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27. Saumagen-Orden an Ministerpräsidentin  Malu Dreyer (SPD) verliehen

von Daniel Kemmerich

Schifferstadt – Ein Pfälzer Saumagen ist keine Beleidigung, sondern eine Spezialität. Spätestens mit seinem berühmten Freund Helmut Kohl wurde er auch international bekannt und war über die Grenzen der Pfalz hinaus „in aller Munde“.

Dies war im Jahr 1992 Anlass für die Idee der Karnevalsgesellschaft Schlotte Schifferstadt, einen eigenen Orden zu verleihen, den Saumagen Orden.

Als erster Preisträger wurde natürlich Altbundeskanzler Kohl, damals noch im Amt, am 26.02.1992 mit dem Orden ausgezeichnet. Es folgten viele weitere Preisträger/innen wie Joy Flemming, Fritz Walter, Kurt Beck, Theo Magin, Dr. Bernhard Vogel, Prof. Dr. Lothar Späth und Hans-Dietrich Genscher… um nur einige der 26 Preisträger/innen aufzuzählen.

Seit 23. Januar 2018 darf sich auch die rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Trägerin geehrt fühlen. So wurde ihr in einem feierlichen Rahmen am Abend der 27. Saumagenorden verliehen.

Der 740 Gramm schwere Orden besteht aus Rosenquarz aus Idar –Oberstein. Dort wird er aus einem Block herausgeschnitten und anschließend in Form geschliffen. Für Rosenquarz entschied man sich, da er optisch dem Original am nächsten kam. Nun sind 740 Gramm Gewicht natürlich nichts, was man ständig um den Hals tragen möchte, egal wie geehrt man sich fühlt. Daher gibt es natürlich auch eine schöne Brosche sowie einen Anstecker, den der/die Preisträger/in wirklich bei vielen Gelegenheiten tragen kann.

Seit den ersten 11 Verleihungen (angelehnt an den Elferrat im Karneval) wurde beschlossen, diese Erfolgsgeschichte weiterzuführen und auszudehnen. So wurden die Verleihungsmodalitäten dahingehend verändert, dass nunmehr auch verdiente Persönlichkeiten geehrt werden können, deren Wirkungskreis oder Herkunft nicht mehr allein auf die Kurpfalz beschränkt sind.

Weshalb wurde Malu Dreyer geehrt - ganz einfach, sie ist ein echtes „Pfälzer Mädel“, was ihr auch Vorjahrespreisträger Christian „Chako“ Habekost attestierte. Am 06. Februar 1961 in Neustadt an der Weinstraße geboren, schloss sie 1990 ihr Jurastudium ab und war 1991 Richterin und Staatsanwältin in Bad Kreuznach. Dann begann ihre politische Laufbahn, erst als Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach im Jahr 1995 und ab 2002 – 2013 im Ministerium in Mainz. 

Nachdem Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), ebenfalls Saumagenordensträger, seinen politischen Rückzug für Anfang 2013 ankündigte,war schnell klar, wer die Nachfolge antritt -  Malu Dreyer. So wurde sie dann auch am 16. Januar 2013 mit 60 der 100 Stimmen zur ersten Frau an der Spitze des Landes gewählt. Weitere Erfolge waren die Landtagswahl am 13. März 2016, bei der sie erstmals als Spitzenkandidatin der SPD gegen Julia Klöckner von der CDU antrat und trotz aller Hochrechnungen und Umfragewerte einen Sieg für die SPD und sich persönlich verbuchen konnte. So wunderte es auch nicht, dass sie 18. Mai 2016 einstimmig von allen Mitgliedern der Ampelkoalition als Ministerpräsidentin wiedergewählt wurde.

Als wäre die persönliche und politische Vita von Malu Dreyer nicht schon herausragend genug , hat sie aber dafür nicht den Orden verliehen bekommen. Grund für die Auszeichnung sei, dass sie es in einer von Männern dominierten Berufs- und Politikwelt geschafft hat, sich durchzusetzen. Und dies nicht etwa als „Iron Lady“ mit Haaren auf den Zähnen sondern stets mit weiblichen Charme und einem offenen Ohr für die Belange der Bevölkerung. Auch ihr stetiger Kampf um soziale Gerechtigkeit sowie um mehr Bildung seien besonders hervorzuheben und haben mit zu dieser Entscheidung beigetragen.

Christian „Chako“ Habekost, der Preisträger des Vorjahrs, hielt eine Laudatio auf die Preisträgerin und bekannte, wie schwer ihm das fiel. Also eigentlich nicht… aber normal sei man es als Comedian gewohnt, über Personen zu spötteln, erst recht seien es Politiker. Nun lobende Worte zu finden, wäre ihm schwer gefallen, ginge es nicht um Malu Dreyer, die er selbst sehr schätze. Wie bodenständig sie trotz allen Erfolgs und ihrer schweren Krankheit (Multiple-Sklerose wurde im Jahr 1994 festgestellt) sei, wäre einfach etwas Herausragendes. Und man könne ihr sogar noch das ein oder andere pfälzische Wort entlocken, was einfach so aus ihr herausrutschen würde. Den Pfälzer kann und will man eben einfach nicht verleugnen oder unterdrücken.

Die 120 geladenen Gäste wie auch die Pressevertreter hatten einen herrlichen Abend mit viel zum Lachen und guten Weinen und Essen. Die KG Schlotte Schifferstadt hat sich wieder einmal selbst übertroffen und ein buntes Programm mit vielen tollen Punkten organisiert.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer kannte bis dato noch nicht das Rettichlied (Video), quasi die Schifferstädter Nationalhymne, sang aber freudig mit. Im Anschluss folgte das „Dreyer-Lied“, eine speziell auf sie abgestimmte Komposition.

Als Vorspeise gab es „Grumbeersupp mit Hosseknepp (Kartoffelsuppe mit knusprig gebratener Blutwurst)“. Ehrenpräsident Wilfried Külbs leitete gekonnt durch den Abend und wurde musikalisch von Peter Arnold am Keyboard unterstützt.

Es folgte als Hauptgang, wie solle es auch anders sein, Saumagen mit Sauerkraut und Bauernbrot. Dieser stammt von der Traditionsmetzgerei Wolfgang Hardt (Limburgerhof, Speyer und Ludwigshafen, Informationen unter: https://www.metzgerei-hardt.com ) und wird vom Hotel-Restaurant „Zur Kanne“ zubereitet ( Informationen unter: http://www.hotelzurkanne.de ).

Als Nachtisch gab es selbstgemachten „Pälzer Appelstrudel mit Vanille-Soß“ und die passenden Weine zum Abend lieferte die Winzergenossenschaft Kallstadt (Informationen unter: http://www.winzergenossenschaftkallstadt.de ).

Der aus der Mainzer Fasching bekannte „Obermessdiener“ Andreas Schmitt hielt die Büttenrede und brachte den Saal vollends in Stimmung. Leider musste er, es ist ja Kampagne, direkt im Anschluss zur nächsten Veranstaltung weiter.

Gaby Reichardt, Sängerin und Schauspielerin, trug einen langen, wenn auch nachdenklichen Text vor, bevor Christian „Chako“ Habekost, der Vorjahrespreisträger, die Bühne betrat. Ein wenig aufgeregt war er schon und das, obwohl er es gewohnt ist, vor vielen Menschen zu reden und sogar die Schwetzinger Schlossfestspiele zu moderieren. Nachdem ihn aber einige Pressevertreter im Vorfeld auf seine Rede ansprachen, wurde ihm erst bewusst, dass nicht nur 120 Gäste im Saal lauschen werden, sondern auch deutschlandweites Interesse an der Verleihung besteht.

Und um den Druck noch zu erhöhen, wurde er auf sein Versprechen des letzten Jahres festgenagelt… einen Saumagenrap zu kreieren. Diesen trug er gekonnt vor und brachte den Saal vollends zum „kochen“. Und auch die Laudatio, mit viel Witz und seinem unverwechselbaren Charme vorgetragen, sorgte für super Stimmung.

Und so hatte Malu Dreyer fast schon Tränen in den Augen, als sie sich für die Auszeichnung und die damit verbundene Ehre bedankte. Auch freue sie sich, als Botschafterin des Saumagens in der Region, in Deutschland, aber auch international aufzutreten.

„Denn Saumagen gäbe es mittlerweile überall, aber wirklich gut schmecke er nur in der Pfalz“ sagte die Ministerpräsidentin. Es sei ihr eine große Ehre, in den Kreis der Ausgezeichneten mit aufgenommen worden zu sein und sie genoss den Abend in vollen Zügen. Und so blieb sie auch, trotz ihres vollen Terminplanes, wirklich bis zum Schluss der Veranstaltung und hatte viel Spaß. Und auch die Gäste freute es sehr, mit einem Menschen wie „du und ich“ reden zu können und nicht mit einer Politikerin und Ministerpräsidentin. Eben eine Frau des Volkes und für das Volk.

Auch wir haben den Abend genossen, danken der KG Schlotte Schifferstadt e.V. für diesen herrlichen Abend und freuen uns bereits auf das nächste Jahr ,wenn Malu Dreyer die Laudatio auf den/die Preisträger/in des Jahres 2019 halten wird.

Fotoshow zum Event

Videos

Rettichlied, verkürzt


Schunkel zum Rosenmontag


Verleihung des 27. Saumagenordens, der KG Schlotte Schifferstadt e.V. an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD)


Umfassende Fotogalerie zur Verleihung des 27. Saumagenorden

Foto und Video: Speyer 24/7 News, dak Lektor: ank

25.01.2018