler fliegen, schwimmen und laufen munter in dem liebevoll gestalteten Gehege umher und kommen den Besuchern mitunter ganz nahe.

Jetzt ist es dort besonders spannend, denn die Balz der Kampfläufer hat bereits begonnen. Diese Balz gehört zu den eindrucksvollsten Paarungsritualen in der Tierwelt. Die Männchen der Kampfläufer legen in der Balz ein Prachtkleid mit einem gewaltigen Federkragen an und verfolgen unterschiedliche Taktiken, um bei den Weibchen zu punkten. Für die Zoobesucher ist es faszinierend zu beobachten wie jeder mit seiner Taktik versucht zum Erfolg zu kommen.

Noch mehr interessante Informationen über den Lebensraum Meer und seinen Artenreichtum bietet die Ausstellung „Meere und Ozeane“, die aktuell in der Explo-Halle im Zoo besichtigt werden kann. Der Eintritt in die Ausstellung ist bereits im Zooeintritt enthalten.

Tiergarten Heidelberg gGmbH

17.04.2018


Es lief gut für die Lemuren im Zoo Heidelberg

Beste Wetterbedingungen für einen erfolgreichen Spendenlauf

zahlreiche Zoo- und Lauffreunde trafen sich zum Affenlauf 2018 im Zoo Heidelberg

Heidelberg / Zoo - Am Sonntag, den 8. April, hatte der Zoo Heidelberg erneut zum Spendenlauf für die Lemuren aufgerufen. Knapp 470 Läufer waren für den Affenlauf 2018 gemeldet. Bei bestem Wetter konnte Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer, pünktlich um 9 Uhr den Start freigeben.

Auf den eigens für den Lauf gestalten Laufshirts zeigte sich einer der tierischen Gewinner des diesjährigen Spendenlaufs, denn die Läufer liefen in diesem Jahr erneut für die Ausgestaltung des neuen Außengeheges für die Lemuren im Zoo Heidelberg. Kronensifaka „Daholo“, der noch in diesem Jahr gemeinsam mit den beiden Kattas „Rambo“ und „Bato“ im neuen Gehege zu sehen sein soll, zierte das Laufshirt. So fand auch der Start des Laufs in unmittelbarer Nähe des Affenhauses statt. Die Laufroute verlief im Zoo vorbei an Ziegen und Schafen, Rhesusaffen, Kamelen, Löwen, Flamingos und Elefanten. Außerhalb des Zoos führte die Strecke an der Tiergartenstraße entlang bis hinter die TSG-Heidelberg-Anlage. Von dort ging es „rüber“ ans Neckarufer und weiter in Richtung Wehrsteg, bevor die Läufer zurück im Zoo noch die Explo-Halle passierten. Mit einer kleinen Steigung endete die Strecke wieder am Affenhaus. Jeder Läufer konnte sich entscheiden, ob er die etwas über 3.000 m lange Strecke einmal, zweimal oder dreimal absolvierte.

Start. Jeder Teilnehmer konnte wählen ob er eine, zwei oder drei Runden läuft. Eine Runde betrug rund 3.000 m.

Nach knapp eineinhalb Stunden waren alle Starter wieder gut im Ziel angekommen. Der schnellste Läufer in drei Runden, Daniel Back, war bereits nach 36 Minuten und 39 Sekunden im Ziel. Die schnellste Läuferin in drei Runden, Nadine Schnell, absolvierte die gut neun km lange Strecke in 46 Minuten und 17 Sekunden. Die Schnellsten in zwei Runden waren Linnea Ueberle (31:41 min) und David Sondheim (29:52 min). Nach einer Runde liefen Marlene Adolf (13:54 min) und Jürgen Adolf (13:55 min) als Schnellste über die Ziellinie. Alle Läufer können die Einzelwertungen des Affenspendenlaufs auf der Webseite des Zoos unter dem Link www.zoo-heidelberg.de/Affenlauf einsehen.

Einige Läufer hatten sich ganz besonders für den Affenlauf herausgeputzt.

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann dankte den Teilnehmern für ihr persönliches Engagement sowie allen Helfern und Unterstützern für Ihren Einsatz und versprach, dass der Bau des Außengeheges zügig vorangehen solle: „Die Arbeiten haben bereits begonnen und wir möchten die Anlage noch diesen Sommer eröffnen“. Er dankte auch den Sponsoren, die den Lauf mit Mitteln unterstützten. Neben dem Goldsponsor des Zoos, die Stadtwerke Heidelberg, waren dies u. a. auch HeidelbergCement, die Sparkasse Heidelberg sowie der Marathonshop aus Wiesloch. Mit Unterstützung der Sponsoren und durch die Spenden der Läufer wurde beim Affenlauf 2018 eine Spendensumme in Höhe von rund 9.300 Euro erreicht. „Der Zoolauf ist bei vielen bereits ein fester Termin, sodass wir in diesem Jahr mit 464 Anmeldungen eine neue Rekordzahl verzeichnen konnten. Wir freuen uns, dass so viele Zoo- und Lauffreunde uns erneut mit ihrer Laufteilnahme bei der Umsetzung unserer Projekte unterstützen“, berichtet Frank-Dieter Heck bei der Siegerehrung.

Spendenlauf für das Lemurengehege:

Freuen sich über so viele Läufer/innen und die damit verbundenen Spenden.

Durch die anteilige Spende von 20 Euro je Läufer, die in der Startergebühr enthalten war, wird der Bau eines neuen Außenbereichs für die Lemuren finanziell unterstützt. Die Lemuren erhalten einen neuen großen Außenbereich am Menschenaffenhaus. Das 120 qm große und 6 m hohe Gehege bietet den Primaten, die sich gerne auch in Baumwipfeln aufhalten, gute Klettermöglichkeiten. Durch spezielle Verbindungsgänge können sie selbstständig zwischen den Innenbereichen und dem Außenbereich wechseln. Für die Vorbereitung von Beschäftigungsmaterialien und Gestaltungselementen werden die Wirtschaftsbereiche für die Tierpfleger vergrößert. Große überdachte Glasscheiben werden den Zoobesuchern viel Einblick in die beiden teilbaren Gehegebereiche bieten, um die beiden auf Madagaskar heimischen Affenarten – Sifaka und Kattas – bei ihren akrobatischen Kletterkünsten zu beobachten. Dem Kronensifaka „Daholo“ gilt dabei besondere Aufmerksamkeit. Der Zoo Heidelberg ist der erste deutsche Zoo, der gemeinsam mit sieben weiteren Zoos in Europa an einem Schutzprojekt für die stark vom Aussterben bedrohten teilnimmt. Im Rahmen dieses Projekts werden sowohl die Population in den Zoos als auch Individuen einer Wildtierpopulation aus einem Schutzgebiet auf Madagaskar koordiniert.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg

12.04.2018


Starkes Engagement für Heidelberger Löwen

Tiergartenfreunde spenden weitere 20.000 Euro an den Zoo Heidelberg

Besuch der Tiergartenfreunde auf der Baustelle – Vorstandsmitglieder überreichen weiteren Scheck für den Ausbau der Löwenanlage. v.l.: Lothar Teichmann, Manuela Teichmann, Dr. Klaus Wünnemann, Hans-Jürgen Pföhler, Dr. Jan Gradel

Heidelberg / Zoo - Ganz besondere Unterstützung durch die Tiergartenfreunde Heidelberg e. V. erfährt erneut das Projekt „Ausbau der Löwenanlage“: Bei ihrem Besuch im Zoo Heidelberg hatten die Tiergartenfreunde eine weitere, großzügige Spende im Gepäck. Am 29. März 2018 wurde symbolisch der Spendenscheck über 20.000 Euro an Zoodirektor Dr. Wünnemann überreicht. Insgesamt sammelten die Tiergartenfreunde seit Februar 2012 rund 100.000 Euro für die neue Löwenanlage und sind somit größter Spender für dieses Projekt.

Der Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e. V. unterstützt den Zoo Heidelberg bereits seit vielen Jahren tatkräftig. Mit ihrer Spende sorgen die Tiergartenfreunde Heidelberg dafür, dass die Heidelberger Löwen ein modernes und abwechslungsreich gestaltetes neues Zuhause bekommen. Schon 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 folgte der Verein dem Spendenaufruf des Zoos. Seit Beginn der Spendenaktion sammelten die Tiergartenfreunde insgesamt rund 100.000 Euro für das Projekt. Vorsitzender Dr. Jan Gradel berichtet: „Beim Spatenstich am 30. Januar hatte ich angekündigt, dass wir die 100.000 auf jeden Fall schaffen möchten. Ich bin sehr stolz, dass wir das Ziel nun sogar überschritten haben. Daran sehen wir, wie sehr uns unser Zoo und das Wohl seiner Tiere am Herzen liegt.“

So kann sich der Zoo Heidelberg auch nach Baubeginn über die Spende der Tiergartenfreunde und die konstante Unterstützung freuen. Die Umbaumaßnahmen für die neue Anlage haben bereits sichtbar begonnen. So können die Zoobesucher die Baufortschritte live mitverfolgen: Mehrere Tonnen Erde wurden bewegt und ein Teil der Mauer der alten Bärengrube wurde abgerissen. Ganz aktuell setzte die Baufirma die Zaunfundamente der Anlage. „Besonders für den weiteren Ausbau des Geheges mit vielfältigen Beschäftigungsmaterialien, Rückzugsorten für die Tiere oder für noch mehr Pflanzen und Felsen können wir die Spende sehr gut nutzen. Ohne die regelmäßigen Aktionen der Tiergartenfreunde könnten wir viele Projekte nicht so umsetzen, wie wir gerne möchten“, erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann und betont gleichzeitig die Wichtigkeit der Arbeit der Tiergartenfreunde. „Sollten die Arbeiten weiterhin so zügig und gut voranschreiten, können wir die Anlage vielleicht noch dieses Jahr eröffnen.“ Diesem Wunsch des Zoodirektors schließen sich sicher viele Zoobesucher an. Bleibt also zu hoffen, dass das Wetter mitspielt und alle Arbeiten wie geplant durchgeführt werden können.

Info Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.:

Die Tiergartenfreunde Heidelberg e.V. sind der gemeinnützige Förderverein des Zoo Heidelberg. Mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge und vielen Spenden unterstützt der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1933 zentrale Projekte des Zoos. Im Verein finden Menschen zueinander, denen die Entwicklung des Heidelberger Zoos am Herzen liegt.

Den Vereinsmitgliedern stehen unterschiedliche Mitgliedskategorien zur Verfügung, die von der reinen Fördermitgliedschaft bis zu einem inkludiertem Zugangsrecht in den Zoo gehen. Mit der kostenlosen Zusendung der Mitgliederzeitung „ZOO aktuell“ erhalten die Mitglieder regelmäßig aktuelle Informationen über unterschiedliche Zoo-Themen. Neben Aktionen im Zoo werden auch spezielle Führungen, Vorträge und gegen Kostenbeteiligung organisierte Tagesausflüge in andere Zoologische Gärten angeboten.

Weiterführende Informationen unter www.tiergartenfreunde.de

Tiergarten Heidelberg gGmbH

03.04.2018


Tüfteln, Erfinden, Verstehen

Neues Techniklabor des ExploHeidelberg auf dem Zoogelände wird eröffnet

Heidelberg / ZooHeidelberg - Unter dem Motto „Tüfteln, Erfinden, Verstehen“ bietet das ExploHeidelberg seit 2013 unter dem Namen „Techniklabor“ Workshops zu Themen aus dem Technik-Bereich an. Anfangs noch ohne extra Räumlichkeiten stellte sich schnell heraus, dass aufgrund vieler begeisterter Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigens dafür eingerichteter Workshop-Bereich notwendig ist.

Das ExploHeidelberg freut sich sehr, nun das neu errichtete Techniklabor zu eröffnen. Am 15. März 2018 um 17 Uhr konnten während der feierlichen Einweihung zum ersten Mal Besucherinnen und Besucher die Räume besichtigen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops geht es dann in den Osterferien richtig los: mit einem spannenden Ferienprogramm für Kinder ab sieben Jahren zu den Themen „Robotik“, „Mikrocontroller“ und „Programmierung“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer experimentieren möglichst frei und bringen ihre eigene Kreativität ein. Die dadurch entstehenden individuellen Lösungen fördern ein tiefer gehendes Verständnis der technischen Zusammenhänge. Auch bzw. vor allem wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert, ist der Lerneffekt umso nachhaltiger. Dabei bleibt auch immer der Alltagsbezug erkennbar.

Das Angebot richtet sich an einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die im Rahmen von Ferienprogrammen und zukünftig auch Wochenendkursen das Techniklabor besuchen können. Private Gruppen können z.B. einen Workshop als Kindergeburtstagsfeier ausprobieren. Für Schulklassen wird es spezielle am Bildungsplan orientierte Kurse geben. Auch schulergänzende Nachmittagskurse, Projekttage o.ä. werden, wie schon in den vergangenen Jahren, angeboten.

Die Dietmar Hopp Stiftung förderte den Aufbau des Techniklabors und die Ausstattung der neuen Räumlichkeiten mit einer Spende in Höhe von 100.000 Euro. Im Rahmen der Einweihung übergab Stiftungsleitung Meike Leupold das Förderschild der Dietmar Hopp Stiftung und gratulierte: „Endlich mehr Platz: für noch mehr Kinder und Jugendliche, für kreative Ideen, für vielfältige Workshops und Angebote. Wir wünschen allen kleinen und großen Technikfreaks und denen, die es werden wollen, viel Spaß und erfolgreiches, spielerisches Lernen im Techniklabor.“

Mit dem Zoo Heidelberg, auf dessen Gelände das Techniklabor nun eine feste Bleibe gefunden hat, steht dem ExploHeidelberg eine weitere städtische Gesellschaft als starker Partner zur Seite. Die Kooperation bleibt nicht nur rein organisatorisch, sondern präsentiert sich in Zukunft auch inhaltlich. Übergreifende Inhalte, wie z.B. Bionik oder regenerative Energien, sind für beide Einrichtungen wichtige Bildungsthemen. Durch die neuen Räume stehen nun die Möglichkeiten zur Verfügung, um diese und auch viele weitere spannende Themengebiete erschließen zu können.

Die Themen decken schon jetzt ein breites Spektrum ab. Die Jüngsten können erste Erfahrungen mit Programmierung sammeln, indem sie selbst gebauten Legomodellen Leben einhauchen und damit in Bewegung versetzen. Die etwas Älteren erleben, wie Mikrocontroller funktionieren, von denen inzwischen in fast jedem Gerät um uns herum einer steckt. Schnell stellt man fest, dass es gar nicht so schwierig ist, eine eigene einfache Ampelschaltung selbst zu programmieren. Bald wird auch wieder die faszinierende Welt des 3D-Drucks hautnah erlebbar. Aus einfachen Mitteln können individuelle Modelle am Computer designt werden, die am Drucker fast wie aus dem Nichts aus der Virtualität in die Realität gehoben werden.

Techniklabor im ExploHeidelberg
Reguläres Programm ab dem 26. März 2018

Weiterführende Informationen zu den Workshops unter: www.explo-heidelberg.de

Tiergarten Heidelberg gGmbH

20.03.2018


Vorboten des Frühlings gesichtet

Erste Weißstörche im Zoo Heidelberg angekommen

Die ersten Weißstörche sind aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt

Heidelberg / ZooHeidelberg - Einige Störche sind bereits aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Nach einer ausgiebigen Balz, bei der sich die Paare gegenseitig mit lautem Geklapper beeindrucken, beginnt nun die Brutsaison für die bedrohten Vögel. Die idealen Voraussetzungen für die Jungenaufzucht ziehen jedes Jahr besonders viele Störche in den Zoo Heidelberg. Schon jetzt sind fast alle Storchennester mit Brutpaaren besetzt.

Rund 30 Nistmöglichkeiten für Störche gibt es im Zoo Heidelberg auf den hohen Bäumen und den Dächern der Zoohäuser. Weißstörche brüten von März bis Juni und legen zwischen 2 bis 5 Eier. Die Brutdauer beträgt ca. 32 Tage, nach 60 weiteren Tagen werden die Küken flügge und verlassen das elterliche Nest. Ende August machen sich die ersten Störche, inklusive Nachwuchs, wieder auf den Weg in ihre Winterquartiere im Süden. 2017 zogen 18 Storchenpaare insgesamt 53 Küken auf. „Wie viele Störche in der kommenden Saison im Zoo Heidelberg zur Welt kommen werden, können wir noch nicht sagen. Es liegen aber wahrscheinlich schon einige Eier in den Nestern und wir hoffen wieder auf zahlreichen Nachwuchs, damit sich der Bestand der bedrohten Vögel weiter erholen kann“, berichtet Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg.

Die meisten Weißstörche, die klappernd auf den Nestern sitzen, sind bereits im Februar direkt aus den Winterquartieren in Nordafrika, Frankreich oder Spanien in den Zoo Heidelberg gekommen. Vereinzelt gibt es jedoch auch ortständige Störche, die nicht mehr nach Süden ziehen. „Gäbe es nicht die langjährigen Bemühungen im Zoo Heidelberg und im benachbarten Luisenpark in Mannheim, gäbe es wahrscheinlich heute kaum Störche in unsere Region. Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Nisthilfen direkt außerhalb des Zoos angeboten werden – zum Beispiel auf Firmengrundstücken – und sich die Störche dadurch in der Region nach und nach weiterverbreiten.“, wünscht sich Simon Bruslund.

Störche sind absolute Gewohnheitstiere und fliegen bevorzugt ihr Nest aus dem Vorjahr an. So finden sich manche Storchenpaare, die im vergangenen Jahr erfolgreich Jungtiere aufgezogen haben, trotz zum Teil getrennter Winteraufenthaltsorte, sogar wieder und brüten erneut gemeinsam. Die Männchen kommen meist früher im Zoo Heidelberg an, als die Weibchen. Gleich nach der Ankunft im Nest beginnt das Männchen damit, das Zuhause für den neuen Nachwuchs vorzubereiten: Stöckchen und Äste sorgen für Schutz und guten Halt, mit Gräsern und Laub wird die Sitzmulde ausgepolstert. Wenn auch das Weibchen angekommen ist, bauen beide Störche gemeinsam weiter.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg

19.03.2018


Termine 2018 im Zoo Heidelberg

Heidelberg Zoo - Pünktlich zum Start der Hauptsaison findet einer von vielen weiteren Thementagen im Zoo Heidelberg statt: Mit dem Artenschutztag am 4. März beginnt somit ein ereignisreiches Zoo-Jahr. Viele Veranstaltungen und Thementage zu bedrohten Tierarten, wie der Schildkrötentag im Mai oder der Nutztiertag im Oktober bringen die Zoobesucher mit unterschiedlichen Artenschutz-Themen in Kontakt. Aber auch der Affenlauf im April, der Elefantentag im August und der Blick hinter die Zoo-Kulissen beim „Sesam, öffne dich!“ dürfen 2018 nicht fehlen. Einen Überblick über die Termine gibt es pünktlich zum Start der Hauptsaison auch auf unserer neu gestalteten Webseite im frischen Look unter www.zoo-heidelberg.de/termine.

Tiergarten Heidelberg gGmbH

01.03.2018


Seltener Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Die beiden jungen Socorrotauben entwickeln sich gut

Socorrotaube mit den beiden Jungtieren im Nest

Heidelberg Zoo - Einen ganz besonderen Nachwuchs gab es Ende Januar im Zoo Heidelberg: Zwei junge Socorrotauben sind im Vogelrevier gesund geschlüpft und mittlerweile auch flügge geworden. Es ist das erste Mal, dass es im Zoo Heidelberg Nachwuchs bei dieser hochbedrohten Vogelart gab. Die besonderen Tauben gelten in der freien Natur als ausgerottet, auch in Zoos leben nur noch wenige Exemplare.

Am 25. Januar 2018 war es soweit: Zwei Socorrotauben schlüpften aus ihren Eiern im Innenbereich der Voliere. Die Elternvögel verhielten sich während der ganzen Aufzucht sehr vorbildlich und kümmerten sich sorgfältig um ihren Nachwuchs. Auch die Tierpfleger im Zoo Heidelberg sorgten für einen bestmöglichen Start ins Leben: Schon während der Brutzeit mieden sie möglichst den Innenraum der Voliere. Die Elternvögel konnten sich daher ganz ungestört um ihre beiden Jungen kümmern.

Mittlerweile haben sich die zwei kleinen Socorrotauben sehr gut entwickelt. Vor kurzem sind sie flügge geworden – haben also das elterliche Nest verlassen – und fressen selbstständig. Mit den ersten Flugversuchen erkunden sie nun ganz genau ihre Voliere, zunächst hauptsächlich innen, seit ein paar Tagen auch den Außenbereich. Welches Geschlecht der Nachwuchs hat, ist noch offen, denn die Ergebnisse der Federproben stehen noch aus.

Die beiden alten Socorrotauben kamen als weitere besonders gefährdete Vogelart in den Zoo Heidelberg. Socorrotauben lebten als endemische Art ausschließlich auf der Pazifikinsel Socorro vor der Küste Mexikos. In den 1960er Jahren wurde der Bestand der Tiere durch eingeschleppte, verwilderte Katzen und durch Bejagung stark dezimiert. Seit den 1970er Jahren gelten Socorrotauben als in der Natur ausgerottet. Erfolgreiche Nachzuchten der letzten überlebenden Individuen in menschlicher Obhut sind daher sehr wertvoll für den Erhalt dieser Vogelart. Mit einer Beteiligung am europäischen Zuchtprogramm für die Socorrotaube kommt der Zoo Heidelberg somit seiner Verantwortung nach und leistet einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.

Hintergrundinformation Socorrotaube
Socorrotauben können ca. 20 bis 25 cm groß werden. Ihr Gefieder ist rötlich bis zimtbraun gefärbt. Vom Aussehen lassen sich Männchen und Weibchen kaum unterscheiden, die Männchen haben lediglich ein etwas glänzenderes Gefieder als die Weibchen. Als Nahrung bevorzugen sie Samen, Obst, Grünfutter oder kleinere Insekten.

Zoo Heidelberg

27.02.2018


Ein neuer Gefährte für Bärin Uschi

Syrischer Braunbär Martin fühlt sich in Heidelberg immer wohler

Der Syrische Braunbär Martin kam Ende 2017 in den Zoo Heidelberg.

Einigen aufmerksamen Zoobesuchern ist es bestimmt schon aufgefallen: Auf der Bärenanlage gibt es einen „Neuen“. Ende 2017 kam nicht nur ein neuer Lemur nach Heidelberg, sondern auch bei den Syrischen Braunbären hat es einen Neuzugang gegeben. Martin, der 2002 im Zoo Goldau geboren wurde, kam aus dem Zoo de Servion in der Schweiz im Rahmen einer Tiermanagementmaßnahme der AG Syrischer Braunbär nach Heidelberg.

Bereits Anfang 2017 initiierte der Zoo Heidelberg gemeinsam mit dem Tierpark Köthen die AG Syrischer Braunbär. Diese Arbeitsgruppe hat sich innerhalb des Europäischen Zuchtprogrammes für Braunbären (EEP Braunbär) auf Syrische Braunbären spezialisiert. Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft ist es, in Absprache mit dem EEP Braunbär, die wenigen Syrischen Braunbären, die es in Zoos gibt, in Zukunft bestmöglich zu managen. Das heißt: Um durch Nachzuchten den Bestand der Bären gesund und mit einer möglichst hohen genetischen Vielfalt zu erhalten, werden die genetisch am besten passenden Bären-Paare ausfindig gemacht, um sie für eine Erhaltungszucht zueinander zu bringen. Gegebenenfalls ist dann ein Umzug einzelner Tiere notwendig. Zusätzlich wird in dieser AG wichtiges Wissen über die Bären selbst und deren Haltung gesammelt. Für Martin war die ideale Partnerin in diesem Fall Uschi aus Heidelberg „Wir hoffen, dass Martin und Uschi Nachwuchs bekommen, es bleibt aber spannend. Uschi ist mit ihren 26 Jahren schon recht alt und hat auch noch nie Jungtiere großgezogen. Zuerst sollen sich die beiden aber in Ruhe kennenlernen“, erklärt Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg und Mitglied in der AG Syrischer Braunbär.

Martin fühlt sich mittlerweile in Heidelberg immer wohler.

In den ersten beiden Wochen nach seiner Ankunft in Heidelberg war Martin im Innenbereich der Bärenanlage untergebracht. Durch ein Kontaktgitter durfte er Uschi bereits vorsichtig beschnuppern. „Es ist wichtig, dass Martin seine neue Umgebung in Ruhe kennenlernen kann. Hier ist ja alles neu für ihn: Geräusche, Gerüche, die Tierpfleger – und auch Uschi. Die beiden Bären müssen wir ganz behutsam, schrittweise aneinander gewöhnen“, berichtet Reichler. Dazu wird seit etwa einer Woche auch die Außenanlage genutzt, die bei zur Seite geschwenkter Brücke in zwei getrennte Abschnitte geteilt werden kann. So können sich die beiden mit dem nötigen Sicherheitsabstand sehen und riechen: Bärin Uschi auf dem einen Teil der Anlage, Bär Martin auf dem anderen Teil. Besucher können leicht unterscheiden, ob sie gerade Martin oder Uschi beobachten: Während Uschi eher eine kleine, zierliche Bärin ist, ist Martin mit über 300 kg ein ausgesprochen stattlicher Vertreter seiner Art – ein echter Kerl eben.
Nach dem Tod der alten Bärin Gudrun, die aufgrund einer starken Arthrose in der Wirbelsäule im November 2017 eingeschläfert werden musste, leben nun wieder zwei Syrische Braunbären im Zoo Heidelberg: Uschi und Martin. Bis beide gemeinsam die komplette Anlage nutzen können, wird es aber voraussichtlich noch dauern, einen Besuch im Zoo Heidelberg ist der stattliche Neuzugang Martin jedoch allemal wert.

Hintergrundinformationen Syrische Braunbären
Syrische Braunbären gelten bisher als Unterart des Europäischen Braunbären, obwohl die systematische Einteilung aufgrund neuer genetischer Untersuchungen noch wissenschaftlich diskutiert wird. Mit einer Körperlänge von 150 bis 260 cm und bis zu 500 kg gehören sie zu den kleineren Vertretern ihrer Art. Aufgrund ihres hellbraunen Fells werden diese Braunbären bei flüchtigem Hinsehen irrtümlicherweise auch mal mit Eisbären verwechselt. In vielen Verbreitungsgebieten sind Syrische Braunbären von der Ausrottung bedroht oder bereits ausgerottet worden.

Text: Zoo Heidelberg Foto: (1), Heidrun Knigge; (2) Petra Medan

11.02.2018


Die Bagger können kommen!

Spatenstich für die neue Löwenanlage im Zoo Heidelberg

v.l.: Beim Spatenstich im Zoo Heidelberg für die neue Löwenanlage: Kaufmännischer Geschäftsführer Frank-Dieter Heck, Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann, 1. Vorsitzender der Tiergartenfreunde Dr. Jan Gradel, Stadträtin Kristina Essig, Stadtrat Karlheinz Rehm, Projektleiterin Christina Schehle von faktorgruen und Detlef Böttinger von Böttinger Garten- und Landschaftsbau.

Am 30. Januar 2018 haben Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann, kaufmännischer Geschäftsführer Frank-Dieter Heck, 1. Vorsitzender der Tiergartenfreunde Dr. Jan Gradel, Stadträtin Kristina Essig, Stadtrat Karlheinz Rehm sowie Projektleiterin Christina Schehle von faktorgruen und Detlef Böttinger von Böttinger Garten- und Landschaftsbau den Spatenstich für die Vergrößerung der Löwen-Außenanlage vorgenommen.

Noch in diesem Jahr sollen die beiden Berberlöwen Binta und Chalid auf ihre neue Anlage einziehen, die sechsmal so groß sein wird wie bisher. Durch die Vergrößerung der Fläche wird dann auch eine Zucht der seltenen Berberlöwen möglich sein, denn die Anlage wurde für ein ganzes Rudel der majestätischen Raubkatzen konzipiert. Dementsprechend wird sie mit ausreichend Rückzugsorten, Trennbereichen, Beschäftigungsmöglichkeiten und notwendigen Zugängen sowie Sicherheitsbereichen für die Tierpfleger ausgestattet. Der Zoo hofft, dass das Löwenpaar in Heidelberg bald Nachwuchs bekommen wird und die Elterntiere gemeinsam mit den Jungen die Anlage mit all ihren Facetten nutzen.

Im Zuge der Baumaßnahmen erhalten ebenfalls die Stachelschweine und Erdmännchen ein neues Gehege. Für die beiden Tierarten, die sich in Zukunft ein Gehege teilen werden, wird die ehemalige Bärengrube modernisiert und umgebaut. Optisch wird sich die Anlage in die umgestaltete Landschaft rund um das Löwengehege nahtlos einfügen.

Besondere Einblicke für die Besucher

Die Berberlöwen Binta und Chalid erhalten eine neue, größere Außenanlage.

Bei den Planungen wurde auch an die Besucher gedacht: Beobachtungspavillon, Safarizelt für Besuchergruppen und das Safari-Fahrzeug, das teils im Gehege, teils außerhalb platziert sein wird, sorgen für spannende Einblicke in das Leben der Löwen. Von der Aussichtsplattform, die über eine Hängebrücke zu erreichen ist, erhalten Zoobesucher einen Panoramablick über die neue Anlage und können die Tiere aus einer ganz anderen, ungewohnten Perspektive beobachten.

Finanzierung durch Spenden und Sponsoren

Nicht nur Gestaltungsplanung und Baumaßnahmen, auch die Finanzierung des Bauprojekts galt es zu gewährleisten. So nutzte der Zoo die Zeit zwischen Planungsbeginn und Spatenstich und sammelte fleißig Finanzmittel, um möglichst alle geplanten Elemente des Projekts umsetzen zu können: Die Läufer, die sich an den jährlich im April stattfindenden Zooläufen für den Ausbau der Anlage engagierten, haben hierzu einen wichtigen Teil beigetragen. Letztendlich konnte die Finanzierung durch Eigenmittel des Zoos, ergänzt um die finanzielle Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Spendern sowie Zuschüssen der Stadt Heidelberg, gesichert werden. Einer Umsetzung mit einer abwechslungsreich gestalteten Kletterlandschaft und ausreichend Ruhe- und Rückzugszonen für die Löwen steht somit nichts mehr im Wege.

Text: Zoo Heidelberg Foto: "Spatenstich",Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg; "Berberlöwen",Petra Medan/Zoo Heidelberg

01.02.2018


Kaum noch in freier Wildbahn

Die Scharnierschildkröte ist Zootier des Jahres 2018

Nachdem im vergangenen Jahr mit dem Kakadu ein Vogel im Mittelpunkt stand, ist dieses Jahr ein Reptil zum „Zootier des Jahres“ gewählt worden: Die Scharnierschildkröte. Insgesamt gibt es 13 verschiedene Unterarten, zehn davon gelten als vom Aussterben bedroht. Damit zählt sie zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren überhaupt. Durch den weltweiten Wildtierhandel, die Nutzung als Nahrungsmittel oder vermeintliche Medizin und die Zerstörung ihres Lebensraumes sind viele Arten in freier Natur mittlerweile sehr selten geworden oder kommen gar nicht mehr vor.

Mit der Aktion „Zootier des Jahres“ möchten die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG), die Gemeinschaft der Zooförderer (GDZ) und der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf gefährdete, aber bisher wenig beachtete hochbedrohte Tierarten lenken. Zahlreiche Zoos beteiligen sich an der Aktion und stellen finanzielle Mittel zum Schutz der Tiere bereit. „Auch, wenn in Heidelberg keine Vertreter der Scharnierschildkröten leben, ist es selbstverständlich, dass der Zoo Heidelberg die Aktion mit einem Beitrag aus dem zooeigenen Artenschutzbudget ebenfalls unterstützt“, erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann.

Die gesammelten Gelder fließen in zwei Artenschutzprojekte, die sich für den Erhalt der Scharnierschildkröten einsetzen. Eines davon ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS), angesiedelt im Allwetterzoo Münster. Seit 2003 züchtet das IZS erfolgreich neun der dreizehn Scharnierschildkrötenarten. Mit dem Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha ist das zweite unterstütze Programm direkt vor Ort beheimatet. Unter naturnahen Bedingungen wurden bereits über 100 Jungtiere der Amboina-Scharnierschildkröte erfolgreich gezüchtet, so dass nun unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten die Auswilderung in einem geschützten Gebiet angegangen werden kann. Weitere Informationen zur Scharnierschildkröte und zu den beiden Schutzprogrammen gibt es im Internet unter www.zootier-des-jahres.de.

Hintergrundinformation Scharnierschildkröte

Scharnierschildkröten stammen aus Südostasien und zählen zur Familie der Altwelt-Wasserschildkröten. Dank eines speziellen Schutzmechanismus sind sie vor Feinden gut geschützt: Durch ein Scharnier im Bauchpanzer können die Tiere den Bauchpanzer vorne und hinten nach oben klappen und ihn dadurch verschließen – daher auch der Name Scharnierschildkröte. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Panzerlänge zwischen 11,5 und 35 cm, zwischen den Zehen befinden sich Schwimmhäute.

Tiergarten Heidelberg gGmbH

01.02.2018


Neue Freunde im Zoo Heidelberg

Sifaka Daholo freundet sich mit den Kattas an

Katta und Sifaka putzen sich gegenseitig das Fell, um den anderen besser kennenzulernen.

Seit Ende letzten Jahres wohnt Kronensifaka Daholo im Zoo Heidelberg. Die ersten Tage blieb er noch hinter den Kulissen, um sich in Ruhe an die neue Umgebung zu gewöhnen. In dieser Zeit konnte Daholo durch Kontaktgitter nach und nach die beiden Kattas schon einmal kennenlernen. Inzwischen bewohnen alle drei Lemuren das neugestaltete Innengehege im Großen Affenhaus.
Die Vergesellschaftung der beiden Lemuren-Arten verläuft vielversprechend.

Die Tierpfleger beobachten aufmerksam, wie sich die Freundschaft unter den drei Tieren entwickelt. „Wir achten besonders darauf, ob sich eine gewisse Rangordnung unter den Tieren einstellt und wie sie sich untereinander verhalten“, erklärt Tierpfleger Norman Hänel. „Nicht jedes Tier kommt mit jedem anderen Tier gleichermaßen gut aus. Daher ist es wichtig, die Tiere Schritt für Schritt aneinander zu gewöhnen und das Verhalten genau zu beobachten. Bisher scheint aber alles gut zu klappen.“

Auch die Zoobesucher können die Annäherung mitverfolgen. Häufig ist zu beobachten, wie sich die Tiere gegenseitig putzen. Das Putzen dient nicht nur zur Fellreinigung, sondern ist auch Bestandteil der sozialen Bindung unter den Tieren. Während der ausgiebigen Fellpflege nehmen die Tiere die speziellen Gerüche des anderen wahr und lernen ihn so Stück für Stück besser kennen. Durch den intensiven Körperkontakt werden Spannungen abgebaut und Freundschaften gefestigt. Beide Tierarten haben von Natur aus ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es, dass alle drei nun gemeinsam ihr Gehege unsicher machen können.

Gemeinsam mit sechs anderen europäischen Zoos unterstützt der Zoo Heidelberg seit einigen Jahren ein spezielles Artenschutzprojekt für Kronensifakas auf Madagaskar.

Hintergrundinformation
Sowohl Sifakas als auch Kattas stammen ursprünglich aus Madagaskar. Wie viele der dort vorkommenden einzigartigen Tier- und Pflanzenarten stehen beide Lemuren-Arten auf der Liste der bedrohten Tierarten der IUCN. Die Zerstörung ihres Lebensraums lässt die Anzahl der im Freiland lebenden Individuen konstant stark sinken.

Gemeinsam mit sechs anderen europäischen Zoos unterstützt der Zoo Heidelberg seit einigen Jahren ein spezielles Artenschutzprojekt für Kronensifakas auf Madagaskar. Die Besonderheit des Sifaka Conservation-Projekts liegt im Populationsmanagement: Es wird eine Gesamtpopulation bestehend aus aktuell 20 Sifakas in Zoobeständen und weiteren neun Sifakas in einem Freilandgebiet als gemeinsame Zuchtgruppe betreut. Dadurch erfolgt nicht nur ein Austausch unter den sieben beteiligten Zoos, sondern auch die Tiere aus dem Freiland werden in das Erhaltungszuchtprogramm integriert.

Text: Zoo Heidelberg Foto: "Foto 1" Roland Wirth/Zoo Heidelberg; Foto 2: Susi Fischer/Zoo Heidelberg

22.01.2018


Eins, zwei, drei, vier… viele!

Zoo Heidelberg startet artenreich ins neue Jahr

Mit den beiden Robben-Jungs Pedro und Pepe vergrößert sich die Gruppe der Mähnenrobbe auf insgesamt 8 Tiere.

Wie jedes Jahr heißt es auch im Zoo Heidelberg wieder: Inventur! Dann werden nicht nur die Tiere im Zoo gezählt, sondern jeder Futtersack und jede Maschine aus den Wirtschafts-bereichen müssen ebenfalls vermerkt werden. Zum Jahresabschluss 2017 leben im Zoo Heidelberg 84 Vogelarten, 53 Säugetierarten sowie weitere 26 Tierarten, die Besucher bei einem Rundgang entdecken können. Die 163 Arten bilden einen Bestand von 2701 Tieren.

Die Inventur am Jahresende ist auch ein Rückblick, wie sich der Tierbestand im Laufe des Jahres verändert hat. Auch 2017 gab es wieder zahlreichen Nachwuchs und Neuzugänge, andererseits sind Tiere gestorben oder in andere Zoos umgezogen. Bereits im Frühjahr vergrößerte sich die Trampeltiergruppe mit der Geburt von Hengst Batu, im April zogen die Orang-Utans in einen anderen Zoo nach Belgien um. Im Mai gab es Nachwuchs bei den bedrohten Roloway-Meerkatzen und im Juni kamen die beiden Mähnenrobben-Jungs Pepe und Pedro zur Welt. Mit Kronensifaka „Daholo“ zog Ende 2017 sogar eine ganz neue Tierart in den Zoo Heidelberg ein, die es bisher in keinem anderen deutschen Zoo zu sehen gibt.

Einen Neuzugang der anderen Art gab es im Technik-Bereich: Seit 2017 zählt eine Hebebühne zum Inventar, mit welcher der Zoo nun wichtige Arbeiten selbst ausführen kann: den hohen, alten Baumbestand von Totholz befreien, Dachrinnen säubern oder Nistkästen für heimische Vögel aufhängen – und das in bis zu 20 Metern Höhe.

Wandelnde Blätter sind durch ihre Tarnung bei der Inventur nicht immer leicht zu erkennen.

Je nach Tier gestaltet sich die Inventur mehr oder weniger aufwändig: Bei den Asiatischen Elefanten geht das Zählen schnell, denn die vier Jungbullen sind nicht zu übersehen. Bei den Wandelnden Blättern kann es auch mal länger dauern. Diese Insekten haben eine ganz eigene Strategie entwickelt, um sich vor Fressfeinden zu schützen: Eine hervorragende Tarnung! Sie sehen nicht nur aus wie Laubblätter, sondern ahmen das Laubwerk auch in ihrem Verhalten nach. Wackelt der Ast, auf dem sie gerade sitzen, wiegen sie sich wie Blätter im Wind. Die Tierpfleger müssen daher genau hinschauen, um bei der Inventur keines der Insekten im Terrarium zu übersehen.

In den Kugelnestern der Webervögel wachsen die Jungen gut versteckt heran.

Spannend bis zum Schluss bleibt es bei den Webervögeln. Dort wachsen die Jungtiere oft „heimlich“ in der Voliere auf: Die kugelförmigen Nester der Vögel bestehen aus eng verwobenen Grashalmen und besitzen nur eine kleine, runde Öffnung als Eingang für die Elterntiere. So ist der Nachwuchs nicht zu sehen und kann gut geschützt vor Feinden aufwachsen. Der Nebeneffekt für diese Überlebensstrategie: Die Tierpfleger sehen nicht, wie viele junge Webervögel heranwachsen. Erst wenn sie flügge werden, also das Nest verlassen, zeigen sie sich. Doch auch dann ist das Zählen eine Herausforderung, denn die Jungvögel flattern gemeinsam mit den anderen, älteren Vögeln in der Voliere umher. Die exakte Zahl der jungen Webervögel wird tatsächlich erst bei der Inventur erfasst, wenn die Tierpfleger alle Tiere einfangen, um sie zu zählen und Alter und Geschlecht zu bestimmen.

Tierbestand im Zoo Heidelberg (nach Anzahl der Arten/Stand 31.12.2017)

  • 471 Säugetiere in 53 Arten
  • 477 Vögel in 84 Arten
  • 46 Reptilien in 10 Arten
  • 4 Amphibien in 1 Art
  • 1468 Fische in 7 Arten
  • 188 Insekten in 5 Arten
  • 42 Krebstiere in 2 Arten
  • 5 Schnecken in 1 Art

Gesamt: 2701 Tiere in 163 Arten

Text: Zoo Heidelberg Foto: " Robben",Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg; "Wandelnde Blätter", Zoo Heidelberg; "Textor-Weber", Peter Bastian/Zoo Heidelberg

19.01.2018


Zoo und Explo starten mit spannenden Projekten ins neue Jahr

Geringe Preisanpassung bei Einzeleintritten, Preissenkung bei Dauerkarten

Für 2018 verspricht der Zoo Heidelberg den Ausbau interessanter Entwicklungen. Bereits seit Mitte Oktober können Besucher des Zoos kostenfrei die Explo-Ausstellung „Meere und Ozeane“ in der Explo-Halle auf dem Zoogelände besichtigen. Die aktuelle Ausstellung ist noch bis Mitte April 2018 in der ehemaligen Reithalle im Zoo zu sehen, dann folgen die besten Exponate aus dem Explo zusammen mit neuen Elementen. Auch bei den Tieren geht es voran, neue Gehege und Tiere erwarten die Besucher in 2018. Dennoch erfolgt zum Jahresbeginn nur eine moderate Anpassung der Einzeleintrittspreise – die Preise der Dauerkarten werden sogar reduziert. Wenn man die Eintrittspreise von Zoo und Explo vergleicht, wird es sogar spottbillig: Gegenüber 2017 sparen die Besucher in 2018 über 40%!

Hinter dem großen Affenhaus wurde bereits mit dem Bau eines neuen Außengeheges für die Lemuren begonnen. Darin sollen zum Beginn der Hauptsaison Sifaka Daholo, der Ende November im Zoo Heidelberg ankam, und die Kattas ihre akrobatische Beweglichkeit voll ausspielen können. Mehr Platz zum Austoben sollen im nächsten Jahr auch die Berberlöwen erhalten. Hier hofft der Zoo Heidelberg auf Nachwuchs – vielleicht ebenfalls schon 2018. Die Baumaßnahmen haben auch hier bereits begonnen. „Diese beiden Investitionen sind bereits in trockenen Tüchern“, kann der kaufmännische Leiter des Zoos, Frank-Dieter Heck, bestätigen. Zu den weiteren Projekten, die in der näheren Zukunft im Zoo geplant sind, werde derzeit noch an den Finanzierungsplänen und Gestaltungsdetails gearbeitet. „Der Zoo soll auch weiterhin attraktiv für unsere Besucher bleiben. Mit der Umgestaltung von Gehegen entsprechend moderner Haltungsempfehlungen möchten wir unseren Tieren optimale Bedingungen bieten“, ergänzt hierzu Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „
Wir setzen aber auch hohe Maßstäbe an den Bereich der außerschulischen Bildung, der aktuell zum Großteil von der Zooschule getragen wird. Mit immer mehr Informationen zu unseren Tieren und zum Umgang mit natürlichen Ressourcen, geben wir den Zoobesuchern immer auch einen persönlichen Auftrag an die Hand, sich im Alltag über unsere Natur und die Tiere auf der Erde Gedanken zu machen. Der Einzug des Explo mit seiner interaktiven Ausstellung und des Techniklabors ist ein weiterer Baustein unseres Bildungsauftrages.“

Der Zoo Heidelberg startet mit großen Zielen und Vorsätzen in das nächste Jahr. 2018 soll neue Programmpunkte für den Zoobesuch bringen: Mit der Neugestaltung des Präsentationsprogramms „Tiere live“ wird eine weitere tägliche Veranstaltung aufgebaut, die den Besuchern vorrangig die kleineren und unbekannteren Stars unter den Zootieren näherbringen wird. Die Vorstellung der Vögel und anderer Tiere soll eine spannende Geschichte aus dem Naturschutz erzählen.

Um diese und weitere Projekte umsetzen zu können und Preisentwicklungen bei Futtermitteln sowie Tarifsteigerungen bei Gehältern und weitere Instanthaltungskosten aufzufangen, wurde eine moderate Anpassung der Eintrittspreise beschlossen. Angesichts der Tatsache, dass ab 2018 der Besuch aller neuen Explo-Ausstellungen in der Explo-Halle keinen zusätzlichen Eintrittspreis erfordert, sondern bereits im Zoo-Eintritt enthalten ist, sind die Preise für das kombinierte Angebot sogar erheblich gesunken.

So zahlen erwachsene Zoobesucher nur einen Aufschlag auf den Zooeintritt von 60 bis 80 Cent in der Neben- bzw. Hauptsaison und für Kinder kostet der Zoobesuch nur 30 bis 40 Cent mehr. Für alle, die öfter pro Jahr in den Zoo gehen, lohnt sich eine Dauerkarte für 12 Monate, die im Preis sogar reduziert wurde. Besonders profitieren dabei Familien mit mehr als zwei eigenen zahlungspflichtigen Kindern, denn ab dem dritten Kind gibt es die Kinder-Dauerkarten gratis.

„Ein Zoobesuch soll weiterhin für jeden möglich sein“, erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann. „So bleibt es bei weiteren wichtigen sozial verträglichen Sonderregelungen: Alle Besucher mit Heidelberg-Pass erhalten freien Eintritt, für Heidelberger Schulen und Kindergärten gibt es besonders günstige Tarife.“

Weitere Informationen zu Eintrittspreinsen und Öffnungszeiten, unter: http://www.zoo-heidelberg.de/oeffnungszeiten-und-eintrittspreise

Zoo Heidelberg

08.01.2018


Musikalisches Weihnachtpräsent

Chanson-Gruppe Moitie:Moitie überreicht Spendenscheck

Übergabe des Schecks im Zoo Heidelberg. (v.l.: Hans-Jürgen Ott, Christophe Loetz, Dr. Klaus Wünnemann, Mario Cetto, Victor Winter)

Ausgestattet mit einem großen Spendenscheck besuchten Mitglieder der Chanson-Gruppe Moitie:Moitie am 19. Dezember 2017 den Zoo und überreichten diesen symbolisch an den Zoodirektor. 4.300 Euro hatten sie bei einem Benefiz-Konzert Ende Oktober für den Zoo eingespielt.

In Erinnerung an den äußerst gelungenen französischen Chansonabend dankte Dr. Klaus Wünnemann den Bandmitgliedern. Christophe Loetz (Gesang), Hans-Jürgen Ott (Akkordeon), Victor Winter (Gitarre), Mario Cetto (eBass) und Micha Moll (Schlagzeug). Sie hatten im Rahmen der Französischen Woche Heidelberg ein Benefizkonzert zu Gunsten des Zoo Heidelberg im Alten Hallenbad – Frauenbad organisiert. Vor einem restlos ausverkauftem Haus faszinierte die Gruppe Moitie:Moitie durch einen gelungen Mix aus traditionellen und neuen Interpretationen von Musette bis Jazzigem und einer geschickten Auswahl von Songs.

Christophe Loetz führte mit kleinen Anekdoten hinter den Chansons durch das abwechslungsreiche Programm, das von locker-leichten bis zu melancholischen Texten reichte. Schnell hatte Christophe Loetz mit seiner farbenreichen und ausdrucksstarken Stimme die Zuhörer komplett überzeugt. Besonders beeindruckt zeigten sich die Anwesenden von den Balladen. Christophe Loetz konnte mit seiner herrlich timbrierten, gefühlvoll fließenden Bassstimme in Dis quand reviendras-tu? (Sag, wann kommst du wieder?) von Barbara oder Ne me quitte pas (Verlass‘ mich nicht) von Jacques Brel neue Dimensionen eröffnen sowie magische Momente mit schwarzer Tiefe zaubern.

Auftritt der Gruppe Moitie:Moitie im Alten Hallenbad, Heidelberg am 26. Oktober 2017 @Moitie

Hans-Jürgen Ott, Akkordeon und Piano, wusste geschickt mit seinem Instrument die Chansons zu unterstützen und brillierte mit Soloeinlagen. Komplettiert wurde die Band durch Victor Winter an der Gitarre, der ein sehr einfühlsames Intro bei La vie en rose spielte, Mario Cetto eBass, der mit Nathalie das Publikum mitriss, sowie Micha Moll am Schlagzeug, der es verstand die typischen rhythmischen Variationen des Chansons von Rubato bis in time den richtigen Swing z.B. bei La foule mitzugeben. Damit hatten die Instrumentalisten einen wesentlichen Anteil daran, dass bei den Chansons nie das Gefühl einer Cover-Version aufkam, sondern stets die eine eigene Interpretation deutlich wurde. Und so war es kein Wunder, dass die Künstler vom begeisterten Publikum zu mehreren Zugaben zurückgerufen wurden.

Ein besonderer Dank für die Unterstützung geht auch an die Rhein-Neckar-Zeitung, Hans-Jörg Kraus, GVO friends of events GmbH, die alle ebenfalls, wie die Musiker selbst, Ihre Leistungen kostenfrei dem guten Zwecke zur Verfügung stellten. Kein Wunder war es daher auch, das viele der Konzertbesucher es den Organisatoren gleichtaten und zusätzlich noch einen Betrag in die aufgestellte Spendenbox für den Zoo steckten. So kann sich der Zoo Heidelberg gemeinsam mit den Musikern über den tollen Erfolg der Veranstaltung freuen, denn der komplette Erlös des Benefizkonzert in Höhe von 4.300 Euro ging an den Zoo.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Zoo Heidelberg / Moitie

08.01.2018


Zoo Heidelberg: Baubeginn bei Löwen in Aussicht

Letzte Vorbereitungen für Start der Baumaßnahmen getroffen

Chalid und Binta, die beiden Berberlöwen im Zoo Heidelberg

„Es hat lange gedauert, aber nun ist es soweit: Es geht endlich richtig los!“ kann Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann jetzt verkünden. „Es ist eigentlich schon viel passiert, das waren aber alles eher unsichtbaren Vorbereitungen,“ ergänzt Wünnemann und blickt auf die gerodete Fläche hinter sich. Bis dorthin wird sich das neugestaltete Löwengehege im Zoo Heidelberg erstrecken – im Januar beginnen die großen Baumaßnahmen.

In den nächsten Wochen werden die beauftragten Firmen loslegen. Die beiden Berberlöwen Binta und Chalid sollen bereits Ende des Sommers 2018 das erweiterte Außengehege erkunden können. Seit Planungsbeginn 2015 und der ersten Mitteilung zur geplanten Gehegeerweiterung der Löwenanlage ist in der Tat bereits vieles im Hintergrund passiert. Bei einem Löwengehege ist einiges im Vorfeld zu beachten: Sicherheitszonen für Tiere und Besucher und besondere Technik, die den Umgang mit den Raubtieren ermöglicht, sind dabei nur ein Teil der umfangreichen Planungen.

Erkennbar für die Zoobesucher wurde der Baubeginn bereits mit dem Umzug der Stachelschweine in ein Ausweichgehege, denn auch ihre Anlage wird im Zuge der Baumaßnahmen eine Wandlung erfahren. Für sie und die Erdmännchen wird die ehemalige Bärengrube umgestaltet, sodass die Zoobesucher auch ihr Leben aus einer neuen Perspektive entdecken können.

Da das neue Löwengehege für ein Rudel der großen Katzen ausgelegt sein wird, wurde die Fläche in der Planung für eine intensive Gruppendynamik einer größerer Löwengruppe strukturiert. Der Zoo hofft, dass das Löwenpaar in Heidelberg bald Nachwuchs bekommen wird und die Elterntiere gemeinsam mit den Jungtieren die Anlage mit all ihren Facetten nutzen werden. So müssen Trennmöglichkeiten von Gehegebereichen, Zugänge für Tierpflegern und Tierärzten, die einen geschützten Kontakt zu den Tieren ermöglichen und viel Beschäftigungsangebote für die majestätischen Berberlöwen berücksichtig werden. Ausreichend Platz ist garantiert: Das neue Gehege misst das Sechsfache der jetzigen Anlage.

Neben der Gestaltungsplanung galt es jedoch auch die Finanzierung zu gewährleisten. So nutzte der Zoo die Zeit und sammelte fleißig Finanzmittel, um möglichst alle Elemente des Projekts umsetzen zu können: Die Läufer, die sich an den jährlich im April stattfindenden Zooläufen für den Ausbau der Anlage engagierten, haben hierzu einen wichtigen Teil beigetragen. Gemeinsam mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Spender steht so der Umsetzung mit einer abwechslungsreich gestalteten Kletterlandschaft und ausreichend Ruhe- und Rückzugszonen für die Löwen nichts mehr im Wege.  Beobachtungspavillon, Safarizelt für Besuchergruppen und das Safari-Fahrzeug, das teils im Gehege, teils außerhalb platziert sein wird sowie die erhöhten Plattformen, die einen großzügigen Einblick in die Anlage ermöglichen, werden den Besuchern des Zoos interessante Einblicke in das Leben der Löwen bieten.

„Unsere Besucher sollen den Löwen Auge in Auge gegenüberstehen und sich von den kraftvollen Bewegungen dieser anmutigen Tiere faszinieren lassen.“ schwärmt Wünnemann. Man merkt ihm an, wie sehr ihn der langerwartete Baubeginn in seinen Bann zieht. Er würde gerne selbst gleich die Schaufel in die Hand nehmen und loslegen, aber das muss nun noch ein paar Tage warten. Wann er selbst den ersten offiziellen Spatenstich machen darf, entscheiden die Fachplaner – der Zoodirektor kann es kaum erwarten.

Bestandteile des neuen Geheges im Zoo Heidelberg:

  • Löwenhügel

Löwen liegen und ruhen gerne mit dem gesamten Rudel auf erhöhten Plätzen. Im neuen Löwengehege können die Tiere so auch über die Grenzen ihres Geheges hinweg die Umgebung beobachten, was auch eine Form der Beschäftigung für die Tiere darstellt. Gleichzeitig werden sie auf dem Hügel von den Besuchern besonders gut gesehen.

  • Löwenteich

Löwen schwimmen zwar nicht gerne, aber der Naturteich im Gehege dient trotzdem der Beschäftigung für die Tiere. Fische, Frösche, Wasserinsekten etc. können beobachtet werden und den Tieren steht ständig Wasser zur Verfügung. Der Teich dient außerdem als zusätzliche transparente Absperrung zum Besucherbereich.

  • Kletterlandschaft für Löwen

Natursteinfelsen unterschiedlicher Größe sowie liegende und senkrecht stehende Baumkronen geben den Löwen die Möglichkeit, auch die dritte Dimension zu nutzen.

  • Beobachtungspunkt Safarizelt - für Besucher, Zooschule und Zoocamp

Aus einem Safarizelt heraus, können die Besucher über den Löwenteich hinweg das Verhalten der Tiere studieren. Im Zelt befinden sich Sitzgelegenheiten. Schulklassen können Unterricht mit Blick auf die Löwen erfahren.

  • Einblicke aus dem Raubtierhaus auf die Anlage

Die neue Löwenanlage ist nicht nur von außen einsehbar. Eine große Glasscheibe im Raubtierhaus ermöglicht den Besuchern einen zusätzlichen Blick. So wird eine neue Perspektive geboten und die Tiere können auch im Winter für längere Zeit beobachtet werden.

  • 2-geschossiger Pavillon zur Beobachtung mit Hängebrücke

Eine erhöhten Besucher-Plattform ist über eine Hängebrücke erreichbar. Sie bietet einen Blick über die gesamte Löwenanlage. Direkt gegenüber der Plattform stehen Kletterbäume für die Löwen, so dass sich die Tiere auf Augenhöhe zum Besucher befinden, wenn sie auf die Bäume klettern. Unter der Plattform bietet sich dem Besucher ein wettergeschützter Unterstand, von wo aus man durch Glasscheiben in das Löwengehege blicken kann.

  • Safari-Fahrzeug

An einer großen Glasscheibe befindet sich ein offener Geländewagen. Die Glasscheibe verläuft direkt hinter der Windschutzscheibe hindurch, so dass sich die Motorhaube im Gehege, der Rest des Fahrzeugs außerhalb des Geheges befindet. Besucher können in den offenen Jeep klettern, die Löwen können sich gleichzeitig auf die Motorhaube legen, dadurch ist eine ganz nahe, außergewöhnliche Begegnung zwischen Besucher und Löwe möglich.

  • Haus für Erdmännchen und Stachelschweine - Beobachtungspunkt - Grotte für Erdmännchen- und Stachelschweingehege

Die Beobachtungshütte bietet die Möglichkeit, einen Blick durch Glasscheiben in die unterirdischen Baue von Stachelschweinen und Erdmännchen zu werfen. Hier werden die Jungtiere in den ersten Tagen versorgt und die Tiere ziehen sich gerne zum Ruhen in ihre Baue zurück. Vor allem die eher dämmerungsaktiven Stachelschweine sind so für die Besucher immer zu beobachten.

  • Beheizter Termitenhügel mit unterirdischem Bau für Erdmännchen und Stachelschweine

Im Gehege der Erdmännchen und Stachelschweine erzeugen Termitenhügel eine typisch afrikanische Atmosphäre. Der Spezialhügel für die Erdmännchen hat eine besondere Zusatzfunktion – in seinem Inneren verbirgt sich ein beheizter und damit behaglicher Ruheplatz für die Erdmännchen und Stachelschweine.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

08.01.2018


Der Neue im Zoo hat besondere Vorlieben

Zoo Heidelberg beteiligt sich an Erhaltungszucht für Sifakas

„Daholo“ liebt es, es sich in seiner Hängematte bequem zu machen.

In den letzten Monaten konnten die Zoobesucher die Umgestaltung der Innengehege im Affenhaus des Zoo Heidelberg gut beobachten. Da tat sich einiges. Wände wurden bemalt und große Baumstämme aufgebaut. Jetzt war es soweit: Am 30. November 2017 zog ein männlicher Kronensifaka aus dem Zoo Mulhouse im Affenrevier ein. Der Neuankömmling kann sich zunächst hinter den Kulissen eingewöhnen, bevor er ins frisch eingerichtete Innengehege ziehen wird.
Nur wenige Zoos in Europa sind für die Haltung von Sifakas zugelassen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wählen die Zuchtbuchführer sehr sorgsam geeignete Zoos für neue Haltungen aus. Europaweit werden nur in weiteren sechs Zoos Sifakas gehalten. Neben Besançon (F), Paris (F), Apeldoorn (NL), Burford (UK), Belfast (UK) und Mulhouse (F) wurde der Zoo Heidelberg aufgrund seiner Erfahrungen in der Haltung von Primaten und Lemuren als einziger Zoo in Deutschland ausgewählt.

Der 2009 im Zoo Apenheul in Apeldoorn (NL) geborene Sifaka „Daholo“ lebte seit 2015 in Frankreich. Sein Umzug in den Zoo Heidelberg wurde intensiv vorbereitet. Eine Tierpflegerin aus Heidelberg reiste für ein mehrtägiges Training in den Zoo nach Apeldoorn, um die anspruchsvolle Haltung der Sifakas kennenzulernen und sich in die Methodik einzuarbeiten. Auch die Kuratorin des Zoo Heidelbergs, Sandra Reichler besuchte schon einige Woche vor der geplanten Ankunft des Tieres den Zoo Mulhouse. Sie informierte sich über die besonderen Eigenarten des Tieres, seine bisherige Haltung und seine individuellen Nahrungsgewohnheiten. Da ein Hauptteil seiner Nahrung aus frischen Blättern besteht, galt es bereits im Sommer das saftige Grün der Blätter zu konservieren. Um dem Neuzugang die bevorzugte Nahrung auch im Winter frisch anbieten zu können, wurden eigens für den Sifaka bereits kiloweise Blätter geerntet und eingefroren. Ebenso wurde ein Innenbereich im Affenhaus für den Neuzugang vorbereitet. Nach den ersten Tagen, während derer sich „Daholo“ zunächst noch hinter den Kulissen an die neuen Zootierpfleger und das neue Terrain gewöhnen wird, wird er in dem Innengehege zu sehen sein. Direkt angrenzend befindet sich dort das Gehege seiner künftigen Mitbewohner, die Kattas. „Daholo“ lebte bereits mit anderen Lemuren zusammen und wird später mit den beiden Kattas auch das neugebaute Außengehege, das aktuell errichtet wird, bewohnen.
Sifakas zählen zu der Gruppe der Lemuren. Die Halbaffen sind ausschließlich auf Madagaskar beheimatet, wo sie vorwiegend in den Trockenwäldern im nordwestlichen Teil der Insel leben. Wie viele der dort vorkommenden einzigartigen Tier- und Pflanzenarten stehen auch die Sifakas auf der Liste der bedrohten Tierarten der IUCN. Die Zerstörung ihres Lebensraums lässt die Anzahl der im Freiland lebenden Individuen konstant stark sinken. In den letzten 30 Jahren wurde ein Rückgang von 50 % verzeichnet. Gemeinsam mit den anderen sechs europäischen Zoos, die sich an dem EEP beteiligen, unterstützt der Zoo Heidelberg seit einigen Jahren ein spezielles Artenschutzprojekt für die Kronensifakas auf Madagaskar. Die Besonderheit des Sifaka Conservation-Projekts liegt im Populationsmanagement: Es wird eine Gesamtpopulation bestehend aus aktuell 20 Sifakas in Zoobeständen und weiteren neun Sifakas in einem Freilandgebiet als gemeinsame Zuchtgruppe betreut. D. h. es soll nicht nur ein Austausch unter den sieben beteiligten Zoos erfolgen, sondern es sollen auch Tiere aus dem Freiland in den Austauschprozess integriert werden, um die notwendige genetische Vielfalt sowohl in den Zoos als auch der im Freiland lebenden Sifakas zu erhalten.

Typisch für Sifaka ist die aufrechte Art der Fortbewegung. Die tagaktiven Baumbewohner bewegen sich senkrecht kletternd und springend von Ast zu Ast fort und können dabei Distanzen von bis zu zehn Metern zwischen den Bäumen zurücklegen. Auch am Boden sind die Lemuren meist auf zwei Beinen hüpfend unterwegs und strecken zur Balance, scheinbar tänzelnd die Arme nach oben. Wie die Kattas, verbringen sie einen Großteil des Tages mit Sonnenbaden, Ruhephasen und sozialer Interaktion. Der Name Sifaka leitet sich übrigens von ihrem Alarmruf „Si-fak“ ab. Kronensifakas galten lange Zeit als Unterart des Larvensifakas, wurden inzwischen jedoch als eigene Primatenart anerkannt.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: Zoo de Mulhouse Michel Foos, 11.12.2017


Familientreffen im Robbenbecken des Zoo Heidelberg

Schwimmen mit den Großen

Die beiden Jungrobben im Zoo Heidelberg sind nun ein gutes Vierteljahr alt.

Der Nachwuchs bei den Heidelberger Mähnenrobben ist nun ein gutes Vierteljahr alt. Zeit, die Artgenossen im Zoo Heidelberg kennenzulernen. Bisher waren die beiden Robbenjungs mit ihren Müttern Maike und Lea im separaten Außenbereich der Robbenanlage unterwegs. Am letzten Wochenende war es dann soweit: Die beiden im Juli geborenen Jungrobben durften zum ersten Mal in den großen Außenpool.  Am Freitag erkundeten sie zunächst alleine mit ihren Müttern in Ruhe das neue Terrain, bevor es am Wochenende spannend wurde. Das Zusammentreffen mit den anderen Mähnenrobben verlief sehr harmonisch. Inzwischen schwimmen die Kleinen ganz selbstverständlich mit den Älteren im Becken und genießen sichtlich die vielen Spielmöglichkeiten auf der Anlage.

Die Integration der beiden Robbenjungs in die Gruppe ihrer Artgenossen erfolgte zur Sicherheit der Jungtiere schrittweise. „Zu Beginn wussten die beiden Kleinen noch nicht genau, was sie auf dem neuen Gelände erwartet und hielten sich zunächst in der Nähe des vertrauten Mutter-Kind-Beckens auf. Dann siegte aber offensichtlich doch die Neugier und sie erforschten ausgiebig den großen Pool und den Rest der Anlage“, berichtet Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg.

Als am Wochenende das große Familientreffen anstand, durften erst nur die anderen Weibchen der Gruppe zu den beiden Jungtieren und ihren Müttern. Die Zootierpfleger beobachteten dabei aufmerksam die Reaktionen der älteren Tiere. Alles klappte problemlos, sodass nun auch der 360 kg schwere Atos, Leitbulle und Vater der beiden, hinzukommen konnte. Atos zeigte auch gleich großes Interesse an seinen beiden Söhnen und begrüßte die zwei sehr liebevoll in der Gruppe. Als echter Papa kuschelt er auch ab und zu mit seinen beiden Jungs. „Es ist sehr beeindruckend, wenn man den mächtigen Robbenbullen und die beiden knapp 30 kg schweren Jungtiere gemeinsam auf der Anlage beobachtet. Wir sind gespannt, wie sich die beiden Robben weiterentwickeln und wie sie sich in der Gruppe verhalten werden. Bisher sieht alles gut aus!“, freut sich Revierleiter Andreas Fackel. Auch einen Namen werden die Kleinen bald bekommen – die Tierpfleger im Zoo Heidelberg sind gerade dabei, zwei passende Namen auszuwählen.

Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführt.

Nach der harmonischen Zusammenführung mit den beiden Jungrobben ist die Gruppe nun komplett. Mit insgesamt acht Tieren, Lea und Maike mit den beiden Jungtieren, Kelo, Awa, Sneaky und Bulle Atos, ist die Heidelberger Mähnenrobbengruppe eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Seit 1999 gibt es im Zoo Heidelberg regelmäßig Nachwuchs bei den Mähnenrobben, die zweimal täglich, außer freitags, bei der kommentierten Fütterung ihre Fähigkeiten zeigen.

Hintergrundinformation: Mähnenrobben

Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens sechs Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch fressen. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engagiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, indem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: Zoo Heidelberg / Peter Bastian


Das Meer in Heidelberg entdecken

Sonderausstellung „Meere und Ozeane“ des ExploHeidelberg im Zoo

Als Stadt am Fluss ist man in Heidelberg mit dem Element Wasser durchaus vertraut. Doch die fast unendlichen Weiten der Meere und Ozeane unserer Erde kann man hier bestenfalls erahnen. Im ExploHeidelberg kann dieser faszinierende Lebensraum ab dem 13.11.2017 nun auch ganz nah erlebt werden. In der interaktiven Sonderausstellung „Meere und Ozeane“ geht man als Besucher gemeinsam mit Forschern auf Entdeckungsreise und findet Überraschendes über die noch weitestgehend unbekannten Tiefen heraus.

Wie können wir diesen für uns schwer zugänglichen Lebensraum erforschen? Was verbirgt sich in tausenden Metern Tiefe unter unseren Füßen? Was passiert am Treffpunkt von Wasser und Land, den Küstengebieten? Welche erstaunlichen Dinge geschehen dort, wo Flüssiges fest wird, im Eismeer? Und wie zeigt sich der Einfluss des Menschen auf dieses sensible Ökosystem? Diese Fragen und mehr werden einfach und verständlich beantwortet. Mit der „Expedition Ozean“ startet die Reise in das größte Ökosystem unseres Planeten, das ca. 70% der Erdoberfläche bedeckt. In den weiteren Themenwelten „Küste“, „Hohe See“, „Tiefsee“ und „Eismeer“ taucht man anschließend in diese völlig unterschiedlichen Lebensräume ein. Und im „Labor“ stellen Forscherinnen und Forscher ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen vor.

Das Thema „Meere und Ozeane“ passt besonders gut in die Explo-Halle auf dem Gelände des Heidelberger Zoos. Beide städtischen Einrichtungen verstehen es mit informellen Bildungsangeboten Besucherinnen und Besucher zu faszinieren. Die jetzigen Exponate fügen sich nahtlos ein und präsentieren Naturwissenschaften, Biodiversität und mehr ansprechend und mit Spaß.

Die Sonderausstellung wanderte bzw. schwamm in den letzten zwei Jahren bereits durch Deutschland und Österreich und begeisterte mehr als 210.000 Besucherinnen und Besucher auf ihrer Reise. Im Bauch des umgebauten Frachtschiffs „MS Wissenschaft“ legten die Exponate in 75 Städten an und luden zum Ausprobieren ein. Nun freuen sich ExploHeidelberg und Zoo Heidelberg die erfolgreiche Ausstellung noch bis zum 15. April 2018 in Heidelberg zeigen zu können. „Es ist eine Premiere für die MS Wissenschaft und natürlich auch für uns“, so Ausstellungsleiterin Petra Mohr. „Noch nie wurden die tollen Exponate des Ausstellungsschiffes an Land gezeigt. Es ist ein großer Erfolg, dass wir dies geschafft haben und wir bedanken uns herzlich bei „Wissenschaft im Dialog“ und dem BMBF, die dies ermöglicht haben.“

„Wissenschaft im Dialog“, eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) betreibt seit 15 Jahren die MS Wissenschaft. Im Rahmen von Wissenschaftsjahren werden unterschiedlichste Themen, unter anderem durch Mitmach-Ausstellungen an Bord ansprechend präsentiert. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Instituten aus ganz Deutschland werden die Exponate entwickelt, um die Themen Schülerinnen und Schülern, Erwachsenen, Kindern und Familien näher zu bringen.

„Meere und Ozeane“

Sonderausstellung im ExploHeidelberg
13. November 2017 bis 15. April 2018
täglich geöffnet von 10:30 bis 15:30 Uhr
Explo-Halle im Zoo

ExploHeidelberg / Zoo Heidelberg


Das Meer kommt nach Heidelberg

Der Zoo Heidelberg befindet sich in einem Entwicklungsprozess: „Wir können nicht länger zusehen, wie die natürlichen Lebensgrundlagen auf unserer Erde zerstört werden,“ erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Motivation des Zoos politischer zu werden. „Mit der neuen Ausstellung „Meere und Ozeane“ wollen wir möglichst viele Menschen bewegen, sich um die Zukunft des wichtigsten Ökosystems unserer Erde Gedanken zu machen.“

70 % der Erdoberfläche nehmen Meere und Ozeane ein, in ihnen ist über 90 % des Wassers auf der Erde enthalten.  Mehr als die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, stammt aus dem Meer. Milliarden von Menschen ernähren sich von Fisch und anderen Meerestieren. Für eine Stadt im Binnenland – wie Heidelberg – erscheint das Meer weit entfernt. Und doch beeinflusst es unser tägliches Leben und ist hochbedroht. Darauf wird der Zoo in der großen Ausstellung „Meere und Ozeane“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, hinweisen.  „Wo kein Besitzer sein Eigentum schützt, wird ausgebeutet, missbraucht, vermüllt – die Menschheit benimmt sich auf und mit den Meeren wie Plünderer im rechtfreien Raum eines Bürgerkrieges. Die Zeche zahlen wir alle und unsere Kinder,“ zieht Dr. Klaus Wünnemann einen drastischen Vergleich.  Ist das übertrieben? In diesem Jahr entdeckten Wissenschaftler, dass im Südpazifik ein Plastikmüllteppich in der Größe Mitteleuropas schwimmt – und das ist nur der kleine Bruder der großen Müllhalde, die im Nordpazifik treibt.

Zoologische Gärten haben weltweit über 700 Millionen Besucher – jedes Jahr. Die Zoos und die großen Naturschutzverbände haben beschlossen, zusammen gegen die Naturzerstörung vorzugehen. Am 17. Oktober haben der Weltzooverband und die Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) hierzu eine Vereinbarung unterzeichnet. Dabei übernehmen die Zoos unter anderem die wichtige Rolle, viele hundert Millionen Menschen zu informieren und zu motivieren, sich für den Schutz der Natur einzusetzen. „Stellen sie sich unsere wunderbaren Mähnenrobben vor: Die würden Wochen brauchen, um einmal quer durch die treibenden Müllberge hindurch zu schwimmen. Mit diesen Beispielen und wissenschaftlich fundierten Informationen wollen wir den Verstand, aber auch das Herz der Zoobesucher für diese Themen gewinnen,“ erläutert Dr. Wünnemann die Strategie. Jeder kann etwas tun: Plastikverpackungen vermeiden oder wenigstens recyceln, die eigenen Abgeordneten ansprechen endlich konsequente Gesetze zum Vermeiden von Müll auf den Weg zu bringen. Das dies geht zeigen uns ausgerechnet einige der ärmsten Länder der Erde: Bangladesh zum Beispiel oder Ruanda, wo Plastiktüten bereits verboten sind – seit 2004.

Zoo Heidelberg


Große Kudus mit zweifachem Nachwuchs

Erneut Doppelgeburt im Zoo Heidelberg

Doppelgeburten scheinen im Zoo Heidelberg in Mode zu kommen. Nach den beiden Robbenbabys, die am 14. Juli geboren wurden, ist der Trend nun bei den Großen Kudus angekommen: Am 24. September kamen zwei Kudumädchen zur Welt. Die Mütter Stobi und Lubaja brachten den Nachwuchs im Afrikahaus zur Welt. Wer also in den letzten Wochen vor dem Schild „Vorübergehend geschlossen“ am Afrikahaus stand, hat spätestens jetzt die Erklärung. Die Tierpfleger schlossen das Haus für Besucher, damit sich die kleinen Großen Kudumädchen eingewöhnen konnten.

Inzwischen ist das Haus wieder geöffnet und die jungen Kudukälber lassen sich gut in den Innengehegen beobachten. Mit großen, dunklen Augen betrachten die beiden aufmerksam ihre Umgebung und drehen die beweglichen, runden Ohren nach jedem Geräusch in der Nähe. Mütter und Kinder nutzen zurzeit den Stall und die Vorgehege als Übungsgelände, damit die Jungtiere kräftig, gewandt und topfit sind, bevor sie mit den Zebras, Blessböcken, Straußen und Pelikanen auf der großen Afrikaanlage zusammentreffen werden. Der Stall ist dabei als Rückzugsraum und Ruhezone für die Jungtiere besonders wichtig. Deshalb gilt jetzt hier für die Zoobesucher ganz besonders: Ruhe bitte!

Kudu-Jungtiere sind sogenannte „Ablieger“, d. h. die Kälber werden voraussichtlich auch im Außenbereich zunächst häufig im Strohbett liegen, während die Mütter zum Fressen unterwegs sind. Regungslos liegen Kudujungen in ihrer Heimat, den afrikanischen Savannengebieten, oft stundenlang gut getarnt im hohen Gras. Während die Mütter selbst auf Nahrungssuche sind, um Kräfte zu sammeln, bewegen sich die durch ihr Fell gut getarnten Jungtiere kaum. Erst wenn die Mütter zurückkommen, die Umgebung auf Gefahren geprüft haben und ihnen „Luft rein“ signalisiert haben, werden die Jungen mobil.  Kudus verlassen sich auch im Erwachsenenalter vorrangig auf Ihre Tarnung. Selbst die männlichen Großen Kudus mit den eindrucksvoll schraubenförmig gedrehten Hörnern verschmelzen durch die graubraune Fellfärbung mit den weißen Streifen optisch nahezu komplett mit der Umgebung. Dennoch sind die typischen Fluchttiere bei Gefahr auch gute Sprinter und können sehr weit springen. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 150 cm können sie auf der Flucht auch bis zu 3 Meter hohe Zäune mühelos überwinden. Im Zoo reicht der kleine Trockengraben, der das Afrikagehege umgibt, um den Tieren die Grenze ihres Territoriums zu markieren. Sie verlassen ihr heimatliches Gehege nicht, denn hier fühlen sie sich wohl und sicher.

Aktion: Zwillinge willkommen

Haben Sie auch einen „Zwilling“? Dann lohnt sich jetzt der Zoobesuch in Heidelberg doppelt. Bei Vorlage von zwei Ausweisen mit demselben Geburtsdatum gibt es den Zoobesuch für beide zum Preis von einem! Die Aktion läuft bis zum 31.12.2017.

Zoo Heidelberg


Wie leben die Tiere, von denen wir leben?

Interaktive Erlebnisausstellung eröffnet / Nutztiertag brachte Infos, Spiel und Spaß für Kinder und Erwachsene

Beim Nutztiertag durften die Besucher die Trampeltiere füttern.

Mit einem ganz besonderen und in deutschen Zoos einmaligen Projekt präsentiert sich der Zoo Heidelberg wieder einmal von einer unerwarteten Seite. Mit der interaktiven Erlebnisausstellung „Vom Alltagsbraten zum Sonntagsbraten“, die durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglicht wurde, konnte der Zoo wieder einen wichtigen Schritt in puncto Bildungsarbeit beschreiten. Und das Tollste daran: Anfassen ist unbedingt erwünscht. Egal ob Kinder, Eltern, Oma oder Opa – hier kann sich jeder ausprobieren und findet eine neue Sicht rund um die Themen Fleisch und Ernährung.

Verbraucher kennen die tatsächlichen Lebensbedingungen der Nutztiere in der Regel nicht. Verklärende Werbebotschaften der Nahrungsmittelindustrie und Verpackungen, die eine Idylle auf der Weide vortäuschen, stehen oftmals im Widerspruch zur Realität. Und – ganz ehrlich – wer weiß schon, was der Deutschen liebstes Fleisch, das Schweineschnitzel, mit dem Urwald in Paraguay zu tun hat?

Da der Zoo Heidelberg selbst Nutztiere hält, liegt es nahe, dieses Thema aufzugreifen. Zoos haben sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Aus reinen Freizeitinstitutionen sind Orte des Natur- und Artenschutzes geworden. „Wir möchten zeigen, dass man sich trauen kann, auch gesellschaftliche Probleme aufzugreifen und hoffen, als Vorreiter ein gutes Beispiel für andere Zoos und Institutionen zu sein“, erklärt Zoodirektor Wünnemann. „Dass wir für unsere Projektidee die Klaus Tschira Stiftung als Unterstützer gewinnen konnten, zeigt uns, wie wichtig es ist, Aufklärungsarbeit zu leisten.“ Und dass das richtig Spaß machen kann, können die Besucher ab sofort selbst beim Wiegen, Drehen, Puzzeln, Ziehen und Schieben erfahren. Besonders erfreulich war, dass Frau Gerda Tschira selbst den ersten „Testlauf“ durchgeführt und für außerordentlich gut befunden hat.

Gerda Tschira mit Dr. Klaus Wünnemann am Thementisch „Die Welt ist nicht genug“.

Für Zoo-Besucher ergab sich dazu am vergangenen Montag eine besondere Gelegenheit. Beim „Nutztiertag im Zoo“ gab es viel Interessantes rund um das Thema Nutztiere zu erleben und zu erfahren. Nicht nur die interaktive Ausstellung „Vom Alltagsbraten zum Sonntagsbraten“ konnten die Besucher ausgiebig testen, auch ein buntes Programm sorgte für schöne Momente. Besonderen Spaß brachte den Besuchern, sich beim Wettmelken zu messen. Aber auch die Informationen von Zoo, Zooschule und BUND rund um Nutztierhaltung, Klima und Umwelt erfreuten sich regem Interesse. Ebenso die Fütterungen bei den Alpakas und Trampeltieren waren gut besucht.

Die Dauerausstellung wandert dann im nächsten Jahr nach Fertigstellung des neuen Streichelzoos auf das Entwicklungsgelände an ihren endgültigen Standort und ist bereits im Zoo-Eintritt enthalten.

Mit seinem Abschlusssatz trifft Herr Dr. Wünnemann den Nagel auf den Kopf: „Wenn wir mit unserer Ausstellung jeden zweiten Besucher dazu bewegen könnten, in der Woche 200 Gramm weniger Fleisch zu essen, könnten über drei Millionen Kilogramm Fleisch im Jahr eingespart werden.“ Ist das nicht ein erstrebenswertes Ziel?

Zoo Heidelberg


Ab in den Süden – ab ins Winterquartier!

Erfolgreiche Brutsaison 2017 für die Weißstörche im Zoo Heidelberg

Die Weißstörche im Zoo Heidelberg ziehen nach Süden.

Für die Storchenküken, die im Sommer auf dem Dach der Zooverwaltung aufgewachsen sind, heißt es nun zum ersten Mal: „Ab in den Süden!“. Gemeinsam mit den anderen wilden Weißstörchen aus dem Zoo Heidelberg machen sie sich in diesen Tagen auf den Weg in ihre Winterquartiere. Viele der Storchenpaare haben ihren Nachwuchs erfolgreich großgezogen. Der Vergleich mit dem Vorjahr bestätigt dies: 2016 zogen 14 Brutpaare insgesamt 40 Jungvögel auf, 2017 waren es hingegen 18 Brutpaare mit 53 Storchenküken.

Diese positive Entwicklung soll im kommenden Jahr fortgeführt werden. „Wir freuen uns immer wieder über die Sommergäste und natürlich besonders über die erfolgreiche Aufzucht der Küken. Mittlerweile sind jedes Jahr fast alle Nester im Zoo belegt. Damit sich der Bestand der bedrohten Vögel weiterhin so gut erholen kann, brauchen die wilden Störche jedoch noch mehr Nistmöglichkeiten – am besten auch im nahen Umland. Bisher sind uns in Heidelberg nur zwei Nester außerhalb des Zoos bekannt“, berichtet Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Für die Jungenaufzucht finden die Störche im Zoo Heidelberg sehr gute Voraussetzungen. Die hohen Bäume der Parkanlage sind gut geeignet zum Brüten und bieten ausreichend Schutz. Nur auf Futtersuche müssen die Störche im Zoo selbst gehen, denn sie werden nicht von den Tierpflegern „mitgefüttert“. Insekten, Mäuse und Frösche gibt es auf den umliegenden Feldern jedoch reichlich. Dies ist wichtig, damit die jungen Störche während des Sommers einiges an Gewicht und Kraft zulegen, um im Herbst die weite Reise in den Süden gut zu meistern. Bereits im Spätsommer machen sich die ersten Störche mit ihrem Nachwuchs auf den Weg. Die Störche im Zoo sind Westzieher. Ihre Flugroute verläuft westlich um das Mittelmeer herum, bis sie in den Winterquartieren in Frankreich, Spanien oder Afrika ankommen.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg


Neugierige Küken auf Erkundungs-Tour

Blaue Pfauen im Zoo Heidelberg haben Verstärkung bekommen

Mit dem braunen Gefieder sind die Küken gut getarnt.

Gleich vier Pfauenküken sind Anfang August im Zoo Heidelberg geschlüpft. Eine der beiden Pfauenhennen hatte ihr Nest im hohen Gras im Gehege der schwarzen Ayam Cemani Hühner angelegt und die Eier erfolgreich ausgebrütet. Hielten sich Mutter und Küken die erste Zeit noch innerhalb des Geheges auf, sind die vier Geschwister seit ein paar Tagen auch außerhalb zu sehen und tippeln gemeinsam mit ihrer Mama neugierig durch den Zoo.

Wie die erwachsenen Pfauen auch, darf sich der Nachwuchs auf dem gesamten Zoogelände frei bewegen. Pfauen sind von Natur aus standorttreue Vögel und können daher gut als Freigänger gehalten werden. Bei ihren Ausflügen mit Mama machen die Küken nicht nur die Besucherwege unsicher, sondern schauen auch mal „hinter die Kulissen“ in die Wirtschaftsbereiche. Diese Woche waren sie sogar auf der Afrika-Anlage unterwegs und haben dort erste Bekanntschaft mit Kudu, Strauß & Co. gemacht – alles muss schließlich genau erforscht werden! Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch in anderen Zoobereichen auf Erkundungs-Tour gehen.

Ein ungewohntes Bild: Der Pfauenhahn hat seine Schmuckfedern abgeworfen.

Wenn Besucher die „Pfauen-Gang“ bei ihren Spaziergängen im Zoo Heidelberg entdecken möchten, müssen sie mitunter ganz genau hinschauen. Das braune Federkleid der Jungtiere macht sie auf vielen Untergründen oder im hohen Gras fast unsichtbar. Erst im Alter von zwei Jahren erhalten die Hähne das typische, blau-glänzende Gefieder. Die Hennen bleiben ihr Leben lang bräunlich gefärbt, nur der Hals ist bei den erwachsenen Vögeln etwas auffälliger gezeichnet.

Pfauen-Papa Kasimir ist ein gutes Beispiel, wie prachtvoll das Gefieder eines ausgewachsenen Hahns aussehen kann. Seine Schmuckfedern können bis zu 1,5 Meter lang werden und schillern, je nach Lichteinfall in Blau, Grün oder Gold. Zurzeit sieht er jedoch etwas ungewohnt aus, denn in den vergangenen Wochen hat Kasimir die langen Federn abgeworfen. Doch keine Panik, das Abwerfen der Federn ist ganz natürlich und nennt sich Mauser. Männliche Pfauen verlieren meist zum Herbstbeginn, nach der Brutsaison, ihre alten Schmuckfedern. Bis zum Frühjahr sind sie nachgewachsen, sodass Kasimir pünktlich zur Balz seine beiden Hennen – und auch die Zoobesucher – wieder wie gewohnt mit seinem schillernden Rad beeindrucken kann.

Hintergrundinfos: Blauer Pfau

Die „Pfauen-Gang“ ist hinter den Kulissen der Afrika-Anlage im Zoo Heidelberg unterwegs.

Ursprünglich stammt der Blaue Pfau aus Ländern des indischen Subkontinents wie Bangladesch, Bhutan, Nepal oder Indien. Vor über 4000 Jahren kam er nach Europa und wurde dort vor allem als Ziervogel in Parkanlagen gehalten. In seinen Heimatländern findet man Pfauen vor allem im dichten Dschungel in der Nähe von Wasserstellen. Blaue Pfauen fressen bevorzugt Insekten, Früchte, kleine Säuge- oder Kriechtiere. Besonders bekannt sind Pfauenhähne für ihre ausgiebige Balz, die durch das bekannte "Radschlagen" gekennzeichnet ist. Dabei stellt er die langen, mit Pfauenaugen versehenen Rückenfedern zu einem Rad auf, um so den Weibchen zu imponieren.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg


Giraffennachwuchs im Zoo Heidelberg

Steingiraffe bekommt Gesellschaft

Shona-Künstler Sydney Majengwa im Zoo Heidelberg

Sydney Majengwa zählt zu den bedeutendsten Tierbildhauern unter den Shona-Künstlern und ist weit über die Grenzen Simbabwes in der Szene bekannt. In den nächsten Wochen wird er aus einem 600 Kilogramm schweren Serpentinstein eine neue Tierskulptur für den Zoo Heidelberg erschaffen. Zoobesucher können jeden seiner Arbeitsschritte vor Ort im Zoo verfolgen.

Sein „Atelier“ befindet sich direkt neben der 2016 von ihm geschaffenen, über drei Meter hohen Giraffe. Hier bearbeitet er den Stein mit Hammer, Meißel und Feile ausschließlich in Handarbeit. Abstand müssen die Beobachter aber dennoch wahren, denn bei der Bildhauerarbeit geht es zunächst hart zur Sache. Grob wird die Form behauen, bevor der Stein Stück für Stück die darin verborgene Skulptur freigibt.

Ende September ist dann mit „Giraffennachwuchs“ zu rechnen, denn aus dem rund 600 Kilogramm schweren Serpentinstein, der extra aus Simbabwe angeliefert wurde, soll eine weitere, kleinere Giraffenskulptur entstehen. Die Zoobesucher dürfen gespannt sein, wie sich das Kunstwerk entwickeln wird, denn der Künstler arbeitet komplett ohne Skizzen oder Vorlagen – er löst die Skulptur sozusagen direkt aus dem Stein. „Ich kann die Giraffe bereits gut erkennen, die in dem Stein steckt“, erklärt Sydney mit einem Lächeln. „Ich muss nur noch etwas von dem Stein außenherum wegnehmen.“

So wie er das sagt, kann man ihm leicht vertrauen, denn der 1972 in Mazowe geborene Künstler ist weit über die Grenzen Afrikas hinaus bekannt. Zahlreiche Werke aus seiner Hand sind in vielen Ländern ausgestellt. So beispielsweise in Australien, den Niederlanden, Großbritannien und natürlich in Deutschland. Die meisten Skulpturen entstehen zunächst in Simbabwe, in der Tengenenge Künstlergemeinschaft, und werden später an ihre Bestimmungsorte gebracht.

Text: Tiergarten Heidelberg gGmbH Foto: Zoo Heidelberg


Die 5.000ste Zoo-Jahreskarte wurde verschenkt

Zoo Heidelberg gratuliert Familie Wiest zu einem Jahr Freieintritt

Seit 2015 gibt es bei Familie Wiest jedes Jahr die Jahreskarte für den Zoo Heidelberg. „Weil die Kinder so gerne in den Zoo gehen“, erklärt Ina Wiest. Zwei der Kinder sind noch unter drei Jahre alt und haben daher freien Eintritt, für die größere Tochter gibt es die Jahreskarte. Wer von den Eltern regelmäßig mitdarf, wird abwechselnd gehandhabt: Im letzten Jahr hatte der Vater eine Jahreskarte und in diesem Jahr begleitet Mutter Ina die Kinder in den Zoo. Da war es natürlich eine tolle Überraschung, als sie vergangenen Freitag die Jahreskarte geschenkt bekam.

Dieses Ereignis nahm der Zoo gerne zum Anlass sich bei Familie Wiest, stellvertretend für alle Jahreskarten-Besitzer, zu bedanken. „Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Besucher aus der Umgebung die Möglichkeit nutzen, den Zoo das ganze Jahr über zu besuchen“, freut sich Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Es gibt ja auch immer wieder Neues im Zoo zu entdecken. Hier kann man Jungtieren zusehen, wie sie aufwachsen oder beobachten, wie sich die Tiere in unterschiedlichster Weise an die verschiedenen Jahreszeiten anpassen und ihr Aussehen verändern.“ Im Frühjahr zeigen die vielen Vogelarten ihr prächtiges Balzgefieder und vollführen eindrucksvolle Liebestänze, im Sommer kommt das üppige Grün der Parkanlage hinzu, das im Herbst in bunte Farben übergeht. Bei wechselhaftem Wetter mit Regenschauern macht es vielen Besuchern Freude, die Elefanten beim Schlammbad zu beobachten und im Winter sieht man flauschige Winterpelze und -felle bei den unterschiedlichen Tierarten. Alles in allem sind sich die Stammbesucher einig: Eine Jahreskarte für den Zoo lohnt sich. Jeden Tag wieder, 365 Tage im Jahr.

Auch wenn sich die Nutzung einer Jahreskarte bereits ab dem fünften Besuch für die Karteninhaber rechnet, stellt der Zoo Heidelberg fest, dass die meisten Besucher die Möglichkeit wesentlich öfter nutzen. „Wir haben uns beim Preis bewusst dafür entschieden, dass es sich für die Besucher rechnet, wenn sie zu jeder Jahreszeit ein oder zwei Mal vorbeikommen“, erklärt Dr. Klaus Wünnemann die Preisgestaltung der Jahreskarten. Familie Wiest nutzt mit den Kindern die Jahrekarte sogar häufiger. „Die Kinder gehen gerne in den Zoo. Mal schauen wir Tiere und mal gehen wir nur auf den großen Spielplatz, wenn die Zeit knapp ist“, bestätigt Ina Wiest kurz bevor die Kinder unruhig werden, weil sie nun endlich in den Zoo möchten. Die Stofftiger, die jedes Kind noch als Extra-Dankeschön vom Zoodirektor überreicht bekommt, kommen aber natürlich mit.

Tiergarten Heidelberg gGmbH


Doppelter Nachwuchs bei den Mähnenrobben

Mutter-Kind-Schwimmen im Robbenbecken

Vor fünf Wochen kamen die beiden Jungs zur Welt. Zur Eingewöhnung verbrachten ihre Mütter mit ihnen die erste Zeit im Robbenhaus getrennt von der übrigen Gruppe, um ihnen eine ungestörte Aufzucht zu gönnen und das Risiko eines Unfalls zu vermeiden. Jetzt zeigen sich die jungen Mähnenrobben bei ihren ersten Schwimmerfahrungen im Mutter-Kind-Becken der Robbenanlage.

„Über den doppelten Nachwuchs freuen wir uns sehr, da die Jungtiere dann einen gleichaltrigen Spielpartner haben. Die beiden Mütter Maike und Lea sorgen sich vorbildlich um ihre Kleinen, die am selben Tag zur Welt kamen“, berichtet Kuratorin Sandra Reichler. Am Morgen des 14. Julis fanden die Tierpfleger bereits Maike mit ihrem Neugeborenen im Robbenhaus. Als kurz nach 9 Uhr auch bei Lea die Geburt einsetzte, war es für die Tierpfleger eine besondere Sensation, da sie zum ersten Mal eine Robbengeburt live miterleben konnten. So gelang es sogar die Geburt zu filmen. Die seltenen Aufnahmen sind auf der Webseite des Zoos unter https://www.youtube.com/watch?v=VwmryhamAss zu sehen.

Sowohl Maike als auch Lea sind erfahrene Mütter. Im Mutter-Kind-Becken üben sie ganz in Ruhe und weiterhin getrennt von den anderen Gruppenmitgliedern mit ihren Kindern. Die Jungen lernen nun intuitiv zu schwimmen und zu tauchen, werden aber noch öfter nach Luft schnappen als die erwachsenen Tiere, da sie noch nicht so lange die Luft anhalten können wie die Großen. Auch wenn Vater Atos den Nachwuchs neugierig durch das Trenngitter beobachtet und darauf achtet, was die kleinen Jungs so anstellen, wird es noch einige Zeit dauern, bis er den Nachwuchs aus der Nähe kennenlernt. Die Weibchen sind sofort nach der Geburt wieder paarungsbereit, sodass es passieren kann, dass erwachsene Robbenbullen beim Liebesspiel den Nachwuchs schlichtweg übersehen und erdrücken. In Heidelberg dürfen daher die Mütter mit ihren Robbenkindern erst zurück in die Mähnenrobbengruppe, wenn die Robbenkinder sicher schwimmen und tauchen können. Auch dann ist die Integration noch mit Risiken verbunden, denn im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass kleine Jungtiere sich verletzen oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinken. Die Tierpfleger werden daher sehr darauf achten, dass die jungen Robben sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt sind, bevor es zu den Artgenossen geht.

Die Heidelberger Mähnenrobbengruppe ist mit acht Tieren eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Seit 1999 gibt es im Zoo Heidelberg regelmäßig Nachwuchs bei den anmutigen Tieren, die zweimal täglich, außer freitags, bei der kommentierten Fütterung ihre Fähigkeiten zeigen. Wenn nun die beiden Jungbullen gemeinsam mit ihren Müttern Maike und Lea im Mutter-Kind-Becken ihre erste Lauf- bzw. Schwimmversuche im Außenbereich wagen, werden sie sicher beliebte Fotomotive für die Besucher.

Hintergrundinformation:

MähnenrobbenMähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens sechs Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch zu fressen bekommen. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engagiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, indem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt.

Tiergarten Heidelberg gGmbH


Elefantentag im Zoo Heidelberg sammelt Geld für Elefantenschutz in Sri Lanka

Gelungene Veranstaltung mit hohem Gewinn für den Schutz Asiatischer Elefanten

120 Teilnehmer kamen zur Abendveranstaltung am Welt-Elefantentag im Zoo

Wie erfolgreich die Arbeit der Zoos für den Artenschutz ist, zeigte die ausgebuchte Veranstaltung im Zoo Heidelberg am Samstag, den 12. August 2017. Insgesamt 120 Teilnehmer informierten sich bei der exklusiven Abendveranstaltung zum Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg über Elefantenhaltung, Erhaltungszucht und Artenschutz. Im Rahmen der Veranstaltung wurde für das Artenschutzprojekt zur Auswilderung Asiatischer Elefanten in Sri Lanka geworben. Mit dem Erlös aus der Versteigerung der Elefantenkunstwerke sammelte der Zoo rund 1.700 Euro für das Projekt.

Sandra Reichler und Frederik Linti bei der Vorstellung der Elefanten und des Forschungsprojekts

Während vor dem Eingang Zoogegner ihre Ansichten über die vermeintlichen Zustände der Tierhaltung in Zoos mit Plakaten kundtaten, zeigte der Zoo im Elefantenrevier aktiv sein Engagement für den Schutz der stark bedrohten Asiatischen Elefanten. Zoomitarbeiter und Elefantenpfleger sowie der Zoodirektor selbst standen bis ca. 22 Uhr den Gästen an vier Infostationen für alle Fragen rund um die sympathischen Dickhäuter bereit.

Dr. Klaus Wünnemann informiert die Gruppen über Artenschutzmaßnahmen des Zoos

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann schilderte im Elefantenhaus die Umstände, die zur Bedrohung der Elefanten führen und erklärte, welche Maßnahmen Zoos und speziell der Zoo Heidelberg zum Schutz der gefährdeten Tiere umsetzen. So unterstützt der Zoo Heidelberg seit 2013 das Freilandprojekt in Sri Lanka zur Wiederauswilderung verwaister und verletzter Asiatischer Elefanten. Ebenso die neue Kooperation mit dem WWF, durch die ein Projekt in Thailand für den Erhalt der Asiatischen Elefanten in ihrer Heimat finanziell unterstützt wird, zählt zu den Aktivitäten, die der Zoo im Freiland fördert.

Bei Elefantenpflegerin Kim Klene durften die Besucher sich als Elefant beim Training ausprobieren

Im Trainingsbereich, hinter den Kulissen, erklärten die Tierpfleger Kim Kleene und Manuel Stumpf, was es mit dem Konzept des „geschützten Kontakts“ in der Elefantenhaltung auf sich hat: An ihren Stationen gingen die beiden Tierpfleger speziell auf das Training allein durch positive Verstärkung mit den Elefanten ein. In Heidelberg lernen die Elefanten an einer speziellen Trainingswand mit den Pflegern und dem Tierarzt zu kooperieren, sodass medizinische Behandlungen für die Tiere stressfrei erfolgen können. Wie schwierig diese Trainingseinheiten sein können, erfuhren die Gäste bei praktischen Mitmachübungen. Eine Besucherin berichtet: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Training so umfangreich ist. Die Bambusstäbe werden hier ausschließlich als Zeigestock eingesetzt, um dem Elefantenbullen zu erklären, was erwartet wird. Da braucht es ganz schön viel Geduld und Vertrauen zwischen Tier und Tierpfleger bis alles gut klappt“.

Rund um Futter und Elefantenzähne informierte Angus Sünner an der Station in der Heuscheune

In der Heuscheune drehte sich alles rund um Futter und Zähne. Tierpfleger Angus Sünner informierte, was Elefanten fressen und wie eine Zahnoperation bei den grauen Riesen erfolgt. Mit einer Fotodokumentation erklärte er den Besuchern anschaulich den Ablauf einer Stoßzahnoperation.
Vor der Außenanlage berichteten Sandra Reichler, wissenschaftliche Assistentin im Zoo Heidelberg, und Frederik Linti über die einzelnen Bewohner der Heidelberger WG: Gandhi, Tarak, Ludwig und Yadanar. Linti, der aktuell ein Forschungsprojekt über die Elefanten im Zoo betreut, stellte dabei sein Projekt und erste Ergebnisse vor. Mittels GPS-Sensoren, die an den Füßen der Elefanten befestigt werden, erforscht er die Laufwege der vier Riesen auf der Anlage.

An der Außenanlage de Elefanten informierten sich die Gäste über die aktuellen Projekte im Zoo

Zum Abschluss trafen sich alle Teilnehmer wieder im Elefantenhaus zur Auktion der Elefantenkunstwerke. In unterhaltsamer Manier versteigerte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die selbstgemalten Kunstwerke der vier tierischen Künstler. Ein besonders hohes Gebot erzielte ein goldener Fußabdruck von Elefant Tarak auf lilafarbenem Hintergrund. Mit der Versteigerung kamen rund 1.700 Euro zusammen, die dem Freilandprojekt in Sri Lanka zur Auswilderung Asiatischer Elefanten zugutekommen.

Als spät am Abend das große Elefantenhaus wieder leergeräumt war und die vier Dickhäuter wieder „nach Hause“ konnten, gab es auch für die vier großen Jungs einige neue Gerüche in der Halle zu beschnuppern – und natürlich noch ein paar kleine Leckereien als Dankeschön für die gute Mitarbeit.

Text: Zoo Heidelberg Foto: Zoo Heidelberg/Petra Medan